Die verborgene Botschaft der Ursprache

 

 

KRST

Die altägyptische Hieroglyphe „KRST“ (oder „QRST“) ist auf vielen Sarkophagen eingemeißelt, denn sie bedeutet: „Todesritual“, was den alten Ägyptern zugleich „Lebensritual“ war, so wie ihnen auch das ägyptische Totenbuch vielmehr ein „Buch des ewigen Lebens“ war. Die alten Ägypter lebten nämlich im Diesseits und Jenseits zugleich.

Die nähere Betrachtung dieser 4 Buchstaben KRST oder QRST, (die zugleich die letzten 4 Buchstaben des hebräischen und arabischen Alephbets sind), wird uns die einstige Ursprache in Erinnerung bringen. Dazu werden wir die Kraft der Laute, wie die alten Rishis in Indien sie lehrten, die Zahlenwerte der Buchstaben, wie sie im Hebräischen und Arabischen überliefert sind, und die zugehörigen Bilder der Schriftzeichen betrachten, wie sie im altägyptischen Tarot weitgehend noch erhalten sind.

 

Q

Der Buchstabe Q (Qoph) = Kh hat den Zahlenwert 100 und trägt die Bedeutung „Herz, Sonne“. Die altägyptische Hieroglyphe zeigte einen Kreis, aus dessen Mitte ein Strahl nach Außen geht. Dieses Bild ist im lateinischen `Q´ viel deutlicher erhalten als beispielsweise noch in dem hebräischen Zeichen für diesen Buchstaben.

Der Kreis mit einem Punkt im Zentrum als das astrologische Symbol für die Sonne, entstammt ebenfalls dem alten Ägypten und geht vermutlich auf die urevangelische Verkündigung der Sternenweisheit durch Hermes-Trismegistos zurück.

Den Ägyptern der frühen Blütezeit war die Sonne am äußeren Himmel, bevor sie später irrigerweise selber als Gottheit angebetet wurde, nur ein Bild für die innere Sonne. Das Licht und die Wärme der planetaren Sonne `Sol´ (`S-ou-l´ = „Licht der Seele“; vergleiche engl.: `Soul´) verstanden sie als ein Entsprechungsbild für die geistige Sonne des Lebens, und gleichzeitig als Veranschaulichung der göttliche Dreieinigkeit:

Das Urevangelium nannte diese geistige Sonne = „Die Liebe“, ihr Licht = „Die Wahrheit“ und ihre ausstrahlende Wärme = „Die Heilige Kraft“.

Diese überkosmische Sonne ist es, die die Seele erleuchtet. Deshalb zeichneten die weisen Ägypter nach ihrer inneren Anschauung den Kreis mit dem Punkt in der Mitte als ein Symbol, das sie in ihrem Inneren verband mit der ihnen spürbaren lebendigen Kraft. Die Erleuchteten sahen darin Gott im Zentrum aller Schöpfung, dessen Lebens- und Liebekraft den Raum durchdringt und erfüllt.

Diese einfachste symbolische Darstellung des im metaphysischen Sinn höchsten Denkbaren findet sich in dem Zeichen `Q´ wieder. Für das veräußerlichte Verstandesdenken des 21.Jahrhunderts hingegen ist dieser Kreis eben nur ein Kreis mit einem Strich.

Dass der Buchstabe `Qoph´ (die Laute kh, ck, c) in vielen Sprachen der Anfangsbuchstabe des Wortes für „Herz“ ist, verwundert nicht, da, wie die Sonne im Verhältnis zu den Planeten, das Herz in Beziehung zu den Organen des Körpers als zentrales Medium des seelisch-körperlichen Lebens steht.

Herz: hebräisch `kher-eb´;  griechisch `kar-dia´;  lateinisch `cor´;

Das Herz, als Mittelpunkt des Kreises also, darf deshalb hier genauso wie die Sonne als Bedeutung dieses Buchstabens angesehen werden (entgegen der irrtümlichen hebräischen Bezeichnungen und Verlegenheitsübersetzungen verschiedener Zeiten: (`Nadelöhr´, `Beil´ oder `Affe´).

Dass hier das körperliche Herz nur als Analogie für `Das innerste Herz´, als dem Mittelpunkt des Lebens, verstanden werden kann, versteht sich.

