Hazrat Inayat Khan

Reden klarsichtiger Persönlichkeiten im Blog 21

 

Teil 23

Hazrat Inayat KhanHazrat Inayat Khan

 

eigentlich Hazrat Pir-o-Murshid Inayat Khan (1882 – 1927). Der Gedanke der Einheit alles Seins, der Einheit aller Menschen und der Einheit aller Religionen steht im Vordergrund seiner Werke. Die Musik ist für ihn Weg und Medium mystischer Erfahrung.

„Das wirklich Lebendige im Herzen ist die Liebe. Sie wird erfahrbar als Güte, als Freundschaft, als Zuneigung, als Toleranz und als Bereitschaft, zu vergeben; gleich, in welcher Form dieses lebendige Wasser aus dem Herzensgrund hervorströmt, es macht uns diese göttliche Quelle im Herzen sichtbar.“

 

„Der Hunger des Menschen wird durch Nahrung gestillt; aber dahinter steht der Hunger der Seele, und dieser kann (durch irdische Nahrung) nie gestillt werden.
So wie jeder Fluss zum Meere fließen und sich mit ihm vereinigen möchte, so hat jede Seele die Sehnsucht, sich dem Geiste zuzuwenden und sich mit ihm zu vereinigen. Ein religiöser Mensch kann entweder das Licht verbreiten oder aber es löschen, indem er seinen Glauben anderen aufzwingt. (…)
Es gibt keine größere Macht als die Liebe. Alle Kraft und Stärke entwickelt sich, wenn die Liebe im Herzen erwacht.“

 

 

Open our Hearts

 

Vom Glück der Harmonie

„Was kann Musik uns lehren? Musik kann uns zur Harmonie erziehen, und darin liegt das Geheimnis oder die Magie der Musik. Wenn man angenehme Musik hört, so stellt sich die Harmonie zum Leben her. Daher braucht der Mensch die Musik, er sehnt sich nach ihr. Viele sagen, dass sie für die Musik nichts übrig hätten, aber diese haben noch keine Musik gehört. Wenn sie nämlich wirklich Musik gehört hätten, so wäre ihre Seele berührt worden, und sie hätten gar nicht anders gekonnt, als Musik zu lieben. Wenn nicht, dann heißt das nur, dass sie nicht genug Musik gehört haben und ihr Herz nicht ruhig war, um der Musik zu lauschen und sie zu schätzen. (…)

 

 

Schönheit wird aus der Harmonie geboren. Was ist Harmonie? Harmonie ist das rechte Verhältnis der Dinge und Wesen zueinander, oder auch der rechte Rhythmus. Und was ist Leben? Leben ist die Folge von Harmonie. Im Hintergrund der ganzen Schöpfung ist Harmonie, und das Geheimnis der ganzen Schöpfung ist Harmonie. Intelligenz verlangt danach, die Vollkommenheit der Harmonie zu erreichen. Was der Mensch Glück, Wohlbehagen, Gewinn nennt, alles, wonach er sich sehnt und was er sich wünscht, ist, Harmonie zu erlangen. Selbst in dem Streben nach den allerweltlichsten Dingen wünscht er Harmonie. Nur wendet er häufig nicht die richtigen Methoden an. Der erreichte Gegenstand bleibt bei guten oder schlechten Methoden der gleiche, aber die Art, mit der man ihn zu erlangen versucht, kann recht oder falsch sein. Nicht das Objekt als solches ist schlecht, sondern die Methode, mit der wir es zu erreichen suchen. Niemand, in welchem Abschnitt des Lebens er auch ist, wünscht sich Disharmonie, denn alles Leiden, alle Schmerzen und Sorgen sind Mangel an Harmonie. (…)

 

 

In seinem tiefsten Innern sucht der Mensch nach Glück, nach Schönheit und Harmonie. Wenn er jedoch auf die Schönheit und die Harmonie, die sich ihm darbieten, nicht eingeht, vergeudet er sein Leben. Welch eine Verleugnung unseres wahren Selbst, die göttliche Schönheit, die vor uns liegt, zurückzuweisen!

Wenn wir uns der göttlichen Schönheit rings um uns verschließen, wird sich auch die Schönheit in unserem Inneren nicht entfalten. Denn es verhält sich so, dass die Augen der Seele im Augenblick ihrer Geburt nach außen hin geöffnet sind – das Leben im Innern sehen sie nicht. Das einzige Mittel, für das Leben im Innern in seiner großen Schönheit zu erwachen, besteht darin, zuerst der äußeren Schönheit zugänglich zu werden. Wenn wir nicht auf unsere Welt mit all ihrer unbegrenzten Schönheit, auf die Natur und ihre Erhabenheit, auf Menschen, denen Gott innewohnt, achten, wozu sind wir dann hierhergekommen, und was haben wir hier vollbracht? Wer sie nicht beachtet, wendet sich von etwas ab, das er unablässig sucht. Er ist sein eigener Feind. Deshalb kann er weder geistig noch religiös sein. Wenn er allem Schönen, das ihn umgibt, die Augen verschließt, kann er sich nicht begeistern.

 

 

Wenn nur die innere Schönheit der einzige Lebenszweck wäre, hätte Gott den Menschen nicht erschaffen und auf die Erde gesandt. Es ist die Schau der Schönheit auf der Erde, welche die Vision der im Geiste vorhandenen Schönheit in uns wachruft. Man sagt, sie sei sinnlich und beraube der Erleuchtung. Das geschähe allerdings, wenn wir ganz in ihr aufgingen, nur noch in ihr lebten und nicht daran dächten, dass es außer ihr noch etwas anderes gibt. Denn alle äußere Schönheit ist zweifellos vergänglich. Sie geht vorüber, und deshalb ist kein Verlass auf sie. Wer ganz auf diese Schönheit baut, wer ganz in ihr aufgeht, und wer ganz von ihr befangen der ewigen Schönheit den Rücken zukehrt, ist ohne Zweifel im Irrtum. Indessen hat keine Seele jemals die geistige Schönheit im Innern erschaut, ohne für die äußere Schönheit erwacht zu sein.” (Hazrat Inayat Khan)

 

akademieemblem

UNIVERSELLE HARMONIK

GANZHEITLICHES BEWUSSTSEIN

 

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