Die Erlösung vom Tod

Die Weltzeitalter auf der Sternenuhr

ZEITREISE INS UNTERBEWUSSTSEIN DER WELT

Teil 7

Das Fischezeitalter

ca. 160 v.Chr. bis 2000 n.Chr. (Das Kali-Yuga)

 

Die Entwicklung des spirituellen Baumes der Menschheit
In Indien fand Siddharta Gautama (schon gegen Ende des Widderzeitalters) den Weg der inneren Erleuchtung – die Gottwerdung des Menschen. Und in Israel personifizierte sich Gott, der zuvor schon oftmals auf der Erde erschienen war (z.B. als Krishna oder Melchizedek…) in Jesus – die Menschwerdung Gottes.

Östlich- und westliche Spiritualität
Aus den östlichen Wurzeln der indischen und chinesischen Gottesanschauung entwickelten sich im Fischezeitalter die verschiedenen buddhistischen Schulen Indiens, Tibets, Chinas und Japans, deren Kontemplation und meditative Versenkung bis heute die Spiritualität der meisten ostasiatischen Völker beeinflussen.
Die östliche und die westliche Glaubensrichtungen ergänzen sich vollkommen – wie die 2 Seiten einer Medaille oder ein Januskopf. Sind die westlichen Religionen wesentlich durch eine rituelle Veräußerlichung geprägt, die sich nicht zuletzt durch die Prachtentfaltung in den „Gotteshäusern“ aus Stein zum Ausdruck bringt, sind die östlichen Religionen oder spirituellen Wege mehr Erfahrungswege inneren Erlebens. Die christlich katholischen und evangelischen Glaubenszweige des spirituellen Baumes der Menschheit würden sich in der gegenseitigen Bereicherung östlich und westlicher Religion ihrer mystischen Gotteserfahrung erinnern (wie sie beispielsweise Meister Ekkehard im 12. Jahrhundert noch lehrte), während der Buddhismus über ein bloß energetisches Verständnis hinaus, einen Begriff vom Höchstbewusstsein des liebenden Gottes gewinnen könnte.

Krieg der Religionen
Der sogenannte `Hinduismus´ und die zarathustrische Religion der ägyptischen Parsen zeichnen sich im Gegensatz zu manch anderer – sich „allein seligmachend“ dünkender Kirche – durch eine größere Toleranz gegenüber anderen Glaubensgemeinschaften aus. Am unversöhnlichsten indes, stehen sich auch im Fischezeitalter (bis heute) – die beiden Söhne Abrahams – mit tief in das Massenbewusstsein eingegrabenem Misstrauen gegenüber: der Islam und das Judentum, respektive Christentum, das mit den mittelalterlichen Kreuzzügen gegen die Sarrazenen Wunden schlug, die bis jetzt noch nicht verheilt sind.

