DIE SPRACHE DER STERNE

Teil 1

„Horchet in euch selbst
und blicket in die Unendlichkeit
des Raumes und der Zeit. 
Von da erklingen der Gesang der Sterne, 
die Sprache der Zahlen
und die Harmonien der Sphären. 
Was tun die Sterne? 
Was sagen die Zahlen? 
Was offenbaren die Sphären? 
O ihr Seelen, sie sagen, sie singen,
sie offenbaren euer Schicksal.“
(Hermes – Trismegistos)

Die Suche nach dem Glück

Hätte der Mensch einen Wunsch frei, so wählte er im Allgemeinen `Glück´. Nicht wenige wünschten sich, könnten sie einen Blick in die Zukunft tun, die nächsten Lottozahlen zu kennen, denn der moderne Mensch ist von der materialistischen Weltanschauung des 21. Jahrhunderts so in Bann genommen, dass ihm kaum noch etwas anderes als materielle Werte wünschenswert erscheinen. So veräußerlicht ist das Kollektivbewusstsein inzwischen, dass die ureigentlichen Ziele der Sinnerfüllung des Lebens fast in Vergessenheit geraten sind. Die moderne Welt scheint eine gigantische Spiel- und Spaßmaschine zu sein, die leider immer auch das Gegenteil des Erwünschten produziert. Eine gigantische Weltwirtschafts-Maschinerie bewirkt die Ablenkung des Menschen vom Wesentlichen: seiner Selbstwerdung im erwachenden Bewusstsein des eigenen unsterblichen Wesens, dem es anstatt um vergängliches, irdisches `Glück´ vielmehr um die ewige `Glückseligkeit´ geht. Die Einswerdung mit Gott, der Welt und mit sich selbst ist der eigentliche Grund für den Aufenthalt der inkarnierten Seele in der `Lebensschule Erde´ und die Erfüllung ihrer Lebensaufgabe hier: sich in ihrer Göttlichkeit zu erkennen.

Das körperliche Sein ist für die an sich freie Seele eine ziemliche Tortur – verglichen mit ihrem ätherischen Sein jenseits von Raum und Zeit. Ihr helles Selbstbewusstsein eingetauscht gegen ein dumpfes Erwachen in einem hilflosen Säuglingskörper auf einer unverständlichen Erdenwelt. Bevor sie sich bereit erklärte diesen Weg zu gehen, hatte sie alle familiären und gesellschaftlichen Umstände (die keinesfalls zufällig – sondern genauer Seelenspiegel sind) geschaut und eingewilligt. Denn sie wusste: das irdische Menschenleben ist nur von kurzer Dauer – aber die Erreichung des Zieles ein unermesslicher Gewinn von Ewigkeit. Also war die Entscheidung unserer Seele, sich trotz der Mühsal dieser irdischen Schule für die Inkarnation zu entscheiden, nachdem sie alle Verhältnisse ihres zukünftigen irdischen Lebens wie einen Film ablaufen gesehen hatte, wohl doch der Mühe wert, sonst wären wir nicht hier.

Sich Selbst in dieser bipolaren Welt zu (wiederzu-) finden, nachdem Eltern, Schule und Gesellschaft den Menschen durch seine Sozialisation so formten, wie man ihn haben wollte, anstatt ihn anzunehmen wie er wirklich ist, ist die eigentliche Lebensaufgabe hier. So mag man die Welt freudlos, dumpf und sinnentleert empfinden, wenn man sich – um wenigstens etwas Anerkennung zu bekommen (wenn schon nicht Liebe, wonach sich im Grunde des Herzens jeder sehnt, weil dies unser wahres Wesen ist) soweit von sich Selbst forttreiben ließ, dass man weder sich selber annehmen und lieben kann, noch andere. Das ist das Elend der Welt. Alle sehnen sich nach Liebe, aber meistens sind wir unfähig wirklich zu lieben, weil wir es von unseren Eltern nicht gelernt haben, die es von deren Eltern noch weniger erfahren hatten. Das Massenbewusstsein der Lieblosigkeit lastet schwer auf dieser Welt. Die Seele erwacht also in zunehmender Verwirrung als „Schein-Ich“, das von den Programmierungen seines bipolaren Verstandes gesteuert wird. Leicht möglich, dass sie sich in diesem Zustand so mit der Vergänglichkeit ihres Körpers verbindet, dass sie sich schließlich ganz mit ihrer Hülle identifiziert und sagt: „Wenn ich erst unter der Erde liege…“ – anstatt sich ihres ewigen Seins bewusst zu sein.

Je mehr der Mensch sein Leben in der äußeren, vergänglichen Körperwelt sucht, desto weniger findet er die Freiheit seines unsterblichen Geistes in seinem Inneren. Doch sich dieser Freiheit zu erinnern, ist die Aufgabe in dieser Lebensschule. Die ganz persönliche Verschüttung wird uns zum Weg der ganz persönlichen Befreiung werden, indem wir die verdrängten Teile unseres wahren Selbstes wieder in unser ganzheitliches, göttliches Wesen integrieren. Findet der Mensch aus der konditionierten Identität seines Schein-Ichs zu sich Selbst, seinem seelischen Sein, indem er in der Mitte seines Herzens die Liebe Gottes als sein Leben und die Freude Gottes als seine Freude erkennt (die zwar immer anwesend war, aber einfach nicht wahrgenommen wurde), erwacht seine Erinnerung an die Ewigkeit und auch seine Fähigkeit zu lieben. Das „archetypischen Grundbedürfnis nach Religion“ von dem C.G. Jung spricht, dessen Befriedigung Studien zufolge tatsächlich zu einem zufriedeneren und längeren Leben führen soll, könnte vielleicht eher noch ein „archetypisches Grundbedürfnis nach Liebe“ genannt werden.

