Metrum und Takt

The Beat Goes On

    „Alles hat seine Zeit.“ (Kohelet 3,1)

 

     Jede Zeit und jede Kultur hat ihre Musik. Jede Gesellschaft bringt auf dem Grund ihrer Wurzeln die Musik ihrer Zeit hervor. Daraus ergibt sich die gegenseitige Bedingtheit der Entwicklung der Gesellschaft und ihrer Musik. Die Musik prägt also die Gesellschaft, wie die Gesellschaft ihre Musik.Dass die heutige populäre Musik zumeist auf die körperlichen Bewusstseinszentren zielt, kann nicht ohne Auswirkung auf die Bewusstseinsbildung des Menschen bleiben und muss in Verbindung gesehen werden mit einem offenbar stets materieller werdenden Bewusstsein der Menschheit.Auch das menschliche Gehirn kennt Rhythmen und hat seine Zeit. Kommen sie aus den Takt, bleibt das nicht ohne Folgen für die körperliche Gesundheit und das seelische Wohlbefinden.Die moderne Hirnforschung lokalisiert die Entstehung von physiologischen Rhythmusstörungen im Gehirn. Von den Sinnesorganen ausgesandte elektrische Signale werden in die Region des Limbischen Systems im Bereich des Stammhirns geleitet. Dieses Nervenzentrum steuert vegetative Prozesse wie die Atmung, den Pulsschlag, den Blutdruck, die Verdauung und den Hormonhaushalt. Ebenfalls im Limbischen System finden sich die „neuronalen Schaltkreise“, die für die Wahrnehmung von Gefühlen zuständig sind. Weil im selben Neuronen-Netzwerk des Gehirns, das die rhythmische Steuerung dieser vegetativen Prozesse koordiniert, auch die Kontrolle des Muskeltonus‘ stattfände, sei diese Hirnregion auch bei der zentralen Steuerung des emotionalen Verhaltens und pathologischen Stressreaktionen beteiligt, die infolge von Rhythmusstörungen auftreten können.Was hat die Gehirnforschung über die Rhythmik des Schwingungswesens mitzuteilen?

     Das „Jetzt“ in der menschlicher Wahrnehmung dauere, dem Hirnforscher Ernst Pöppel zufolge, subjektiv etwa drei Sekunden. Nicht länger als „Drei-Sekunden-Gegenwart“ soll das Gehirn aufeinanderfolgende Sinneseindrücke zusammen-hängend erfassen und zu einem einheitlichen Bewusstsein verschmelzen können. Nun, abgesehen von der implizierten Meinung dieser Behauptung, das Bewusstsein entstünde im menschlichen Gehirn, worüber sich die Gelehrten streiten, ist diese Theorie auch im Hinblick auf die Frage, was „Gegenwart“ ist, interessant. Es wird darauf zurück zu kommen sein.

Der Neurologe David Shannahoff-Khalsa zeigt mit seinen EEG-Forschungen, dass sich die Hemisphären-Dominanz im Großhirn in wellenartigem Rhythmus ständig verschiebt. Der durchschnittliche Rhythmus im Wechsel der rechten und linken Gehirnhälfte erfolge Tag und Nacht in einem Zyklus von 90 bis 120 Minuten. Deshalb vermutet er eine ultradiane Beeinflussung der kognitiven Fähigkeiten. Shannahoff-Khalsa und andere Wissenschaftler verglichen die rhythmische Hemisphären-Dominanz mit den mentalen Aktivitäten von Versuchspersonen. Sie stellten fest, dass die verbale Aktivität stark ist, wenn die linke Hemisphäre dominant ist – und größere räumliche Aktivität, wenn die rechte Gehirnhälfte dominiert. Bei Versuchspersonen, die Videogames spielten, zeigte sich, dass die Koordination von Hand und Auge, die Lernfähigkeit und das Kurzzeitgedächtnis in wellenförmigen Mustern, deren Höhepunkte alle 90 Minuten erreicht werden, zyklisch verlaufen. Ähnliche ultradiane Leistungskurven fand man hinsichtlich Kreativität und geistiger Wachheit.

In Phasen gesteigerter Energie stellt der Psychologe Robert Thayer eine Neigung zur optimistischen Überschätzung der eigenen Fähigkeiten fest, während in weniger energetischen Schwingungsphasen eher eine pessimistische Neigung zur Selbstunterschätzung bemerkbar wäre.

