Die spirituellen Wurzeln der Menschheit

Die Weltzeitalter auf der Sternenuhr

ZEITREISE INS UNTERBEWUSSTSEIN DER WELT

Teil 6

Das Widderzeitalter

ca. 2360 bis 160 v.Chr. (Übergang vom Dwapara-Yuga in das Kali-Yuga)

Das Widderzeitalter ist in der menschlichen Entwicklungsgeschichte die Zeit der schriftlichen Überlieferung. Deshalb sind aus dieser Epoche mehr Dokumente und grundlegende Schriften erhalten, als aus den Zeiten zuvor. Sie stellen als die `heiligen Bücher der Menschheit´ das Fundament des heutigen Geisteswissens dar. Zu den ältesten Zeugnisse spiritueller Ganzheitlichkeit gehören die indischen Veden, das chinesische I Ging, die altpersischen Gathas des Avesta, das durch Abraham von Melchizedek empfangene „Buch der Schöpfung“ Sepher Jetzirah und die Darlegung der sieben kosmischen Prinzipien der Beziehung von Mikro- und Makrokosmos durch Hermes Trismegistos in der Tabula Smaragdina. Diese Schriften, die heute nur noch in späteren Übersetzungen vorliegen, sind weit älteren Ursprungs als vermeint und reichen bis in die Anfänge menschlichen Geistesverstehen.

Adam und Eva Das Ur-Evangelium
Die Verheißung des Urevangeliums von der Erlösung aus dem selbsterwählten Zustand der Todeserfahrung, die durch die Entscheidung Adams und Evas gegen die Einheit mit Gott und für die Erfahrung der Bipolarität der Welt (gut/böse, plus/minus, Freude/Leid, Leben/Tod…) – durch den „Genuss“ der verbotenen Frucht vom „Baum der Erkenntnis“ – in das Dasein der Menschheit trat, wird als Hoffnung auf den „Neuen Himmel und die Neue Erde“ in die nachtodliche Zukunft verlegt.
Wenn auch die goldene Zeit der direkten Anschauung Gottes und des Einsseins mit dem Allbewusstsein – gleichsam dem Einssein des Tropfens mit dem Meere – für die Menschheit zu diesem Zeitpunkt des nahenden Kali-Yuga (der Finsterzeit des sich Selbst vergessenden Bewusstseins) bereits weit zurück lag, war es doch der einzelnen Menschenseele jederzeit möglich gewesen, sich mit diesem Meer zurück zu verbinden und Eins zu werden mit dem Licht der Geistigen Sonne in ihrem Seelenherz. Auch jetzt füllt die Liebe Gottes, als das Eine Leben in Allem, das Herzensgefäß des Einzelnen – diesen persönlichen heiligen Gral – mit Lebenskraft. Ihr Licht erleuchtet Jeden, der sich erleuchten lassen mag, und schenkt, gemäß der persönlichen Aufnahmefähigkeit des individuellen Herzensgefäßes, das Erlebnis der Freude der göttlichen Gegenwart.
„Denn Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: Ich will Meinen Geist auf deine Kinder gießen und Meinen Segen auf deine Nachkommen.“ Jes 44,3
Der Strom aus der Quelle des Geistigen Lebens teilte sich also (analog zur Teilung der Ursprache) im Widderzeitalter in fünf Flüsse, die gespeist wurden durch ihre Verbindung zum Meer des göttlichen Allbewusstseins.

Es ist die Uroffenbarung auch gleichsam die Erinnerung an die Geistige Sonne, die von den fünf spirituellen Richtungen in ihrer Leucht- und Wärmekraft sehr verschieden intensiv widergespiegelt wird. Tatsächlich schließen diese 5 Wege einander nicht aus, sondern ergänzen sich vollkommen. Den Anhängern des einen oder anderen Weges strahlt das Geisteslicht der göttlichen Offenbarung in unterschiedlicher Intensität: ungleich strahlender als tausend Sonnen, wo die göttliche Wahrheit im Mittelpunkt steht; gleißend und brennend dort, wo die Gerechtigkeit Gottes im Vordergrund steht; im hellsten, wärmendsten Licht aber scheint diese Lebenssonne dort, wo die Liebe im Zentrum der Anschauung steht.

Immer schon – zu allen Zeiten – trat Gott aus dem „unzugänglichen Licht“ Seiner Geistigen Sonne, um den Menschen als selber „Mensch“ entgegenzutreten und ihnen nach der Verheißung des Urevangeliums – nicht nur lebendig im Herzen – sondern als menschgewordene Liebe Gottes nahe zu sein. Er erschien nicht nur Adam und Eva im Vierstromland des Paradieses, oder Abraham als Melchizedek – dem König der Könige, sondern Gott Selber, der Schöpfer aller Universen, kam auch als Krishna in vielen Inkarnationen auf die Erde (siehe die `Bhagavadgita´). Der flötespielende Krishna ist die Personifizierung der Freude Gottes, der in vielerlei Gestalt (Avatare wie z.B. Govinda…) die Menschen in Indien aufsuchte, um ihnen den Weg zur Erleuchtung zu weisen.

Geistige SonneDer spirituelle Baum der Menschheit
Die Erinnerung an das Wissen der Uroffenbarung des ersten Zeitalters, das – vielmehr als bloßes Verstandesverstehen – geistiger Kraftstrom und lebendige Verbindung zwischen Gott und dem Menschen war, entwickelte sich im Widderzeitalter zu fünf verschiedenen Beschreibungen der einstmals ganzheitlichen Anschauung. Wenn auch inzwischen das Wurzelwerk des spirituellen Lebensbaumes sich im dichten Adergeflecht zahlloser Glaubenswege verzweigt und verästelt hat, gehen doch im Wesentlichen alle spirituellen Erfahrungen auf mindestens eine der fünf Wurzeln zurück. Diese fünf Hauptwurzeln des spirituellen Baumes der Menschheit sind fünf verschiedene Perspektiven der Einen Wahrheit, die jeweils sehr unterschiedliche Aspekte der Ganzheitlichkeit sehen. Die fünf urerinnerlichen Anschauungen Gottes, die im Widderzeitalter gründen, sind diese:

Die 5 spirituellen Wurzeln des „Lebensbaumes“:

– die von den sieben Rishis begründete urindische, vedische Quelle der Urweisheit;

– die durch Thot-Hermes überbrachte ägyptische Einweihung;

– die mosaische Tora, als hebräische Überlieferung der Uroffenbarung;

– die durch `Zarathustra´ überlieferte urpersische Religion;

– das chinesische Wissen vom überbipolaren Aufbau und dem Sinn der Welt.