Die Verbindung nun, dieser beiden Symbole „Sonne und Herz“ des Buchstabens `Qoph´ und dem entsprechenden 19. Tarotbild „Die Sonne“ (ägypt.: „Sonne des Osiris“), stellt den Kern des ägyptischen Wissens und Erlebens dar.

Diese Verbindung von `Sonne´ und `Herz´ im Buchstaben `Q´ ist kein Zufall. Die alten Ägypter, namentlich Thot-Hermes, wussten warum sie beides in Beziehung setzten, denn die Liebe Gottes war ihnen in ihrem Herz geistig erlebbar als „Die Sonne des Lebens“, deren Licht ihre Weisheit durch die Kraft des Heiligen Geistes war.

Sie sahen in dieser Geistigen Sonne das Herz Gottes, dem alles Leben aller Schöpfung entströmt. Und sie erkannten in sich selbst ihr Leben als dieses Eine, das, einströmend in ihre feinstofflichen Herzensgefäße, sie auf ewig mit dieser Quelle verband (`Q-el-le´ = „Herzensverbindung mit dem Licht des Lebens“).

Dieses große göttliche Herz der Lebenssonne findet jeder im kleinen in sich, als den inzwischen weitgehend in Vergessenheit geratenen göttlichen Lebensfunken im seelischen Zentrum des Menschen. Dort schlägt der Pulsschlag des wirklichen Lebens. Deshalb kann das bloße Verstandesdenken den Zustand des `Heilseins´, das der Tarot in dem Bild „Die Sonne“ beschreibt, das auch das `Volle Leben´ genannt wird, nicht wirklich erfassen.

 

 

Tarot XIX “Die Sonne”

 

 

Der hebräische Gottesname `Kodesch´ bedeutet „Der Heilige“. Heil ist voll und ganz – total komplett heil: Das ist volles Leben! Ursprachlich heißt `Ko-de-sch(in)´ = „Das Herz (oder das Feuer der Sonne) Gottes ist das Geschenk des Sieges des Bewusstseins“.

Weitere Worte mit den Wurzeln `ko`´(oder co), zum Beispiel „ko-operieren, ko-ordinieren oder Ko-existenz“, zeugen von der Beteiligung des Herzens.

Der Laut `car´ oder `char´ findet sich in vielen Worten: Sanskrit `kar-a´ (wörtlich: „Das Herz Gottes“, = „nach dem Herzen tun“); lateinisch `car-itas´ (= „Herzensgüte, Barmherzigkeit“); griechisch `char-is´ (= „Liebe, Gnade, Freude“); `chara´ (= „Seligkeit“)… `Charakter´ = `char-actor´ bedeutet „Mit dem Herzen Handelnder“; man könnte auch sagen: „Im Einklang mit dem Gewissen Handelnder“. Denn `Herz´ und `Gewissen´ (das, wessen man sich innerlich gewiss ist) gehören untrennbar zusammen wie die Liebe und das Licht. Das `Gewissen´ ist „Das innerliche Wissen um die Gesetze des Herzens“.

 

 

R

Der Buchstabe R (Resch) hat den Zahlenwert 200 und trägt die Bedeutung: „Das Haupt“.

Durch die Verbindung des Herzlautes `Q´ mit dem Kopflaut `R ´ wird ursprachlich die Kraft des Denkens und Handelns in Übereinstimmung mit der Liebe durch die Weisheit angezeigt. Das ist das „Herzdenken“, der höchste Entwicklungsstand der Menschwerdung. Diese Vervollkommnung erfolgt durch die Aufgabe des `Schein-Ichs´ und die Übergabe der Lebensführung an das wahre Selbst im Prozess der `Geistigen Wiedergeburt´.

Die Lautbedeutung des `R´(ra) findet sich als Name des ägyptischen Sonnengottes `Râ´, wie auch in vielen Sprachen in der Bedeutung „König“: z.B. äthiopisch: =`Ras´; Sanskrit: = `Raja´; italienisch: = `Re´; französisch: = `Roi´; sowie lat./deutsch: `Re-gent´ oder `re-gieren´.