     Ist der Mensch denn nicht mehr als ein Produkt seines Gehirns, mag man in Anbetracht solcher Forschungs-ergebnisse erstaunt fragen. Sollte unser Hoffen und Zweifel tatsächlich von elektrochemischen Prozessen im neuronalen Netz des Hirnorgans bestimmt werden – oder gar, wie manche Neurowissenschaftler meinen – auch der „freie“ Wille?

Bei den zahllos vielen mikro- und makrokosmischen Schwingungsfeldern, die das menschliche Schwingungswesen auf allen Wellenlängen seines Seins umgeben und durchdringen, wäre es schon höchst erstaunlich, wenn wirklich die biochemischen Prozesse im Gehirn die Impulsgeber wären – und der Mensch nicht mehr, als Befehlsempfänger ihres unbewussten cerebralen Spiels.  Sollte der Reiter tatsächlich das Pferd tragen? Nach welchem geistigen Plan lenken die Neurotransmitter das Bewusstsein dann? Nein, das wäre denn doch zu armselig für das „Ebenbild Gottes“. (1 Mose 1,27)Das Schwingungswesen, als Sender und Empfänger, kommuniziert zwar auf vielen Ebenen der universellen Schwingungsmatrix des Lebens, ohne dass ihm dies bewusst wird, aber den Ursprung der Entscheidung im Neuronenspiel des sterblichen Körperorgans Hirn zu vermuten, anstatt in einem höheren Bewusstsein des Geistes, zeugt von einer bedauerlichen Selbstvergessenheit.Nicht Hormone und chemische Botenstoffe sind es ursächlich, die den Willen lenken, sondern elektromagnetische Vorgänge, die im Gehirn die Neuronenblitze zünden. Denn das Bewusstsein ist die Kraft, die durch Schwingung auch die biochemischen Prozesse im Gehirn dirigiert. Und nicht anders herum. Wenn also Schwingungen gewissermaßen der energetische „Lebensstoff“ sind, aus dem wir schöpfen und in den wir fließen, so determinieren sie jedoch das geistige Wesen – bei aller chronobiologischer Rhythmusvorgabe – nicht, sondern dienen ihm.Menschen, die liebevoll miteinander umgehen, harmonieren und schwingen gemeinsam im Takt. Dann, so stellt auch die Chrono-Psychologie bestätigend fest, werden die Bewegungen flüssiger, das rhythmische Zusammenspiel ist ungezwungen, spontan und von spielerischer Leichtigkeit. Wie anders im Gegenteil, wenn Menschen nicht „auf einer Wellenlänge“ sind: Im Streit verschwindet alle tänzerische Eleganz, die Gesichtsmuskulatur erstarrt – und die Bewegungen werden arhythmisch.Ist das etwa die Folge einer chronobiologischen Disposition? Oder nicht wohl doch vielmehr etwas, was der Volksmund so benennt: „Wie`s in den Wald hinein ruft – so schallt es heraus.“ Die Schwingungen, die wir als Gedanken aussenden, kehren zu uns zurück. Das ist das alte Gesetz der Resonanz.Mit welchen Schwingungen sie innerlich resoniert, hängt letztlich von der Persönlichkeit selber ab. So lässt sich die Verantwortlichkeit für das Tun durchaus nicht an bestimmte Hirnfunktionen abtreten.

Jedes Individuum schwingt also im Rahmen der größeren Taktvorgaben in seinem ganz persönlichen Rhythmus, der keinen starren Regeln unterworfen ist (siehe beispielsweise so genannte Morgen- und Abendtypen). Die Wahrnehmung der eigenen rhythmischen Zyklen und Perioden ist hilfreich.

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heilung durch Musik

 

Die Bedeutung von Rhythmus für das Schwingungswesen Mensch kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Nicht ohne Grund war die menschliche Kultur- und Religions-geschichte auch immer eine Geschichte der Musik, als dem wesentlichen Ausdrucksmittel menschlicher Kultur. Auch die menschheitsgeschichtlichen Wurzeln der Heilkunst gründeten immer schon in den feinstofflichen Sphären der Musik. Bereits in dem Codex Hammurabi (etwa 4.000 v. Chr.), dem ältesten erhaltenen Dokument über die frühen Heilkünste, ist die Anwendung von Musik als Teil einer mystischen, religiösen Heilungszeremonie beschrieben.