Ohne das innere Licht der geistigen Führung Gottes ist unser Leben das Spielfeld `des Verwirrers´, den die Inder „Shiva“ und die Christen „Satan“ nennen. Im Halbdunkel der bipolaren Welt wird der Mensch immer wieder durch die Verzerrungen seines Schein-Ichs mit den Verdrängungen seines Selbstes konfrontiert  – und solange immer wieder Prüfungen und dem Tod unterworfen sein, bis auch das letzte Verhaltensmuster sich in Erkenntnis der Höheren Wirklichkeit in Wohlgefallen auflöst.

Was hat dies mit dem Thema der Sternenweisheit und mit der Sprache der Sterne zu tun? Nun, das äußere Universum ist nur der Spiegel des Inneren Alls. Und der Sprung von der Erde im Planetensystem der natürlichen Sonne zu dieser Geistigen Sonne des Einen Lebens, das in uns allen lebt, ist nicht sehr weit: gerade einmal 30 Zentimeter vom Kopf zum Herz.

Komm lass uns auf die Reise gehen, meine Seele, in das innere All! Wir werden sehen, woher wir kommen und wohin wir gehen – und viel wichtiger noch: Wer wir jetzt und hier wirklich sind. Im Licht der Liebesonne unseres Herzens werden wir den Weg stets heller und deutlicher sehen und schließlich heim zu uns Selbst finden. Dieser Weg aus der Gespaltenheit des Bewusstseins der bipolaren Welt zurück in das Eins mit Allem Sein stand in der Sprache der Sterne – bevor sie von der babylonischen Ischtar umgedeutet wurde – in strahlenden Bildern zur Erkenntnis des Weges am Himmel. Ebenso war dieser Weg zum Erwachen des göttlichen Bewusstseins in der Bedeutung der einzelnen Buchstaben der einstigen Ursprache beschrieben, bevor durch die Sprachverwirrung dieser ganzheitliche Zusammenhang verloren ging, indem man in der Veräußerlichung des Bewusstseins nicht mehr die innerliche Bedeutung der Sprache erkannte. Das Ziel dieser Schrift ist es im Laufe der folgenden Kapitel, diese einstige Wegweisung der Sprache der Sterne und der Ursprache zurück zu erinnern.

Astronomie – Astrosophie – Astrologie

Die Beschäftigung mit den Sternen (- den sichtbaren wie den symbolischen des Horoskops) als Sichtbarwerdung und Offenbarung des göttlichen Schöpfungswunders – gespiegelt im All – wie im inneren Universum des Menschen, kann ein Weg zur Gotteserkenntnis sein – wie auch zum Beispiel das Lesen der heiligen Bücher der Menschheit, das Erkennen des Wirkens Gottes in der Natur oder die lebendige Wahrnehmung der Bewusstseinszentren der Seele. (Wobei das eine das andere nicht ausschließt.) Wo Gott der Mittelpunkt des Universums, des Denkens und der Betrachtung ist, da wird Seine liebevolle Fürsorge den Wahrheitssuchenden den für ihn besten Weg sicher führen.

Die Astrologie und Astrosophie (wie die Astronomie auch, soweit sie nicht ein `zufälliges´Entstehen des Universums postuliert) als Teilbereiche der Ganzheitlichen Wissenschaft der Universellen Harmonik – können dem Sinnsuchenden weiter helfen, indem sie das Universum als große göttliche Ordnung (gr. `Kosmos´= Ordnung) erkennen. Dann können sie Schlüssel zum Verstehen der Welt und zur Selbsterkenntnis sein. Statt flüchtiger Glücksmomente werden die aus Erkenntnis klug Gewordenen beständigere Werte suchen (und im Zustand der `Freude´ auch finden), die nicht irgendein fremdbestimmtes Schicksal zufällig bewirkt, sondern die sich höchst selbst bewusste Evolution des Bewusstseins.

Wo Gott der Mittelpunkt des Universum ist, erschließt sich dem Menschen in den Bahnen und Bewegungen der äußeren Sterne und Planeten im makrokosmischen Spiegel eine Symbolsprache für die Bahnen und Bewegungen seiner inneren Gestirne. Immer deutlicher wird die liebweise Erfüllung des vollkommenen Schöpfungsplanes dem Betrachter am eigenen Bild in sich selber sichtbar werden. Sonne, Mond und Sterne werden so zu Bildern, die in subtiler Weise die Pünktlichkeit der großen Uhr Gottes bezeugen und Einblick gewähren in die unfassliche Allliebe des Schöpfers, die Ihn dazu bewegt, ein solch grandioses Erlösungswerk zu erschaffen.

