Die Arier

 

 

Die Wiege der Zivilisation

Die Verbindung der etymologischen Sprachforschung mit den Mythen der Völker und den heiligen Schriften der Menschheit, soll uns den Schlüssel zum vergessenen gemeinsamen Ursprung aller Sprachen liefern. Mittels historischer Quellen ist hinreichend dokumentiert, dass in den traditionellen Überlieferungen Irans, Indiens und des Nahen Ostens genügend Wurzeln wiederzufinden sind, die den allgemeinen Ursprung klären können. Eine Reihe gemeinsamer sprachlicher und kultureller Wurzeln der Vor- und Frühgeschichte im Kulturgut dieser Völker, ermöglicht eine geschlossene Beweiskette, die die grundlegende Präsenz der Arier im Altertum belegt. In der Überzeugung, dass sich der Kreis durch Einfügung des bislang fehlenden Gliedes dieser Kette schließen wird, wenden wir uns einer ursprünglichen Kultur zu, die hier aus einleuchtenden Gründen – trotz der zweifelhaften Besetzung dieses Wortes – `Arisch´ genannt werden soll. Neben der historischen Untersuchung altorientalischer Überlieferung werden auch archäologische Zeugnisse befragt. Die sprachlichen und textlichen Zusammenhänge in den Quellen der alten Kulturen, sowie ihre Widerspiegelung in nahöstlichen, ägyptischen, indischen bis europäischen Überlieferungen, sind Teil dieser Untersuchung des gemeinsamen arischen Ursprungs. Im Lexikon finden wir unter `Arier, arisch´:

 

„Ethnologisch-sprachwiss. Begriff (Sanskrit: arya = Herr, Edler) für Völker der indo-germanischen Sprachfamilie.“ oder: „Arier (Sanskrit): Name der Perser, später der Indogermanen, die sich in Iran und im nordwestlichen Indien ansiedelten.“ (Universal-Lexikon, Köln 1968)

 

 

Das geraubte Erbe

Dass das von den Nationalsozialisten beanspruchte germanische Erbe der Nachfolge dieser Kultur eine Anmaßung war, ebenso wie Hitlers Behauptung, Begründer des `1000 jährigen Reiches´ zu sein, bedarf keiner weiteren Erläuterung und erklärt sich schon aus der Historik, nach der diese `tausend Jahre´ bereits nach 12 Jahren beendet waren. Die ab Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchliche politische Verwendung des Begriffes `Arier´ in Rassentheorien, wurde vorbereitet von Schriftstellern und Forschern, die den indischen Subkontinent in das Zentrum der Aufmerksamkeit rückten.

Die beginnende Wahrnehmung fremder Kulturen als andere Sichtweisen der eigenen Kultur, die eine Voraussetzung für das ideale, ganzheitliche Bewusstsein einer geeinten Menschheit ist, führte im Falle des faschistischen Nationalsozialismus Hitlers zu dem dämonisch inspirierten Versuch, das arische Erbe der gesamten Menschheit für die Deutschen oder Germanen (Verbund germanischer Stämme wie Alamannen, Bajuwaren, Sachsen, Angeln, Cherusker, Langobarden, Falen, Friesen, Franken, Kimbern …) zu vereinnahmen, mit dem bekannten, furchtbaren Ergebnis der Erkenntnis der grauenhaften Tiefe, in die der Mensch fallen kann: Der Holocaust an Juden, Sinti, Roma und politisch Andersdenkenden. Dazu schreibt Ludmilla Tüting in ihrem „Dossier: Der Tibet-Mythos“:

 

