Die Erde dreht sich nicht um die Sonne

Der folgende Film von Sergej Weretennikow kommt mit diesem Titel etwas reißerisch daher.

Natürlich dreht sich die Erde – und mit ihr die Geschwisterplaneten unseres Sonnensystems – um die Sonne, allerdings etwas anders, als man heute noch gemeinhin annimmt. Nein, es ist kein statisches Umkreisen in einer Kreisbahn, die Jahr für Jahr wiederholt wird. In Wirklichkeit ist die Vorstellung sich jährlich wiederholender Monate – oder ein statisches Durchlaufen des Tierkreises – eine optische Täuschung.

Tatsächlich dreht sich die Erde zwar um die Sonne – aber nicht im Kreis, wie es die Schulbücher und astronomischen Modelle noch heute lehren – sondern spiralförmig, denn die Sonne selber dreht sich auf ungleich viel weiterer Bahn um die Zentralsonne der Milchstraße. Auf diese Weise – und das zeigt dieser Film ganz eindrücklich – umkreisen die Planeten unseres Systems die Sonne, die, wie ein Weberschiffchen, die Planeten ein Spiralmuster in die kosmische Raumzeit weben lässt.

 

 

 

 

Das Weltenjahr der Erdenuhr

Im Pulstakt der Sekunden, Minuten und Stunden greifen die Zahnräder der Tage, Wochen und Monate ineinander und zählen die Äonen Jahr für Jahr. Die Räder des großen kosmischen Uhrwerks drehen sich pünktlich und gehen Zeitalter für Zeitalter ihren Gang.
Die sehr langwelligen Schwingungen der Zeitalter, durchwogen so große Zeiträume, dass sie über ein Menschenleben weit hinausreichen – obschon sie gleichsam die Grundstimmung des Lebens eines Jeden maßgeblich beeinflussen. Was ist ein Zeitalter?
Den Sternkundigen Indiens, Babylons und Ägyptens waren schon tausenden von Jahren vor Aristoteles und der Begründung der abendländischen Wissenschaft die kosmischen Verhältnisse der Erde bestens bekannt: Neben ihrer Drehung Tag und Nacht um ihre Polachse, kreist die Erde um die Sonne, woraus sich die Erscheinlichkeiten der Jahreszeiten ergeben, was der Menschheit nicht erst seit Kopernikus und Galilei als Erkenntnis der kosmischen Wirklichkeit bekannt, sondern noch den alten Griechen (z.B.: Aristarch und Pythagoras) als Erinnerung an das einstige ganzheitliche Weltbild eines „Goldenen Zeitalters universellen Verstehens“ bewusst war. Erst das „Dunkle Mittelalter“ stieß dieses einstige ganzheitliche Wissen fast gänzlich ins Vergessen.

 

 

Die Präzession

Darüber hinaus kannten die Weisen der ganzheitlichen Weltsicht auch die dritte Bewegung der Erde, die durch die Kreisung der geneigten Erdachse entsteht. Diese `Präzession´ bewirkt den Rhythmus der `Zeitalter´. Eine Umkreisung des Poles durch die Ekliptik dauert etwa 25 920 Jahre und wird `Das Große Weltenjahr´ – oder `Platonisches Weltenjahr´ genannt.

An den Schnittpunkten der Ebenen von Himmelsäquator und Ekliptik liegen die Tagundnachtgleichen des Frühlings und Herbstes (Äquinoktien), die sich im Laufe von 2160 Jahren (rückläufig) von einem zum nächsten durch die zwölf Sternbilder bewegen.

Dass die Frühlingwende tatsächlich am 21. März mit dem Tierkreiszeichen Widder begann, traf in etwa zur Zeit um 2250 v. Chr. zu. Heute liegt der Frühlingspunkt nicht mehr im Sternbild Widder, sondern im Übergang des Sternbildes Fische zum Sternbild Wassermann.