Die brahmanische Wurzel des Ur-Evangeliums

Hindus
Die Perser nannten die arischen Stämme, die sich in Indien in der Nähe des Flusses Sindu (Indus) nieder gelassen hatten, `Sindus´. Aus dem `Si´ wurde im Laufe der Zeit `Hi´. Seitdem werden die Urschriften der indischen Erinnerungen an das Urevangelium hinduistisch genannt und der Glaube daran `Hinduismus´ (obwohl es sich hier um keine dogmatische Religion handelt, sondern es sehr viele tolerierte Glaubensrichtungen gibt). Die `Hindus´ sind somit die Gläubigen des indischen Zweiges der arischen Urreligion. Obwohl die vielen (oft seltsam anzuschauenden) Gottheiten den Eindruck erwecken, im „Hinduismus“ gäbe es viele Götter, gibt es in der vedischen Wurzel des spirituellen Baumes ebenso wie in der urpersischen, hebräischen und christlichen Religion sowohl die göttliche „Dreieinigkeit“, wie auch den Einen Gott, der Alles in Allem ist.

Trimurti (Sanskrit: trimūrti; „drei Formen des Einen“) stellt die Dreieinheit des göttlichen Schöpfers als Erschaffer, Erhalter und Umformer dar. Die brahmanische Dreieinigkeit: Brahma, der Schöpfer des Universums; Vishnu, der Bewahrer und Erhalter; Shiva, der zur Ermöglichung von Prozessen der Erneuerung und Entwicklung das Unvollkommene zerstört.
„Der göttliche Name Keshava (= Jeshua = Jesus) ist der wichtigste Name. Er besteht aus den drei Silben ka, isha und va, die die göttliche Dreieinigkeit Brahma, Îshvara und Vishnu repräsentieren. Keshava symbolisiert also die Prinzipien der Erschaffung, Erhaltung und Auflösung des noch Unvollkommenen. „Wenn der Mensch über den göttlichen Namen Keshava meditiert und seine Bedeutung versteht, kann er sein wahres Selbst erkennen.“ (Sathya Sai Babas)

Atman – Brahman – Prajâpati
Atman ist ein anderer Begriff für Gott. Brahman ist Sein Synonym. Brahman ist auch Prajâpati (= Herr der Geschöpfe und des Universums).

Krishna
Der Eine Gott der monotheistischen brahmanischen Religion ist die personifizierte göttliche Freude, die in vielen Inkarnationen (Avatare) sich in allen Gott- und Halbgottheiten manifestiert: der Flöte spielende Krishna. Das chanten der Hymne und des Lobgesangs „Hare Krishna hare hare“ soll in den Lobpreisenden durch Schwingung das `Krishna-Bewusstsein´ wecken.

Die Sieben Rishis
Die vedische Religion ist nicht von einem Religionsstifter begründet worden (wie die zoroastrische oder die mohammedanische), sondern im Laufe einer langen Zeit von vielen erleuchteten und inspirierten Weisen (ähnlich den Propheten des Alten und Neuen Testaments jüdischer und christlicher Offenbarung) übermittelt worden. Diese Weisen werden in Indien als Rishis bezeichnet. Sie haben die göttlichen Wahrheiten in lebendiger Selbsterfahrung durch Innenschau erfahren. Die ältesten und wundermächtigsten `Sieben Rishis´ waren – nicht lange nach der Sintflut – Schüler des ´Manu´, den man in Mesopotamien `Utnapischtim´ und in den mosaischen Überlieferungen `Noah´ nennt. Die Sanskritsilbe `Rsi´, die dem Wort Rishi zugrunde liegt, kann von der Wurzel `rs´ (= sehen) abgeleitet werden. Der Rishi ist also ein Seher der inneren Wahrheit.
„Ein bewusstes Wesen steht im Zentrum des Selbstes, das die Vergangenheit und die Zukunft regiert. Es ist gleich einem Feuer ohne Rauch… dies gilt es mit Geduld vom eigenen Körper zu entwirren.“ (Katha Upanishad IV.1213)

Die Veden
Den Sieben Rishis werden die Urschriften der Veden (die ältesten heiligen Bücher der Inder) zugeschrieben. Ihre Texte entstammen den Regionen der Höheren Wirklichkeit des Bewusstseins aus dem unmittelbaren Erleben der Gegenwart Gottes. In diesen vedischen Schriften wird der Weg des Lebens anschaulich aus lebendiger Erfahrung (Yoga) nachvollziehbar beschrieben.
„Bei jedem Gipfel, den wir stürmen, müssen wir umkehren und seine Kraft und seine Erleuchtung unten in unsere sterblichen Bewegungen herabbringen.“ (Sri Aurobindo „Die Synthese des Yoga“)

Sanatana Dharma
Die Kenntnis der geistigen Existenz des Menschen ist „Sanatana (Sanskrit: = ewig) Dharma“ (Sanskrit = Ethik). `Sanatana Dharma´ bedeutet das Leben im Einklang mit den ewigen Werten und das Einssein mit der kosmischen und überkosmischen Existenz Gottes. Das Sanatana Dharma bezeichnet die ewigen spirituellen Gesetze, die von den Sehern oder Rishis im Zustand der Erleuchtung geoffenbart wurden. Sanatana Dharma offenbart sich durch die göttliche Erkenntnis in vielen Weisen und Sehern, Propheten … und Gläubigen. Es offenbart sich im Hier und Jetzt Jedem, der sich der göttlichen Erkenntnis im eigenen Herz öffnet. Gott offenbart Sich – ungeteilt und ganz. Sein Licht erleuchtet alles. „Ein Licht, nicht von Sonne, Mond und Feuer geboren; ein Licht, das innen wohnt und innen sieht, verbreitet eine innige Sicht…“ (Sri Aurobindo: „Savitri“)

Sat Chit Ananda
Gott ist im Sanatana Dharma das Eine, höchste, reine, unendliche Wesen. Sein Wesen ist das unendliche Selbst in allem, Sat-Chit-Ananda, reine Existenz, reines Bewusstsein und reine Seligkeit. Er ist. (`Sat´ ist das, was unveränderbar und ewig ist; `Chit´ ist Bewusstsein; `Ananda´ ist Freude.)

