Die Harmonien der Mikrokosmischen Sphären

Ein weiterer Nachhall der kosmischen Sphärenharmonie findet sich – menschlichen Ohren ebenso unhörbar – erwartungsgemäß auch im Mikrokosmos.

1926 deutet Erwin Schrödinger (1887-1961) in seiner Herleitung der „Wellenmechanik“ an, dass die Schwingungs-Verhältnisse des pythagoräischen Monochords auch auf die Schwingungsverhältnisse der Elektronen auf ihren Bahnen um den Atomkern zu übertragen seien. Dies vermutet auch der Physiker Arnold Sommerfeld (1868–1951), der in seinem 1931 erschienenen Buch „Atombau und Spektrallinien“ schreibt: „Was wir heutzutage aus der Sprache der Spektren heraushören, ist eine wirkliche Sphärenmusik des Atoms, ein Zusammenklingen ganzzahliger Verhältnisse, eine bei aller Mannigfaltigkeit zunehmende Ordnung und Harmonie. Alle ganzzahligen Gesetze der Spektrallinien und der Atomistik fließen letzten Endes aus der Quantentheorie. Sie ist das geheimnisvolle Organon, auf dem die Natur die Spektralmusik spielt und nach dessen Rhythmus sie den Bau der Atome und Kerne regelt.“

 

 

     In Russland entdeckt Alexander Gurwitsch (1901-1973) um 1923 ultraschwache Lichtstrahlung in lebenden Organismen und vermutet eine stimulierende Wirkung des Zellwachstums. Er nennt die gemessene elektromagnetische Schwingung „mitogenetische Strahlung“ und findet Hinweise darauf, dass sie sich im Schwingungsbereich bei 260 nm (Nanometer) befindet. – „Biophotonik“ – den heute gebräuchlichen Begriff für diese Art von Schwingung in den Körperzellen, prägte der Biophysiker Fritz-Albert Popp. Er konnte 1976 diese Lichtemission in den biologischen Systemen lebender Organismen im sichtbaren Wellenbereich des Spektrums der Matrix (mindestens von 200 bis 800 nm) nachweisen. Licht in den Zellen der Lebewesen! Licht, das nicht nur in seiner äußeren Erscheinung des Sonnenlichtes – sondern auch in uns wirkt! Popp formuliert es so: „Jede organische Zelle von Pflanzen, Menschen, Tieren strahlt ein äußerst schwaches, aber kohärentes, d.h. geordnetes, laserartiges Licht ab. Ein Licht, das sich wie Laserstrahlen hervorragend zur Signalübertragung eignet und vermutlich sämtliche Energiefelder des Organismus, der zellularen und interzellularen Kommunikation steuert.“ Hier erhalten wir einen ersten Hinweis auf das Licht als lebensspendenden und universellen Informationsträger, dem wir später ausführlicher nachgehen wollen.

 

 

Von Gurwitschs Entdeckungen inspiriert, den er als den eigentlichen Entdecker der „Biophotonen“ und des „Morphogenetischen Feldes“ bezeichnet, erbringt Popp den messtechnischen Beweis dieses Schwingungsverhaltens der Zellen. Im Wechselspiel zwischen Materie und elektro-magnetischem Feld baue sich eine Kohärenz auf, in der jedes Teilchen mit jedem anderen Teilchen des Organismus in elektromagnetischer Kommunikation verbunden sei. Dies ist grundsätzlich als Prinzip der Schwingungswirklichkeit des Geistes auf allen Ebenen der „Matrix des Lebens“ zu verstehen. Dass sich derartige Informationen auf bloß chemischem Wege nicht übertragen lassen, dringt in seiner bahnbrechenden Konsequenz nur langsam in das Bewusstsein der noch herrschenden pharmazeutischen Medizin, Neurologie und chemischen Forschung. Dabei ist diese Erkenntnis nicht nur mit einem völlig neuen Verständnis der Entstehung und Behandlung von Krankheiten verbunden, sondern wirft zudem auch ein erhellendes Licht auf den schwingungsenergetischen Nährwert von Nahrung.
Wie schon Schrödinger, der sagt, dass über die Nahrung Ordnungszustände aufgenommen würden, meint auch Popp – (und dies nicht nur im Sinne von „Geistesnahrung“), dass sich der Mensch über die Lichtphotonen der biologischen Organismen auch auf dem Wege seiner ganz natürlichen Nahrungsaufnahme, von Licht ernähre. „Wir informieren uns mit kosmischer Ordnung, indem wir gesunde Nahrung zu uns nehmen.“ (F. A. Popp, „Die Botschaft der Nahrung“)