Das Wort `Recht´ (= „Vollendung des Resch“) weist auf die göttliche Ordnung und Gerechtigkeit hin, die sich auch in den mathematischen Gesetzmäßigkeiten des `Rechnens´ zeigt. Von daher ist auch die Verwandtschaft des `Resch´ in den slawischen Worten `ras´ oder ´roz´ erklärlich, die in Erinnerung an den ursprachlichen Sinn des „Höheren Verstehens“, als `rasum´ (russisch) und `rozum´ (tschechisch) = „Vernunft, Verstand“ bedeuten. `

Rex´ (Latein = „König“), der Königsbuchstabe weist auf das Haupt hin, den `Re-x´ – oder `Re ´, das ist der „König am Kreuz“. Deshalb sagte Pilatus zu den Juden: „ecce rex vester“ – „Seht, das ist euer König!“, bevor er Jesus kreuzigen ließ.

Der geistige Sinn des Buchstabens `Resch´ wird auch in den ursprachlichen Wurzeln des Sanskrit deutlich: Da bedeutet `rara´ = „leiten, regeln, Herrschaft ausüben“; `Sahas-rara´ ist das Sanskrit-Zahlwort für `1000´ und bezeichnet zugleich den `Tausendblättrigen Lotus´, der in der altindischen Schwingungslehre von den 7 Chakren, den Strahlzentren im Ätherleib des Seelenmenschen, das oberste Scheitelchakra bezeichnet – kurz oberhalb des Hauptes. `Sahasrara´ bedeutet „Die siegende Macht (`sah´) des Geistfeuers (`as´=`esch´) regiert (`rara´)“.

`Cha-k-ra´ heißt ursprachlich „die Kraft des Herzens im Haupt“. Dieses oberste Energiezentrum `Resch´ empfängt den Kraftstrom des Heiligen Geistes, dessen Licht aus der Quelle des Herzens kommend, alle Schwingungszentren des erleuchteten Wesens durchströmt und belebt. Tatsächlich ist das Herzchakra in der genauen Mitte der 7 Chakren als das `Zentrum des Lebens´ anzusehen.

Dessen Name `An-aha-ta´ (Sanskrit) zeugt von dieser zentralen Bedeutung: `an´= „Ewigkeit des Lebens“ – `aha´ = „durch der Liebe“ – `ta´ = „Tätigkeit“. So empfängt das Schwingungs-Gefäß Mensch, je befreiter seine Seele vom Irrtum und der Bindung an die Stofflichkeit der Materie ist, um so mehr göttliche Lebens- und Liebekraft, die dann in ihm und durch ihn hindurch zum Heile der ihn umgebenden Schwingungsfelder wirkt.

`R-esch´ heißt also ursprachlich „Das Haupt des Lebensfeuers“, denn das hebräische `ajsch´ (=`esch´) heißt „Feuer des Lebens“, weil es den Heiligen Geist bezeichnet, der das ganze All mit dem Feuer des Lebens (sanskrit: Agni = Vermählung mit der ewigen Ich Gottes) erfüllt.

 

 

Tarot XX “Das Jüngste Gericht”

 

 

Wie aber passt nun das 20. Tarotbild „Das jüngste Gericht“ zu diesem tieferen Sinn des Lautes `Resch´?  Zu sehen ist ein Trompete blasender Engel in den Wolken; unter ihm auf der Erde entsteigen drei Tote ihren viereckigen Gräbern, was andeutet, dass sich das Göttliche (Dreieinigkeit) aus dem irdischen Kerker der Vierheit erhebt. Dieses Bild war im altägyptischen Ptah-Tempel zu Memphis nach Kundgabe des Thot-Henoch als Freske auf der zwanzigsten der 22 Wände zwischen den 24 Säulen des Tempels dargestellt. (Auf jeder Seite waren je 11 Bilder zwischen 12 Säulen gemalt.)

 

Das Bild stellt das „Jüngste Gericht“ dar, wie es im Matthäus-Evangelium beschrieben ist:

„Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen.“

 

Die Beziehung zwischen dem hebräischen Buchstaben „R“ und dem (hermetischen) altägyptischen Urbild zeigt auch hier eindeutig auf allen Bewusstseinsebenen den Sinn „Die Wiedergeburt“ oder „Die Erlösung“, als Qualität geistiger Erneuerung und Selbstwerdung an.

