Charakter und Wesen eines Klanges

Die Kulturalität des Menschen erhebt ihn als Kind Gottes zum mentalen Bindeglied zwischen der irdischen und der geistigen Welt. In seiner freien Entscheidung liegt es, welchen Schwingungen er sich öffnet. Als Geist des Geistes vermag er sich in Liebe zu höherem Sein zu erheben.

Oder sollte Gott sich aus Eitelkeit darin gefallen haben, sich myriadenfach in den Menschen zu spiegeln, nur um diese einzigartigen Licht- und Klangkompositionen dann wie Seifenblasen im Nichts zerplatzen zu lassen?

Das Monochord

Erkennen wir uns wesenhaft als Licht und Klang, lehrt uns das Monochord Essenzielles über unser ganzheitliches Sein. Dieses Urbild aller Saiteninstrumente erklärt uns nicht nur die Elemente der Musik, sondern auch unser harmonikales Schwingungswesen.

Aus dem Ur-Monochord – einer gespannten Saite über einen Resonanzkörper – wurden im Laufe der Menschheits-Geschichte die vollkommensten Instrumente entwickelt, die zugleich der philosophischen Welterklärung dienten.

Teilt man die Saitenlänge durch einen beweglichen Steg, entstehen harmonikale Obertöne, die sich mathematisch in ganzzahligen Brüchen ausdrücken.

Wird die Saite angeschlagen, beginnt sie zu schwingen. Dabei schwingt sie am stärksten in ihrer Grundfrequenz. Dieser Grundton ist für jede Saite die natürlichste Art der Schwingung. Zudem schwingt sie, auf der ihr ganz eigenen Weise, in ihren Ober- und Untertönen.

Wenn dem menschlichen Ohr – in seiner beschränkten Wahrnehmung – der Klang in der Regel nur als Ganzes hörbar wird, bestimmt die Obertonreihe des Grundtones die einzelnen Klangfarben, denn die Musik „lebt“ durch ihre Obertöne.

Hören wir zum Beispiel einen Ton mit einer Grundfrequenz von 65 Hz, so schwingen auch Töne in den Frequenzen 130, 195, 260, 325, 390, 455, 520, … bis 2080 Hz mit – und wahrscheinlich – unseren Ohren unhörbar – noch sehr weit darüber und darunter.

Weil eine schnellere Schwingungsfrequenz mehr Energie verbraucht, nimmt mit Höhe der Frequenz der Obertöne deren Intensität für unser Gehör ab. Je höher ein Oberton, desto leiser ist er, was auch in einem schwächeren Pegel sichtbar wird. Diese quantitative Beziehung zwischen Tonhöhe und Lautstärke sagt jedoch nichts über die qualitative Wirkung des Obertons aus.

Durch weitere Unterteilungen der Saite des Monochords ergeben sich folgende Frequenzverhältnisse, die das menschliche Ohr als harmonisch (Konsonanz), oder disharmonisch (Dissonanz) empfindet.

Die Intervalle

Proportion

Intervall

Überein-stimmung der Obertöne

Vollkommene Konsonanzen

1 : 2

Reine Oktave

100

2 : 3

Reine Quinte

58

 

 

3 : 4

Reine Quarte

39

Unvollkommene Konsonanzen

3 : 5

Große Sexte

33

4 : 5

Große Terz

25

5 : 6

Kleine Terz

19

 

 

5 : 8

Kleine Sexte

14

Milde

Dissonanzen

5 : 9

Kleine Septime

11

 

 

8 : 9

Große Sekunde

3

Scharfe Dissonanzen

8 : 15

Kleine Septime

3

15 : 16

Große Sekunde

0

32 : 45

Tritonus

0

Berechnung der Frequenzen

Mit den Verhältnissen der Intervalle lassen sich die Tonhöhen der anderen Grundtöne und deren Obertöne berechnen.

Zum Beispiel ausgehend von der Frequenz „A“ = 432 Hz – ergibt sich für „E“ – als Quinte von „A“ – folgende Rechnung.

Bei diesem Frequenzverhältnis von 2 : 3 teilt man die Frequenz des Ausgangstones durch 2 und multipliziert das Ergebnis mal 3.

432 Hz : 2 = 216 Hz

216 Hz x 3 = 648 Hz

Der Ton „E“ hat also eine Frequenz von 648 Hz.

Auch auf diese Weise enthüllt das Monochord die innere Verbindung der Musik mit der geheiligten Wissenschaft der Griechen, der göttlichen `Mathesis´.

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