Die Sprachverwirrung im heutigen Babel

Das Stierzeitalter  ca. 4520 bis 2360 v.Chr.

(Übergang vom Treta-Yuga in das Dwapara-Yuga)

 

 

 

Die Wiege der heutigen Menschheitskultur

Nach archäologischer Klassifizierung entspricht das Stierzeitalter in etwa der `jüngeren Steinzeit, der Kupferzeit und der Bronzezeit. Die Wurzeladern der semitischen, hamitischen und japhetischen Stämme und Sippen entwickelten sich bald zu Zweigen und Ästen separierter Völker, die sich der gemeinsamen Wurzeln des einen gemeinsamen Stammbaumes heute kaum noch erinnern.

Scheinbar ohne geschichtliche Vorentwicklung entstehen die großen Reiche der Ägypter am Nil, der Sumerer (Babylonier) in Mesopotamien und der Inder am Indus. Woher sie kamen, ist der Geschichtsforschung bis heute ein Rätsel. Wir identifizierten sie als die Nachkommen Noahs nach der großen Flut.

Die Gegenwart des Einen Gottes, mit dem sich der Mensch im Paradies des Goldenen Zeitalters noch ganz als Eins erkannte, war den Menschen zu Beginn der nachsintflutlichen Hochkultur durch die Überlieferung von Noah (Mani, Utnapischtim…) noch sehr bewusst und innerlich lebendig.

Noch am Übergang vom Zwillings- in das Stierzeitalter, eine gute Weile nach der Sintflut, sprachen alle Menschen die eine gemeinsame Sprache: die das innere Wesen der Dinge bezeichnende Ursprache, die Adam und Eva als Geistesgabe von Gott überkam. Sie lebten noch in der geistigen Realität der höheren spirituellen Wirklichkeit, die sie in sich selber fanden: jene Geistigkeit inneren Erlebens, die heutzutage in den Religionen und Weltanschauungen nur noch mittelbar in Symbolen und Gleichnissen überliefert ist.

 

 

Der Grund für die Sprachverwirrung zu Babel

Die „Teilung der Erde“ und die Verwirrung der Sprachen, die in dieser Zeit stattfand, geschah nicht etwa deshalb, weil die Menschheit sich im finsteren Zeitalter des Kali-Yuga befunden hätte. Es war diese Zeit keine unbewusste, die aufgrund einer allgemeinen Bewusstseins-Trübung den Menschen die Fähigkeit zur Erkenntnis der Ganzheitlichkeit und den Glauben an den Einen Gott, mit dem die Ahnen bis dahin noch untrennbar verbunden gewesen waren, geraubt hätte. Nein, es war – zumindest für die Herrschenden – eine sehr bewusste Trennung aus der Einheit mit Gott. Eine Folge der freien Entscheidung zur Loslösung von Gott in der Absicht durch Magie sich selber auf den Thron Gottes zu erheben. Jenes Ereignis in der Menschheitsgeschichte, das die – bis dahin noch von allen Nachkommen Noahs gesprochene Ursprache eines innerlichen Verstehens verwirrte, wurde bereits ausführlich geschildert. Es kennzeichnet sowohl den Verlust der Ursprache als auch den Beginn des Irrglaubens und der Götzenanbetung.

 

 

 

 

Die einstige Sternenweisheit, die in den Sternbildern die Entwicklung der Menschheit und den Weg aus der Bipolarität zurück in das Einssein mit Gott in sich selbst las, verwandelte sich in Babylon, indem die Mächtigen der damaligen Welt sich selbst in die Bilder des Himmels schrieben und sich in Abkehr von dem Einen Gott in Allen, selber anbeten ließen. Hier wurzelt – im geschichtlichen Massenbewusstsein der gesamten Menschheit, wie im Einzelnen – dieser magische Größenwahn, der nie so sehr wie heute das Leben auf der Erde und die Existenz der Welt bedroht. Seit der Weg der Menschheit damals in Babylon die bekannte unheilvolle Wendung nahm, verkam das Ideal gelebter Liebe zur Utopie.

 

 

Schrift im Stierzeitalter

Eng verknüpft mit seiner Sprache, ist die Schrift ein Zeichen der Identität eines Volkes. In Symbolen und Lettern übermitteln sie ihren Nachkommen und der Nachwelt ihre Kultur. So jedenfalls machten es die Sumerer (Mesopotamier) mit ihrer Keilschrift, die Ägypter und Maya mit ihren Hieroglyphen, die Inder und Chinesen mit ihren Schriftzeichen, die Kelten mit ihren Runen – bishin zu den Griechen und Römern, mit ihren bis heute das Abendland prägenden Schriften. Ohne ihre schriftlichen Überlieferungen wäre die heutige Menschheit geschichtlich und bildungsmäßig erinnerungslos. Schrift fixiert das kollektive Gedächtnis.