Würden die Religionsgemeinschaften jedenfalls – anstatt auf ihre jeweilige Anschauung Allgemeingültigkeitsanspruch zu erheben und Andersgläubige für verirrt, falschgläubig oder gar „teuflisch“ zu halten – würden sie erkennen, dass sie sich – zum Gewinn für Alle – gegenseitig ungemein bereichern könnten. Denn weder ist Gott in ein Buch zu pressen, noch lässt Er sich für irgendwelche Interessen instrumentalisieren, sondern Er ist – gleichgültig, wie man Ihn hier oder dort nennt, der Eine in Allem. Nichts, was außerhalb von Ihm existiert.
„Jemand, dem sich sein psychisches Wesen während eines Beethoven-Konzertes offenbarte, wird mit völliger Gewissheit versichern: `Musik, nichts als Musik ist das allein Wahre und Göttliche auf der Welt´. Ein anderer, der seiner Seele allein inmitten der unermesslichen Weiten der Weltmeere gewahr wird, wird die offene See zur Religion erheben. Wieder ein anderer wird auf seinen Propheten, seine Kirche, sein Evangelium schwören. Ein jeder konstruiert sich so sein eigenes Gebäude um den leuchtenden Kern der Erfahrung. Dabei ist das psychische Wesen frei, herrlich frei von allem!“ (…) Berührt man einmal die leuchtende Wahrheit, erfährt man, dass sie alles unstrittig in sich aufnehmen kann und dass alle ihre Kinder sind.“ (Satprem „Das Abenteuer des Bewusstseins“)
Ein wirklich großes Wort sprach Kaiser Friedrich der Große kurz nach dem Ende des Kali-Yuga (etwa 1750): „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“. Und tatsächlich ist es so: Jedem geschieht nach seinem Glauben. „Euch geschehe nach eurem Glauben.“ (Matthäus 9.29)
„Ich werde zu dem, was ich in mir sehe. Alles, was das Denken mir eingibt, kann ich tun; alles, was das Denken mir eröffnet, kann ich werden. So sollte des Menschen unerschütterlicher Glaube an sich selbst beschaffen sein, denn Gott wohnt in ihm.“ (Sri Aurobino „Thoughts and Glimpses“)
„Ein christlicher Heiliger zum Beispiel, der eine Vision der Jungfrau hat, und ein Inder, der eine Vision der Durga hat, sehen beide vielleicht das Gleiche, sie sind vielleicht mit derselben Bewusstseinsebene und denselben Kräften in Verbindung getreten. Aber es ist offensichtlich, dass der Christ mit einer Vision der Durga nichts anzufangen wüsste; und offenbarte sich diese Kraft in reiner Form, also in Gestalt von unpersönlichen leuchtenden Schwingungen, so wäre sie weder dem Marien-Verehrer noch dem Verehrer Durgas zugänglich, sie würde jedenfalls nicht zu ihren Herzen sprechen.“ (Satprem „Das Abenteuer des Bewusstseins“) Oder mit anderen Worten: Der vollgläubig vertrauende Brahmane wird Krishna – und der vollgläubig vertrauende Christ wird Jesus in seinem Herzen finden.
Die mystische Einswerdung des Menschen mit Gott (Unio Mystica) ist das Ziel aller wahrhaften Religion – was nichts zu tun hat mit institutionalisierten Kirchen und Priesterschaften, die in der Geschichte zumeist nicht Gott, sondern zuerst den eigenen Interessen dienten – denn die einzig wahre Kirche ist des Menschen Herz.

Die katholische Kirche
So verstanden die alten Kirchenväter das Wort Jesu wohl eher absichtlich falsch, das Er zu Petrus gesprochen haben soll: “Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich Meine Kirche bauen”. Vielleicht ist es aber auch ein ganz bewusster Übersetzungsfehler, wie es viele in der Geschichte der Übersetzungen der Bibel gab, die den Frauen ihr gottverliehenes Recht nahmen und die Angst der Gläubigen schürte, um umso mehr Opfer und Ablassgaben aus ihnen herauszupressen. Vielmehr ist `der Felsen´ das Symbol für das Vertrauen in Gott, diesem einzigen Felsen der Festigkeit – im Herzen eines jeden – auf dem die Liebe Gottes Ihre einzig wahre Kirche erbaut, die allerdings „nicht von dieser Welt“ ist. Dass nicht einer der Jünger Jesu, der posthum zum ersten Papst gemacht wurde (worüber er vermutlich gar nicht erfreut ist) „der Fels“ war, sondern vielmehr die Liebe Gottes, bzw. Jesus selbst, erhellt sich auch aus anderen Stellen der Bibel: „… der Fels aber war Christus“ (Paulus, 1 Korinther 10,4); „… denn Du, Gott, bist mein Fels“ (David, Psalm 31,4); oder „Der Herr ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter.“ (Samuel 22,2). Tatsächlich ist der Fels, was jeder bestätigen kann, der den Frieden Gottes in seinem Herz wahrhaft empfunden hat, diese unverrückbare, unzerstörbare Feste der Gewissheit des Getragen- und Geborgenseins in der Liebe Gottes. Das hat freilich absolut nichts mit der Institution der katholischen Kirche zu tun. Denn weder Petrus und sicher noch weniger Jesus hatten vor, eine dogmatische und hierarchische Kult- und Priesterorganisation auf Erden zu gründen.
Allerdings ist es kein Vorrecht der katholischen Kirche, ein institutionelles Monopol auf die Beziehung zu Gott zu erheben – anstatt auf den Inneren Meister im Herzen eines Jeden zu weisen: es war schon im alten Ägypten mit der angemaßten Macht der „Tempeldiener“ so – und war mit den Pharisäern im alten Israel nicht anders. Käme Jesus heute in die ein oder andere Synagoge oder Kirche, würde er vermutlich wie damals als Ketzer und Häretiker verfolgt werden.

