Die Diktatur der Uhr

 

 

Das Wort „Zeit ist Leben“ wandelte sich in der Moderne in den Spruch: „Zeit ist Geld“. Die Uhr bestimmt den Takt der Arbeit in der industrialisierten Gesellschaft. Nach ihrem Gang richtet der Mensch der Erde sein Leben und viele haben den Rhythmus ihrer inneren Uhr gänzlich vergessen, weil sie vor lauter Sorge um materiellen Wohlstand den Anspruch ihrer Seele und ihres Geistes auf ein gerechtes Maß an Zeit ignorieren. Die Zeit wird immer schneller. Darin liegt der eigentliche Grund für die zahlreichen `Zivilisations-krankheiten´, mit denen sich die vernachlässigte Seele dem Menschen spürbar macht, um ihn dadurch von allzugroßer Weltsorge zu entbinden und frei zu machen vom versklavenden Sekundenschlag der weltlichen Uhr für die Hinwendung nach Innen. Der römische Dichter Vergil mahnte schon vor mehr als 2000 Jahren vor dem verfluchten Hunger nach Gold („Auri sacra fames“) und ergänzte: Gott hat uns die Muße geschenkt („Deus nobis haec otia fecit“).

Der Soziologe Manfred Garhammer (Universität Bamberg) untersuchte das in der heutigen Zeit der Globalisierung  sichtbar gewordene Phänomen, dass uns die Zeit zu enteilen droht, da sich das tägliche Leben immer weiter beschleunigt: Stress. Die Menschen schlafen durchschnittlich weniger, essen schneller und fühlen sich immer gehetzter. Regionale und nationale Besonderheiten im Tages- und Wochenablauf, wie die gemütliche Siesta in Südeuropa sind schon heute eine Ausnahme. 24 Stunden sind einfach nicht mehr genug für alle Aktivitäten, die der moderne Mensch an einem Tag erledigen will. Stress gilt bereits als Statussymbol. Es bleibt kaum mehr Zeit zur besinnlichen Reflektion und Erholung.

 

 

 

Die chronobiologischen Rhythmen

Forschungsinitiativen wie z.B. die Chronobiologie zeigen die direkten Zusammenhänge zwischen der Zeit und den biologischen Vorgängen auf. „Alles wird immer schneller, doch es muss ein Tempolimit geben. Wir Menschen können nicht noch mehr Information in noch weniger Zeit verarbeiten.“ (James Gleick). Funktions- und Regulationsstörungen, Blockaden und Krankheiten sind die Folge einer allzu hektischen Rastlosigkeit. Fast die Hälfte aller Verkehrs- und Arbeitsunfälle werden auf Übermüdung zurückgeführt. Seit Erfindung des elektrischen Lichtes ist der natürliche Rhythmus von Tag und Nacht – wie die zyklische Periodik der Frau gestört. Das Hirn wurde zum Hochleistungsorgan. Vielfach werden Medikamente und Aufputschmittel eingesetzt, um den vermeintlichen Ansprüchen der Leistungsfähigkeit zu genügen. Gestörte innere Rhythmen lassen viele ohne Beruhigungs- oder Schlafmittel nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Medizin kann nur bedingt therapeutisch eingreifen, wenn nicht eine Änderung des Wochenrhythmus in verantwortlicherem Umgang mit sich selber Abhilfe schafft. Die Wahrnehmung der inneren Uhr des Körpers und die Herstellung des Einklangs mit ihr, würde trotz geringeren Arbeitszeitaufwandes eine größere Leistungseffektivität erzielen. Was nützt es, ausgebrannt (Burn-Out-Syndrom) trotz größter Anstrengung nichts mehr geregelt zu bekommen?

Der alte christlich-klösterliche Leitspruch „Ora et labora“ (Bete und Arbeite) wird zu Unrecht von der profanen Gesellschaft belächelt. Experten der University of Texas untersuchten in einer neunjährigen Studie alte Berichte, denen zufolge ein `frommes´ Einhalten der Glaubensvorschriften mit einem längeren Leben in Verbindung stehen solle. Das vielfach als sensationell empfundene Ergebnis dieser wissenschaftlichen Forschungsarbeit erbrachte: Wer seine konfessionellen Pflichten – welcher Religion auch immer – ernst nimmt und einhält, lebt signifikant (etwa 10 %) länger. Testpersonen ohne jede Glaubensverrichtung hatten die höchste Sterblichkeit. Die Schlußfolgerung der Studie (1999) ergab eindeutig, dass sich Religion (wie der sozio-ökonomische Status des Menschen) als fundamentale Ursache einer veränderten Sterblichkeit erkennen läßt, wodurch die These von C.G. Jung, eines menschlichen Grundbedürfnisses auf Religion und Spiritualität, einmal mehr bestätigt ist. Dadurch erweist sich die sonntägliche Ruhephase, als natürlicher Regenerationsrhythmus. Auch der Arzt Gottfried Roth weist im Buch „Der Tag des Herrn“ nach, dass der geregelte Rhythmus von Arbeit und Ruhe für Leib und Seele außerordentlich wichtig ist. Zwar ermöglicht der Gang der Uhren der Welt den globalen technologischen Fortschritt, doch nicht den der Entwicklung des seelischen inneren Wesens.

 

 

 

Andreas Klinksiek

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