Die Übereinstimmung des Sinngehaltes von Laut und Bild bestätigt auch der Wert des Buchstabens R = `200´, der dem Zahlenwert `100´ des Buchstabens `Qoph´ folgt: die Zahl 200 als Zwillingszahl der 100 (die Zahl des sichtbaren Ganzen) kennzeichnet die Verbindung des Irdischen mit dem jenseitigen Leben.

Dies ist das Thema aller Themen seit der Tod in die Welt kam. Seit Adam und Eva hoffte die Menschheit – nach dem Sturz aus der Einheit mit Gott in die Gespaltenheit der Bipolarität der Welt – auf die ersehnte Erfüllung der urevangelischen Verheißung der Erlösung, die Gott ihnen nach dem Verlassen des Paradieses gab.

Die Wegweisung ist vom Geist inspiriert in die einzelnen Buchstaben der Ursprache gelegt worden. Auch lasen die alten Ägypter den Weg zur Erlösung und Vergöttlichung des Menschen in den Sternen, die insbesondere in der Gestalt des Lichtgottes Horus am Sternenhimmel zu ihnen vom Sterben und Auferstehen sprach.

 

 

S

Der Buchstabe S (Sch) hat den Zahlenwert 300 und trägt die Bedeutung: „Das Geistfeuer“.

Der Buchstabe `Schin´ wird im Hebräischen aus unerfindlichen Gründen „Zahn“ genannt, vielleicht wegen der 3 Zähne der Hieroglyphe, was zumindest kabbalistisch als Symbol der 3 (= “Geist im Stoff“) einen Sinn gibt. Wahrscheinlicher aber deuten die 3 Zacken dieses Zeichens wohl eher auf die Flammenspitzen des Feuerlautes `Sch´ hin, der sich so in seiner Bedeutung als „Das Geistfeuer“ anzeigt.

In der Nummerierung der Tarotbilder trägt dieses 21. Sinnbild „Der Narr“ die Ziffer `0´. Entgegen der Darstellung vieler populärer farbenprächtiger Tarotkarten, die dieses Bild als letztes der 22 Symbole einreihen, werden die im folgenden aufgezeigten Zusammenhänge, auch im Sinne von Papus, Éliphas Lévi und Kahir die richtige Reihenfolge klären.

Schon deshalb, weil im Alphabet der Buchstabe `S´, der dem Bild „Der Narr“ zugeordnet ist, vor dem `T´ kommt, ist die hier vorgestellte Ordnung begründet, derzufolge die dem `T´ entsprechende „Vollendung der Welt“ nur am Ende des Alphabetes stehen kann.

Die innere Logik der Aufeinanderfolge der Zeichen `Q R S T´ ist augenscheinlich:

Zuerst muss im Licht des Feuer- und Geistbuchstabens `Sh´ (`sch´) die irdische Trugwelt, `der Narr´, fliehen; und der Irrtum erkannt – und so die Trennung überwunden werden, bevor das Einssein mit dem göttlichen „Alles in Allem“ offenbar werden kann.

Die erste Voraussetzung dazu ist die Reinigung des Menschenherz durch die Q-Kraft (`Qoph´ = 100), darauf folgt die Regung des Geistfeuers im Haupt als die Erweckung des höheren Bewusstseins (`Resch´ = 200), und dann, bevor der Mensch schließlich die `Vollkommenheit´ (`Tau´ = 400) erlangen kann, muss er erst das „narrenhafte Schein-Ich“ (= 300) durch verantwortlichen Umgang mit seinem freien Willen überwinden.

 

 

0_-_Der_NarrTarot 0 “Der Narr”

 

 

Das Tarotbild zeigt einen Jüngling, der sein Pünsel an einen Stock geschnürt, leichtfertig über einen Abgrund tänzelnd auf der Schulter trägt, ohne die Gefahr zu sehen, in der er sich befindet.