Bevor wir tatsächlich in die kosmischen Sphären der Sterne – ihrem Gesang in uns selber lauschend – aufsteigen, zuvor erst die möglichst knappe Definition einiger Begriffe, die zum besseren Verständnis der misslichen Erscheinlichkeiten in der Welt dienen, denen sich das verstandesgelenkte Schein-Ich immer wieder (wenn vielleicht auch mit immer wechselnden Umständen und Gesichtern) ausgesetzt sieht. Diese Begrifflichkeiten (wie immer sie der Einzelne in seinem persönlichen Lebenszusammenhang benennen und erleben mag) sollen helfen, bei der Selbst- und Rückfindung aus der vergänglichen Raum-Zeit-Welt zurück in das ewige Eins-mit-Allem-Sein und zum Bewusstsein eines sich selbst erkennenden göttlichen Kindes zu finden.

Sinn und Unsinn der Astrologie

Jenseits oberflächlicher Vulgärastrologie (z.B. Zeitungshoroskope und Fernsehshows) oder des Missbrauchs der Astrologie als magische `Wissenschaft´ lässt sich in unserem inneren Erkennen der Wirklichkeit ein Zugang zur jahrtausendealten Sternenweisheit finden. Wahre Sternenkunde vermag allen, die an einer Vertiefung der Erkenntnisse der Beziehung von Innen- und Außenwelt interessiert sind, bedeutsame Auskunft zu geben. Recht verstandene Astrologie steht nicht im Gegensatz zur Naturwissenschaft, sondern ergänzt sie geisteswissenschaftlich. Wahre Astrologie steht nicht im Gegensatz zur Spiritualität, sondern befindet sich im ganzheitlichen Einklang mit ihr, denn sie stellt die Beziehung zwischen der makrokosmischen Schöpfung und der individuellen mikrokosmischen Realität innerhalb der Höheren Wirklichkeit des Schöpfungsplanes Gottes her. Wo Gott das Zentrum des Kosmos ist, da wird der Schauende tiefer und tiefer die Wunder und Gesetzmäßigkeiten der göttlichen Ordnung verstehen. Doch viele Sternenfreunde und Astroforscher beziehen diesen Urgrund als den wichtigsten Faktor allen Seins in ihre Berechnungen nicht mehr mit ein. Da wird die Sternenweisheit dann zum Sternenaberglaube und die Sternlesekunst zur Magie. Dann glauben die sich für eingeweiht und wissend Haltenden bald an die Kraft der Sterne und die Wirkung der Planeten und des Mondes, und deuten dem Laien die geheimnisvollen Zeichen des Horoskops, ohne die verwirklichende Kraft, die alles bewegt – und den göttlichen Plan, der hinter allem steht, zu sehen. Dann ist es nicht mehr weit, bis so ein `Sternenweiser´ glaubt, dass dieser oder jener Planet für das Schicksal verantwortlich sein und er die Zukunft seiner `Kunden´ vorhersagen könne, ohne zu sehen, wie er mit solchen fatalistischen Deutungen leicht die Willensfreiheit des Horoskopeigners bindet.

Der eigentliche Sinn der Astrosophie hat nichts mit Zukunftsdeutung zu tun. Seriöse Astrologie ist vielmehr die Lehre von den Urprinzipien der göttlichen Schöpfung. Im Gegensatz zur Astronomie geht es bei der Astrologie nicht um physikalische Vorgänge, sondern um Entsprechungen. Das bildlich-symbol­ische Analogie-Denken erschließt die Zusam­menhänge der äußeren und der inneren Welt. Die Beantwortung der Frage nach Sinn und Nutzen oder Schaden des Horoskops hängt vor allem davon ab, ob es den Menschen erleuchtet und erwärmt, oder ihn bindet. Spart die Astrologie aus ihrer Betrachtung der Schöpfung den Schöpfer aus, führt sie leicht zu Aberglauben, der den Menschen sich selbst nur ferner – anstatt zur wahren Selbsterkenntnis bringt. „Horchet in Euch selbst!“

Der Ursprung der Astrologie

Die ursprüngliche Sternenweisheit schenkte Gott den ersten geistbegabten Menschen zugleich mit der Ursprache. Sie lasen in der Symbolschrift der Sternbilder die Geschichte der Menschheit seit deren Sturz aus dem Ganzheitserleben in die bipolare Gespaltenheit dieser Welt, der im Bild von der „Vertreibung aus dem Paradies“ noch heute erinnerlich ist, und erkannten darin die urevangelische Verheißung der Erlösung aus dem Zustand des Sich-getrennt-von-Gott-Erlebens. Die Sterne wiesen ihnen den Weg zurück in das verlorene Eins-mit-Allem-Sein – bis die babylonische Sternenmagie die Bildersprache der Sterne umdeutete.