Das göttliche Bewusstsein
„Ihr seid Er. Das ist die ewige Wahrheit – Tat tvam asi, ihr seid Das.“ (Sri Aurobindo: „Collected Poems“) Das Göttliche ist in jedem Menschen als (latentes) Bewusstsein gegenwärtig. Gott ist das innerste Selbst in Allem. Der Mensch ist von Gott befähigt Eins mit Ihm zu sein. (Die urevangelische Verheißung der Rückkehr aus der bipolaren Gespaltenheit der Welt in die Einheit mit Gott). „Ist das Unterbewusste unsere evolutionäre Vergangenheit, so ist das Überbewusste unsere evolutionäre Zukunft…“ (Satprem „Das Abenteuer des Bewusstseins“)

Mahapurusha
Das brahmanische `Mahapurusha´(skrt: große Seele; Meister) bezeichnet die Erfüllung des Lebenszieles: Die `Einswerdung´. Das ist das Ziel allen Lebens: Die Identität mit Gott. „Der Geist, welcher hier im Menschen weilt, und der Geist, welcher dort in der Sonne weilt, sind wirklich ein Geist, und es gibt keinen anderen. Wer auch immer denkt `Anders ist Er, und anders bin ich´, der weiß nichts.“ (Taittiriya Upanishad X.) Oder um es mit dem christlichen Mystiker `Meister Ekkehard´ (1260-1327) zu sagen: „Es gefällt Gott, sich im Menschen Seine Schöpfung anzuschauen.“

 

Die alt-ägyptische Wurzel der Uroffenbarung

Auch die ägyptische Wurzel der Rückerinnerung an das Urevangelium ist eine der grundlegenden Gottesanschauungen der Menschheit. Ungeachtet der Besonderheiten in der Schreibung von Namen oder der Hervorhebung bestimmter Aspekte, ist sie eindeutig desselben geistigen Ursprungs und schöpft aus derselben Einen Quelle aller Quellen.
Über diesen zweiten Fluss, den diese Quelle hervorbrachte und durch die Jahrtausende speiste, ist die Alt-Ägyptische Erinnerung an die Eine Urreligion, die eng mit anderen Wurzeln des spirituellen Baumes und insbesondere mit dem semitischen und später auch mit dem christlichen Glauben verbunden ist.

Mysterien-Schauspiel von Memphis
Nicht zufällig beginnt das 5000 Jahre alte Mysterienschauspiel von Memphis ebenso wie das Johannes-Evangelium: „Am Anfang war das Wort.“ Joh 1,1
Auch der zentrale Glaubenssatz des mosaischen Testamentes, der in kürzester Form das `Woher?´ und das `Wohin?´ klärt, findet sich wortgetreu im Glaubensbekenntnis des ägyptischen Hierophanten (Oberpriester) wieder: „Gott schuf den Menschen nach Seinem Ebenbilde“.

Der ägyptische Monotheismus
Trotz des scheinbaren Vielgötter-Pantheon der alten Ägypter war die ägyptische Religion nicht erst (wie vielfach von Geschichtsforschern behauptet) seit Echnaton monotheistisch. Bereits sehr viel früher benannte die Theologie von Memphis den „Gott der Götter“ Ptah, der durch seine Zunge und sein Herz den Sonnengott (Re) erschaffen habe. Dies weist analog dem indischen „Nada brahma“ (Gott ist Schwingung) und dem hebräischen Schöpfungswort „Es werde!“ (Schwingung des Wortes), ebenfalls auf den Schöpfungsprozess durch das göttliche Wort (Schwingung) hin.
Ptah war (analog zu den Avartaren Krishnas) umgeben von anderen Göttern, die Teile seines Selbstes waren (z.B. Horus als seine Intelligenz…). Denn es war so, dass die alten Ägypter, als sie noch im Vollbesitz der ganzheitlichen Schau waren, jeder Eigenschaft Gottes einen eigenen Namen gaben. Erst im Laufe der Zeit vergaß man, dass diese Namen ursprünglich die Eigenschaften des einen Gottes bezeichneten und betete sie schließlich als eigenständige Gottheiten an. Echnaton brachte den urägyptischen Glauben an den Einen Gott lediglich wieder in Erinnerung. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg, da die Priesterkasten der vielen Gottheiten – um ihre Pfründe gebracht – nach seinem Tod die alte Ordnung (bzw. die alte Unordnung) wieder herstellten.

Bei allem, was bereits zuvor über das „Ägyptische Totenbuch“, den herzwiegenden Thot und den schriftbringenden Hermes Trismegistos gesagt wurde, wird insbesondere ein späteres Kapitel über das „Ur-Alphabet“ der einstigen Ursprache die innige Beziehung des ägyptischen Tarot und der hebräischen Kabbala belegen und näheren Aufschluss über die Bedeutung geben, die die ägyptische Wurzel des spirituellen Baumes für die Geistigkeit der Menschheit hatte und hat.
Deshalb ziehe an dieser Stelle der Blick gleich weiter zu der nächsten der fünf Wurzeln des spirituellen Baumes der Menschheit: der jüdischen Wurzel, die ebenfalls im Urevangelium gründet, das Gott Adam und Eva – gleich nach ihrem Sturz aus der Einheit mit Gott in die Bipolarität der Welt – verheißen hatte.

 

Die jüdische Wurzel des Urevangeliums

Auch die noah-abrahamitische Bibel ist eine der fünf Hauptwurzeln, die das Urevangelium (Protevangelium) aus der Zeit des Anbeginns über das Stierzeitalter ins Widderzeitalter trug. Dort ist – gleich nach dem Sturz von Adam und Eva aus der Gotteseinheit in die Zweigespaltenheit dieser Welt – von dem Erlöser die Rede, der dereinst der Menschheit den Weg aus der Bipolarität zurück in das Einssein mit Gott weisen würde.
In der Tora erneuert Gott mit Abraham den Bund, den Er mit Noah geschlossen hatte, und macht dadurch die Juden zu Seinem `auserwählten Volk´. Durch die Verständnisprismen von Moses und den Propheten im Kontext ihrer Zeit inspirierte der göttliche Geist dieses heilige Buch Selbst. Die jüdische `Tora´, das christliche `Alte Testament´ (und später – im Fischezeitalter – der daraus extrahierte Koran) begründen sich in dieser göttlichen Offenbarung.

Morija
Das Widderzeitalter hatte mit dem Augenblick begonnen, als Abraham auf dem „Berg in der Nähe Jerusalems, der später Golgatha genannt werden sollte“ (Ephraim der Syrer), auf dem Berg Morija (der heutige Tempelberg) den Widder schlachtete, den ihm ein Engel zur Opferung gab, statt seines Sohnes Isaak.

Die Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei
Am Übergang des vorübergehenden Stierzeitalters zum beginnenden Widderzeitalter hatte sich in der semitischen Ahnenfolge der Nachfahren Abrahams aus den 12 Stämmen der Söhne Jakobs (Israels) bereits ein Volk entwickelt, das längere Zeit in Ägypten (zuerst als die hochangesehene Sippe des Pharaovertrauten Josef – dann als geknechtetes Sklavenvolk) zugebracht hatte und dort zahlreich geworden war. Am Wechsel der Zeitalter stand der Auszug dieses Volkes aus Ägypten nach `Kanaan´, in das verheißene Land der Väter, der Urheimat Abrahams. Sie hatten zu ihrer Identität nicht nur das Urevangelium ihrer direkten Vorfahren von Noah über Sem bis auf Abraham und den 12 Stämmen aus der vorsintflutlichen adamitischen Kultur mündlich überliefert, sondern auch die altägyptische spirituelle Anschauung und deren Wissen vom Sein assimiliert. Diese Führung zeichnete sie einmal mehr als das „Auserwählte Volk Gottes“ aus.
Nachdem sie so durch die Macht Gottes („Die 7 Plagen“…) aus dem Machtbereich des Pharao und der Knechtschaft befreit wurden, führte Moses sie auf jenem langen Treck (40 Jahre) durch die Wüste. Moses schrieb, von der lebendigen Kraft des Geistes erfüllt, als Eingeweihter in die ägyptischen Mysterien wie auch in Kenntnis des durch Noah überlieferten Urevangeliums, das Testament des Zweiten Bundes, den der Eine Gott durch Noah mit der Menschheit schloss.
Diesen Bund, den Gott nach dem Bruch des Ersten Bundes durch Adam und Eva mit Noah erneuerte, in Abraham segnete und nun durch die Befreiung „Seines Volkes“ aus Ägypten offensichtlich wunderbar hielt. Denn nicht nur, dass Er ein wehrloses Volk aus der Gewalt eines mächtigen Unterdrückers riss, Er tränkte und ernährte es auch auf dem vierzigjährig langen Weg durch die Wüste.