Das Zeichen des Fisches
Das Fische-Zeitalter war die finsterste Zeit der Menschheit in den letzten 7.000 Jahren. Das ganzheitliche Wissen des einstigen „Goldenen Zeitalters“ – die Sternenweisheit (den alten Ägyptern, Chaldäern, Maya… waren nicht nur die Rhythmen der Erde, sondern auch der Planeten des Sonnensystems bestens bekannt) – die lebendige innere Anschauung und die Gewissheit der Gegenwart Gottes, degenerierten in dieser Zeit der „größten Entfernung des Sonnensystems von der Zentralsonne“ (Sri Yukteshwar) zur denkbar größten Veräußerlichung des Bewusstseins, dass sich schließlich soweit verstieg, die Erde für eine Scheibe und das menschliche Wesen für seinen Körper zu halten. Und doch – oder gerade deshalb – schien in diese Menschheitsnacht das Licht göttlicher Offenbarung heller als je zuvor.

Die geistige Nacht
Die alten Ägypter, Perser, Inder und Hebräer als die Nachkommen Noahs, deren arischer Stammbaum bis heute alle Völker der Erde miteinander verbindet, kannten sowohl den Geisteszustand dieser Umnachtung des Menschen (der den meisten so natürlich geworden ist,dass sie ihn nicht mehr empfinden), wie auch die Verheißung der Erlösung aus diesem Zustanddurch das Licht, das in diese (geistige) Nacht kommen sollte.
„Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, dass ich nicht will, das tue ich. Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenem Leibe?“ (Römer 7,18)

Das Gesetz
Weil es weder im Stier- noch im Widderzeitalter einem Menschen gelungen war, das Gesetz vollwirklich zu erfüllen, um Gerechtigkeit vor Gott zu erlangen und die Schuld des Sündenfalls (die darin bestand und besteht, dass der Mensch sich von Gott getrennt wähnt) zu sühnen, blieb allein die Hoffnung auf die Erlösung durch den verheißenen Messias.
„Um der Hoffnung willen, die für euch bereit ist im Himmel, habt ihr schon zuvor das Evangelium gehört durch das Wort der Wahrheit, das zu euch gekommen ist, denn das Gesetz konnte nichts zur Vollendung bringen.“ (Hebräer 7,19)

Der Tod
Seit die Schlange Eva betörte, dass sie und Adam den ihnen verliehenen Schlüssel der Welt und des Totenreiches gegen einen „Apfel“ tauschten, beherrschte die Sünde (= das sich getrennt von Gott Erleben) das menschliche Herz. Die Wirkung dieser unseligen Frucht wirkt bis heute im Massenbewusstsein prägenden Unterbewusstsein mit solcher Macht nach, dass sie den Menschen nicht loslässt, ob er will oder nicht.
„`Das soll dein Lohn sein und dein Teil, den Ich dir zugemessen habe´, spricht der Herr: `Weil du Mich vergessen hast und dich auf Lügen verlässt´.“ (Jeremias 13,23) „Denn der Sünde Sold ist der Tod.“ (Römer 6,23) „Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. (…) Warum wollt ihr sterben?“ (Hesekiel 33,11) „Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.“ (Mathäus 22,32)