Der gelbe Hintergrund des Bildes verrät den sanguinischen Charakter dieses Menschen. Ein Hund zu seinen Füßen (seine Triebhaftigkeit) beißt ihn auf seinem Weg. Doch oben am rechten Bildrand im Rücken des Jünglings ist ein Teil der Sonne als Zeichen des Schutzes einer höheren Führung zu sehen. Treffend ist auch der ägyptische Name dieses Bildes: `Die Torheit´. Es spricht eine Warnung aus: „Überwinde das innere Tier, das dich immer wieder an den Abgrund treibt und wende dich zur Sonne !“

In ähnlichem Sinne findet sich der Laut `Schin´ oder `Sin´ in vielen Worten, die einen eher lichtlosen Zustand kennzeichnen: Das lateinische `sine´ = „ohne“ zeigt einen Mangel an; das deutsche Wort „Schein“ weist auf den Lug und Trug der Scheinwelt hin. Auch Begriffe wie „Sünde“ oder „Sühne“ dürften aus dem Urlaut `sin´ herzuleiten sein. Im Hebräischen heißt `sin´ = „Wüste“, was einerseits „Einsamkeit“ und andererseits „Rückbesinnung“ ausdrückt. Die Wüste Sinai (`sine aj´ = „ohne geistiges Leben“) zu durchqueren in das verheißene Land `Kanaan´, war das Ziel der Israeliten, die Gott durch Moses aus der ägyptischen Gefangenschaft führte. Auch das Land `Sinear´ (`Schinear´), dort wo die Magie der Chaldäer und Babylonier begann, trägt in seinem Namen seinen Sinn: `Schine-ar´ = „Ohne das Haupt Gottes“.

Das hebräische Wort `sinah´ bedeutet „Ohne Liebe Gottes“. So deutet alles darauf hin, dass der Laut `schin´ einvernehmlich mit dem Bild `Der Narr´ den Zustand der Gottferne kennzeichnet.

Respektierte Gott den `Freien Willen´ des Menschen nicht so total, mit dem dieser Ihn trotz aller guter Worte, Zeichen und Wunder beständig ignoriert, dann gäbe es zwar weder Lügen, noch Morde oder Kriege, doch der Mensch wäre nur eine – wenn auch göttliche – Maschine (`Ma-Schin-e´ = „Schaffen ohne göttlichen Geist“).

Der Feuerlaut `schin´ oder `schim´ mit dem Wort „Schimmer“ in Verbindung gebracht, drückt aus, dass man wohl eine unbestimmte Ahnung von etwas, jedoch noch keinen Schein der Wirklichkeit, geschweige denn das Licht selber hat, das sich erst dann einstellt, wenn das Trennende überwunden ist.

So sei zur weiteren Klärung dieses Lautes noch abschließend das hebräische Wort `Schechina´ = „Einwohnung der Herrlichkeit (oder des Lichtglanzes) Gottes“, herangezogen. Dies ist das Licht Gottes im Erkennen des vollendeten QRST:

 

„Ich bin das Licht der Welt. (Joh 8,12)

 
 

T

Der Buchstabe T (Tau) hat den Zahlenwert 400 und trägt die Bedeutung: „Das Kreuz“. Der 22. und letzte Buchstabe des hebräischen Alephbeth, `Tau´, ist zugleich das letzte Bild des Tarot.

Wie die Rückerinnerung an die einstige Ursprache der Menschheit (deren letzten 4 Buchstaben hier nur Betrachtung finden) deutlich macht, stellen die Buchstaben des Alphabets, als die Elemente des Wortes und der Sprache zutiefst auch die geistigen Entwicklungsstufen zur Vervollkommnung des Menschen dar, die ihn `von A bis Z´, oder `von Alpha bis Omega´, zur Erfüllung des göttlichen Schöpfungswortes führen.

Oder hebräisch gesprochen `von Aleph bis Tau´, dem letzten Buchstaben des hebräischen Alphabets, mit dem auch das altägyptische Tarot endet. Dieser letzte Laut `Tau´ bezeichnet im Bild der `mystischen Hochzeit´ die Vollendung des Weges, den auch die chinesische Gotteserkenntnis `Tao´ (= den Sinn) nennt.

Dieser Buchstabe, der mit `das Zeichen´ übersetzt wird, wurde in seiner ältesten Hieroglyphe als ein Kreuz dargestellt (was sich im `T´ bzw. `t´ bis heute erhalten hat). Er wurde auch „Zeichen des Kreuzes“ oder „Unterschrift“ genannt, weil Schreibunkundige früher mit `3 Kreuzen´ unterschrieben.

In der urägyptischen Religion bedeutete die Hieroglyphe Anch (= ) „Ewiges Leben“.