Am Beispiel des messtechnischen Vergleiches von Eiern, die von Hühnern in Käfighaltung – und anderen, die im Freiland gelegt wurden, ergeben sich dramatische Unterschiede in der Biophotonenemission um hundert Prozent. Denn nicht die bloße Materie der Kalorien ist das Entscheidende. Was die Qualität der Nahrung ausmacht, ist die kohärente Information des Lichtes, die über sie aufgenommen wird.
Die Biophotonik bestätigt also auf eindrucksvolle Weise die Existenz einer energetischen Strahlung in jeder lebendigen Zelle, die sich als photonisches Licht messen lässt – und sicher auch als Klang hörbar würde, wenn nur ein Radiomikroskop mit entsprechender Bandbreite zur Verfügung stände, denn beides – Licht und Klang – sind elektromagnetische Schwingung.

 

 

Der Wasserforscher Elmar Langenscheidt lässt sich 2000 eine Methode patentrechtlich schützen, die „spezifische Schwingungscodes verschiedener Substanzen ermittelt, um sie in hörbare Schwingungen zu übertragen“. Mit dieser „Music-Chrystal-Frequence-Analyses“ lassen sich die geometrischen Wundergebilde der Kristallographien von Vitamin C, Chlorophyll und anderen organischen Strukturen nicht nur unter dem Elektronenmikroskop anschauen, sondern auch hörbar machen.

    Erst 2006 werden von James Gimzewski und Andrew Pelling (UCLA Department of Chemistry in Kalifornien) die Klangwelten der Zellen auch hörbar entdeckt. Sie nennen dieses neue Wissenschaftsgebiet „Sonocytologie“. Die staunenden Forscher der Nanobiologie hören die Musik von Hefezellen. Sie finden heraus, dass deren Zellwände im Schnitt tausend Mal pro Minute vibrieren, im Nanobereich in Frequenzen schwingen, die im Klangbereich der Töne C und D liegen. Sterbende Hefezellen murmeln tief und fangen an zu schreien, wenn sie mit Alkohol in Verbindung gebracht werden. Mittels der Umfunktionierung eines Rasterkraftmikroskopes (AFM), das mit einem Sensor jede Vertiefung und Wölbung misst und diese dann per Computer in einer dreidimensionalen Abbildung visualisiert, gelingt den Forschern ein spektakuläres Experiment: sie benutzen die Sensorspitze des Mikroskops wie die Nadel eines Schallplattenspielers. Durch die derartige Abtastung von lebenden Zellen werden deren Vibrationen nicht nur messbar – sondern auch hörbar. „Wir berühren vorsichtig eine Zelle, eine lebende Zelle, und hören zu. Sie produzieren so etwas wie Musik.“ (James Gimzewski)
Natürlich sind die erzeugten Geräusche zu leise, um vom menschlichen Ohr gehört zu werden, aber durch Verstärkung der akustischen Signale lässt sich ihre Lautstärke regeln, ohne ihren Charakter zu verändern. Trotz Pellings Versicherung, dass alle bis jetzt durchgeführten Kontrollexperimente „den Gesang der Zellen“ bestätigen, äußert sich die Fachwelt noch skeptisch: „Es ist möglich, dass die Geräusche von etwas anderem als den Zellen herrühren. Wenn es aber tatsächlich die Zellen sind, dann stehen wir vor einer revolutionären und unglaublich wichtigen Entdeckung.“ (Der Physiker Hermann Gaub im „Smithsonian Magazine“)
Dass genetisch manipulierte Hefezellen deutlich anders als natürliche schwingen, bringt den Pathologen Michael Teitell auf den Gedanken, dass man Krankheiten hören könne. Der Krebs-Spezialist lauscht Krebszellen unter dem Rasterkraftmikroskop. „Sie klingen wie Lärm oder atmosphärische Störungen im Radio.“ (Andrew Pelling)
Teitell will mittels der Klangerkennung erkrankter Zellen eine Methode zur Krebsfrüherkennung entwickeln, die eines Tages in die medizinische Diagnostik integriert werden könnte.