Der Messias
Das Kommen des Messianischen Erlösers, der das geschlossene Tor zum verlorenen Garten Eden wieder aufschließen solle, war über die Jahrtausende die einzige Hoffnung der Menschheit auf die Erlösung aus dem Zustand des Todes, die in allen Religionen wach gehalten wurde: „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ (Hiob 19,25)

Die urevangelische Verheißung vom Erlöser, der von der Schlange zwar in die Ferse gestochen werde – ihr aber „den Kopf zertreten“ würde, erhielten Adam und Eva bereits unmittelbar nach ihrem Sturz aus der Einheit des Seins in die Zweiheit der Welt. Sie lasen den Weg – in die Einswerdung zurück – in den Buchstaben der gottgegebenen Ursprache und schrieben ihn zur Erinnerung in die Sternbilder (bis die babylonischen Magier diese Bedeutung verwischten). Gemäß dem Urevangelium in den Sternen am Himmel über Sinear und durch die Ankündigung Seiner Propheten verspricht Gott das Kommen eines Erlösers, der Satan (der Schlange) den Schlüssel der Welt und zu den Pforten des Totenreiches entwinden werde.
In allen Religionen erhielt sich die Hoffnung auf diesen Erlöser, der die Schuld des Menschen tilgen und die entstandene Trennung zwischen Gott und Mensch überwinden würde. Der Baum, der aus den fünf spirituellen Wurzeln des Widderzeitalters wuchs, zergliederte sich im Zeitalter der Fische in fünf große Äste mit vielen Zweigen, Trieben und unzähligen Nervenäderchen:
– Die Orthodoxen der jüdische Religion, die Judaisten, (hoffen noch immer auf das Kommen dieses verheißenen Messias, der den Juden das “Schalom Gottes” bringen und jegliche Tyrannei beenden soll).
– Die orthodoxen, katholischen, evangelischen und reformierten Zweige der Christen (nebst zahlreichen Kirchen und Sekten), glauben, dass der Messias bereits vor 2000 Jahren erschien.
– Der Islam mit den Hauptrichtungen der Sunniten und Schiiten, sowie vielen national- oder individuell-geprägten religiösen Sonderheiten (z.B. dem Orden der Sufi), ersehnt den Erlöser in Gestalt des Mahdi, der Wiederkunft des 12. Imam.
– Die Hinduisten trauen auf das Kommen von Kalki (der zehnten und letzten Inkarnation von Vishnu).
– Die Parsen erhielten die Religion des Zarathustra (etwa 1000 – 700 v.Chr.) lebendig, die in der parsischen heiligen Schrift, dem Avesta, prophezeit, dass 3000 Jahre nach ihm der endzeitliche Retter `Saoshyant´ kommen wird.
– Im Buddhismus erhofft man als zukünftige Heilsgestalt den `Buddha Maitreya´ (japanisch: `Miroku´), wörtlich übersetzt aus dem Sanskrit: „Der Liebende“, der das Leiden der Welt beenden soll.

Erfüllung der Prophezeiung
„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden.“ (Timotheus 2,4) „Um so fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.“ (1 Petrus 1,19)

Das Neue Testament der Christen
Nicht nur, weil mit Jesus Christus die westliche Zeitrechnung des Gregorianischen Kalenders beginnt, der heute weitgehend internationale Gültigkeit hat, ist das Neue Testament zweifellos das spirituell überragende Ereignis des Fischezeitalters. Das karmische „Auge-um-Auge“-Prinzip des Alten Testaments des Widderzeitalters, dessen Gesetz niemand genüge tun konnte, (sondern die Menschen durch fortwährende Zuwiderhandlung die Gerechtigkeit Gottes nur mehr und mehr verletzten), erfährt durch das Neue Testament des Fischezeitalters eine völlig neue, unverdiente Wendung. Nicht mehr das Gesetz der Zehn Gebote und das Streben nach Gerechtigkeit ist in der Beziehung zwischen Gott und Mensch von nun an das Wichtigste. Jesus fasst die Zehn Gebote, die Er Moses auf dem Sinai gab, zusammen in dem Einen (- das alle anderen beinhaltet): „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe, dass auch ihr einander liebt.“ (Johannes 13,34)
Nach christlichem Glauben erfüllt Jesus die alttestamentarische Prophezeiung des Urevangeliums und tilgte die Schuld aller, die an Ihn glauben. „Wie nun durch die Sünde des Einen (Adam) die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen (Jesus) für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.“ (Römer 5,18) Die `Frohe Botschaft´ des Evangeliums der Christen besagt also, dass durch das „Opfer des gekreuzigten Gottes“ für alle Menschen der Tod überwunden sei.

