Das 5. Element – Akasha

 

 

Das göttliche Spiel

 

Alles, was jemals war und alles,

was jemals sein wird, ist Jetzt.

Alles geschieht in diesem Augenblick

allumfassender Gegenwart.

Begrenzt werden unsere Sinne nur

durch die Beschränkung der Illusion

von Raum und Zeit, bis wir erwacht,

die ganze Wirklichkeit schauen.

 

 

 

 

Akasha

Die Bedeutung dieses Wortes umfasst mehr, als ein Wort je zum Ausdruck bringen könnte. Wer “Akasha” erfährt, findet sich Selbst ganz und das Ganze in sich Selbst.

 

Die `Akasha-Chronik´

Mit dem geheimnisvollen Begriff „Akasha“ wird die Vorstellung von dem `Ältesten Buch im Universum´ verbunden, in dem alle Ereignisse, die jemals auf der Erde stattgefunden haben, die sich gerade jetzt irgendwo ereignen und die jemals irgendwann geschehen werden, aufgezeichnet sind. Diese Chronik allen kosmischen Geschehens steht allerdings nicht in irgendeiner Schrift auf Papier geschrieben, sondern ist ein eher feinstoffliches `Buch´, das nicht mit äußeren Sinnen gelesen werden kann, sondern nur mit den `geistigen Augen´ der Intuition. Es ist die urgeschichtliche Erinnerung des Menschen, die von C.G. Jung das „Kollektive Bewusstsein“ – und von der Gnosis und Theosophie „Akasha-Chronik“ genannt wird, die nicht nur die gesamten Erfahrungen der Vergangenheit (kollektives Unterbewusstsein), sondern auch das gesamte zukünftige Geschehen (kollektives Überbewusstsein) enthält. Und mehr als das: nicht nur alle Erfahrung der Menschheit auf Erden, sondern das allumfassende Bewusstsein der Seinserinnerung aller Lebensformen in allen Kosmen und Universen. Keine Information über irgend etwas, was war, ist oder sein wird, kann verloren gehen, denn jenseits der menschlichen Wahrnehmung von Raum und Zeit – sozusagen in den Quantenfeldern der Allgegenwärtigkeit – geschieht alles im Hier und Jetzt.

 

Das Weltgedächtnis

Die Vorstellung, dass die Akasha-Chronik das Weltgedächtnis darstellt, ist allerdings weniger indischen Ursprungs, als vielmehr theosophische oder anthroposophische Interpretation, die beispielsweise auch von Rudolf Steiner formuliert wurde. In der Populär-Esoterik verschwimmen die Begriffe heute und werden gar als okkulte Praktiken in Seminaren als Techniken zum Erlernen des Lesens in der Akasha-Chronik und zum `Anzapfen´ dieses übermenschlichen Wissens angeboten. Medien rufen Geister von Verstorbenen an, weil sie glauben, diese hätten unmittelbareren Zugriff auf dieses kosmische Gedächtnis. Reinkarnationsforscher erhoffen sich Auskünfte über ihre vorherigen Leben. Selbsternannte `Hüter der Akasha-Chronik´ berichten von „Lücken“ und „Unvollständigkeiten“ als wären sie im Vollbesitz der geistigen Schau und könnten dies wirklich beurteilen.

 

Das Buch mit den 7 Siegeln

Auch folgende Propheten-Worte weisen auf die geistige `Schriftrolle´ der Akasha-Chronik´: „Darum sind euch alle Offenbarungen wie die Worte eines versiegelten Buches, das man einem gibt, der lesen kann, und spricht: Lies doch das!, und er spricht: «Ich kann nicht, denn es ist versiegelt»; oder das man einem gibt, der nicht lesen kann, und spricht: Lies doch das!, und er spricht: «Ich kann nicht lesen.»“ (Jesaja 29,11)

Was also ist dieses `Buch der Bücher´, jenes Buch mit den Sieben Siegeln´, in dem alles aufgezeichnet sein soll, was jemals geschah, jetzt geschieht und je geschehen wird? Weil es in der materiellen Welt nichts gibt, das nicht eine vorbildende Idee in der geistigen Welt hätte (Platon), so kann man sich die Technik der modernen Bild- und Tonaufzeichnung als die irdisch unvollkommene Entsprechung des Prinzips der feinstofflichen `Akasha-Chronik´ vorstellen. Nicht nur in Wort, Bild und Ton, sondern auch in Gedanke, Motivation und Wille ist hier sowohl die Geschichte der Menschheit im allgemeinen, wie auch die eines jeden einzelnen Menschen dokumentiert. Kein Gedanke, kein Gefühl und keine Tat geht verloren.