Heute hingegen, in einer Zeit, wie es sie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte gab, geraten die natürlichen Rhythmen des Menschen, des Klimas – ja, der ganzen Biosphäre aus dem Takt. War früher der Lauf der Erde um die Sonne der wesentliche Rhythmusgeber von hell und dunkel, Arbeits- und Ruhephasen, brachte die moderne Nutzung der Elektrizität einen Wandel, der sich nicht nur auf den Zyklus der Frau auswirkt, sondern den Menschen sich auch in vielen anderen Bereichen des Lebens seiner Rhythmik entfremdet hat. Man steht nicht mehr mit der Sonne auf und geht nicht mehr mit ihr zu Bett. Der Mensch hat sich in unserer Zeit seinen Wurzeln entfremdet. Er weiß oft nicht einmal mehr, woher er kommt, wohin er geht und wozu er eigentlich auf der Welt ist.

Kultur- und Bewusstseinsbildung durch Musik

     Nicht zufällig war früher für Menschen aller Kulturkreise die Beschäftigung mit rhythmischer Musik ein nicht fort zu denkender Bestandteil des täglichen Lebens. Rhythmus und Musik waren Methoden zur Erweiterung des Bewusstseins. Mit der Entfremdung vom unmittelbaren Erleben der Natur durch die fortschreitende Zivilisation verarmt diese Quelle der Bewusstseinsbildung – gerade in der abendländischen Neuzeit – zunehmend. Die vieltausendfache Verfügbarkeit von Musik durch die modernen Medien ersetzt das eigene Musizieren nicht, sondern wird im Gegenteil als Reizüberflutung wahrgenommen. So erstaunt nicht, dass Physiologen herausfanden, dass viele Krankheiten auf einen Verlust von Rhythmizität zurückgehen. Zivilisationskrankheiten, Störungen durch Stress, psychische Belastungen, Unruhe, Depression…

Mangelnde Gesundheit war bereits dem Dichter Novalis (1772-1801) in erster Linie ein „musikalisches Problem“.

Der Biophysiker Fritz Popp, der Erforscher der Biophotonen, die als unsichtbares Licht im Spektrum der Matrix des Lebens auf einer Wellenlänge von 200-800 Nanometer schwingen und für die innerzellulare Lichtarbeit zuständig sind, stellt sich die Entstehung von Krankheiten so vor: „Wir wissen ja bereits, dass biologische Systeme die Eigenschaft haben, elektromagnetische Schwingungen zu speichern, und dabei könnten nun auch falsche Schwingungen auftreten, die hartnäckig im Organismus bleiben und zu Fehlregulation führen“.

Heilung durch Rhythmen

     Wie ließen sich nun derartige emotionale Rhythmus-Störungen und Fehlregulationen besser heilen, als durch Rhythmen?! Diesen Ansatz verfolgen die Musik-Physiologie und die Musik-Medizin, die sich als neue akademische Zweige der Naturwissenschaft verstehen. Sie untersuchen die biologischen Wirkungen der Muse Musik. Die Klangtherapeutik hingegen ist eher auf der Suche nach praktischen Anwendungs-möglichkeiten. Ihr Ziel ist nicht nur den in Unordnung geratenen körperlichen Organismus durch rhythmisch strukturierte Abfolgen von Schwingungen zu harmonisieren, sondern zugleich die menschliche Seele, mit ihren ins Ungleichgewicht geratenen Emotionen und Gefühlen.

„Niemand ist von Natur aus unrhythmisch. Die rhythmischen Impulse, die im Inneren eines Menschen als Herz- und Atemrhythmus schwingen, werden durch Störungen im psychischen Bereich empfindlich beeinflusst; zugleich führen diese auch zu einer Minderung der Fähigkeit, die inneren Geschehnisse wahrzunehmen. Lernen wir unsere innere Bewegung in hörbare Rhythmen der Stimme, des Klatschens, sowie in Bewegung des Körpers umzusetzen, begegnen wir auf diesem Weg nach außen Gefühlen und Zuständen unseres Körpers, die ein Spiegel unseres psychischen Bereichs sind.“ (Reinhard Flatischler)

Die harmonisierende Wirkung von Musik auf das Gehirn erklärt sich daraus, dass die musikalischen Parameter Faktoren einer geordneten Zeitstruktur sind. Oder anders ausgedrückt: Die strukturierte rhythmische Ordnung der Musik vermag es, in Dissonanz geratene Schwingungsmuster im Gehirn wieder zu harmonisieren. In harmonischer Schwingung und Rhythmik findet sich das Schwingungswesen selbst.