Horoskopie

Paracelcus sagte: `Ein Arzt der von seinem Patienten kein Horoskop anfertige, sei ein Scharlatan.´ Vielleicht würde auch heute manchen Ärzten, die nur an äußeren Symptomen kurieren und mit fast jedem Mittel, das eine Krankheit heilt, an anderer Stelle eine hervorrufen, die Erstellung eines Patienten-Horoskops bei der wirklichen Heilung der Krankheit hilfreich sein, die ja doch nie `bloß´ körperlich ist, sondern stets den ganzen Menschen betrifft. Warum sollte nicht auch, ähnlich der analysierbaren DNS-Struktur des biologischen Erbguts eines Menschen, die Beziehung zwischen Mikro- und Makrokosmos im `Inneren Spiegel´ des Horoskops dechiffrierbar sein? Nicht zwar als determinierende Zukunftsschau, die einen `Freien Willen´ ausschließen würde, aber doch zur Vertiefung und zum besseren Verständnis der eigenen psychischen Strukturen.

Jeder darf in Bewunderung des großen Schöpfungswerkes die Augen zu den Sternen am Himmel erheben und in der Gewissheit, dass der Allumfassende Gott die Bahn jeder Sonne, jedes Planeten, jedes Atoms und Moleküls im Universum kennt, um tiefere Einsicht in den wunderbaren Schöpfungsplan Gottes bitten. Er wird sie erhalten, indem er das ganze Universum in sich selber findet.

Mikro- Makro- Kosmos

“Wir gewahren nicht, dass das kleinste Sandkörnchen noch eine Vielheit von Welten ist: eine Klein-Sterneninsel aus Trillionen Atom-Sonnenwelten, deren jede von Elektron-Planeten umkreist wird, über die sich vielleicht ein gleiches Leben mit seinem ewigen Auf und Ab von Freud und Leid breitet wie über die Planeten und Sonnen des Kosmos unserer Sicht. Ein angenommener Bewohner eines der Myriaden Elektronen dieses Kleinkosmos bewundert vielleicht erschauernd die Erhabenheit und Größe seiner Welt, die ihm unendlich scheint. Und wie groß ist seine Welt in unseren Augen? Nicht mächtiger als ein Staubkorn …  Und wie groß ist das sichtbare All, das uns Erdenmenschen unermesslich scheint? Nicht gewaltiger als ein Sandkorn – für ein Wesen einer überkosmischen Welt, zu der alle Sterneninseln und Universen unseres Weltalls den Stoffschleier bilden. Wären wir im Stande, uns bis auf die Größe eines Elektrons zu verkleinern, könnten wir die anderen Elektron-Planeten um eine Atom-Sonne kreisen sehen. In diesem Mikrokosmos wäre am Himmel das leuchtende Sternenheer von millionen anderen Atom-Sonnensystemen sichtbar. Und wir würden vielleicht in ähnlicher Denkblindheit wie viele Erdenbewohner glauben, dass unsere Elektronenwelt die einzige bewohnte Welt sei, niemals zugeben, dass unsere Welt in Wirklichkeit nur ein kleinster Teil eines Atoms ist. Ein Atom, das mit Zentillionen anderen Atom-Sonnensystemen den Stoff einer Riesenwelt bildet, in der überall die gleichen Gesetze des Lebens herrschen. Wie die Planeten die Sonne umkreisen, so umschwirren die Elektronen den Kern des Atoms. Letzteres ist somit das kleine Abbild eines Sonnensystems. Der Abstand einzelner Atome voneinander entspricht den Entfernungen der Sonnen im Weltall. Der Abstand der (negativen) Elektronen vom (positiven) Kern wiederum entspricht dem – zwischen Planeten und Sonne. Ebenso verhält sich die Größe des Atomkerns zum Molekül-Durchmesser wie der Sonnen-Durchmesser zur Größe des gesamten Sonnensystems. Dazwischen ist – im Großen wie im Kleinen – nichts als leerer Raum. So wie der Mensch für milliarden Atome, aus denen sich sein Körper zusammensetzt, gewissermaßen ein Groß-All bildet, so vereinigen sich die galaktischen Universen mit ihren milliarden Sonnensystemen zum Körper eines überkosmischen Wesens – zum `Leib Gottes´. Die Astrosophie findet im ganzen Universum nichts, was nicht auch auf Erden oder im Menschen zu finden wäre. So entspricht der Makrokosmos dem Mikrokosmos und der äußere Himmel fungiert als Wegweiser zum Inneren.“ (K.O. Schmidt) 

Der Innere Kosmos

Der bewusste Blick in den äußeren Raum des Universums vermag den inneren kosmischen Raum der menschlichen Seele zu öffnen und lehrt Ehrfurcht vor der Schöpfung Gottes und die `Sprache der Sterne´ näher zu verstehen, als das individuelle Schöpfungswort in jedem Menschen.

Wer bin ich?

Diese jahrtausendalte zentrale Menschenfrage wird besonders im Hinduismus und in den östlichen Philosophien dem Fragenden zum Weg zur Selbsterkenntnis, indem sie dem aufrecht nach sich Selbst Suchenden schließlich zur Antwort wird. Ich schaue in meine Hände und lese dort ein geschwungenes `M´, wie es jedem Mensch in einzigartiger Weise in seine Handflächen geschrieben steht: `M´- wie Mensch (engl.: Man), und auch das ganze Wort `ADAM´ (hebr.: Mensch) lese ich hier in Großbuchstaben.