 

Der Schleier der Isis

In dieser universellen Datenbank sind die Informationen aller Wesen aller Zeiten in einer morphischen Strukturmatrix gespeichert und für intuitiv begabte Menschen öffnet sich manchmal der Schleier der Illusion von Raum und Zeit und gewährt einen Blick auf Gewesenes, Seiendes und Zuküntiges, denn dieses All-Gedächtnis ist mit allen menschlichen Sinnen und mit jeglicher Seinsform verbunden. Dieses System interaktiver Kommunikation auf biologischer, mentaler und astraler Ebene öffnet sich medialen und spirituellen Menschen gelegentlich tatsächlich für Momente, um Erkenntnisse aus der Vergangenheit der Menschheit oder Einblicke in zukünftige individuelle Schicksale zu gewähren. Auch `außerordentliche Zustände´, wie z.B. eine starke körperliche Schwächung oder spirituelle Erfahrung, können sehr reale geistige Verbindungen herstellen. Es ist also durchaus möglich, dass sich dieser „Schleier der Isis“ für einen Augenblick des Erkennens lüftet und sich in einer entwicklungsbedingten Lebenssituation eine Schau in die Chronik schenkt, die für das weitere Leben des Betroffenen von großer Bedeutung sein kann.

Doch um es deutlich zu sagen: Das intuitive Verständnis dessen, was war, was ist und was sein wird, ist abhängig vom Bewusstseinszustand des Schauenden. Die Möglichkeit des Irrtums, auch und gerade durch vermeintliche diesseitige oder jenseitige Führer, ist groß und allein die Hinwendung und Fragestellung an den umfassendsten aller Geister, Gott, dem Schöpfer auch des morphischen Speichersystems der Akasha-Chronik, feit vor Trugbildern und Illusionen. Allein das göttliche Allbewusstsein überschaut diese `geistige Datenbank´ jederzeit vollkommen – Menschen im Zustand der Erleuchtung nur in dem Maße, wie sie für sie geöffnet wird bzw. in wie weit sie Eins geworden sind mit dem göttlichen Allbewusstsein – oder anders ausgedrückt: in wie weit Gott in ihnen lebendig ist und ihnen partikularen Einblick gewährt wie den Propheten, die oftmals zukünftige Dinge schauten, die sie nur bildhaft beschreiben konnten, weil es für das, was sie sahen noch keine Begriffe gab.

 

Das Buch des Lebens

„Soviel du je von deiner Jugend an auf dieser Erde gedacht, gesprochen und getan hast, und was du auch in deiner vor-dies-irdischen Seelenexistenz gedacht, geredet und getan hast, das alles ist aufgezeichnet im Buche des Lebens; davon trägst du ein Exemplar im Haupte deiner Seele, das ganz große Exemplar aber ruhet stets offen und weit aufgeschlagen vor Gott. Wenn du vollendet sein wirst (…), so wirst du alle deine Gedanken, Reden und Taten getreust wiederfinden. An dem, was gut war, wirst du natürlich eine große Freude haben; was aber nicht in der guten Ordnung war, daran wirst du zwar keine Freude haben, aber als ein vollendeter Mensch auch keine Trauer. (…) Du siehst daraus, dass da auch der leiseste Gedanke, den ein Mensch je gedacht hat, entweder auf dieser oder auf einer andern Erde, unmöglich ewig je verlorengeht und – gehen kann.“ (GEJ 4,57 Jakob Lorber)

 