Das Goldene Kalb
Und wieder brach der Mensch, wie schon zuvor beim Sündenfall im Paradies und der Erbauung des luziferischen Götzenthrons babylonischer Magie, den Bund mit Gott, indem dieser undankbare Auserwählte dort in der Wüste, trotz aller ihm ersichtlichen göttlichen Wunder, ein `Goldenes Kalb´ goss. Ein Goldenes Kalb ( – das eigentlich ein Stier hätte werden sollen, doch dafür reichte das Gold nicht). Ein Stier! Die Remineszenz an die babylonischen Magier, deren Magie zum Sturz des Turmes zu Babel geführt hatte. Das Auserwählte Volk huldigte dem Mithraskult und betete den Satan an! Und das gerade in jenem Augenblick, als Gott auf dem Berg Sinai Moses die `Zehn Gebote´ gab. Kein Wunder, dass Moses, als er vom Sinai herunterkam und das Volk um das Goldene Kalb herum tanzen sah, die Tafeln aus Stein vor Wut zerbrach.

 

Die persische Wurzel des Urevangeliums

Zarathustra
Besonders auf den nahöstlichen und indischen Teil der Welt hatte die Lehre des `Zarathustra´ (griech.: Zoroaster) einen großen spirituellen, kultur- und sprachbildenden Einfluss. Er stammte südlich vom Aralsee, wahrscheinlich aus dem Gebiet von Baktrien/Turkmenistan, wo er vermutlich etwa 700 v.Chr. geboren wurde.

Religions-Gründer
Nicht nur im Hinblick auf Zarathustra ist festzustellen, dass kein Religionsgründer je eine neue Religion erfunden oder eine neue Wahrheit enthüllt hat. Die Gründer und Propheten aller fünf Wurzeln und Wege sind in Wahrheit alle nur Vermittler, nicht aber tatsächliche Schöpfer der Weisheit, die allein von Gott ist. Soweit ein Mensch weise ist, ist die Weisheit Gottes in ihm lebendig.

Gathas des Avesta
Seine Lehre ist im „Avesta“, einer Sammlung von Psalmen, `Gathas´ genannt, aufgezeichnet. Avesta bedeutet „Wissen“ und ist vom Wortstamm verwandt mit der germanischen Wurzel `vid´ und dem indischen `Veda´ (= Weisheit). Durch die Verwandtschaft mit den Veden, den heiligen Schriften der Inder, lässt sich das `Avesta´ auf 1000 v. Chr. zurück führen, tatsächlich aber reichen die mündlichen Überlieferungen bis in die Urzeit geistigen Menschseins. In dem Avesta erkennen wir (wie in der ägyptischen, der hebräisch/arabischen Sprache und dem indischen Sanskrit) ebenfalls eine Wurzel der Ursprache.

Ahura Mazda
Herodot, der griechische Geschichtsschreiber (5. Jahrhundert v. Chr.) bestätigt, dass die alten Perser Monotheisten waren. Ihr Gott, Ahura Mazda, wird als Erschaffer von Himmel und Erde verehrt. Im alten Persien gab es für Ahura Mazda kein Bildnis, sondern es wurde das Licht bzw. des Feuer als Symbol für Ihn gewählt.

Die Analogie des Feuers
Anders als bei den Babyloniern, die in der Stierzeit das Feuer als Götzen anbeteten, war es den Persern ein Gleichnis: das Feuer versinnbildlichte „die Liebe Gottes“, das Licht war Symbol für „die Wahrheit“, und die ausstrahlende Wärme des Feuers war ihnen das Bild für den Heiligen Geist.
Die Inder nennen dieses Urfeuer `Agni´. „Agni ist in Erde und Himmel eingedrungen, als wären sie Eins.“ (Rig Veda III.7.4) „Das Feuer des Geistes in der Materie.“ (Sri Aurobindo) „Dieses höchste Agni in der Materie und in den Zellen des Körpers ist die Hebelkraft der Transformation des Körpers und der physischen Veränderung der Welt.“ (Satprem, „Das Abenteuer des Bewusstseins“)

Das Leben nach dem Tod
Auch Zarathustra verheißt die Unsterblichkeit der Seele und das Leben nach dem Tode, was eine der Übereinstimmungen aller Religionen und Mysterienschulen der Welt ist. Im alten Persien (Iran) war die Trauer um verstorbene Angehörige nicht üblich, weil man davon ausging, dass der Geist des Verstorbenen seinen diesseitigen Reifeprozess hinter sich gebracht hatte, der es ihm nun erlaube, seinen Weg zum ewigen Licht, als dem Ziel des Lebens, auf einer höheren Stufe fortzusetzen.

Die 7 Amesaha Spentas (Erzengel)
Den Schöpfergott Ahura Mazda umgeben Seine Gehilfen, zahllose Engel und Geister. Die sieben obersten Engel – analog den sieben Erzengeln des Juden- und Christentums, heißen „Amesaha Spentas“, unsterbliche Engelsgeister, in denen die sieben Eigenschaften Gottes mächtig sind.