Das urchristliche Symbol des Kreuzes stellt mit seinen 2 Balken die Dualität des Menschseins (männlich/weiblich) und der Erde ( /-) dar. „Das Kreuz“ das Sinnbild für die Verbindung des Geistes (die göttliche `1´ des `Aleph´ als vertikaler Balken = `l´) mit dem Stoffprinzip (horizontaler Balken = `-´). Das daraus entstehende Kreuz (` ´) symbolisiert mit seinen 4 rechten Winkeln das Ziel des göttlichen Schöpfungsplanes mit dem Menschen:

Die schließliche Überwindung der Dualität und der weltlichen Gegensätze, und seine Vollendung durch Vergeistigung und Einswerdung.

Wesentliche Bedeutung kommt dem Kreuzungspunkt in der Mitte der Horizontalen und der Vertikalen, auch als dem Nullpunkt des (kosmischen) Koordinatenkreuzes zu: er ist sozusagen der Mittelpunkt der Welt. So trägt dieses 22. Sinnbild (in der Numerierung der Tarotbilder die Ziffer `21´, weil das Bild `Der Narr´ 0 zählt) denn auch den Namen „Die Welt“.

 

Tarot XXI “Die Welt”

 

Die urbildliche Darstellung zeigt in jeder der 4 Ecken des Bildes ein Gesicht: das eines Adlers, eines Löwen, eines Stieres und das eines Menschen. Sie sind nicht nur (wie eine spätere Christenheit deutete) die christlichen Symbolbilder der 4 Evangelisten (Adler = Johannes; Löwe = Markus; Stier = Lukas; Mensch = Matthäus), sondern sie versinnbildlichten schon im altägyptischen Tempel zu Memphis die Tierkreiszeichen `Wassermann, Skorpion, Löwe und Stier´, die sich als Sinnbilder der 4 Elemente zueinander wie die vier Himmelsrichtungen verhalten.

In der Bildmitte dieses letzten der Tarotbilder ist eine engelartige Frau mit Palmzweigen in den Händen zu sehen, die von einem ovalen Kranz umgeben ist. Dieser Kranz um den Körper dieser Frau, die die vollendete Menschenseele darstellt, wird als Kraftfeld, Glorie, Heiligenschein und wegen seiner ovalen Form als Aura gedeutet.

Zum einen unterstreicht das Oval als `Umkreis des Kreuzes´ die bereits angemerkte Bedeutung des `Tau´ als das Kreuzzeichen, zum anderen deutet es den Tierkreis an, wovon auch die vier Gesichter zeugen. Dieser Zodiakalkreis ist das Symbol des Universums, das der Mensch in sich trägt und das ihn umgibt. Auch darum heißt das Bild: „Die Welt“.

 

Mit der Zahl 400 endet das ursprachliche Alphabet. Die ersten drei Buchstaben mit ihren Zahlenwerten 1, 2 und 3, repräsentieren als erste Dreiheit die Geistwelt; die Zahlen 4, 5 und 6 als zweite Dreiheit die Seelenwelt; und die 7, 8 und 9 als dritte Dreiheit die stoffliche Welt. Außerhalb dieser drei Prinzipien aber ist nichts denkbar. Deshalb werden die Zahlenwerte der folgenden Buchstaben des hebräischen Alephbeth nicht 10, 11, 12 usw. gezählt, sondern 10, 20, 30 …, als Wiederholung der Grundzahlen auf anderen Bedeutungsebenen.

So wie der neunte Buchstabe `Teth´ die erste Neunheit als Schlusspunkt des `göttlichen Gedankens Mensch´ beendet, so drückt nun der letzte Laut des Schöpfungswortes, `Tau´, die Vollendung dieses göttlichen Schöpfungs-Gedankens aus. Auch korrespondieren die Zahlen (Bilder und Buchstaben) der 1, der 10 und der 100, die in mystischer Verwandtschaft zueinander stehen, wie auch die 2, die 20 und die 200 etc. in bedeutungsmäßig starken Relationen stehen (gleichfalls wie `A B G D´= 1 2 3 4 = 10; oder `J K L M´ = 10 20 30 40 = 100;) besonders auch die Zahlen und Buchstaben der dritten Schöpfungsebene: `Q R S T´ = 100 (`Q´) 200 (`R´) 300 (`S´) 400 (`T´) = 1000

(Tau-send = `tau is end´, wie man auf Englisch liest.)