Das Palmblattorakel des Rishis

Vor tausenden von Jahren hatte Bhrigu (Vashista) – einer der Sieben heiligen Rishis des alten Indiens – Einblick in die Akasha Chronik. Er soll die Schicksale von etwa 80.000 Menschen gesehen haben und ritzte seine Erkenntnisse auf getrocknete Palmblätter. Noch heute reisen Menschen nach Indien, um dort in einer der zwölf Palmblattbibliotheken etwas über ihr Schicksal zu erfahren. Und tatsächlich gibt es da ganz erstaunliche Erfahrungsberichte, die über viele Reinkarnationen hinweg, den Auskunft Suchenden ihren Weg wiesen. Bhrigu soll die Lebensgeschichten all jener in Versform aufgeschrieben haben, die irgendwann einmal danach fragen würden. Seit mindestens fünftausend Jahren werden diese Palmblätter – und mit Ihnen das Wissen ihrer Deutung – meist innerhalb von Priesterfamilien vom Vater auf den Sohn weiter gegeben. Dazu gehört das Verständnis der alt-tamilischen Sprache, die heute nicht mehr gesprochen wird, und das Geschick die eingeritzten Zeichen zu deuten. Damit das persönliche Palmblatt eines Menschen, der sein Schicksal erfragen will, gefunden werden kann, muss er sein Geburtsdatum, die Geburtszeit und den Geburtsort angeben, weshalb das Palmblattorakel wahrscheinlich auf der Grundlage altindischer Astrologie funktioniert.

 

Schwingungsfelder des Geistes

Die frequente Struktur der Aufzeichnung der Akasha-Chronik ist jedem Megacomputer unvergleichlich überlegen, weil diese Chronik des Geistes lebendiges, alles durchdringendes Schwingungsfeld ist. Es ist allumfassend und reicht von den höchsten Bewusstseinsebenen der geistigen Wirklichkeit bis hinunter in die elementaren Schwingungsstrukturen der biologischen und stofflichen Welten die sich in den materiellen, vitalen und mentalen Bewusstseinszentren des seelischen Wesens des Menschen („Chakras“) widerspiegeln.

Die Speicherung dieser universellen Information lässt sich prinzipiell an der Kommunikationsfähigkeit und dem Gedächtnis des Wassers verdeutlichen. Denn sogar Wassertropfen verfügen über `Wissen´ und lernen, vermitteln und erinnern sich. Somit manifestiert sich in jedem Wasserstoffatom das Wissen von der Entstehung der Welt. Wenn also schon der materielle Wasserstoff über Erinnerungs-vermögen verfügt, wieviel mehr das Licht im feinstofflichen Ätherraum, das sich als Bewegung, Schwingung und Strahlung äußert?!

Denn die Frage nach dem `Speichermedium´ und der für irdische Verhältnisse gigantischen `Festplatte´ für die unvorstellbare Datenflut der Akasha-Chronik macht sich am ehesten verständlich durch die Begrifflichkeit des Ausdrucks `Akasha´ selber. Das Wort `akasha´ – leitet sich von der Sanskritwurzel „kash“ (= leuchten, strahlen) her. Im Hinduismus bezeichnet es den `Raum-Äther´ – das fünfte Element.

 

 

 

 

Das Fünfte Element

 

Der Äther

Das Wort „Akasha“ (sanskrit) kommt erstmals in den vedischen Schriften der alten Rishis vor (denen Noah, der in Indien Manu genannt wurde, nach der Sintflut das ganzheitliche Wissen der ersten Menschheitskultur überbrachte) und bezeichnet dort das sagenumwobene Fünfte Element, den “Raumäther”, jene feinstoffliche Substanz, die alle Universen erfüllt. (Vergleiche die „Äther-Hypothese“ in der Physik des beginnenden 20. Jahrhunderts). Dieses bislang noch weitgehend unverstandene „Fünfte Element“ – der Äther – ist der Schwingungsraum eines allumfassenden und alles miteinander verbindenden Feldes.

Akasha lässt sich also als `Morphogenetisches Feld´ vorstellen, was auch mit den Feldtheorien der modernen Physik korrespondiert. Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts beschrieb Rupert Sheldrake dieses `morphogenetische´ (formbildende) Feld, das synonym mit dem Weltengedächtnis der Akasha-Chronik ist. Durch dieses Feld werden viele physikalisch bisher unerklärliche Phänomene plausibel.

Im Mikrokosmos ist Akasha der weite Raum, in dem die rhythmisch kreisenden energetischen Elementarteilchen um den Proton des Atoms kreisen; und im Makrokosmos ist Akasha jener Raum, in dem die solaren Energiezentren der Sonnensterne und Weltkörper ihre Wege bahnen. In allen Universen – wie in jedem Atom und in jeder Zelle – ist Akasha der alles bergende Ätherraum, in dem alle energetischen Schwingungsprozesse stattfinden.