Die Kreuzigung

Vielen Menschen indes ist die Kreuzigung Jesu bis auf den heutigen Tag ein Ärgernis. `Das Christentum wäre in vielen Punkten als Lebensrichtschnur schon ganz geeignet, sagen sie, wenn nur diese leidige Kreuzigung nicht wäre, die jeder vernünftigen Gottesvorstellung widerspräche. Wie solle man an einen allmächtigen Gott glauben können, der so schwach sei, dass Er es nicht habe verhindern können von Seinen Geschöpfen gefangen genommen und getötet zu werden?!´ Auch anderen Religionen ist der christliche Glaube, Gott sei am Kreuz gestorben, zumeist ein unverständliches Mysterium. Und doch ist den Christen der Kreuzestod Jesu durch Seine Auferstehung das größte aller Wunder, das Er vollbrachte. Genau im Augenblick des Todes Christi am Kreuz habe Satan die Macht über den Tod verloren: nicht in der Welt (die bleibt vorerst wie sie war und ist), sondern in der Seele und im Geiste der Erlösten.

Die Gerechtigkeit und die Liebe Gottes
Für viele Gläubige anderer Religionen ist es allerdings ein scheinbar unauflöslicher Widerspruch, dass der Gott der Christen – ein leidender Gott – sich ans Kreuz nageln ließ (und Ihm die Schlange beim Nageln Seiner Füße ans Kreuz so buchstäblich in die „Fersen stach“) – und wirklich: es ist nicht leicht zu verstehen, dass die Liebe Gottes als Mensch auf die Erde gekommen sein soll, um die Schuld (das Karma) der Menschheit auf sich zu nehmen, um sie vor der Gerechtigkeit Gottes Selber zu sühnen. Diese Botschaft ist von zentraler Bedeutung: Die Liebe Gottes hat Sich Selbst geopfert! „Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen einigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch Ihn leben.“ (1 Johannes 4,9)
Das heißt: Die Liebe erschien im Sohn Selbst. Dieser Akt der Erlösung aus Gnade durch die Hingabe der Liebe Selbst, ist das Evangelium des Neuen Testaments. Alle Propheten des Alten Testaments haben auf dieses Ereignis als den Kern der Tora und den wesentlichen Wendepunkt menschlicher Geschichte hin gezeigt: Der seit der Vertreibung (oder besser: seit dem freiwilligen Heraustreten) aus dem Paradies verhüllte Gott offenbart sich in Jesus als der „Ich bin der Ich bin.“ (jüdisch) und der „Ich war, bin und werde sein.“ (ägyptisch)
Er, der in der Widderzeit als die Stimme des unsichtbaren Gottes im `Brennenden Dornbusch´ spricht; Er den „niemand sehen konnte – ohne sein Leben zu verlieren“ (Genesis), wird selber Mensch (den Er nach Seinem Ebenbild erschuf) und kommt als Vater, Freund und Bruder. Die Liebe Gottes wurde Mensch, damit wir vergöttlicht werden.