Ahriman (Luzifer)
Der Erste der Sieben war `Ahriman´, der sich durch die Abkehr von der göttlichen Liebe zum Widersacher gegen Ahura Mazda, den Einen, aufwarf und so die Polarität ins Universum brachte.
Ahriman, die verkörperte Eigenliebe, ist die Wurzel allen Übels. Ihm vergleichbar ist in der jüdischen und christlichen Überlieferung der `Satan´ oder `Luzifer´ genannte erstgeschaffene Geist Gottes. Auch ihn begleitet eine endlose Schar von Teufeln und Dämonen, die die ganze Welt bevölkern und Lug und Trug, Leid und Zerstörung verbreiten. Die Urbilder der Teufel in Zarathustras Darstellung sind die alten Naturdämonen und Götter jener verirrten Iraner, deren Irrglaube und Götzendienst im Stierzeitalter zum weit verbreiteten Vielgötterglauben (Pantheismus) und dem eigentlichen Satanskult geführt hatten, der bis heute ein Machtfaktor der Welt ist. „Sie haben den bösen Geistern geopfert und nicht ihrem Gott, den Göttern, die sie nicht kannten, den neuen, die vor kurzem erst aufgekommen sind, die eure Väter nicht geehrt haben.“ (5 Mose 32,17)

Zend Avesta
Im älteren Avesta hat Ahura Mazdah noch alles erschaffen. Im jüngeren `Zend Avesta´ erschuf Er nur die guten Dinge. „Alles Böse und Unreine hat Ahriman geschaffen.“
Wesentliche Punkte der Glaubenslehre Zarathustras, die ersichtlich in Beziehung zur Offenbarung Johannis steht (die allerdings erst im Fischezeitalter geoffenbart wurde), sind beispielsweise folgende:

Endzeit
– `Dreitausend Jahre nach Zarathustra wird `Ahriman´ mit seinen Dämonen den letzten Kampf um die Weltherrschaft führen und dadurch die Welt in Brand setzen.

Saošyant
– Dann wird der Heiland `Saošyant´ kommen und die Toten auferwecken; Er wird Ahriman endgültig besiegen.
Urbilder des Evangeliums
In einer ansonsten in allen Völkern ringsum götzenanbetenden, finsteren Zeit, ist in der Lehre Zarathustras in vielem die Rückbesinnung auf die Uroffenbarung zu erkennen: das „Jüngste Gericht“, „Ahriman – Satan“, die „Engel“, der „Sündenfall“, die „Jungfräuliche Geburt“ und der „Heilige Geist“ sind alles urevangelische Urbilder, auf die sich gleichermaßen wie Zarathustra auch die Juden und die Christen beziehen.

Wahre Spiritualität
Wahre Spiritualität ist ungeteilt und Eins. Sie verbindet das Menschenherz mit der höheren göttlichen Wirklichkeit, macht es zum Tempel oder zur Kirche und lädt die Liebe Gottes zur Einwohnung ein. Eine der zentralen Aussagen der Lehre Zarathustras ist, dass jeder für seine Taten selbst verantwortlich ist. Wohl nicht zuletzt aus diesem Grund legten die alten Perser viel Wert auf ihre Beziehung zur Umwelt (Herodot, Buch 1, 138). Es sollte alles getan werden, die vier Elemente `Wasser, Luft, Feuer und Erde´ rein zu erhalten. Herodot berichtet in seinem ersten Buch über die Alten Perser: “Die Knaben lernen vom fünften bis zum zwanzigsten Lebensjahr nur dreierlei: Reiten, Bogenschiessen und die Wahrheit sagen“, denn die Philosophie Zarathustras basiert auf den drei Grundsätzen: `gut zu denken´,`gut zu reden´ und `gut zu handeln´.

Nicht zuletzt der Verzicht auf rituelle äußerliche Prozessionen sollte in der persischen Religion Zarathustras zu mehr Innerlichkeit des Menschen führen. Eine ungewöhnlich hohe Achtung vor Andersdenkenden führte dazu, dass der missionarische Eifer, im Vergleich zu anderen Religionen, bei den Anhängern Zarathustras weniger ausgeprägt war, worin vermutlich der Hauptgrund für die geringe Verbreitung dieses Glaubens zu sehen ist.

Parsen
Heute, zu Beginn des 21.Jahrhundert, leben kaum mehr als hunderttausend Gläubige (die `Parsen´ in Indien), die Zarathustra`s Lehre weitertragen.

Gleichberechtigung
Geschichtliche Quellen informieren darüber, dass im Großpersischen Reich Frauen nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung der Geschlechter hohe Staatsämter innehatten und sogar als Königinnen (z.B. Purandokht) das Reich regierten.

Zerstörung der altpersischen Kultur durch Alexander
Der Sieg von Alexander dem Großen über die Achaemeniden-Dynastie und die Inbrandsetzung Persepolis, der Kulturstätte Persiens, bei der die Bibliotheken und gesamten Aufzeichnungen
dieser persischen Kultur, Philosophie und Wissenschaft vernichtet wurden, ist der wesentliche Grund für das ins Vergessensinken dieser hochstehenden Kultur, die der heutigen Menschheit
(gerade hinsichtlich Umweltschutz und Gleichberechtigung) wertvolle Impulse geben könnte.

Einfluss auf die abendländische Kultur
Immerhin hat Herodot es nicht versäumt, Teile dieser Bücher vor ihrer Vernichtung ins Griechische zu übersetzen. Die haben dann als Teil der griechischen Wissenschaft und Philosophie die westliche Kultur des Abendlandes grundlegend beeinflusst.

 

Die chinesische Wurzel der Ur-Offenbarung

Im alten China wurde besonders derjenige Aspekt bewahrt, der dem Menschen das Verständnis des Schöpfungsplanes und der göttlichen Weisheit veranschaulicht. Dafür gingen der chinesischen Anschauung andere Aspekte, die mehr von den anderen Wurzeln der Urreligion, (des Urevangeliums) erhalten wurden, weitgehend verloren.
Am Bild der Geistigen Sonne, die den fünf Glaubensrichtungen des Widderzeitalters unterschiedlich nah ist, kann man sagen, dass ihr Weisheitslicht in der chinesischen Überlieferung zwar hell, doch wie von ferne strahlt, ohne recht zu erwärmen, weil ihr die zentrale Liebebotschaft fehlt.

I Ging – Das Buch der Wandlung
Das älteste Weisheitsbuch Chinas ist das etwa 4000 Jahre alte I Ging (wörtlich: das `Buch der Wandlungen´), auf das auch wegen seiner wissenschaftlichen Aktualität im folgenden etwas näher eingegangen werden soll:
Wie die Offenbarungen und heiligen Bücher der anderen Religionen und Weltanschauungen entstand das I Ging über einen langen Zeitraum hinweg, unter Mitwirkung mehrerer Erleuchteter, Propheten oder Weiser, durch Inspiration des göttlichen Geistes. Doch der tatsächliche Ursprung dieses Wissens geht zurück bis in die Zeit der göttlichen Offenbarung des Urevangeliums.
Die Grundlage zum I Ging, dem Buch der Wandlungen, schöpfte Fu Hsi, der mythische chinesische Urkaiser vorsintflutlicher Zeit, der ein visionäres Erlebnis hatte: Er sah, wie ein „Drachenpferd“ aus den Fluten des Hoangho, des gelben Flusses, aufstieg, das auf dem Rücken seltsame Zeichen oder Markierungen trug.

Ho-Tu Lo-Shu

Kaiser Fu-Hsi
Diese Zeichenfolge, die sogenannte „Ho-Tu-Karte“, stellt die Ordnung der Welt in ihren beiden Polen dar, die so geteilt des Menschen Wahrnehmung ist, seit er im Paradiesgarten die Frucht vom Baum der Erkenntnis des „Wahren und Falschen“ pflückte. In der Beschreibung Fu Hsi`s der Grunderscheinlichkeiten des Lebens in ihren Beziehungen und Wandlungen, vermittelt die Grundprinzipien der göttliche Weisheit und die Gesetzmäßigkeiten der Schöpfung.

