Seelen, Reinkarnation und Schöpfung

 

Von „Notizen“

 

In den Kreisen mit denen ich korrespondiere, ist die Suche nach Spiritualität verbunden

mit Liebe und Mitgefühl, der primäre Daseins-Sinn.

In jeder Existenz lebt aber auch eine dunkle, psychische Seite und es ist unsere erste Aufgabe,

diese Seite zu erkennen und in positive Energie zu wandeln.

Erst wenn dies gelingt und durch Liebe und Mitgefühl ersetzt wird,

ist der Weg zur spirituellen Befreiung möglich.

Was geschieht aber mit Seelen die, die diesseitige Existenz, in Machtgier, Hass und Verachtung

jeder menschlichen Regung leben und so, in die „wirkliche“ Existenz zurück kehren?

Gibt es eine Reinkarnation, analog der hinduistischen Lehre?

Oder ein dunkles Spektrum in dem diese Seelen „gefangen“ bleiben?

Oder „erlöschen“ sie für immer?

Meine unmaßgebliche Vermutung geht in folgende Richtung:

Während der letzten Eiszeit entwickelten sich, im heutigen subtropischen Gürtel,

über Jahrtausende,Hochkulturen die durch den, geologisch gesehen, rapiden Klimawandel,

(Ende der Eiszeit), zerstört wurden. Archäologische Funde

von über zehntausend Jahre alten Bauten und Artefakten stützen diese Annahme.

Wenn man die Zeitrechnungen der hinduistischen Yugas betrachtet,

liegt der Schluss nahe, dass die Grundlagen dieser Berechnungen auf einem Wissen beruhen,

das nur fragmentarisch, aus dieser Klima-Katastrophe gerettet wurde.

Zur Zeit der «Zeitenwende» war der Reinkarnations-Gedanke praktisch in allen Religionsformen

rund um den Globus aktuell. Auch im Frühchristentum.

Die seit einigen Jahrzehnten dauernden Studien zu NTE und deren Resultate stützen meine Ansicht,

dass unsere spirituelle Daseinsform ( für mich die Wirkliche),

das Resultat unserer diesseitigen Existenz beurteilt.

Das göttliche Potenzial urteilt nicht, denn Liebe urteilt nicht.

Es nimmt uns auf wenn unser Wunsch nach Liebe bedingungslos wird.

Wann dies erreicht wird fühlen wir selbst.

Entsprechend dieser Überlegung sind die spirituellen und die materiellen Existenzen

gleichwertige und duale Teile unseres Daseins, wobei unser Bewusstsein

in der spirituellen Existenz nicht mehr durch unsere biologische Beschränktheit behindert wird.

Nondual ist nur das göttliche Potenzial,

in das wir nach Erfüllung unseres «Kreislaufes» zurück kehren.

Meine starke Vermutung. Es ist die absolute unendliche Liebe.

Alles Weitere ist ein Mysterium das niemand erfassen kann.

Warum die Liebe? Sie ist die schönste und stärkste Bindung zwischen Seelen.

Im absoluten Gegensatz ist Hass die schrecklichste Trennung.

Das Wunderbare ist, dass man dieses, spirituelle, Ziel, über jede religiöse Richtung erreichen kann,

ob Naturreligion, Pantheismus, Panentheismus, Monotheismus,

oder mit transrationalen Überlegungen.

Auf welcher Basis unsere Entwicklung beginnt, bestimmen nicht wir sondern unsere Geburt.

Jede Wissensstufe initiiert, durch das bestehende Weltbild

und die entsprechenden Gesellschafts-Formen, bei spirituell Suchenden

den Grundgedanken eines „Gottesbildes“. Dieses „Bild“, in Liebe und Mitgefühl „geglaubt“ und gelebt,

führt in jedem Fall zur spirituellen „Befreiung“.

Nur das Erkennen und Leben, bedingungsloser Liebe und Mitgefühl, führt zum Ziel.

(sehr einfach und doch sehr anspruchsvoll).

Nun zur Frage dieser Notiz.

Da dieses SEIN sich uns als absolute Liebe zeigt, gibt es uns,

unermesslich, viele Möglichkeiten den richtigen Weg zu finden.

Meine Vermutung. Die Sphäre in die wir, nach unserer biologischen Existenz, zurück kehren

umfasst alle Aspekte und Resultate unserer diesseitigen Existenzen

und wir treffen auf das Spektrum, das unserer Lebensweise entspricht.

Diese Zwischen-Sphäre, die uns nach dem Heimgang aufnimmt beinhaltet,

wenn meine Überlegung stimmt, alle Spektren, von bedingungsloser Liebe bis zu grenzenlosem Hass

und gibt uns die Möglichkeit, unser Denken und Handeln, in unserer diesseitigen Existenz,

mit allen, sich daraus ergebenden Konsequenzen, zu verstehen und zu beurteilen.

Das Resultat wird uns zeigen, ob wir für die endgültige Befreiung bereit sind,

oder eine erneute Inkarnation notwendig wird.

 

Als ich, in jungen Jahren, begann meine religiöse Ausrichtung zu hinterfragen,

war ich vom Prior eines Klosters, zu mehreren Gesprächen eingeladen.

In dieser Zeit hatte ich begonnen den Grundgedanken der hinduistischen

und der buddhistischen Richtung zu suchen.

In einem sehr langen Gespräch diskutierten wir meine Überlegung,

dass ich das Gottes-Bild eines „strafenden Gottes“ absurd finde

und ein Lebens-Zyklus nicht ausreicht, um den Zustand zu erreichen,

der uns die definitive Verbindung zu „Gott“ ermöglicht.

Die logische Folge sei eine Art von Reinkarnation.

In unserem Gespräch zeigte sich, dass auch er mit diesem Gottesbild seine Mühe hatte

und dass für ihn, die Annahme eines „Fegefeuers“ eine Interpretations-Möglichkeit öffnete.

Zu erwähnen ist, dass wir auf der Basis des astrophysikalischen Wissensstandes

von 1950 diskutierten. Auch der Begriff NTE war für uns noch unbekannt.

Eines wurde mir damals bewusst. Was diese Priester von der Kanzel predigen,

entspricht oft nicht ihrer inneren Überzeugung. Sie sind an die Dogmatik,

der kirchlichen Organisation gebunden.

Meine Folgerung. Dass die immaterielle Zwischen-Stufe das ganze Spektrum

unserer psychischen Veranlagungen umfasst ist eine Notwendigkeit.

Nur so ist es uns möglich zu erkennen was richtig oder falsch ist.

Die Dualität ist eine Orientierungs-Grundlage.

Auch im physischen Dasein brauchen wir Orientierungs-Hilfen. In jeder Religions-Richtung

ist im Kern die ethische Grundrichtung zu finden, nur ist sie meist unter dem Schutt

von unbewiesener Dogmatik verborgen.

Wir werden in diese Schöpfung frei gegeben, um unseren Weg in das Licht

der unendlichen Liebe zu finden und es wird uns nicht immer leicht gemacht.

Dunkle „Seelen“ haben, vermutlich, noch viele Inkarnationen zu durchleben,

denn der Weg von Hass zu Liebe, kann sehr weit sein.

Bis wir begreifen, wofür wir einen freien Willen besitzen, kann es lange dauern.

 

Vor einiger Zeit las ich die Lebens-Geschichte des Sufi-Mystikers und Poeten Muhammad ar-Rumi.

Auch er sah die Liebe als bewegende Kraft des Universums.

Seine Biographie zeigt mir Eines.

Wissen kann gut sein, Verstehen und Begreifen ist besser.

Das einzig Wichtige ist die Liebe.