Die 3 Tage im Reich des Todes
Was aber tat – nach christlichem Glauben – der Geist Jesu während der drei Tage Seiner Grablegung? Er stieg hinab in das Totenreich um auch den Toten aus Gnade das Leben zu bringen. „Die Niederfahrt des Messias aber zur Unterwelt war nicht eitel, sondern die Ursache einer Menge von Wohltaten für unser Geschlecht. Seine Niederfahrt zu den unteren Örtern der Erde löste des Todes Herrschaft auf und verkündigte den in Staub Daliegenden die Auferstehung und spendete Vergebung denen, die ohne Gesetz gesündigt hatten, und zerstörte den Scheol (die „Hölle“) und tötete die Sünde und beschämte den Satan und betrübte die Teufel und schaffte die Opfer- und Brandopferhöhen ab und bereitete Adam die Rückkehr (in das Paradies bzw. den Himmel).“ (Ephraim der Syrer „m’arrat gazzê“)

 

Das ewige Leben

Das leere Grab
Als die Trauernden drei Tage später zum Grab kommen, ist es leer. Das Grab ist leer!! Zwei Engel sprechen zu ihnen:Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lukas 24,6)
„Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche (dem 3. Tag nach der Kreuzigung), als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: `Friede sei mit euch!´ Und als Er das gesagt hatte, zeigte Er ihnen die (durchbohrten) Hände und Seine (wunde) Seite.“ (Johannes 20,20) „Da öffnete Er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: `So steht’s geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage.´“ (Lukas 24,45)

Die Auferstehung
„Mit Ihm seid ihr auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der Ihn auferweckt hat von den Toten.“ (Kolosser 2,12) In Seiner Auferstehung hat Er den Tod überwunden.
„Und siehe, Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mathäus 28,20)
Christi Himmelfahrt
„Ihnen (den Aposteln) zeigte Er sich nach Seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ Sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als Er mit ihnen zusammen war, befahl Er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr, so sprach Er, von Mir gehört habt; denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.(…) Und als Er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke (Schechina) nahm Ihn auf vor ihren Augen weg.“ (Apostelgeschichte 1,5-11) Nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren war, sendete Er den Gläubigen Seinen heiligen Liebegeist, wie Er es versprochen hatte: Der „Tröster“ würde sie in alles weitere leiten. (Johannes 14,26)

Pfingsten
„Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ (Apostelgeschichte 2,3-4) Plötzlich waren Ihre Worte von der Kraft Gottes erfüllt. Offenbar fand in ihnen die Umkehrung der `Babylonischen Sprachverwirrung´ statt. Plötzlich verstanden sie, was das Wort bedeutet: „Lass Dein Licht über uns leuchten!“ Denn durch das Scheitelchakra (kurz oberhalb des Kopfes) fließt dieses Licht in uns hinein und durch uns hindurch. Dies ist auch der Grund, warum die Alten Meister die Heiligen mit „Heiligenschein“ um den Kopf herum malten.
Plötzlich und unvorhergesehen verwirklichten sich in den Gläubigen durch die Kraft des Heiligen Geistes wunderbare Gaben: sie fanden in sich Weisheit, hatten Erkenntnis, konnten Krankheiten heilen, sprachen prophetisch, unterschieden die Geister, sprachen in Zungen und legten diese Rede aus. Kurz: sie hatte auf einmal Wunderkräfte.

Der Heilige Geist
Nun ist der Heilige Geist kein Privileg des Christentums. Als die „Kraft des Heiles und des Lebens“ ist Er allen Kulturen unter verschiedenen Namen bekannt. Die Inder nennen diesen Liebekraftstrom `Shakti´ oder `Chit-Agni´ (Geistfeuer); von den Chinesen wird diese Kraft aller Kräfte `Chi´ – und von den Japanern `Ki´ genannt. „Dieses Agni oder Chit-Agni ist überall dasselbe. Wir sprechen von der herabkommenden Kraft, der aufsteigenden Kraft, der inneren Kraft, wir reden von der mentalen Kraft, der vitalen oder materiellen Kraft, doch es gibt keine zig verschiedenen Kräfte – es gibt allein Eine Kraft auf der Welt, einen einzigen Strom, der uns und alle Dinge durchdringt (…) der Grundstoff, die fundamentale Substanz des Universums: Bewusstseinskraft, Chit-Agni.“ (Satprem „Das Abenteuer des Bewusstseins“)
„Es sind mancherlei Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind mancherlei Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum allgemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis nach demselben Geist; einem andern der Glaube in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen in demselben Geist; einem andern, Wunder zu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem Er will.“ (1 Korinther 12)
Der Heilige Geist ist jene Energie, mit der Gott das All erschuf und nach Seinem göttlichen Schöpfungsplan zielvoll entwickelt und erhält.