 

Raum, Zeit und Ewigkeit

Weil aber der Raum die Zeit bedingt wie die Zeit den Raum (Einsteins Relativitätstheorie), ist Akasha nicht nur der Schwingungsraum, sondern auch die Schwingungsdauer der Rhythmen und Wellenlängen des allumfassenden ganzheitlichen Schwingungssystems der „Matrix des Lebens“.

Raum und Zeit sind Illusion („Maya“ – wie es die alten Inder nannten). Der Geist erschafft den Raum und der Geist gestaltet die Zeit.

„Auf dem Gipfel liegt Sie (die Schöpfung) wie schlafend in Ihm (Gott). Auf dem Grund liegt Er (Gott) wie schlafend in Ihr (der Schöpfung), die Kraft in Bewusstsein aufgelöst oder das Bewusstsein in Kraft, das Endliche beinhaltet das Unendliche gleich einem Baum, der mitsamt seinen Ästen im Samenkorn enthalten ist. Diesen Zusammenhang bezeichnete Sri Aurobindo als `Involution´.“ (Satprem: „Das Abenteuer des Bewusstseins“)

„Die Unwissenheit der Materie ist ein verbrämtes, ein involviertes, ein schlafwandelndes Bewusstsein, welches alle latenten Kräfte des Geistes enthält. In jedem Teilchen, jedem Atom, jedem Molekül, in jeder Zelle der Materie lebt verborgen und wirkt unerkannt das gesamte All-Wissen des Ewigen und die gesamte All-Macht des Unendlichen.“ (Aurobindo: „The Hour of God“)

 

Die Energie der Ewigkeit

Das Ätherlicht indes ist, wenn der Äther der Schöpfungsraum und die Schöpfungsdauer ist, die ewig vollkommene Kraft des göttlichen Bewusstseins, die sich – ohne Anfang und ohne Ende – in der Evolution des Bewusstseins mit dem Ziel der Entfaltung des Bewusstseins in Raum und Zeit verwirklicht.

„Das supramentale Bewusstsein gibt das Geheimnis des großen ruhigen Lichtes wieder, das sich außerhalb der Zeit stehend `eines Tages´ dazu entschied, sich selbst in zeitlicher Abfolge zu betrachten, von Myriaden von Gesichtspunkten aus, ohne dabei seine Einheit und Totalität zu verlieren, sich selbst in einem ewigen Augenblick vollkommen erhaltend.“ (Satprem: „Das Abenteuer des Bewusstseins“)

 

Das Ätherlicht

Das Ätherlicht ist die höchste Schwingungsform der Matrix des Lebens. Die Kraft aller Kräfte, die alle anderen Schwingungsfrequenzen steuert und triggert. Es ist dieses Eine Licht die Quelle allen Lichtes: ob in den Sternenwelten im Ätherraum des Universums – im zielgelenkten rhythmischen Bahnen der Elementarteilchen im Ätherraum des Atoms – oder als Photonen, als das Licht im Ätherraum jeder lebenden Zelle.

Das Ätherlicht ist jene alles durchdringende Energie, von der die Physiker immer noch kaum mehr wissen, als dass es sie gibt – und dass es quantitativ bei Weitem die größte Energiequelle des Universums sei. Weil man so wenig über diese Urkraft weiß, nennt man sie die „Dunkle Energie“ oder „Vakuumenergie“ und spekuliert ob sie 70 oder 75 Prozent des Universums ausmache. Tatsächlich jedoch ist diese Kraft die Quelle aller Kräfte in allen Frequenzbereichen und auf allen Wellenlängen der Matrix des Lebens. Sie ist die Eine Kraft, die mit Allem verbunden ist und Alles mit Allem verbindet.

Das Ätherlicht ist jene Lebensenergie, die von den Indern „Shakti“, von den Chinesen „Chi“ (oder „Qi“) – von den Japanern „Ki“ – und von den Christen der „Heilige Geist“ genannt wird. Das Ätherlicht ist das höchste Allbewusstsein, das alle Schwingungs- und Bewusstseinsformen durchstrahlt. Manche nennen es „das Licht der Wahrheit“, andere „die Freude der Gegenwart Gottes“ – oder „Das Leben allen Lebens“. Wie immer man das „Ätherlicht“ nennen mag, es ist jene Kraft, die alles zur Vollkommenheit zieht: die göttliche Liebe.

 

 

 

Andreas Klinksiek

 

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