Das vergessene Wort

 

Das vergessene Wort

Jedem Wort der innerlichen Ursprache wohnte eine Kraft inne, die im Empfänger und Hörer seelisch und geistig Resonanz erzeugte. Mit zunehmender Veräußerlichung und Materialisierung des menschlichen Geistes ging mit der Ursprache auch mehr und mehr die Urbedeutung des Wortes und seine Urkraft verloren. Wie am gegenwärtigen Sprachgebrauch ersichtlich wird, wandelte sich die einstige gottgegebene Ursprache, die das innere Wesen der Dinge benannte, in viele veräußerlichte Verstandessprachen, die vor allem durch ein materielles Verständnis der Dinge geprägt sind. Deshalb bleibt den heutigen Menschen vieles verborgen, was einem früheren, intuitivem Verstehen selbstverständlich war.

Doch der göttliche Same des Wortes ist unzerstörbar. Der alte Sprachgeist lebt auch heute noch in den neueren Sprachen fort und birgt auch jetzt noch Sinntiefe unter der Oberfläche äußeren Verstehens, so tief und so weit es der Mensch zu erkennen vermag. Geistige Sprachforschung ist mehr als Etymologie. Sie heißt uns, den Geheimnissen des Wortes bis zu den Wurzeln zu folgen, und wird uns schließlich den Sinn und die Macht der Laute – in Erinnerung an die einstige Ursprache – neu offenbaren.

 

Die Suche nach der Ursprache

Seit Menschengedenken wurde in allen Kulturen nach dem verlorenen Wort geforscht. Ein zweieinhalb Jahrtausende altes Experiment zur Wieder-Entdeckung der Ursprache ist von dem ägyptischen König Psammetich I. überliefert: Er setzte zwei neugeborene Kinder bei einem Ziegenhirten in der Wildnis aus, der kein Wort zu ihnen sprechen durfte. Ihre einzigen Gefährten waren Ziegen, deren Milch die Kinder tranken. Nach zwei Jahren waren die einzigen Laute, die sie von sich gaben: „bek bek“ – das Nachahmen des Meckerns der Ziegen. Psammetich forschte nach dem Ursprung des Lautes „bek“ und erfuhr, daß die Phryger in ihrer Sprache das Brot `bekos` nannten. Somit war für Psammetich I. das Phrygische die Ursprache der Menschen.

 

In der Antike hat sich besonders Pythagoras durch die Erinnerung an die ganzheitliche Wissenschaft der Harmonik hervorgetan, die vornehmlich die Beziehung von Zahl, Klang und Kosmos zum Inhalt hat. Auch Platon und Homer gaben den Sprachforschern bis auf den heutigen Tag wichtige Impulse. Im Mittelalter galt der Philosophie die Sprache als ein Geschenk Gottes, dessen sich der Mensch durch den `Sündenfall` unwürdig gemacht habe. Die Vorstellung der Einheit von Gott, Sprache, Licht und Leben prägte insbesondere die abendländische Kultur bis ins 18. Jahrhundert hinein.

 

 

 

 

1419 entdeckte man in Florenz ein Manuskript mit Hieroglyphen-Auslegungen, das im vierten oder fünften Jahrhundert in Alexandrien entstanden war, und glaubte darin den Schlüssel zum ägyptischen Weistum gefunden zu haben. In der Renaissance und der darauffolgenden Barock-Zeit richtete sich das Interesse mehr auf die `lebenden´ Sprachen, in der Hoffnung, aus ihnen die Ursprache zurück verfolgen und restaurieren zu können. Lange galten die romanischen Sprachen als besonders ursprünglich, weil man glaubte, durch ihre Verwandtschaft zum Altgriechischen, Hebräischen und Ägyptischen, hier der Ursprache nahe zu sein.

Dann begann durch die sogenannte `Aufklärung´ eine entscheidende Entwicklung, die als Ursache für eine weitere Loslösung von den geistigen Werten betrachtet werden darf. Unter der Prämisse eine `neue Rationalität´ schaffen zu wollen, führte der Ausschluss aller mystischen oder nicht-empirischen Weisheitswege, die sich `der Vernunft der Aufgeklärten´ nicht erschließen konnten, zum weiteren Verlust der Ganzheitlichkeit. Bei aller sinnvollen Befreiung von Aberglauben, feudalistischen Herrschaftsstrukturen und verkrusteten Kirchendogmen wurde leider auch das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Die Folge war eine verstandesgemäße geistlose Ausrichtung und ein wachsender Mangel an Spiritualität, der gerade in der heutigen Zeit Vielen spürbar wird, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind.

 

 

 

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