Das energetische Wesen der Seele
Die größte Erfahrung, die wir auf dieser Erde machen können, ist die Selbsterfahrung unseres seelischen Wesens. Dies ist die eigentliche Aufgabe unseres diesirdischen Lebens und der Grund unseres Hierseins. Diese Erfahrung verbindet uns durch die Lebenskraft des Heiligen Geistes mit unserem unsterblichen Wesen. Denn der Mensch ist zuerst ein energetisches Wesen – Licht. Seine Körperorgane sind nur grobstoffliche Entsprechungen seiner feinstofflichen Seelenorgane. Die Sieben Hauptbewusstseinszentren unserer unsterblichen Seele (Chakren) – jedes einzelne in seiner ganz besonderen Farb- und Lichtschwingung – gleichen strahlenden Sonnen wenn sie vom Heiligen Geist geweckt werden. Dieser Heilige Geist – die Kraft des Heiles – ist immer da. Wann immer wir Seine Inspiration dankend zu empfangen bereit sind, ist Er da, als hätte Er nur darauf gewartet Sich zu schenken.
Die innigste Meditation ist, diese heilbringende Kraft segnend durch sich hindurchfließen zu lassen. Über alle räumliche Distanzen hinweg erreicht sie zielgenau jene, die wir segnen.

Der Sohn Gottes
Die allermeisten Christen aber (deren Zahl man weltweit mit 2,26 Milliarden angibt) glauben vielleicht an ein höheres Wesen und gedenken zu Weihnachten des Christkindes mit einem Lied. Und mögen viele auch fromme Kirchgänger sein, die sich allsonntäglich in den „Gotteshäusern“ den rituellen Liturgien hingeben und den Litaneien des Vorbeters mit innigem „Erbarme Dich unser!“ antworten: eine lebendige Erfahrung geistiger Wiedergeburt und der Kraft des Heiligen Geistes haben nur die Wenigsten. Denn es nützt nichts, alljährlich der Geburt des Jesuskindes in einem Stall in Bethlehem vor mehr als 2000 Jahren zu gedenken, wenn Jesus nicht im eigenen Herzen geboren ist. Es nützt der Glaube an die Göttlichkeit des menschgewordenen Gottes wenig, wenn wir die Göttlichkeit nicht in uns selbst ergreifen. „Was nützt es uns,“ fragt Meister Ekkehard, „wenn wir einen reichen Bruder haben?“
Jesus sagt (durch Johannes Widmann): „Ich harre jeder Seele. Wohl habe Ich ihr vergeben, aber noch nicht alles gegeben, da sie noch nicht bereit ist, alles zu nehmen. So ist Mein letzter Sieg erst, wenn alle annahmen, was Ich bereit war ihnen zu geben.“

Kinder Gottes
Jesus sagt: „Der Vater und Ich sind Eins.“ Ja, Er ist Eins mit der Liebe, Wahrheit und Freude Gottes – wie auch wir mit dem Liebe-, Wahrheits- und Freudegeist des Vaters Eins sein sollen.
“Wahrlich”, sagt Jesus: “Wer an Mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die Ich tue, und wird größere als diese tun; denn Ich gehe zum Vater.“ (Johannes 14,12) „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet (die vermeintliche Trennung von Gott), der wird es alles ererben, und Ich werde sein Gott sein, und er wird Mein Sohn sein.“ (Offenbarung 21,6-7)
„Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir Ihm gleich sein; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist. Und ein jeder, der solche Hoffnung auf Ihn hat, der reinigt sich, wie auch Jener rein ist.“ (Johannes 3,2) „Seht, welche Liebe uns der Vater erwiesen hat, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“ (1. Johannes 3,1)