`1000´ aber ist jene mystische Zahl der Vollendung, die auch in der Offenbarung Johannis im Begriff des `Tausendjährigen Reiches´ in der Verheißung des Messianischen Friedenreiches genannt wird.

 

 

`Q-R-S-T´

heißt ursprachlich sinngemäß: „Herz und Haupt (= höheres Bewusstsein) des Menschen vollendet in der Kraft des ´Geistfeuers´“.

Das ist die Erlösung von der Sünde Adams und Evas, die allein darin bestand, sich statt des Einsseins mit Gott, von Ihm getrennt zu erleben.

Auch der Name des Erlösers war also schon im Urevangelium genannt: `Q R S T´ (vokalisiert Khrist) = Christus, der menschgewordene Gott, ermöglicht die Vergöttlichung des Menschen.

Und nun wundert es auch nicht mehr so sehr, dass schon Horus in der urevangelischen Offenbarung diesen Titel trug. Der mythische Horus ist die urevangelische Verheißung des QRST, des Erlösers aus der Trennung des Menschen von Gott.

Die Rückführung des entweihten Teils des göttlichen Erbes im Menschen – zurück in das Zentrum der kosmischen Urlebenskraft der Liebe Gottes: das ist die Erfüllung des göttlichen Plans.

Gedanklich steht nun der `Adam Kadmon´ vor uns, der auf seinem Weg durch Irrtum und Leid in der Materiewelt durch seine Fehler sehend wurde. Durch Überwindung seines trennenden Eigenwillens, der bis dahin sein Denken und Tun lenkte, findet er nun als freier Mensch (= körperlich, seelisches Geistwesen) zur Einheit mit Gott zurück und erwacht aus seinem tagträumenden „Schein-Ich-Todesschlummer“ als ewiges Gotteskind.

Darum sagt Johannes der Täufer:

 

„Er muss (in mir) wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Joh 3,30),

bis wir schließlich mit Paulus sagen können:

 

„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20)

Von gleichem Sinn zeugt der Zahlenwert des `Tau´= 400:

 

Hier wiederholt sich auf der dritten Ebene die Zahl `4´ = „Verwirklichung des Schöpfungsgedankens in der Welt“. Diese dritte Wiederholung deutet des Menschen Wiedergeburt durch die Vergeistigung der Stofflichkeit seiner freien Seele an.

 

„Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.“

 

Dieses Wort des Paulus (1 Kor 15,44) kennzeichnet den Sinn der Allegorie dieses Tarotbildes und dieses Lautes im Alephbeth treffend. Es bezeichnet die Erfüllung und Vollendung des göttlichen Schöpfungsplans in der Entfaltung des geistigen Wesens, dass Er nach Seinem Ebenbild erschuf.

Das sicher nicht letzte aber vielleicht tiefste Geheimnis des `Tau´ findet sich in der Deutung der beiden Laute, die seinen Namen bilden: `T´ = „Vollendung“ und `U´ = „`tu´ (indogermanisch) = thou, you, du“.

 

Darin liegt der eigentliche Grund für die Schöpfung verborgen: Die all-einige `Liebe´ erschafft das Wesen als freies Gegenüber, um es zu lieben – und um von ihm wieder geliebt zu werden.

Das ist die Erfüllung im `TU´ = `DU´!

 

Die altdeutsche Schreibweise des Du = `TV´ bedeutet gleichzeitig „Vollendung der Willensfreiheit“. Der mit dem göttlichen Willen geeinte eigene Wille des geistig Wiedergeborenen, führt ihn in die höchste Freiheit des Gottesbewusstseins.

 

Gott, dem `Ich Bin´, ist jedes seiner Kinder ein geliebtes `Du´,

und das geistig erwachte `Ich´ erkennt wiederum in Gott sein ewiges `Du´.

 

Dieses `U´ hat nicht zufällig die Form einer Schale. Es ist das Bild für jenes Gefäß, mit dem die Seele das Gotteslicht des Lebens empfängt: jener `Heilige Gral´ also, der nicht an irgendeinem Ort in der Welt, sondern nur im eigenen Herzen zu finden ist. Dieses Gefäß des Herzens, überfließend im Licht und der Kraft des Heiligen Geistes ist die Vollendung des Menschen – KRST – Christus in uns.