Kaiser Yu
Der erste chinesische Kaiser nach der Sintflut, Yu, sah in einer Vision eine „Schildkröte“ im Lo-Fluss auftauchen, auf deren Panzer eine andere Kombination von Zeichen zu sehen war, die die Weiterentwicklung der Ho-Tu-Karte durch Verdopplung zeigte. Diese Zeichen sind als „Lo-Shu-Karte“ bekannt. Sie zeigt, wie aus der Eins die Zwei hervorgeht und aus deren Verbindung die vier elementaren Grund-Charaktere: Vater, Mutter, Sohn und Tochter; und zu diesen vier Hauptrichtungen des Himmels noch vier weitere in Dopplung: Vater, Mutter, 1. Sohn, 1. Tochter; 2. Sohn, 2. Tochter; 3. Sohn, 3. Tochter.

Die Gemeinsamkeit des I Ging mit der Arche Noah
In dieser Familie, die nicht zufällig der Familie Noahs mit ihren 3 Söhnen und deren 3 Frauen entspricht, die die Arche Noah aus der vergangenen Welt in die neue hinübertrug, spiegeln sich alle Verhältnisse der Welt.
Wie die Wurzeln des I Ging aus 8 Trigrammen besteht (Vater Himmel, Mutter Erde, drei Söhne und drei Töchter), befanden sich also in der Arche Noah genau 8 Menschen (Noah, seine Frau, ihre drei Söhne Sem, Ham, Japhet und deren Frauen).
In der Genesis steht der Bauplan der Arche beschrieben: „Und mache ihn (den Kasten) so: 300 Ellen sei die Länge, 50 Ellen die Breite und 30 Ellen die Höhe. Ein Fenster sollst du daran machen obenan, eine Elle groß. Die Tür sollst du mitten in seine Seite setzen. Und er soll 3 Stockwerke haben, eines unten, das zweite in der Mitte, das dritte oben.“ 1 Mose 6,15

Die Maße
Die folgende Feststellung wird sich in ihrer Tiefe insbesondere durch die Kapitel „Das Ur 1×1“ und „Das Ur-Alphabet“ deutlicher erklären: Der Zahlenwert 300 entspricht gematrisch dem hebräischen Buchstaben `schin´; die Zahl 50 dem Buchstaben `nun´; und 30 dem Buchstaben `lamed´. Diese drei Buchstaben bilden auch die Wurzeln des Wortes „laschon“ (30-300-50), das „Sprache“ bedeutet. Hierin drückt sich aus, dass neben der geschichtlichen Arche, die Sprache selbst eine (geistige) Arche ist, die hinüberträgt – über die alle Welt hinweg spülende `Sündflut´- in das Reich des Geistes und des immer tieferen Verstehens.

teba
Das Wort Arche heißt hebräisch `teba´ und kommt in den 5 Büchern Moses nur zweimal vor, nämlich in der Sintfluterzählung und dort, wo die `teba´ als das `Kästlein´ beschrieben ist, in dem der Säugling Moses von seiner Mutter im Schilfmeer ausgesetzt wird, weil laut Erlass des Pharaos alle männlichen Nachkommen der Hebräer getötet werden sollen. Die Tochter des Pharaos findet diese `teba´ und rettet so das Leben des Kindes. (2 Moses 2,3)
Das Wort `teba´ (ursprachlich: „Schafft Neu-Geburt“) ist im Hebräischen nicht nur für Arche und Kasten gebräuchlich, es bedeutet auch „Wort“ und „Naturgesetz“. Was also aus der todgeweihten Welt hinüberträgt und das Leben rettet, ist das `Wort´. Zählt man nun die Zahlenwerte, der zum Bau der Arche angegebenen Maße zusammen, wird die enge Beziehung zwischen der Bibel und dem I Ging noch deutlicher:
300 Ellen + 50 Ellen + 30 Ellen + 1 Elle + 3 Stockwerke = `384´. Dies ist die Zahl der Linien aller 64 Hexagramme (6 x 64) des I Ging.

I Ging und die DNS-Struktur
Erst seit 1953 weiß die Molekularbiologie um das Riesenmolekül DNS (DesoxyriboNukleinSäure), dem Grundbaustein des Lebens, den Francis Crick und James Watson entdeckten. Jedes Lebewesen enthält im Inneren seiner Zellen solche Moleküle, die unter dem Elektronenmikroskop wie zwei ineinandergewundene Spiralen oder Strickleiter aussehen.

Pyrimidine und Purine
Die Biochemie hat die zwei Bauelemente dieses Moleküls definiert: Die sogenannten Pyrimidine und Purine. Jede dieser Gruppe unterteilt sich wiederum in zwei Typen, die man Basennukleotid-Moleküle nennt.

Aminosäuren T, C, G , A
Sie werden Thymin (oder Uracil), Cytosin, Guanin und Adenin genannt (T [oder U], C, G und A) – und sind die vier Grundeinheiten des biologischen Lebens. Diese Aminosäure-Verbindungen bilden Gruppen, die bestimmte Voraussetzungen für die Vererbung bedeuten und sich gemäß göttlichem Plan zur „Doppelspirale“ verbinden.
64 Triplets (Codone)
Jeweils drei dieser Komponenten finden in scheinbar beliebigen – aber sehr bedeutungsvollen Verbindungen – zu sogenannten „Triplets“ zusammen, die als die 64 `Grundworte´ oder `Codonen´ den genetischen Bauplan in Form der Spiralen-Kette der Doppelhelix bilden. Welches Triplet auf welches folgt, ist die spezifische Information im genetischen Programm eines jeden Lebewesens.

Doppelhelix
Die DNS-Spirale ist deshalb ein Doppelstrang, damit sich bei jeder Zellteilung (Verdopplung) die geteilten Hälften komplementieren können. Nur diese `Technik´ sichert die biologische Fortpflanzung.

64 Hexagramme des I Ging
Erstaunt kann zwischen der erst kürzlich entschlüsselten DNS-Struktur und den Zahlenverhältnissen des I Ging die volle mathematische Übereinstimmung festgestellt werden.
Die DNS – als Struktur des Aufbaues allen biologischen Lebens steht in einer entsprechungsreichen Verbindung mit der Grundstruktur des Aufbaues allen seelischen Lebens, wie es die Symbolik des I Ging darstellt. Diese Struktur stellt sich (wie die Grundstruktur der DNS, mittels derer sämtliche genetische Informationen gespeichert und weitergegeben werden) als System von 64 Hexagrammen dar. Die Pyrimidine und Purine in ihrer zweifachen Erscheinlichkeit als die vier Bausteine (T, C, G, A) sind das Prinzip des binären Systems, das in der I Ging-Symbolik im Bild von `Yang´ und `Yin´ ersichtlich und begreifbar wird, jenem Bild der Urpolariten von `Schwarz und Weiß´, `männlich und weiblich´, die sich, eins das andere in sich tragend, in einem Kreis (oder einer Kugel) zu einer Ganzheitlichkeit verbinden.

