Der Sturz aus der Einheit in die Bipolarität

luzifers-fall

 

Als die „aufgeklärte“ Wissenschaft Gott vom Thron stieß, (um selber darauf Platz zu nehmen), geschah dies in der Menschheitsgeschichte nicht zum ersten Mal. `Sich über Gott zu erheben´, ist das Leitmotiv des Menschengeschlechts und war es schon zuvor, als der erstgeschaffene Geist Luzifer – der „Lichtträger“ in seiner göttlichen Vollkommenheit – „Nein“ zum „Ja“ der Liebe Gottes sagte, was sein gutes Recht war, da die Liebe ansonsten kein freies Wesen, sondern einen Roboter erschaffen hätte. Dies war der Grund für die Entstehung der Zwei („Entzweiung“) aus der Eins („Einssein“) – als der Basis des bipolaren Universums – und alles wäre gut, wenn nicht mit dieser „Neinsagung“ verbunden, zugleich die „Sünde“ (die einzige, die es jemals gab), in die Welt gekommen wäre: Sich getrennt von Gott zu erleben.

Als Adam und Eva damals im Paradies von jener Frucht des Baumes der „Erkenntnis des Bösen und Guten“ (= Bipolarität) aßen, wiederholte sich das alte Spiel. Sie hätten in der paradiesischen Einheit mit Gott bleiben können, aber sie entschieden sich wiederum gegen das „Ja“ der Liebe Gottes und wählten das bipolare Reich der Verneinung. Dort stehen wir jetzt – oder besser fern vom Jetzt – irgendwo zwischen Vergangenheit und Zukunft, mit der Frucht des Baumes jener Erkenntnis in der Hand, dass alle Dinge – von außen betrachtet – irgendwie zwei Seiten haben.

 

„Was man in Träumen sieht, erscheint sehr wirklich.

Indessen heißt es in der Bibel, dass (nach dem „Genuss“ dieser Frucht)

ein tiefer Schlaf auf Adam fiel,

und nirgends findet sich ein Hinweis auf sein Erwachen.

Die Welt hat noch kein umfassendes Wiedererwachen

oder eine umfassende Wiedergeburt erfahren.“

(„Ein Kurs in Wundern“ 2,5)

 

Die „Sintflut“ (= „Sündflut“ = Selbstzerstörung der ersten Menschheitskultur durch die Trennung des Individuums von sich selbst, der Menschen untereinander – und aller von Gott) ist ein Faktum, das nicht nur in den Schriften der hebräisch-christlich- islamischen Überlieferung – sondern ebenfalls in der persischen Geschichtsschreibung des Zoroasters (Zarathustra) und den ältesten Epen der Menschheit – zum Beispiel dem „Gilgamesch-Epos“ beschrieben steht. Insbesondere ist in den indischen Schriften Erhellendes zu finden, wo Noah (von den Indern „Manu“ genannt) den „Sieben Rishis“ (den indischen Urweisen und Urhebern der indischen Heiligen Schriften) das ganzheitliche Wissen der vor-sintflutlichen Menschheitskultur überbringt.

Immerhin sprach die Menschheit nach der „Flucht“ aus dem Paradies und auch nach der „Sintflut“ noch die EINE ganzheitliche Sprache, die zugleich mit dem äußeren Sinn des Benannten auch dessen inneres Wesen zum Ausdruck brachte – bis (und hier malen die Metaphern das Bild zunehmender Gottferne weiter), man in Babylon danach trachtete, den Turm des (Verstandes-)Wissens bis über die Himmel zu bauen. Man kennt das Ergebnis dieses Versuches, sich über Gott zu erheben: die babylonische Sprachverwirrung, die bis auf den heutigen Tag den innerlichen Sinn verhüllt und alle Menschen aneinander vorbeireden lässt.

 

Auf welchem Fundament steht der neuzeitliche Turm der menschlichen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts? Wird es tragen? Geben wir uns keinen Illusionen hin: Der Turm der kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft ist bereits im Fall.

Die Folgen damals wie heute sind ähnlich: Die Zersplitterung der einst ganzheitlichen Wissenschaft in immer zahlreicher werdende, separierte Fachgebiete mit eigenen spezialisierten Fachsprachen, die einander nicht mehr verstehen, führte zur „akademischen“ Sprachverwirrung. Jede Wissenschaftsdisziplin entwickelt ihren eigenen Terminus, der nur noch von den „Eingeweihten“ zu verstehen ist. Jeder füllt in dieser modernen Sprachverwirrung die Worte mit anderen Inhalten und versteht ihre Bedeutung anders – äußerlich – jedenfalls nicht mehr wie in der ursprünglichen Ursprache: innerlich und ganzheitlich.

 

Der moderne Turm zu Babel muss erschüttert werden und fallen, damit der Mensch erkennt, dass sein Verstand begrenzt ist. Mag er noch so viel Wissen anhäufen, solange er hinter der äußeren Schale der Dinge nicht die innere geistige Wirklichkeit erkennt, wird er bei allem Wissen nicht weise werden.

 

„Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden

und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes

verwandelt in das Gleichnis eines Bildes vom vergänglichen Menschen.“

(Römer 1,20)

 

 

 

ANDREAS KLINKSIEK

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