Der programmierte Verstand

Die Herrschaft des Egos

Zu den Traurigkeiten, die daraus erwachsen, dass wir die Sphäre des Eins-mit-Allem-Seins verlassen haben, um in der Welt der Gegensätze nie das Wirkliche zu finden, sondern immer nur ein bipolares Surrogat des Halben, Unvollständigen – gehört in allen Facetten das Sich-nicht-geliebt-Fühlen.

Noch immer sitzt der Mensch im Allgemeinen in der dunklen Bewusstseinskammer seines Sich-getrennt-Erlebens beim künstlichen Licht seiner bipolaren „Verstandesfunzel“, mit der er glaubt, die Nacht erhellen zu können – und ahnt kaum die lichte Wirklichkeit über sich und in sich. Im engen, dunklen Kasten seiner Selbstvorstellung identifiziert er sich mit einem fremdkonditionierten Schein-Ich und seiner vergänglichen Körperlichkeit derart, dass er fast vollständig die Existenz seines inneren, ewigen Wesens vergaß.

 

„Das Ego ist ein falschgesinnter Versuch,

dich so wahrzunehmen, wie du sein möchtest,

statt wie du bist“  (Ein Kurs in Wundern 3.3-3)

 

Durch die Geringschätzung seines göttlichen Wesens schafft der Mensch sich seine und die Probleme der Welt selbst. Wenn er die Fenster und Türen der „Dunkelkammer“ seiner irrtümlichen Identifikation öffnete, würde er über sich und in sich das Licht der geistigen Sonne des Lebens strahlen sehen.

 

Den Unterschied zwischen der magisch-bipolaren Kraft des Zwiegespaltenseins und der sich einfach schenkenden „Energie des Einsseins“ verdeutlicht das Beispiel des „Positiven Denkens“: Natürlich ist diese Gedankenkraft auf ihre Weise wirksam, denn nie bleibt ein ausgesendeter Gedanke vom Universum unbeantwortet. Immer aber wird sie im Wirkungsbereich der bipolaren Sphäre verbleiben, in der es Positives nur geben kann, weil es auch Negatives gibt. Letztlich stärken wir durch die Verdrängung der einen Seite der Wirklichkeit gerade das, was wir leugnen und nicht haben wollen. Wogegen wir kämpfen, das stärken wir.

 

 

Ebenso ist es mit allen anderen Praktiken des magischen Denkens – bis hin zur „Schwarzen und Weißen Magie“. Da unterscheiden sich die Riten, Talismane und Zaubersprüche der Hexen und Hexer nur kaum von den Affirmationen der Positivdenker oder den modernen Elixieren der Magier der petropharmazeutischen Medizin.

 

 

 

Im Unterschied zu dieser bipolaren Verstandesmagie der Welt, hat die Kraft des Einsseins allerdings die Macht, das irdisch-menschliche Denken aus all seiner Widersprüchlichkeit heraus – in die Höhere Wirklichkeit des ungeteilten Seins zu erheben.

Doch nicht eher werden die eigenwilligen Schleier von den Augen fallen, bis der Mensch sich innerlich aufmacht und sich bewusst der Kraft des Heiles öffnet.

 

 

 

Vollzieht er diesen Bewusstseinsprozess nicht durch bessere Erkenntnis, (die ihn aus der eigenwilligen Ichzentriertheit seiner Isolation in die Freiheit des Eins mit Allem-Seins erheben würde), dann werden ihn die Folgen seines zwiespältigen Denkens und Handelns zur schmerzhaften Erkenntnis seines Irrtums zwingen müssen.

 

 

ANDREAS KLINKSIEK

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