Die Dichtkunst

 

Der Reim, der als Stab-, End- und Schüttel-Reim oder Palindrom bis ins frühe Mittelalter den Offenbarungen der Völker (z.B. Veden, Upanishaden, Tora, Koran …) und großen Epen der Kulturen (Gilgamesch, Baghavadgita, Ilias, Edda, Parzifal …) vorbehalten war, ehe er auch für die weltliche Dichtung und Poesie Verwendung fand, seinen Ursprung in dem Glauben an die Magie der Buchstaben. Und zweifellos ist es wahr, dass die Wirkkraft eines `treffenden´ Wortes größer ist, als die eines ungenauen. Und ebenso wahr ist es, dass – je mehr Bewusstsein und Aufmerksamkeit in ein Wort gelegt wird – es umso mehr mit bewusstem und aufmerksamem Verstehen resoniert. (Dichtung als Verdichtung, Konzentration des Wortes.)

Darüberhinaus spricht der Reim (oder das reimlos gedichtete Wort) in seiner musikalisch-mathematischen Rhythmik das latente `harmonikale Bewusstsein des Menschen´ an, welches das rhythmische Wort konzentriert in Mitschwingung bringt. Die harmonikalen Strukturen eines Wortes oder Gedichtes regen so mehr oder weniger bewusst zur Assoziation, Vertiefung und Ergänzung an. Darin liegt die Verwandtschaft der Dichtung – als Herabbringung des geistigen Wortes aus höheren Bewusstseins-sphären in die irdisch-beschränkte Wirklichkeit – zu den magischen Quadraten, die gleichzeitig etwas über mathematisch-philosophische Gesetzmäßigkeiten wie Spiegelung, Reflexion und Dimensionen aussagen.

 

„Mantras, große Dichtung, große Musik oder das sakrale Wort entstammen dem Übermental. (…) Denn wahre Poesie ist Tat, sie eröffnet kleine Zugänge ins Bewusst-sein, durch welche die Wirklichkeit eindringen kann. Sie ist ein Mantra des Wirklichen, eine Einweihung.“ (Sri Aurobindo – „Das Abenteuer des Bewusstseins“)

Der Dichter spürt der Beziehung von  Form, Farbe und Klang des Wortes nach und komprimiert es durch Verdichtung. Wie die Maler ihre Bilder mit Licht und Schatten malen, dass sie dem Betrachter zu Brücken in jene geistigen Sphären werden, aus denen sie ihre Inspirationen gewannen, so lassen die Musiker ihre Instrumente in einer höheren Mathematik erklingen, dass sie in Resonanz mit den kosmischen Wellen schwingen und die Hörer gleichsam der Schwere der Erdanziehung entheben – zum Tanz. So setzen auch die Schriftsteller die Buchstaben rhythmisch mit Bedacht und verdichten die Worte zum Sinn. Wie die Maler und Musiker wirken auch die Dichter mit Klangfarben und Farbtönen und wecken des Hörenden und Sehenden Vorstellungskraft der Imagination.

Die Intensität einer Inspiration aus den geistigen Höhen des Supramentals äußert sich als kraftvolle Schwingung, die ganzheitlichen in Resonanz versetzt. Somit befinden sich auf der Farbpalette des Dichters 22– oder 26–saitiger Laute, die er, der Inspiration des Geistes folgend, nach den harmonikalen Gesetzen seiner Kunst stimmt. Die Buchstaben zu immer neuen Silben, Worten und Sätzen formend, gewinnt er an Tiefe der Erkenntnis des Wunders der Sprache. Das Werk, an dem er baut, lebt und ist das geistige Haus, in dem er für ewig wohnt.

 

 

 

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