Die Juden
Nur wenige Juden haben bis heute diesen christlichen Messias, der vor allen besonders zu ihnen kam, erkannt, wie es schon im Alten Testament prophezeit war (siehe Jesaja 53). Die meisten glauben allerdings bis heute nicht, dass Jesus der Verheißene und von Gott Gesalbte war. Das Erscheinen ihres `Messias´ stellen sie sich großartiger und gewaltiger vor, als den in ihren Augen eher unrühmlichen Lebenswandel des Nazareners, der wohl unter denkwürdigen Umständen, aber ärmlich in einem Stall zur Welt kam und schließlich als Volksaufwiegler am Kreuz starb. Es müsste doch mit weltbewegenderen, die Erde aufrüttelnden Zeichen einhergehen, wenn das verheißene Licht Gottes die Nacht des Menschen erhellen würde (– zumindest müsste die Macht Gottes aller Welt die Stärke und Vollkommenheit der Juden zeigen). „Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s (noch immer) nicht ergriffen.“ (Johannes 1,5)

Die Weltreligion
Jeder Gläubige, gleich welcher Religion, ist von deren Sprache und Bildern in seinen Anschauungen der existentiellen Fragen des Lebens und Sterbens geprägt, wie auch im Hinblick auf die Hoffnungen und Ängste, die das Ende der Welt und die Erwartungen vom `Jenseits´ betreffen. Welche Gültigkeit aber haben die Glaubensinhalte einer bestimmten Religion für die anderen Religionen und die übrige Menschheit?
Wie bei den tausenden von Sprachen, die in der Welt gesprochen werden, in jeder einzelnen – mehr oder weniger tief verborgen, Relikte und Erinnerungen an die einstige Ursprache erhalten sind, fragt es sich, ob nicht die allenthalben vorhandenen Gemeinsamkeiten der Religionen dereinst dazu führen könnten, sich der allen gemeinsamen Wurzeln des Urevangeliums gänzlich zu erinnern. Einer `Geeinten Menschheit´ jedenfalls müsste die Überwindung der Grenzen der Glaubensrichtungen vorangehen, die zumindest Alleinvertretungsansprüche und Intoleranz überwindet.
Hinsichtlich der Jenseitserwartungen und unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben nach dem Tode, an das ja alle Gläubigen gleich welcher Religion glauben, würde man sich vielleicht noch einigen können: Ob im islamischen Paradies, im christlichen Himmel, im buddhistischen Alles und Nichts, im Aufgehen im hinduistischen Brahman (der Weltenseele) oder dem Aufstieg der Seele ins Krishna-Bewusstsein zu jenem reingeistigen Ort im Überkosmos, wo die stetig wachsende Freude der Gegenwart für immer währt: Man könnte dies vertrauensvoll Gott überlassen, der als Schöpfer und Erhalter allen Lebens sicher auch für jeden Menschen gemäß dessen individueller Entwicklung einen angemessenen Ort in der Ewigkeit weiß. „In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen“.
Auch darauf könnten sich die Weltreligionen vielleicht verständigen: dass Gott die Liebe, Wahrheit und Freude ist. Doch wer würde schließlich der (ebenfalls von allen Religionen erwartete) Retter und Erlöser der Welt sein?

Der Saoshyant des Zarathustra?

Oder der Maitreya-Buddha der Buddhisten?

Oder die zehnte und letzte Inkarnation von Vishnu: Kalki der Hinduisten?

Oder der Zwölfte Imam der shi’itischen Moslems?

Oder ein neuer jüdischer Messias?

Oder sonst einer der vielen selbst ernannten `Heilsbringer´ der Welt?

Oder eben doch Jesus Christus?