   War es bisher das Monopol der Pharmaindustrie, die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter chemisch zu stimulieren oder zu blockieren, arbeitet man heute in Versuchslaboren an einer Methode, diese Stimulanz durch die akustische Übertragung von Signalen individueller EEG-Messungen zu erreichen.
Andere Forscher verknüpfen mit derartigen neuen Möglichkeiten der Hörbarmachung von körperlichen Prozessen auf zellularer und hormoneller Ebene andere Absichten, die unter der Bezeichnung „Psycho-Akustik“ auf eine mehr oder weniger bewusste Beeinflussung des Bewusstseins abzielen.

„Sound Energy Research“, eine Gruppe amerikanischer Forscher, spielt Versuchspersonen die hörbar gemachten Frequenzen der Moleküle verschiedener Drogen vor. Die Testpersonen sollen tatsächlich entsprechende physiologische Reaktionen zeigen.
Michael Hutchison („Megabrain Power“) berichtet von  einer besonderen Trainingsmethode des amerikanischen Militärs: die typischen EEG-Muster von besonders leistungsfähigen und reaktionsschnellen Elitesoldaten werden psychoakustisch aufbereitet und anderen Soldaten vorgespielt, deren Leistung dadurch mit sichtbarem Ergebnis optimiert werden soll.
Auch die Werbewirtschaft wird an den Möglichkeiten einer indirekten Beeinflussung der Menschen durch Frequenzen auf subtilen Wellenlängen sicher interessiert sein.
Es gibt inzwischen zahlreiche alternative Heilmethoden, die Krankheiten durch psychoakustische Behandlung heilen wollen; oder Lernmethoden, die mittels Übertragung bestimmter Gehirnstromwellen verblüffende Lernerfolge versprechen; oder Muskelaufbaumethoden, die ohne Anstrengung Erfolg bringen sollen; oder diätische Methoden zur Gewichtsabnahme ohne Verzicht … Es sollen hier keine bestimmten Produkte oder Angebote analysiert oder empfohlen werden. Die meisten dieser Ansätze verbindet ein hoher technischer Geräteaufwand – und ein wirtschaftliches Vermarktungskonzept. Wenn zwar die sicher vielfältige Wirksamkeit von elektromagnetischer Schwingung keineswegs in Frage gestellt werden soll, scheint aber eine genaue Prüfung der versprochenen Leistung geraten. Denn allzuwenig noch weiß man derzeit wirklich über das Schwingungswesen Mensch. Jedenfalls muss, um mit Klang und Rhythmus heilen zu können, die persönliche Rhythmik und die individuelle Klangstruktur des Patienten erst klar erkannt sein, bevor Rhythmusstörungen und psychische Dissonanzen gezielt zu behandeln sind. Diese Schrift möchte behilflich sein, die Schwingungswirklichkeiten unseres Wesens zu erkennen, was weder technischen noch finanziellen Aufwandes bedarf, sondern zunächst nur das kontemplative in uns Hineinhören.