Nach Wolf Büntig kann Rhythmusarbeit „tief greifende Lösungs- und Entwicklungsprozesse jenseits der verbal-logischen Bewusstseinsebene auslösen.“

Musik-Medizin und Klang-Therapie können diese Erfahrungen bewusst werden lassen und bei deren psychosozialer Verarbeitung begleiten.

Der rhythmische Mensch  (Homo Rhythmicus)

Der Weg des Rhythmus ist ein Lernprozess, eine Meditation, die den durch und durch rhythmisch veranlagten „Homo Rhythmicus“ zurück zu sich selbst führt. Diffizile Rhythmen wirken – schon beim Hören – wie ein rhythmisches Grundraster, an dem sich die in Unordnung geratenen Körperrhythmen anlehnen und ausrichten können – wie viel mehr erst bei der „Ganzkörper-Massage“ der gesamten Körpermotorik beim selber Trommeln und gemeinsam Musizieren. Die musikalische Übung ist positive Konditionierung, Training und Ordnen unserer hirnorganischen Rhythmus-Strukturen zugleich. Mag es anfangs mit der Feinmotorik noch etwas hapern, weil die Finger nicht so schnell wie die gefühlten und gedachten Rhythmen sind, führt das Erlebnis des Getragenseins vom Rhythmus doch rasch zu Erfolgserlebnissen und wachsender Freude am Zusammenspiel. Es ist ein Phänomen, dass gemeinsames Singen die Sänger in synchronen Atemrhythmus bringt.

Das Zusammenspiel ist eine Form von Kommunikation. Die Intensität des Gemeinschaftserlebnisses wächst beim Spiel mit den Fähigkeiten der Spieler auf ihren Instrumenten. Sie tauchen ein in eine Wirklichkeit, die realer ist als vieles, was man gemeinhin für wirklich hält. Hier zeigt es sich, wie sehr wir uns dessen sicher sind, was wir tun, weil wir im Einklang mit den rhythmischen Strukturen und den Harmonien sind, oder ob wir über die musikalischen Ideen der Mitspieler in Verwirrung geraten. Hier lernen wir uns zugunsten des gemeinsam erzeugten Klanges zurückzunehmen – oder uns durchsetzen. Verlieren wir uns im Gespräch der Instrumente in Floskeln, oder gelingt es uns gemeinsam etwas Neues zu gestalten? Es hängt ab von unserer Fähigkeit gleichzeitig nach innen und nach außen zu hören. Denn das Klangerlebnis wird nicht nur von der Art der Instrumente bestimmt, sondern vor allem durch die persönliche Stimmung der Musiker und deren Aufmerksamkeit im Aufeinanderhören. Ob im Duo, Trio, Quartett…, einem Bläserchor oder einem Orchester: das Miteinander-Schwingen ist immer wieder neu. Insbesondere in der freien Improvisation zeigt sich unsere Dialogfähigkeit. Es gibt keinen besseren Weg zu lernen, aufeinander zu hören. Für manchen ist die Erfahrung von anderen gehört zu werden ein bewusstseinsprägendes Erlebnis.

Ein Auftritt ist ein interaktiver Dialog mit einem Publikum, das wie die Band auf der Bühne ein Instrument spielt.

Besonders beim Singen im Chor ist augen- (oder ohren-) fällig wie das gefühlsmäßige Erleben auch vom Inhalt der Lieder abhängt, die man singt – sind doch die Worte eines Textes hinaus gesungene Formeln, die, als ebenfalls Schwingungen, bis in die tiefsten Tiefen der Seele hinein klingen und resonieren. Die harmonikalen Strukturen der Musik erzeugen Resonanz in unserem Gehirn bis in unbewusste und überbewusste Bereiche, denn unser ganzes Wesen schwingt. Der Prozess der Harmonisierung mit uns selber und der Umwelt führt zu einem wacher werdenden Bewusstsein, das im Schwingungsspiel  – wie sonst nirgendwo – die Gegenwart des Seins verspüren lässt. Beim gemeinsamen Musizieren erkennen wir, dass wir als mehr als physische Körper – auch Schwingungswesen sind, die sich mit rhythmischem Schwingenschlag in ungeahnte Höhen und Tiefen der Schwingungsmatrix zu erheben vermögen – als Schwestern des Lichtes und Brüder des Klanges.