“Nach gängiger Meinung hat Hipparch als erster um 130 v.Chr. die Präzession entdeckt. Er bestimmte ihre Geschwindigkeit zu (mindestens) 1° in 100 Jahren, also 36 Bogenminuten jährlich; der moderne Wert beträgt etwa 50 Bogenminuten, 1° in 72 Jahren, so dass der Frühlingspunkt 30 x 72 Jahren, also in 2160 Jahren, um ein Tierkreiszeichen (30°) zurück schreitet und in 360 x 72 Jahren, also in 25.920 Jahren, einmal die ganze Ekliptik (360°) durchwandert.” So schreibt Dr. Werner Papke in seinem Buch “Die geheime Botschaft des Gilgamesch”, in dem er nachweist, dass bereits die Chaldäer im dritten Jahrtausend v.Chr. die Präzession des Frühlingspunktes kannten. (Und die alten Ägypter, Babylonier, Inder ebenso, wie die Pyramiden-, Tempel- und Steinkreisbauer in Südamerika, Angkor Wat und Stonehenge…)

 

Präzession-Schulz
Wanderung des Frühlingspunktes im Platonischen Weltenjahr  (Joachim Schultz, “Rhythmen der Sterne”)

Die Weltzeitalter indischer Überlieferung

Eine andere Definition des Begriffes „Zeitalter“ (indisch: „Yuga“), die in ähnlichen – für unsere Lebensalter unvorstellbaren – Zeiträumen aufeinanderfolgen, kommt von den „Rishis“– den Urweisen Indiens, denen in der Vollbewusstheit des „Goldenen Zeitalters“ die Höhere Schwingungs-Wirklichkeit vollbewusst war.

Diese Zeitalter ergeben sich aus einer vierten Drehung der Erde: nämlich jene, die sie, um sich selbst und um die Sonne kreisend, mit der Sonne um das Zentrum der Milchstraße vollzieht. Diese Zentralsonne (Vishnunabhi) ist nach Überlieferung der Rishis das Zentrum der schöpferischen Kraft (Brahma) und der Ursprung der kosmischen Schwingungsordnung.

Wenn die Sonne (und mit ihr die Planeten und deren Monde) auf ihrer elliptischen Bahn, die sie dieser Zentralsonne mal näher – mal weiter entfernt sein lässt, ihr am nächsten ist (wenn das herbstliche Äquinoktium in das Widderzeichen eintritt), erreicht die geistige Tugend der Menschheit (Dharma) im „Goldenen Zeitalter“ ihren höchsten Stand.

 

 

Das Goldene Zeitalter

Dann ist das Bewusstsein vollkommen gegenwärtig und kein Irrtum hat mehr Raum. Von diesem Goldenen Zeitalter sprechen wir, wenn wir von jenem Ganzheitlichen Weltbild sprechen, das einst den Rishis und der gesamten Menschheit gegenwärtig war.

Der zeiträumliche Abstieg vom Goldenen Zeitalter (Satya-Yuga) in das lichtfernste Kali-Yuga dauert 12.000 Jahre. Nach 12.000 Jahren (auf der insgesamt 24000 Jahre dauernden Bahn unserer natürlichen Sonne um ihre Zentralsonne herum) erreicht das Sonnensystem den Brahma  entferntesten Raum (wenn das herbstliche Äquinoktium in das Waagezeichen eintritt). Dann – in diesem finstersten Zeitalter (Kali-Yuga) – ist die geistige Umnachtung der Menschheit am größten. Die geistige Tugend (Dharma) erreicht ihren Tiefstand und die Menschen sind außerstande, geistige Zusammenhänge zu erfassen.

Der Aufstieg vom unbewusstesten Kali-Yuga zum hellstbewussten Satya-Yuga dauert weitere 12.000 Jahre, in denen es stets heller und heller im Bewusstsein der Menschheit wird.