Von Henoch wird gesagt, er hätte (noch zu Zeiten der adamitischen Hochkultur) die Kenntnis der Schrift und des Schreibens als Geistesgabe Gottes überbracht. Dies wird auch von dem altägyptischen Thot und dem griechischen Hermes gesagt. Im Stierzeitalter entstanden die Grundwurzeln aller darauf aufbauenden Schriften der Welt, die sich bis heute immer weiter fort verästelten, verzweigten und erneuerten. Aber die ganzheitliche Strahl- und Bedeutungskraft dieser einstigen Schrift der Ursprache, die göttlich inspiriert, Henoch–Thot-Hermes als Bote Gottes der Menschheit zur Morgengabe brachte, erreichte keine von ihnen mehr, seit der Turm zu Babel fiel. Doch jede dieser Schriften bewahrt einen besonderen Aspekt der einstigen Urschrift, so wie jede Sprache einen einzigartigen Aspekt der einstigen Ursprache bewahrt – nicht nur als Ausdruck der speziellen Vision eines jeden Volkes, sondern auch zur Bewahrung – bis zu einem besseren Tag, an dem die Menschheit zum innerlichen, ganzheitlichen Verstehen zurückfinden wird.

 

 

Pieter_Bruegel_Turm_zu_Babel

 

 

Der Turm zu Babel

Mit dem Einsturz des babylonischen Turmes menschlichen Hochmuts hörte die innere Gewissheit der göttlichen Gegenwart im Herzen der Menschen auf und ließ sich von nun an nur noch von wenigen durch wahre Gottesliebe finden. Dies drückt auch die eigentliche Bedeutung des Wortes `Religion´ aus: re-ligio = Rückfindung zu Gott. Der Innerlichkeit und der Gewissheit der göttlichen Gegenwart im eigenen Herzen entfremdet, suchte man nun mit Verstandeserkennen und äußerlichen Ritualen und Lithurgien den Weg zu Gott zurück zu finden.

Hier wurzeln auch die megalithischen Kultbauten, die es in weiten Teilen der Welt zu Hunderten und Tausenden gibt.  So wie es in jüdischer, christlicher und moslemischer Religion von Jakob überliefert ist, der dort, wo er seine Vision von der „Himmelsleiter“ hatte, ein „Steinmal“ zum Zeichen der Gegenwart Gottes an diesen Ort setzte, überboten sich die Kelten, Germanen, Skandinavier (…) mit unglaublichen Höchstleistungen immer größere und viele Tonnen schwere Steine zu Ehren ihrer Götter an Kraftorte und magische Kultplätze zu setzen. Diese Praxis der Steinmale ging fast nahtlos in die architektonische Prachtentfaltung der Bauten von Tempeln, Synagogen und Kirchen über: in Ermanglung der Gegenwart Gottes im Tempel des eigenen Herzens, baute man Ihm steinerne Prachtbauten.

 

 

Die Steinkreise der Kelten und Germanen

Die `Indogermanen´ noah-japhetischen Ursprungs erreichen auf ihrer Wanderung aus Mesopotamien gegen Ende der Stierzeit auch Nord-, Mittel- und Süd-Europa. Sie bilden am Stammbaum der Menschheit die Äste der Kelten und Germanen (mit ihren vielen Verzweigungen) und zelebrieren die in Babylon verfälschte einstige Sternenweisheit in urtümlichen Riten – wie dem des Steinkreises. `Stonehenge´, im mittleren Süden Englands (um 2000 v.Chr.), ist das bekannteste zahlreicher ähnlicher Bauwerke in ganz Europa. Als monolithischer Kalender diente Stonehenge den druidischen Erbauern die Sonnenwendpunkte des Jahres anzuzeigen, Pflanz- und Erntephasen zu bestimmen und wohl auch Sonnen- und Mondfinsternisse vorherzusagen.

Einzelne Rückerinnerungen an Stücke des Urevangeliums aus vornoahischer Zeit wurden von Schamanen und Priestern zu Dogmen und Ritualen erhoben, die sich mit Aberglauben und politischen Interessen zu einer Art Magie vermischten, die jedoch das `Zauberwort´ nicht mehr wirklich zu erinnern vermochte, das allein das Wunder der Einswerdung im Herzen des Einzelnen vollbringen und wirklich zu heilen vermag.