„Am Ende (der philosophischen Gedankenkette des 19. und 20.Jahrhunderts) war der `Arische Mythos´ (Poliakov) geschaffen, demzufolge die Wurzeln der Europäer im Orient zu suchen sind. Schließlich wurde der Begriff `arisch´ mit `indogermanisch´ gleichgesetzt. Gobineau sah in den Indogermanen den `wertvollsten Teil der weißen Rasse´, die Germanen. Mit den Versuchen einer Klassifizierung der Menschen beförderte der junge Wissenschaftszweig der Anthropologie den allgemeinen Rahmen zu einem semantisch-sozialen Phänomen, welches sich in dem Gefühl der Überlegenheit gegen-über Anderen manifestierte und unter Berufung auf ein `Ariertum´ sich auch in antisemitischen Ressentiments äußerte. (Nicht eingedenk der wesentlich größeren Nähe der Semiten zu den arischen Wurzeln.) Sie gehen zurück auf verschiedene Nomaden-völker, die im zweiten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung vermutlich aus der Kaukasus-Gegend ins heutige Persien und Indien einwanderten. Sie nannten sich „Arya“, was auf Sanskrit `gottergeben, treu, und fromm´ bedeutet. In der Sprachwissenschaft zeigte fortan der Begriff `Arisch´ die Zugehörigkeit zur indoeuropäischen (deutsch: indo-germanischen) Sprachfamilie an. Er hatte keinerlei ethnische Bedeutung. Einige Philosophen, Historiker, Orientalisten, Anthropologen (Menschenkundler), Hobby-forscher und Esoteriker übertrugen `Arisch´ jedoch auf die Abstammungslehre (Darwin) und glaubten, den `rein-blütigen Urtyp´ und die `Ur-Heimat der Menschheit´ identifiziert zu haben. Fortan entwickelten sie keine Rassenlehre, sondern eine Rassenideologie. Vor allem der französische `Orientalist´ Graf Joseph Arthur Gobineau (1816-1882), der -noch- kein Antisemit war, und der Brite, spätere Deutsche und Wagner-Schwiegersohn Houston Stuart Chamberlain zählen zu den wichtigsten Wegbereitern des Holocaust; Gobineau durch sein Buch `Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen´ (1853/55),; Chamberlain durch seine `Grundlagen des 19. Jahrhunderts´ (1899), in dem er `arisch´ bereits mit `germanisch´ gleichsetzte. Gobineau orientierte sich an der Rassentrennung des hindu-istischen Kastensystems und zog daraus den bis heute offenbar unausrottbaren Schluss, dass `vermischtes Blut und vermischte Rassen der Nieder- und Untergang `reiner´ Völker sei. Seine unheilvollen Phantasien finden sich wortgetreu in Hitlers `Mein Kampf´ wieder. Demnach bestand die Menschheit ursprünglich aus drei Arten: den `Kulturbegründern´ (den `reinblütigen Ariern´), den `Kulturträgern´ (der passiven, aber `kulturfähigen gelben Rasse´), und den `Kulturzerstörern´ (den Schwarzen). In ihrem Wahn zu beweisen, daß die Arier – sprich die Deutschen – die `Kulturschöpfer der gesamten Menschheit´ waren, bedienten sich die Nazis eines aberwitzigen Okkult-Cocktails. Er enthielt beispielsweise die `Hohlwelt-Theorie´, derzufolge wir in einer nach innen gewölbten Erde lebten. Oder die sehr einflussreiche `Welteis-Theorie´ (Wel) des Österreichers Hanns Hörbiger, die den Arier-Ursprung in den Kosmos verlegte. Demnach kam es durch eine elipsenförmige Laufbahn der Planeten zu ewigem Eis im Weltraum, periodischer Zerstörung der Erde, Eiszeiten, Klima-veränderungen, für Okkultisten wichtige Polverschieb-ungen, dem Verschwinden von Ozeanen (z.B. in der Wüste Gobi) und Überflutungen (mit dem Versinken von Atlantis). Diese `Auswirkungen´ verführten viele Okkultisten und Nazis zu weitreichenden, abstrusen Schlussfolgerungen. Himmler gehörte zu jenen, die glaubten, Urkeime der Arier seien im ewigen Eis des Weltraums und vielleicht anderswo im Gestein konserviert und müssten gefunden werden. Deshalb waren zahlreiche SS-Expeditionen in die ganze Welt geplant, von denen jedoch nur wenige verwirklicht werden konnten. Auch der uralte, weltweit verbreitete, bis heute lebendige Atlantis-Mythos erhielt durch die `Wel´ neuen Auftrieb. Atlantis, Thule, (sowie die Vorstufen Hyperborea und Lemurien) sind die Zauber- bzw. Codewörter der esoterischen und braunen Mythologie. Keine anderen Begriffe vermochten ähnlich blühende Phantasien freizusetzen. Im Kern bedeuten sie die versunkene oder verborgene `arische Ur- oder Seelenheimat´. Jeder Esoteriker schmückt sie mit eigenen Interpretationen und platziert sie nach eigenen geographischen Vorstellungen. Von der Antarktis über Zentralamerika bis zum Mittel- und Nordmeer ist alles vertreten.“ („Dossier: Der Tibet-Mythos“, Ludmilla Tüting)

Schwarze Sonne

 

Halbwahrheiten sind gefährlicher als `glatte´ Lügen. So auch hier: Die Instrumentalisierung der Arier für den egomanen Rassenwahn der Nazis hat die ernsthafte Auseinandersetzung mit diesem Urgrund aller menschlichen Kultur unter dem Schutt der Geschichte begraben und auf viele Jahrzehnte diskreditiert. Dies mag der Grund dafür sein, dass die heutige Verzweigung in hunderte mehr oder weniger verwandte Volkssprachen mit tausenden verschiedenen Dialekten, die auf einen gemeinsamen Stamm zurück zu führen sind, der Arisch zu benennen ist, von der etymologischen Sprachforschung bis jetzt nicht nachvollzogen worden ist, obwohl diese Schlussfolgerung doch geradezu auf der Nase sitzt.

 

Weiterlesen:  „DER ARISCHE URSPRUNG

 

 

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