Es war Noah selbst, den alten Indern als `Manu´ bekannt, der seinen Nachkommen die Kunde vom Wechsel der Zeitalter und ihrer Qualität überbrachte. Im `Samhita (der ältesten Textschicht der altindischen Veden) wird er zitiert:

„Das Krita-Yuga (= Satya-Yuga oder „Das Goldene Zeitalter“ der Welt) währt bekanntlich 4.000 Jahre. Seine Morgendämmerung hat die entsprechende Anzahl von Hunderten; und von gleicher Länge ist seine Abenddämmerung (d.h. 400 4.000 400 = 4.800 Jahre). Bei den anderen drei Zeitaltern mit ihren Morgen- und Abenddämmerungen werden die Tausender und Hunderter um jeweils einen vermindert (d.h. 300 3.000 300 = 3.600 Jahre; 200 2.000 200 = 2.400 Jahre etc.). Dieser vierstufige Zyklus, der 12.000 Jahre umfasst, wird als ein `Zeitalter der Götter´ bezeichnet. Die Summe von tausend göttlichen Zeitaltern ergibt einen Tag Brahmas; und von gleicher Länge ist die Nacht.“ Daraus ergibt sich, dass die Entwicklung der geistigen Tugend („Dharma“) phasenweise voran geht und sich in vier verschiedene Entwicklungsstufen gliedert:

 

Kali-Yuga = 1.200 Jahre

(Der menschliche Intellekt erfasst in der größten Entfernung der Zentralsonne nichts Geistiges, sondern haftet weitgehend nur der grobstofflichen Materie an.)

Dwapara-Yuga = 2.400 Jahre

(Der menschliche Intellekt beginnt das geistige Sein der Höheren Schwingungs-Wirklichkeit zu erahnen.)

Treta-Yuga = 3.600 Jahre

(Der menschliche Intellekt hat die Fähigkeit, die Liebe Gottes als die Quelle der Kraft des Lebens zu verstehen.)

Satya-Yuga = 4.800 Jahre

(Erleuchtung des menschlichen Geistes zu ganzheitlichem Bewusstsein in der Gegenwart Gottes.)

Yugas-Ages-based-on-Sri-YukteswarYuga – Zeitalter nach Swami Sri Yukteswar

Ein folgenschwerer Rechenfehler

Es sollen diese Zusammenhänge hier deshalb etwas ausführlicher dargestellt werden, weil aufgrund eines Irrtums die Ansicht weit verbreitet ist, das Kali-Yuga (= „Zeitalter des Streites“), in dem wir uns derzeit befänden, würde insgesamt 432.000 Jahre dauern (von denen gerade einmal 5.000 vergangen seien). Schöne Aussichten: na dann gute Nacht! Die Erwartung von hunderten millionen Menschen in Indien – aber auch in der ganzen Welt, dass die Menschheit solange noch in der Nacht des Bewusstseins verbringen müsse, scheint uns nicht sehr erbaulich – vielmehr destruktiv und entwicklungshemmend zu sein.

Dazu schreibt Swami Sri Yukteswar (im Jahr 1894):

„Die Lage der Welt im gegenwärtigen Dwapara-Sandhi wird von den Hindu-Kalendern nicht richtig angezeigt. Die Astronomen und Astrologen haben sich bei der Berechnung dieser Kalender von falschen Aufzeichnungen gewisser Sanskrit-Gelehrter (wie z.B. Kulluka Bhatta), die im dunklen Zeitalter des Kali-Yugas lebten, irreführen lassen und behaupten nun, dass die Zeitdauer des Kali-Yugas 432.000 Jahre betrage, von denen jetzt (im Jahre 1894) 4994 vergangen seien und noch 427006 verblieben. (…) Dieser Fehler schlich sich zum ersten Mal um 700 v.Chr., zur Regierungszeit des Rajas Parikshit, in den Kalender ein, kurz nach Beendigung des letzten absteigenden Dwapara-Yugas. Zu jener Zeit übergab der Maharaja Yudhisthira, der das Herannahen des dunklen Kali-Yugas erkannte, den Thron seinem Enkel, dem eben erwähnten Raja Parikshit. Er selbst aber zog sich mit allen weisen Männern seines Hofes in das Himalaya-Gebirge, ins Paradies der Welt zurück. Folglich gab es niemanden mehr am Hofe des Raja Parikshit, der imstande war, die Zeitdauer der verschiedenen Yugas fehlerlos zu berechnen.“