Es war eine kämpferische Zeit, der Übergang vom Stierzeitalter in die Widderzeit. Die Reiche rangen um die Vorherrschaft (damals wirklich noch physisch Mann gegen Mann). Seit Kain seinen Bruder Abel erschlug war Mord in der Welt. Bis heute hat immer noch das erfolgreiche Erfinden immer verfeinerter Tötungsmaschinen darüber entschieden, wer in dem Kampf um die Herrschaft über die anderen und die Welt (vermeintlich) siegreich war. Seit im Stierzeitalter die höllischen Prinzipien von Jähzorn, Herrschsucht und Rücksichtslosigkeit zum Gesetz der Welt geworden war, seit das Recht des Stärkeren unter den immer gottferneren Menschen galt, seit der magischen Kindesopfer und Bluträusche, die in Babylon ihren Anfang nahmen, hatte sich der tierische Tötungsinstinkt tief in das menschliche Kollektivbewusstsein der Akasha-Chronik eingeschrieben und ist bis auf den heutigen Tag im unterschwelligen Massen-Bewusstsein noch in Jedem wirksam, der es nicht in Liebe transformierte.

Kulturen blühten auf – und vergingen. Königreiche entstanden – und fielen, weil sie nicht auf dem Fundament gegenseitiger Achtung und Liebe erbaut waren, sondern noch allzeit ihre Größe auf dem Leid der unterdrückten Brüder und Schwestern der gemeinsamen Ureltern bauten. Deshalb gleicht die Menschheit „einem Menschen, der ein Haus baute auf die Erde, ohne Grund (der Liebe) zu legen; und der Strom riss an ihm, und es fiel zusammen, und sein Einsturz war groß.“ Lk 6,49

 

 

Europaparlament

 

 

Umkehr in die Wirklichkeit

Erst wenn wir erkennen werden, dass alle Menschen miteinander Eins sind und jeder nur eine Zelle im Körper des Einen Menschen ist, der diesen Planeten bewohnt – und unser größter Wunsch es wäre, den Anderen bestmöglich zu dienen, bliebe dieses Reich ewig und vervollkommnete sich in der wiedergefundenen Gegenwart der Liebe Gottes mehr und mehr.

Sich der Lebenskraft der Liebe dankbar empfangend zu öffnen – anstatt die Welt (wie in der Stierzeit beginnend und bis heute voranschreitend) mit Magie lenken zu wollen, ist der einzige Weg zurückzufinden zum Eins mit Allem Sein in der Freude der Gegenwart Gottes. Zudem vermittelt dieser spirituelle Weg der Rückkehr in die Ganzheitlichkeit des verlorenen Paradieses, dass das wirklich Seiende nicht in den ständigen Wandlungen der irdischen Materie gefunden werden kann, sondern nur in der, über allen vergänglichen Schein der Welt hinausreichenden Existenz der höheren Wirklichkeit des seelisch-geistigen Menschen im eigenen Herz.

Das Bild vom Turm zu Babel sollte uns Demut lehren, auf dass wir das magische Streben nach Materialisierung des Geistes und das Verhaftetsein durch die Veräußerlichung des Bewusstseins  überwinden, auf dass sich unsere Seele wieder dem geistigen Licht der göttlichen Lebenskraft öffnen kann. Dann erst werden wir erkennen, was durch den Einsturz des Turmes zu Babel wir damals wahrhaft verloren haben. Diese Erkenntnis ist einem nach außen orientierten Verstand in Ermanglung geistigen Verstehens allerdings nicht fassbar – und so wundert es nicht, dass sich die Menschen heute gemeinhin für die am weitesten entwickelte „Zivilisation“ halten. Wüsste man um das innere Erleben der Höheren Wirklichkeit zu jenen Zeiten vor dem Sturz des Himmel trotzenden Turmes zu Babel, fiele das Urteil der modernen Verstandesmenschen sicher etwas bescheidener aus.

 

Die alten Weisheiten und Symbolbilder der Inder, Ägypter und der Ureinwohner dieses Planeten, an denen sich der bloße Verstand die Zähne ausbeißen muss, können immer noch zur Erkenntnis des allbelebenden göttlichen Geistes verhelfen, dessen Allgegenwart jedoch weniger hirnorganisch zu erfassen, als vielmehr nur im Herzen des seelischen Wesens selber zu finden ist. Denn ungesehen und unerkannt war die geistige Wirklichkeit der Liebe Gottes doch immer präsent, wie sie es jetzt ist und immer sein wird.

 

 

 

Andreas Klinksiek

 

Die spirituelle Geschichte der Menschheit

 

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