 

Tausend = `Tau is end´ = `Tau ist die Vollendung´. Nun kann der `Adam (und die Eva) Kadmon´ als vollendeter Mensch in jedem von uns sprechen:

 

„Ich bin das Aleph der Urliebe Gottes

und das Tau Seiner schöpferischen Tat,

die mir eigene Form und Prägung gab“.

(„Das verlorene Wort“, M. Kahir).

 

 

`Thou is end´, das Du ist vollendet! (`Thou´ ist die rituelle Du-Anrede Gottes im englischen Gebet.) Damit wird begreiflich, warum die Offenbarung des Johannes diese Zahl jenem Reich zuschreibt, das der Messias (der mit dem Geist Gesalbte) auf Erden errichten wird.

Mit diesem letzten Bild der `Großen Arkana´ des Tarot erfüllt sich im `Q-R-S-T´ die urevangelische Verheißung des Erlösers, dem `Christ´. Dies gibt Antwort auf die Frage, was es bedeutet zu sagen: „Ich bin Christ“. `Q-R-iS-T´

= “Die Kraft der Liebesonne im Denken, Fühlen und Tun ist vollkommen”. Wer kann dies von sich behaupten? Nur diejenigen, in denen die Liebesonne Selbst mächtig geworden ist.

 

 

Abschließend sei noch einmal festgestellt, dass die 22 Buchstaben des hebräischen Alephbets, der Baum des Lebens, mit seinen ebenfalls 22 Zweigen und Verbindungen zwischen den zehn Stufen oder Sephiroth, sowie die 22 Tarotbilder nicht zufällig in Beziehung stehen, sondern sich vielmehr als spirituelle Pfade zur Weckung und Entwicklung des Bewusstseins vollkommen ergänzen. Sie zeugen in ihren verschiedenen Ausdrucksformen (Laut, Name, Zahl und Bild) von Einem und Demselben.

 

 

In der Interpretation der einzelnen Buchstaben und Bilder in ihrer Beziehung zu den ihnen entsprechenden Zahlenwerten, enthüllen sich immer tiefer die erstaunlichsten und wunderbarsten Zusammenhänge. Diese Ausführungen zum Tarot (ägypt.: `Alles in Allem´= Die Einheit), dem Buch `Thot´ der alten Ägypter, sind nur eine skizzenhafte Andeutung der mystischen Tiefe der Bildsymbolik in ihrer Beziehung zu aller Mathematik, Sprache und Schrift. An diesem Urtestament des menschlichen Geisteserbe kommt niemand vorbei, der sich ernsthaft mit Sprachforschung und der Etymologie der Ursprache beschäftigt. Ihre vollständige Dechiffrierung wird der Menschheit den Weg zurück in die Zukunft des vollkommenen Seins weisen. Die sprachlichen Prozesse der Grammatika moderner Sprachen verlaufen solange nur in dreidimensionalen Denkstrukturen, bis der Geist im Menschen das Wort in seiner vieldimensionalen Wirklichkeit erweckt.

 

Die Sprache ist also kein Zufallsprodukt und folgt bis heute, in all ihren Veränderungen, Verzweigungen und Weiterentwicklungen geistigen Gesetzmäßigkeiten, die zu den Wurzeln des Wortes und der Quelle des Lebens zurückzuführen vermögen.

 

 

Um nun noch einmal auf den Ausgangspunkt zurückzukommen, der uns zu dieser Rückerinnerung an die einstige Ursprache führte: Die Behauptung dieses Filmes („Zeitgeist“), dass Jesus nur ein Abziehbild von Horus – und ein christliches Plagiat älterer heidnischer Religionen sei.

Das Fazit unserer Betrachtung kommt zu einem anderen Schluss: Der kosmische Horus, der wie Jesus „Das Licht der Welt“ genannt wurde, war die altägyptische Personifizierung des verheißenen Erlösers der Uroffenbarung, dessen prophetischen Sinnbilder sich durch Jesus buchstäblich erfüllten.

 

Dieses Erlösungswerk Gottes befähigt allerdings noch Niemanden von uns zur Vollkommenheit und Erlösung vom Tod, der uns durch das Vergessen unserer Göttlichkeit wurde, wenn nicht der Q-R-S-T in unseren eigenen Herzen aufersteht.

 

 

 

Andreas Klinksiek

 

 

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