     Da also Musik – als Muster rhythmischer Harmonie – das ins Ungleichgewicht geratene, aber grundsätzlich harmonikal veranlagte Gehirn zu stimulieren vermag, kann eine gezielte Musiktherapie tatsächlich das Gleichgewicht von Körper und Seele fördern und die Heilung bestimmter Krankheiten unterstützen oder sogar bewirken.Erfolge im Bereich der Heilung durch Musik werden bei vielen psychosomatischen Störungen und Zivilisationskrankheiten erzielt. Zum Beispiel bei Migräne-Patienten, denen Aufzeichnungen ihrer in Klänge umgewandelten Gehirnströme (EEG)  vorgespielt werden, finden durch die neurophysiologische Klangtherapie Hilfe. Koma-Patienten vermag die Anwendung von mit Erinnerung verbundener Musik aus dem Koma zu holen. Abgesehen von der heilenden Kraft der Klänge hat die Musik auch eine krankheitsvorsorgende und entwicklungsfördernde Wirkung. Zudem hat das rhythmische Klangspiel eine immense musikpädagogische Bedeutung für die Erziehung von Kindern. Und nicht zuletzt ist auch im Hinblick auf die Motivation älterer Menschen die Musik geeignet, durch bewusste Wahrnehmung das Wohlbefinden erheblich zu steigern und sogar Lebenssinn zu spenden. Rundum spricht also die Harmonie des rhythmischen Klangs den ganzen Mensch in allen Phasen seines Lebens an.

Quantenphysikalische Wirkung des Schalls

Musik wirkt bekanntermaßen nicht nur auf den Menschen. Sie regt auch das Pflanzenwachstum an. Hühner legen mehr Eier und Kühe geben mehr Milch. Selbst Bakterien wachsen bei bestimmten Klängen besser, als bei anderen. Wie kann ein solches physikalisches Phänomen wie Schallwellen solche Wirkung haben? Was eigentlich ist Musik? Wenn sich Musik überhaupt erklären lässt, dann wohl nur mit der Quantentheorie, die jenen mystischen Bereich des Seins beschreibt, den man auch „das Reich der Unschärfe“ nennt: jener Übergang, wo auf subatomarer Ebene die Grenzen zwischen materieller und geistiger Wirklichkeit verschwimmen. Dort gehen die Schwingungsformen der stofflichen Teilchen in energetische Wellen und Strahlen über, die nicht mehr materiell, sondern schon geistig sind. Denn letztlich ist alles Seiende geistige Energie – auch die Materie, die als verdichteter Geist erstarrtes Licht und erstarrte Schwingung ist. E=MC2 – die welterklärende Formel von Albert Einstein – besagt, dass Energie zwar die Erscheinungsform ändert, als Kraft aber immer bestehen bleibt. Hier nun, im Quantenbereich, zeigt sich die unsichtbare Grenze zwischen der körperlichen und der geistigen Welt. Und die Schwingungen – auch die der Musik – sind das Medium beider Reiche. Alles schwingt! Das Schwingungswesen Mensch lebt auf einem schwingenden Planeten in einem schwingenden Universum. Wenn diese Zusammenhänge zwar erst jetzt von den Wissenschaften in ihrer Bedeutung wieder entdeckt werden, so sind sie den alten Überlieferungen und Musiktraditionen der Menschheitskulturen schon seit Jahrtausenden bekannt.In Indien zum Beispiel ist das subtile Zusammenwirken der physischen, psychischen und geistigen Aspekte der Musik seit Menschengedenken bekannt. Nach Maßgabe der harmonikalen Gesetzmäßigkeiten schwingt nicht nur die Natur, als die körperliche Welt, sondern der gesamte Kosmos resoniert in den selben Schwingungsverhältnissen, wie auch in der irdischen Musik. Nach dem überlieferten vedischen Wissen ist die menschliche Seele in ihrem innersten Wesen selber Rhythmus und Klang. Dichter, Musiker und Maler verstehen dies.