Selbsterkenntnis des „Ich bin“

Die Liebe zu uns selbst ist so beschaffen, wie unsere Liebe zu Gott ist. Erst dann werden wir nicht mehr nur konditioniertes Schein-Ich sondern wahrhaft „Ich bin“ sein, wenn wir im Einklang mit Gott, dem Universum, der Natur und mit uns selber sind. Erst dies befähigt uns auch den Partner, die Kinder, die Menschen um uns herum, das Leben wirklich zu lieben. Je mehr wir einander die Tore unserer Herzen öffnen, umso wärmer und heller wird es in uns und in der Welt. Dieser erwachende Zustand der `Glückseligkeit´, den eigentlich jedes Lebewesen auf Erden sucht, greift über die Vergänglichkeit der körperlichen Welt weit hinaus. Er öffnet das Verstehen immer tieferer Zusammenhänge des Seins und berührt das Gefühl (gleichsam die beiden Schwingen der Seele) in stetig wachsender Freude im Erleben des Eins-mit-Allem-Verwoben-Seins. Dies erfüllt mit Sinn und mit Dank.

Der Wille

Waren bislang die Willensentscheidungen des „Schein-Ichs“ dadurch gekennzeichnet, dass immer alles anders kam, als der Verstand es plante und wollte, will das „selbstgewordene wahre Ich“ nun nichts anderes mehr als nur noch das, was ist: es befindet sich im Einklang mit dem Willen Gottes – und dadurch in der Kraft der Verwirklichung. Nun, da der Mensch sich nicht mehr getrennt von Gott erlebt, weil er mit sich selbst Einsgeworden ist, erkennt er, dass im Hier und Jetzt (jenseits von Raum und Zeit) schon immer alles gut war – und auch immer alles gut sein wird.

Hat sich der Mensch als „Ich bin Kind und Ebenbild Gottes“, als von der Liebe Gottes geliebtes Gegenüber erkannt (- weil zu lieben und widergeliebt zu werden das Ziel der Liebe-Schöpfung ist), erkennt er, dass er – als Licht des Lichtes – selber Liebe und Freude ist. Er erkennt, dass Gott ihn zum Mitschöpfer und zum Gestalter seiner eigenen Welt gemacht hat, indem Er ihm (nach dem Maß seiner Liebe) die Kraft des Lebens und der Freude schenkt. Sich so als göttliches Individuum erkennend, entdeckt der Mensch die Weite des Universums in seinem Herzen und auch das machtvolle Werkzeug seines göttlichen Willens. Jetzt entscheidet er autonom aus der Perspektive des Einsseins, was eine völlig andere Wirklichkeitswahrnehmung als die bisherige bipolare Sichtweise ist, die nie ganz, nie wirklich und nie vollständig gewesen war. Nun kann er unterscheiden, dass er bislang von verschiedenen Willen gelenkt wurde: vom (konditionierten) Verstandeswillen, vom instinktiven Körperwillen (– bis in jede Zelle seines irdischen Körpers hinein, die ebenfalls einen Willen zur Entscheidung hat – zwischen „ja“ und „nein“ und „an“ und „aus“).

Unbesorgt: Der Wille Gottes geschieht „wie im Himmel so auf Erden“, denn es gibt nichts, was außerhalb von Ihm wäre, aber „Dein Wille geschehe!“ bedeutet nicht die Aufgabe der Verantwortlichkeit für den eigenen Willen. Denn dafür, dass wir vollmächtig unsere eigene Welt erschaffen (wie wir es fortwährend tun – ob im konstruktiven oder destruktiven Sinne), hat Gott uns auch die Kraft zur Verwirklichung unseres Willens verliehen, der zugleich vollbrachte Tat ist, wenn er im Einklang mit dem Willen der Liebe Gottes ist.

Zufall / Fatum / Schicksal

Die Glücksuchenden werden die fernen Sterne nicht länger nach „Glück“ befragen und auf einen `Zufall´ hoffen, mit dem sie ein blindes Fatum `beglückt´, wenn sie erkennen, dass in der bipolaren Welt `Glück´ nur die andere Seite von `Unglück´ – und mit diesem untrennbar verbunden ist. Dann, wenn sie mit sich selbst auch die Freude des Eins-mit-Allem-Seins gefunden haben, verstehen sie, dass „Zufall“ nicht mehr ist, als das, was einem zufällt. Schon dass jemandem etwas Bestimmtes zufällt ist indes kein Zufall, sondern im innig verwobenen Strahlen- und Schwingungsgefüge, in dem Alles mit Allem verbunden und vernetzt ist, nur das Symptom einer inneren Ursache. Es gibt weder einen Zufall, noch eine Vorherbestimmung, denn die Liebe lässt jeden Menschen in völliger Entscheidungsfreiheit seinen Weg finden. (Ja, hätte Gott die Seele vorher nicht gefragt, bevor sie inkarnierte und ihr den Film ihres irdischen Lebens gezeigt, wären wir blind und willenlos in diese Welt geworfen. Der Hoffnung entblößt, je ein freies, uns Selbst bewusstes Wesen zu werden).