Die Polaritäten Yang und Yin
Die vier Erscheinungsformen, in denen die beiden Polaritäten im `Buch der Wandlungen´ auftreten, sind diese:
– das `Große Yang´ (= Weiß, das zeugende männliche Prinzip) in unveränderlicher Qualität
– das `Kleine Yang´ = im Zustand der Wandlung;
– das `Große Yin´ (= Schwarz, das empfangende weibliche Prinzip); in unveränderlicher Festigkeit
– und das `Kleine Yin´ = im Zustand der Wandlung.

Der mathematische Aufbau des I Ging ist also dergleiche wie der biochemische Aufbau der DNS-Struktur. Beide Strukturen gehen zurück auf dasselbe System: Aus der Verdoppelung von Yang und Yin und der Addition von jeweils drei Einzelkomponenten (Triplets) entstehen acht Zeichenkombinationen, die 8 Trigramme. Durch die Verbindung jedes dieser Trigramme mit einem anderen ergeben sich (8 x 8 =) 64 Möglichkeiten der Wandlung. Diese 64 Hexagramme sind sozusagen der „Code des Lebens“ oder der „Bauplan der Schöpfung“. Er stellt in einer mathematischen Elementarlehre das System der Logik der göttlichen Ordnung dar und veranschaulicht den Grund der Dinge in ihrer gegenseitigen Beziehung und ihrem Wandel.

I Ging, DNS und der binäre Code
Diese 64 Grundformen oder archetypischen Verhaltensmuster bezeichnen also nicht nur alle denkbaren individuellen psychischen Seinszustände und alle Möglichkeiten gesellschaftlicher, politischer und sozialer Prozesse in der Kultur des Menschen, sondern auch die genetische Basis seiner biologischen Vererbung.
Die Bedeutung der Zahlenreihe ´1 – 2 – 4 – 8 – 16 – 32 – 64 …´ erkannte bereits der Mathematiker und Philosoph Leibniz, der um 1697 das binäre System theoretisch entwickelte:
„Einer hat Alles aus Nichts gemacht.“ (Gottfried Wilhelm von Leibniz)
Dieser binäre Code von „An“ (= Yang = durchgezogene Linie) und „Aus“ (= Yin = unterbrochene Linie), ist auch die Basis der heutigen Computertechnik, die also von den Chinesen bereits vor 4000 Jahren vorweg genommen wurde.
Die fernöstliche Sicht der tiefgründigen Ordnung im scheinbaren Chaos, entschlüsselt also in den Symbolen des I Ging seit jeher den Schöpfungsplan Gottes. Wie ist es möglich, dass die Erkenntnisse der Physik, Mathematik, Musik, Chemie, Biologie und Evolution sich verschlüsselt im I Ging erklärt finden? Zufall? Naturgesetz? Oder geheime Mitteilung des Schöpfers an Seine Geschöpfe?
Alles ist Eins. Das I Ging beschreibt den Beginn der Erschaffung von Allem mit dem Heraustreten der Zweiheit aus der Einheit. Daraus entstehen die vier Wege:
„Der Weg der Erde, des Menschen, der Weg des Himmels und des Sinnes“.

Die 8 Trigramme
Daraus ergeben sich die Acht Trigramme, die im I-Ging `Der Himmel´ – `Die Erde´ – `Der Donner´ – `Der Wind´ – `Das Feuer´ – `Das Wasser´ – `Der See´ – und `Der Berg´ in tiefsinniger Entsprechungssprache genannt werden. Diese 8 Trigramme symbolisieren die Bedingtheiten des Lebens.

Die 64 Zeichen
Aus ihnen bilden sich die 64 Hexagramme, die Grundlage aller menschlichen Erfahrung sind. Jedem dieser 64 Zeichen wohnt eine einzigartige Qualität inne, die das I Ging mit differenzierten Inhalten verbindet. Es macht einen entschiedenen Unterschied, ob das Triplet `der Himmel´ über – oder unter dem Triplet `Die Erde´ steht, `Der See´ über oder unter `Das Wasser´, `Der Wind´ über oder unter `Der Berg´…
Zum besseren Verständnis denkt sich der Betrachter der Bildlichkeit dieser Begriffe in die chinesische Mentalität und Art des Denkens hinein, dann mag er die Tiefe und den Sinn des „göttlichen Schöpfungsplans“ erfassen, wie ihn die Chinesen schon vor Jahrtausenden erkannten und für wahr befanden. Sie beobachteten die Gestirne und Gezeiten, die Pflanzen und Tiere wie die Gesetzmäßigkeiten von Naturereignissen. Sie erkannten in den regelmäßig wiederkehrenden Symbolen die Beziehungsmuster der Familie in allen Bereichen der Gesellschaft, des Handels, der Politik und Kriegsführung. So entstanden eine Reihe von ursprünglichen Bedeutungen:
„Im Himmel ist Yang Licht, Yin Dunkel.
Auf der Erde ist Yang fest, Yin weich.
Beim Menschen ist Yang Gerechtigkeit, Yin Liebe.
Senkrecht geht Yang als Urlicht von oben nach unten,
Yin als Urkraft von unten nach oben.
Im Kreis geht Yang im Sinne der Sonne,
Yin im Sinne der Erde gegen den Uhrzeiger.
Yang ist zentripedal, bildet einen Kreis mit der Mitte.
Yin ist zentrifugal, strahlt von der Mitte aus.
Yang ist der Kopf des Menschen, der die Strahlung empfängt
und die Vision in Wissen verwandelt.
Yin ist das Becken, woraus alle Kraft und körperliche Gestaltung,
Kinder, Samen, Exkremente ausgeht.
Zwischen beiden ist das Herz, das Te und Tao, Anlage und Aufgabe,
Leben und Sinn, Motivation und Intention vereint.
Der Kopf kann ohne Becken mit dem Herzen funktionieren,
dann lebt der Mensch als falscher Geist in seinem Ichbild.
Das Herz kann mit dem Becken ohne Kopf funktionieren,
dann ist er seinen Trieben verfallen.
Nur wenn er zwischen Himmel und Erde das Reich der Kultur
als Vollendung der Natur gemäß den Visionen des Himmels verwirklicht,
ist sein Dasein dem Kosmos eingegliedert.“
(„Die Schule des Rades“, Adolf Keyserling).