Bewusstsein verändert Musik

Musik verändert Bewusstsein

In der Geschichte der Menschheit ist die kulturelle Wirkung von Musik – wenn zwar nicht sichtbar, so doch hörbar – ähnlich unverwechselbar wie die Bauwerke der Architektur einer Epoche. Sie macht kulturelle Entwicklung nicht nur hörbar, sondern fördert und bewirkt sie auch. Musik kann Revolutionen auslösen und die Welt verändern. Als Beispiele aus jüngster Zeit sollen hier der Jazz der vierziger, fünfziger Jahre und der „Rock`n Roll“ der 50er und 60er ebenso Erwähnung finden, wie die elektronische Musik der Moderne. Als Botschafter und Träger von Information übermittelt jede Musik ihrer Zeit ein Lebensgefühl, das mehr subtil und emotional wirkt, als dass es mental bewusst wird. Musik macht Weltanschauung hörbar und transportiert deren Geist. Deshalb kann Musik Gesellschaften verändern, weil sie deren Individuen zu verändern vermag. Deshalb hat jede gesellschaftliche Bewegung ihre Musik. Das Bewusstsein wird durch die subtile Information von harmonikaler Schwingung direkter erreicht und beeinflusst, als dies zum Beispiel die verbale Argumentation politischer Überzeugungskraft vermag. Wegen der großen Wirkung der Musik auf die Seele, wurde dieses Medium allerdings schon immer auch als „Trojanisches Pferd“ benutzt, um unbemerkt gewissen Geisteshaltungen Einlass zu verschaffen. Eben weil über die Musik bestimmte Bewusstseinszentren ganz gezielt angesprochen werden, wird die Musik auch immer wieder missbraucht und zu manipulativen Zwecken benutzt wird: Sei es bei der Marschmusik – dem Rhythmus, bei dem jeder mit muss – mit der immer wieder ganze Heere in den Tod marschierten, – sei es die oft schmalzige Effekthascherei vieler Filmmusiken – die aufreizende Nutzung für psychologische Werbezwecke – oder der Missbrauch von Musik als verkaufsfördernde `Supermarkt-Animierung´.

Manche „Disco-Music“ bedient eine rhythmisch hammermäßig monotone Motorik, die durch eine völlige Gleichförmigkeit der Zeiteinteilung gekennzeichnet ist, die zwar den Tanzenden so etwas wie Bewegungssicherheit vermitteln kann, aber durch den Einsatz von Rhythmus-Computern die organische Bewegung verloren hat. Ein Zusammenhang zwischen dieser „mechanischen“ Musik und den chemischen Drogenpillen, die in diesem Umfeld häufig anzutreffen sind („Ecstasy“, „Shabu“, „GHB“, „Speed“…) liegt nahe. In entsprechenden Phonzahlen des Starts eines Düsenjets kann dieser Beat zum tätlichen Angriff auf die Herzmuskulatur werden.

Wie gesagt: Es gibt Lärm, der krank macht und es gibt Musik die heilt. Die heilende Wirkung der Musik besteht vor allem in der Harmonisierung der Seele mit sich Selbst, mit Anderen, mit der Natur, dem Universum und mit dem Großen Geist, der die zwölf Töne, aus denen alle Musik besteht, ersonnen hat.

 

 

 

 

 

 

 

Musik als Brücke in eine über-natürliche Wirklichkeit

     Lehnen wir uns zurück und hören! Lassen sie uns kurz innehalten. Vergessen wir einen Moment die augenblickliche Stresssituation der alltäglichen Pflichterfüllung und lauschen der Musik. Denn Musik bewusst zu hören, ist fast so gut, wie selber Musik zu machen. Dies hilft, Anspannung abzubauen, Ruhe zu finden und sogar Schmerzen zu lindern. Entspannen Sie sich – oder lassen sich anregen durch den Klang einer Musik, die Sie selber wählen. Sie werden – vielleicht nach kurzem Unbehagen, weil Sie aus dem starkströmenden Fluss der alltäglichen Anforderungen erst `runterschalten müssen, um in ruhigeres Fahrwasser zu kommen.Das Konzert findet nicht nur in ihrem Kopf statt, es bringt viele Ebenen des Bewusstseins in Ihnen zum Mitschwingen. Der Wirkung der Musik auf unsere Mentalität, auf unsere seelische Emotion und unseren Geist werden wir uns kaum entziehen können. Wenn wir zur Ruhe finden, wird die Musik zum inneren Spiegel der kosmischen Schwingungswirklichkeit, die nach göttlich harmonikalem Plan alle Welten und Wesen erschafft. Es liegt an uns, welche Musik wir auflegen. Die Wirkung ist abhängig von der Kraft der Musik, mit der wir resonieren. Wir selber sind es, die dort klingen. Davon, welche Musik wir auflegen, hängt es ab, welche Schwingungszentren unseres Wesens wir anregen oder beruhigen. Laute „Disco-Musik“ spricht zum Beispiel besonders die vitalen Bewusstseinszentren (Chakras) in der Bauch- und Geschlechts-Region an. Wie anders hingegen jene Musik, die das seelische Empfinden in Mitschwingung versetzt – oder gar in höhere geistige Sphären führt?! Gleich ob es Johann Sebastian Bach,  Beethoven, ein Sitarspieler oder auch gute Reggae- Rap- oder Weltmusik ist, die erklingt: Ob eine Musik „gut“ oder „schlecht“ ist, hängt zunächst nicht von ihrer Kategorie ab, sondern vielmehr von dem „Geist“, den sie transportiert.