„Erst wenn wir in der Lage sind, das Leben statt von außen von innen her als Ganzes, vor allem aber als Abschnitt einer Entwicklungssequenz zu erkennen, wird deutlich, dass unsere Erde eine Welt der Ordnung und Gesetzmäßigkeit ist, in der auch das scheinbar Zufällige sich notwendig und sinnvoll erweist. `Zufälle´ sind also das Endergebnis von Kausalketten, deren Anfänge zwar vor der Welt verborgen, aber stets im Verursachenden selbst begründet liegen. Weil die meisten Menschen aber nur das letzte Glied dieser Ursachenkette wahrnehmen – also die Verhältnisse im jetzigen Leben – halten sie ein überraschendes Ereignis für Willkür. Der Weise aber erkennt, dass die Sache ihn in hohem Maße betrifft. Seine Reaktion darauf ist, dass er etwas daraus lernt und dass es ihn künftig treffsicherer bei der Gestaltung seines weiteren Lebens macht.“ (K.O. Schmidt)

Nicht, dass man als erkennender und sich selbst bewusster Mensch vor dem Leid der Welt oder dem Schmerz des Körpers gefeit wäre, doch sie verlieren ihren Schrecken in der Erkenntnis ihres Sinns.

Zufall

Für die Astrologen gibt es keinen Zufall. Ob Verkehrsunfall, Flugzeug-Absturz, der Verlust eines lieben Menschen oder ein Lottogewinn: Nichts geschieht zufällig. Natürlich auch nicht die Wahl eines Ehepartners oder die Geburt eines behinderten Kindes, das Hineinrutschen in die Drogenszene, eine Beförderung, oder eine Krankheit … alles geschieht im äußeren Spiegel des inneren Seins als seelisch verordneter Antrieb zur letztlichen Verwirklichung der Selbstwerdung des Menschen.

Affinität

Gerät jemand in einen Streit oder eine Schlägerei, so geschieht dies auf Grund einer eigenen Affinität als Täter oder Opfer. Ohne diese entsprechende Angriffsfläche hätte er gar nicht verwickelt werden können. Wenn jemand auf der Straße angefahren wird, so ändert auch die rein juristische Schuld des anderen nichts an der Tatsache, dass auch der Angefahrene dieses Ereignis herbei rief, denn sonst hätte es nicht in sein Leben treten können. Der `schuldige´ Autofahrer hingegen, obschon verurteilt, war in diesem Fall vielleicht lediglich nur Erfüllungsgehilfe des Schicksals des Verunglückten. `Das alles soll in den Sternen stehen?  Wo bleibt da der freie Wille?´, mag man fragen. Tatsächlich zeigen die Sterne nur eine gewisse Geneigtheit an, die je nach Stand der persönlichen Bewusstseinsentwicklung zum Tragen kommt oder nicht.

Schicksal und Karma

Abgesehen davon, dass bei Krankheiten auch der sogenannte `Sekundärgewinn´ eine Rolle spielt, nicht nur als Positivum, das man aus einer scheinbar negativen Situation gewinnt, sondern auch als möglicherweise nötig gewordener Anschub zur Rückbesinnung auf andere Werte als die bis dahin übermäßig verfolgten, gilt den Astrologen das Schicksal als Erfüllung des Karmas (der „Schuld“ – oder besser: das kosmische Prinzip von Ursache und Wirkung). Ob es überhaupt so etwas wie Schuld gibt (außer der einen, sich getrennt von Gott zu erleben), ist in Frage zu stellen. Jedenfalls gibt es keine Verurteilung durch Gott, sondern nur die Selbstverurteilung des sich schuldig Fühlenden. Weil „Jedem nach seinem Glauben geschieht“, erschafft der Mensch sich mittels seiner Gedanken seine Welt (und auch seine Höllen oder Himmel) selber.

Prinzip von Ursache und Wirkung

Was man mangels Erklärung für die sich darin vollziehenden Gesetzmäßigkeiten gemeinhin `Zufall´ nennt, ist im Verständnis der Astrologie das göttliche Weltenprinzip von Ursache und Wirkung (Karma), das jedes ursachenlose Geschehen ausschließt. „Weder im Guten noch im Schlechten gibt es Zufälle. Jeder Mensch – besser: jede Seele – erlebt nach dem karmischen Universalprinzip das, was für die Erfüllung ihres Lernprogramms auf dieser Erde gut und nützlich ist.“ (Thorwald Dethlefsen)

Die Schule des Lebens

Mag die Lebensschule der Erde für viele `Bewährungsanstalt´ und für manche Seele auch eine `Strafanstalt´ sein: Hier in der Welt der Gegensätze ist sie vor allem der Ort zur Erprobung des freien Willens, wo die Seele Eins mit Gott – und dadurch selber göttlich werden kann. Immer ist das Erlebte ein Lehrstück für die Seele auf ihrem besonderen Weg. Stets lernt sie, was ihr aktueller Lebensabschnitt gerade an Information für sie bereit hält.

Gewissen

Fragen wie: “Warum gerade ich?” oder Hader mit Gott bringen einen nicht weiter. Vielmehr sollte man sich fragen: “Was kann ich daraus lernen?“ und sich darin üben, auf die innere Stimme zu hören, die einem recht deutlich sagt, was `gut oder schlecht´ ist (wenn sie nicht durch ständiges Zuwiderhandeln schließlich irgendwann ganz verstummt).