Das I Ging als Orakel
Das I Ging als Orakel soll dem Fragenden Auskunft über seine gegenwärtige Situation in Bezug auf eine formulierte Frage geben und die zukünftigen Wandlungsmöglichkeiten aufzeigen. So antwortet das I Ging denn auch mit Weisheit und sagt niemals: `Dir passiert dies oder das!´ sondern immer nur: `Der Weise verhält sich in derjenigen Lage so und so.´ `Wenn Du wahrhaftig bist, so hast Du Licht und Gelingen´. Mal bringt Beharrlichkeit Heil, mal ist es förderlich, das große Wasser zu durchqueren. Ansonsten gilt auch hier, was schon an anderer Stelle grundsätzlich über die Befragung von Orakeln gesagt wurde: Sie können in bestimmten Lebenslagen Aufschluss geben, weil sie mit dem eigenen Unterbewusstsein und Überbewusstsein Verbindung herstellen, aber auch gefangen nehmen, wenn sich der Mensch nicht mehr traut irgendetwas zu entscheiden, ohne vorher das Orakel der Sterne, der Karten oder des I Ging zu befragen.
Die beste Übersetzung des I Ging ist, nebenbei bemerkt, noch immer das Standardwerk von Richard Wilhelm.

I Ging – DNS – Arche Noah
Nachdem nun in Kürze die Übereinstimmungen zwischen den Strukturen des biologischen Lebens, der DNS, und den Strukturen des seelischen Lebens, I Ging, dargelegt wurden, soll noch einmal auf die augenscheinlichen Verhältnisse der Arche Noah eingegangen werden:
Da von den (3) Söhnen Noahs (laut Genesis. 9, 19) alle Menschen abstammen, repräsentieren diese 3 Personen somit das gesamte Erbgut der Menschheit. Diesen 3 Personen entsprechen die 3 Linien der Trigramme, wie auch den Tripletts im genetischen Code der DNS.
Vier männliche und vier weibliche Nachkommen Adams überlebten die Sintflut. Die 3 Söhne Noahs zeugten mit ihren Frauen nach der Sintflut zusammen 16 Söhne. Sem hatte 5 Söhne (Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram), Ham hatte 4 Söhne (Kusch, Mizraim, Put und Kanaan) und Japhet hatte 7 Söhne (Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras). 4 vorsintflutliche Männer sind also die Vorfahren von 16 nachsintflutlichen Männern (1 + 3 + 16 = 20). Das ist die Zahl der in den Chromosomen enthaltenen Aminosäuren. Die Anzahl der vorsintflutlichen Männer (4) und deren ersten nachsintflutliche Generation (16) ergeben in Multiplikation die Zahl 64, die den 64 Hexagrammen des I Ging entspricht. Zufall?
Es gibt zahlreiche solcher Exempel, in denen der Schöpfer am ` Anbeginn der Zeit´ in den Lauten, Buchstaben und Zahlen die Geheimnisse Seiner Schöpfung und den urevangelischen Weg zur Rückfindung zum `Eins mit Allem Sein´ geoffenbart hat. (Diese ursprachliche Beziehung zwischen Wort und Zahl wird im Folgenden noch Aufschluss und Vertiefung finden.)
Gott erklärt in den Elementen der Ursprache und der göttlichen Mathematik die Erschaffung der Welt und befähigt den Menschen dadurch, selber Schöpfer nach dem Ebenbild seines Schöpfers zu sein und selbstverantwortlich seine eigene Welt zu erschaffen.

 

Zusammenfassung:

Die Ur-evangelische Verheißung
In der Genesis, dem ersten Buch der Bibel, beschreibt Moses – gleich nach der Schilderung des folgenreichen Verzehrs der (symbolhaften) unheiligen Frucht, die den Menschen in die Erkenntnis der Gegensätze stürzen und seine Seele in die Welt des Fleisches treiben sollte, die Ankündigung des „Erlösers“ (der von Zarathustra `Saošyant´ genannt, von den Juden als Messias – und von den Moslems als 12. Imam erwartet wird – und für die Christen als `Jesus´ bereits kam.):
„Da sprach Gott der Herr zu der Schlange:
`Der soll Dir den Kopf zertreten,
und Du wirst ihn in die Ferse stechen.“ Moses 3,14

Wie das Kapitel „Kosmogonie der Götzen und Dämonen“ näher ausführt, hielt der Satan seit dem Sündenfall des Menschen die „Schlüssel der Welt“ in der Hand. Das Einssein mit Gott und die Vergeistigung der Seele tauschte der Mensch gegen die Herrschaft der Lüge, Uneinigkeit und Triebkraft des Fleisches. Nach diesem gelungenen Anschlag des Satans (der Schlange) auf den `Freien Willen´ der göttlichen Geistschöpfung `Mensch,´ gleich zu Anbeginn der `geistigen Menschwerdung´, konnte er im Stierzeitalter seine Macht über die Welt und den Menschen weiter ausbauen.

Gesetz statt Freiheit
Der Mensch hatte seit dem Verlassen der direkten Anschauung und der Einheit mit Gott in der stierzeitalterlichen Lebensphase das Gesetz erfahren müssen, das ihn die Verantwortung für sein Tun lehrte. Doch zu keinem Zeitpunkt seiner Entwicklung ließ Gott ihn allein und offenbarte ihm auch im Widderzeitalter in allen seinen Kulturen Wege zur Rückfindung aus der Entzweiung.

Die 5 spirituellen Wurzeln
So offensichtlich die altägyptische Religion und das mosaische Testament der jüdischen Tora gleichen Ursprungs sind, so verwandt sind die indische und chinesische Sicht des Einen. Aus ihren Urwurzeln spross in der geistigen Nacht der Menschheit der Weg des Buddha, um durch Einswerdung mit der universellen Weltenseele zu erleuchten.

Der östliche Weg
Siddharta prägte die südostasiatische Philosophie des späten Widderzeitalters als der `Gautama Buddha´ und wies einen Pfad zum Aufgehen in das Allbewusstsein.

Die persische Religion des Zarathustra stellte eine widderzeitalterliche Brücke dar: zwischen der indisch-chinesischen Weisheit einerseits – und dem ägyptisch-jüdischen Wort Gottes andererseits. Die göttliche Offenbarung des östlichen und des westlichen Kulturkreises schließen einander nicht aus, sondern sind, als in sich geschlossene Geistessprachen, unterschiedliche Erinnerungen an die Eine göttliche Ur-Offenbarung. Trotz aller scheinbaren Gegensätze haben sie mehr gemeinsames als trennendes und ergänzen sich vollkommen als verschiedene Anschauungen der einen Botschaft Gottes an den Menschen, die seit dem Sturz vom Turm zu Babel nirgends mehr ganzheitlich erhalten war.

Adam Kadmon
Die Widderzeit von Abraham bis zu Zarathustra, Buddha, Konfuzius und Pythagoras zielt auf die Rückfindung zum unmittelbaren Erleben Gottes hin: Auf die Erweckung des göttlichen Geistfunken,
als dem eigentlichen Lebenskern des dreifachen – geistigen, seelischen und körperlichen – Neuen Menschen: `Adam Kadmon´.