Auch macht es einen Unterschied, ob die Instrumente digital (Syntheziser) oder analog („natürlich“) sind – elektrisch verstärkt oder akustisch – modern oder traditionell. Besonders obertonreiche Instrumente fördern die Weite des Hörens über die Hörfähigkeit des physiologischen Ohres hinaus. (Schade, dass bei den normalen CD`s gerade dieser Bereich aus Gründen quantitativer Speicherplatzersparnis abgeschnitten ist.)

Wenn wir die einzelnen Stimmen unterscheiden, werden wir bald das tiefe Empfinden des Komponisten verstehen, mit der er seiner Inspiration folgend, zu dieser einzigartigen musikalischen Idee fand, die auch in Worte gekleidet sein könnte als Gedicht, oder als Bild in den Farben des Lichts. Dann wird uns die Komposition zur Brücke in jene geistige Wirklichkeit, die der Komponist als Ideal mit innerem Ohre hörte. Folgen wir diesem licht- und klanggesponnenem Weg! Er führt über das, was mit irdischen Instrumenten ausdrückbar ist, hoch hinaus – in die überirdischen Sphären der harmonikalen Realität.

Die indischen Ragas beispielsweise, die auf sehr obertonreichen Instrumenten gespielt werden, sind Pfade in bestimmte geistige Welten. Sie werden von den Meistern Ton für Ton so gespielt, wie sie jahrhundertlang überlieferte sind, damit Spieler und Hörer nicht vom tradierten Weg in unerwünschte geistige Sphären abkommen. Ähnliches ist von der „Geistlichen Musik“ des Abendlandes zu sagen, die diesen Namen nicht grundlos trägt. Wie überhaupt die Musik in allen Kulturen ursprünglich geistig, heilig und rituell war, lange bevor sie als Kammermusik an den Höfen „kultiviert“ wurde – und schließlich in heutiger Zeit als verkaufsfördernde akustische Berieselung in Warenhäusern – zum kommerziellen Produkt einer Massenproduktion verkam.

Entspannen wir uns! Sitzen oder liegen Sie bequem, dies unterstützt die Wirkung der geordneten Schwingung. Sie schwingt nicht nur durch die Gehörgänge und über alle synaptischen Spalten ins Gehirn, sondern dringt als Schall auch durch die Poren der Haut in jede Zelle des Wesens. Wenn die Wahl der Musik stimmt – und es gibt solche Musiken – dann werden wir selber berührt wie eine schwingende Saite.

Oder stehen Sie auf und tanzen! Denn auch Tanz und Bewegung verstärken den Effekt der psycho-emotionalen Wirkung und kann zu spiritueller Erfahrung führen. Für viele schon war der Weg des „ganzheitlichen“ Hörens eine heilsame Trance.

Schließen wir also die Augen und lassen uns von den Klängen tragen! Vielleicht hören wir Farben, oder es denkt sich ein erhabener Gedanke in uns. Denn wenn die Musik „gut“ ist, dann drückt sie zugleich große Gefühle aus und spricht alle sieben Hauptchakren des Schwingungswesen an, die – wie die sieben Töne einer Tonleiter – die Oktave des Menschen sind.  Und wenn die Musik, die wir spielen, wirklich gut ist, dann belebt die Schwingung der rhythmischen Harmonie nicht nur alle Zellen des Körpers, sondern stellt auch die Verbindung zu den höheren geistigen Sphären des Geistes her und resoniert im Klangraum des Herzens.

 

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