Inkarnation

Warum hat sich die Seele des Kindes für ihre aktuelle Inkarnation gerade dieses Elternpaar ausgesucht (und die Seelen des Elternpaares dieses Kind)? Was die Karma-Lehre in Konsequenz bedeutet: Geschieht es etwa einem `unschuldigen´ Kind, das von seinen Eltern misshandelt wird, recht, weil sein Karma, das es im früheren Leben auf sich lud, dies zu seiner Sühne verlangt? Wenn wir das so annehmen wollten, wären wir bald wie manche Inder, denen das Leid einer `heiligen Kuh´ mehr an`s Herz geht, als das Leid eines am Wegesrand sterbenden Menschen: denn der hätte ja selber Schuld an seinem Elend.

Es entzieht sich im Allgemeinen dem Erkennen des Wachbewusstseins, was im Vorleben einer Seele als ihre Problemstellung vorgefallen war. Für das misshandelte Kind oder einen kranken Menschen, der viel Leid zu tragen hat, muss keinesfalls ein „Eigenverschulden“ vorliegen, sondern kann es ganz andere Gründe geben. Zum Beispiel kann es sich in diesen Fällen auch um besonders starke Seelen handeln, die sich inkarnierten um einen Teil des Schmerzes zu tragen, den es in dieser bipolaren Welt geben muss, damit es auch ein entsprechendes Maß an Freude geben kann. Würde die Gesellschaft erkennen, dass die Kranken ihre Krankheit tragen, damit es auch ein entsprechendes Maß Gesundheit in der Welt geben kann, ginge sie anders mit ihren Kranken um.

Auf jeden Fall scheint in der Lebensschule der Erde manches mehr unterrichtet zu werden, als nur die Korrektur und die Verbesserung einstiger Fehler, nämlich zum Beispiel die Übung in Mitgefühl und Nächstenliebe: den leidenden Mitmenschen im Erkennen, dass dessen Schwäche auch die eigene ist, anzunehmen wie er ist, anstatt ihn zu verurteilen. „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.“ (Mt 7,1)

Das Rad der Wiedergeburten

In allen Religionen wird die Verantwortlichkeit des Menschen für sein Tun gesehen. Die Vorstellungen darüber, wie diese Gerichtbarkeit sich auf das Leben des Einzelnen auswirkt, gehen allerdings weit auseinander: Die hinduistische Karmalehre lehrt das `Rad der Wiedergeburten´ und spricht von der `Seelenwanderung´ in eine, dem Grad der Schuld entsprechenden Inkarnation. Nach hinduistischer Anschauung lädt sich die Seele durch ihren Lebenswandel entweder neue Schuld auf, für die sie sich zukünftig zu verantworten hat, oder trägt das Karma vergangenen Verschuldens ab.

Die jüdische, alttestamentarische Religion nimmt das Fortleben der Seele und des Geistes nach dem körperlichen Tode in genau derjenigen geistigen Welt an, die den gelebten Gedanken, Worten und Taten des `Dahingeschiedenen´ entspricht. Der hebräische Hirtenkönig und Liedermacher David weiß wovon er spricht, wenn er sagt: „Darum bekannte ich Dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretungen bekennen. Da vergabst Du mir die Schuld meiner Sünde. Sela.“ Ps 32,5

Gerade das Neue, christliche Testament bringt für alle diejenigen, die sich in irgendeiner Schuldverstrickung befindlich vermeinen oder sich einem selbstverschuldeten `Schicksal´ unrettbar verhaftet sehen, hinsichtlich der Karma-Frage Befreiung: durch die Gnade und Barmherzigkeit Gottes wird „der Mensch gerecht ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ (Röm 3,28) Selbstgeißelung, in „Sack und Asche Buße tun“ oder andere Methoden der karmischen Selbsterlösung erübrigen sich als Äußerungen mangelnden Vertrauens in die Liebeführung Gottes: Gott vergibt jedem, der seine Schuld erkennt, die da in nichts anderem besteht als im Sich-getrennt-von-Gott-Erleben. Hier wird auch im Umgang mit Astrosophie deutlich, dass sie erst dann aus einer Gebundenheit durch Schuldgefühl oder Aberglauben befreien kann, wenn sie nicht losgelöst von Gott, sondern vielmehr im Bewusstsein Seiner Gegenwart zu Ihm und mit Ihm ausgeübt wird.

Schicksal

Das Schicksal des Menschen ist also eng mit dem kosmischen Resonanzgesetz verknüpft. `Schicksal´ ist das zur Weiterentwicklung der Seele Geschickte durch das Wirken ihres jenseitigen Geistes, das nie zufällig, sondern immer mit tieferem Sinn geschieht. Dieser Sinn führt über den oft als schmerzlich empfundenen Weg hinaus, zur Erfüllung einer weitsichtigeren, höheren Gesetzmäßigkeit und Gerechtigkeit. Ob wir mit unserem eingeschränkten Wachbewusstsein den tieferen Grund und das Ziel des Geschehens erkennen, ist abhängig vom Bewusstsein dieses `höheren Selbstes´ in uns, das unsere Person sehr viel besser kennt als wir uns selbst. Diesem `Selbst´ geht es jedenfalls nicht um ein kurzes irdisches Lebensglück, sondern um unser ewiges Heil. Das Mittel zur Befreiung aus dem Karma und aus aller Schuld ist die Liebe. Deshalb sagt Jesus: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander liebhabt.“ (Joh 13,34)

Analogie Gesetz

`Wie oben, so unten´.
`Wie im Himmel, so auf Erden´.