Sri Yukteshwar: „Zu Beginn des aufsteigenden Kali-Yugas, d.h. nach dem Jahre 499 n.Chr., begann sich die Bahn der Sonne wieder dem großen Zentrum zu nähern, und dementsprechend entwickelte sich auch die Kraft des menschlichen Intellekts. Und nun bemerkten die Weisen jener Zeit auch den Fehler in den Kalendern und entdeckten, dass die alten Rishis die Zeitdauer eines Kali-Yugas mit nur 1.200 Jahren berechnet hatten. Da ihr Intellekt aber noch nicht genügend entwickelt war, konnten sie nur den Fehler selbst feststellen, nicht aber dessen Ursache. Nach einer Vergleichslösung suchend, kamen sie auf den Gedanken, dass diese 1.200 Jahre des eigentlichen Kali-Zeitalters keine gewöhnlichen Erdenjahre seien, sondern „Daiva-Jahre“ (= „Jahre der Götter“), die aus 12 Daiva-Monaten bestehen, welche sich wiederum aus je 30 Daiva-Tagen zusammensetzen; und jeden dieser Daiva-Tage verglichen sie mit einem gewöhnlichen Sonnenjahr unserer Erde. Daher müssten die 1.200 Jahre des Kali-Yugas, diesen Gelehrten zufolge, 432.000 Erdenjahren entsprechen.“

Das macht nun wahrlich einen nicht unerheblichen Unterschied, ob das finstere Zeitalter einer selbstvergessenen Menschheit 1.200 Jahre oder 432.000 Jahre dauert – ob sie noch unzählige Generationen lang in Geistesumnachtung zu verweilen, oder vielleicht bereits das Kali-Yuga überwunden hat und schon auf lichteren Pfaden der Erkenntnis wandelt. In welchem Zeitalter befindet sich die Menschheit des 21. Jahrhunderts denn nun tatsächlich?

Nach den Definitionen und Berechnungen der alten Rishis des letzten Goldenen Zeitalters befindet sich die Sonne mit ihren Erden auf ihrer galaktischen Bahn um die Zentralsonne jetzt – 2015 – bereits im 315ten Jahr des Dwapara-Yugas, in dem die Entwicklung aller menschlichen Erkenntnisse vorankommen wird.

Hier trifft sich das altindische Wissen von den Zeitaltern mit dem westlichen System des Platonischen Weltenjahres, demzufolge die Erde – nach dem Fischezeitalter – zum Ende des letzten Jahrtausends nun in das Wassermannzeitalter eingetreten ist, von dem man sich ein Weiserwerden der Menschheit verspricht.

 

„Aquarius – let the sun shine in!“ (Musical „Hair“).

Jedoch auch wenn der Weg der Sonne mit ihren Planeten durch das Dwapara-Yuga noch 2086 Jahre braucht – und weitere 3600 Jahre durch das Treta-Yuga, bevor sie den Beginn des nächsten Goldenen Zeitalters erreicht, sollte der Mensch der Erde keinesfalls glauben, Erleuchtung zu erlangen sei ihm nur im Satya-Yuga möglich. Nein, zu allen Zeiten – in allen Kulturen – fanden Einzelne zur Vervollkommnung und zur Verwirklichung ihres göttlichen Wesens. Denn dazu bedarf es keine besonderen kosmischen Konstellationen, sondern nur die Entdeckung der Freude der Gegenwart der Liebe Gottes im eigenen Herz.

 

 

Andreas Klinksiek

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