Dieses Gesetz der Analogie von Mikro- und Makrokosmos besagt auch folgendes: Alles, was auf einer oberen Ebene geschieht, hat eine Entsprechung in unteren Ebenen. Alles, was in den unteren Sphären geschieht, ist ein Abbild des Geschehens in den oberen Sphären. Kurz: `Wie oben, so unten !´ Dieser Satz ist universell und gilt für das ganze Universum, also für den Makrokosmos ebenso wie für den Mikrokosmos. Dieses kosmische Gesetz geht auf Hermes Trismegistos zurück, den die alten Ägypter als Thot vergöttlichten. Er gilt als Überbringer der Schrift, Mathematik und als Vermittler aller esoterischen Geisteswissenschaft.

Die Sieben hermetischen Prinzipien

1.  Prinzip der Mentalität       (göttliche Geistigkeit)
2.  Prinzip der Entsprechung (wie oben so unten – wie unten so oben)
3.  Prinzip der Schwingung   (alles ist Energie und in Bewegung)
4.  Prinzip der Polarität         (weiß/schwarz; gut/böse; an/aus…)
5.  Prinzip des Rhythmus      (alles ist in geordneter Bewegung)
6.  Prinzip des Karma                    (Ursache und Wirkung)
7.  Prinzip des Geschlechts   (männlich/weiblich)

Analogie: Das Symbol des Mondes

Der Mond erzählt immer wieder die Geschichte `vom Werden und Vergehen und wieder im Licht auferstehen´… Wie der Mond hat auch die Erde kein eigenes Licht, dass sie sich von der Sonne leihen muss, was aus ihren sich abwechselnden Zuständen von Tag und Nacht ersichtlich wird.

Analogie: Das Symbol der Sonne

Welche Wirkung die welten-erleuchtende und welten-erwärmende Sonne nicht nur auf die Ägypter und andere Kulturen von Sonnenanbetern hatte, kann jeder ermessen, den die Kraft der Morgensonne einmal aus der Verzweiflung einer kalten, finsteren Nacht erlöst hat. Doch tatsächlich beteten die Ur-Ägypter, denen die göttlichen Offenbarungen noch lebendig waren, nicht die Sonne an, sondern betrachteten sie als Symbol für die `sonnengleiche´ Liebekraft Gottes, die mehr als jede natürliche Sonne, ihre Seelen vor der Kälte und Finsternis der (geistigen) Nacht bewahrte und erleuchtete. Erst später missdeuteten Priester die Hieroglyphen der `heiligen Bücher´, und beteten die Ägypter gottentfremdet die äußerliche Sonne an.

Die Geistige Sonne

Die ersten geistigen Menschen sahen in inspirierter Schau die Ganzheitlichkeit und waren auf eine für uns heute fast unvorstellbare Weise eingeweiht in das Verständnis des Zusammenspiels von Wort, Zahl, Klang und der Sprache der Sterne, als den Elementen des göttlichen Bauplans. Sie gewannen ihre Erkenntnistiefe aus dem direkten Gespräch mit dem Schöpfer – im Paradies (des Eins-mit-Allem-Seins) noch wesenhaft – und später, nach dem `Sündenfall´ (dem Sich-von-Gott-getrennt-Erleben), von der Geistigen Sonne, die sowohl den äußeren wie ihren inneren Kosmos erhellte.

Wirkkraft der Planeten

 Die materiellen Planeten (und deren elektromagnetische Kraftfelder) beeinflussen zwar die Rhythmen der Erde nach den kosmischen Gesetzen des göttlichen Plans (was an den Gezeiten von Ebbe und Flut, die durch den Mond hervorgerufen werden, wie durch das Licht und die Wärme der Sonne, ohne die auf der Erde kein Leben existieren würde, deutlich wird), aber natürlich nicht den Charakter des Menschen. Dieser steht weniger in Verbindung mit den realen Weltkörpern und Sternbildern als vielmehr mit dem `inneren Spiegel´ des symbolischen Tierkreises. Ein Planet beeinflusst also nicht die Lebensumstände, die der Mensch höchst selber mit seinem freien Willen bestimmt, sondern verdeutlicht nur ein dahinter stehendes Ordnungsprinzip, das ihm aufgrund gewisser Entsprechungen zugeordnet wird.

Im Horoskop stehen die Planetenprinzipien für übersinnliche, immaterielle Eigenschaften, die, je nach Stellung in den zwölf bedeutsamen Horoskophäusern einander verstärkend oder abschwächend, miteinander oder gegeneinander, begünstigend oder benachteiligend, das Leben des Menschen spiegeln.

 

Nach diesen vorausgeschickten Definitionen zum besseren Verständnis der „Sprache der Sterne“ folgt im Zweiten Teil die angekündigte Rekonstruktion der einstigen Sternbilder, die – bevor sie durch die Sternen-Magie der Chaldäer in Babylon verfälscht wurden – den Weg aus der bipolaren Gespaltenheit des Bewusstseins zurück in den paradiesischen Zustand des Eins mit sich Selbst und Eins mit Gott Seins wiesen.