Pentatonik


Nicht nur um Kinder fühlend und resonierend die inneren und äußeren Klangwelten der Musik nahezubringen, sondern auch um Erwachsenen – in Umgehung einer Verstandeshemmung der Furcht einen falschen Ton zu treffen – einen direkten und unmittelbaren Zugang zur eigenen Rhythmik und Klangschwingung zu eröffnen, bietet sich ein Einstieg ins Freie Musizieren mittels pentatonischer Instrumente an.

In fast allen Kulturen kennt man seit Urzeiten die Pentatonik (Fünftonmusik – griechisch penta = fünf). In allen Kulturkreisen gab es zu allen Zeiten pentatonische Instrumente, die den Vorteil haben, dass kein „falscher“ Ton getroffen werden kann. Ohne darüber nachdenken zu müssen, ob der nächste Klang wohl tonal, harmonisch konsonant in das Zusammenspiel passen wird, können die Spieler sich einfach loslassen und das Erlebnis des Hörens und Gehört Werdens genießen.

 

ethno_bosnia_2016

„Let it flow!“

 

Ihren Ursprung hat die Pentatonik wahrscheinlich in Asien, obwohl sie eigentlich archaisch zu nennen ist. Man kann sagen, dass pentatonische Skalen in den meisten Kulturen der Welt „zum guten Ton“ gehören. Pentatonische Tonleitern lassen sich bis ins zweite Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen (1500 v.Chr.).

Die Pentatonik steht in engem Zusammenhang mit dem Prinzip des Goldenen Schnittes, denn mit den harmonikalen Proportionen des Goldenen Schnittes lässt sich ein regelmäßiges Fünfeck konstruieren. Die Pentatonik ist gewissermaßen ein akustisches regelmäßiges Fünfeck. Die Intervalle zwischen den einzelnen Tönen lassen sich auch durch Fibonacci-Zahlen beschreiben. Hier zeigt sich einmal mehr die enge Beziehung von Mathematik, Geometrie und Musik.

Man kann sich die Pentatonik als die Zusammenlegung vier benachbarter Quinten im Raum einer Oktave vorstellen: eine halbtonlose Fünftonleiter mit 3 Ganztönen und 2 kleinen Terzen.

Eine einfache Art Fünftonmusik zu spielen, ist auf dem Klavier nur die schwarzen Tasten zu benutzen. Von jedem Ton aus kann eine Fünftonleiter gespielt werden. Ihr fehlt die Leittoneigenschaft, d.h. sie besitzt keine Halbtonschritte. So erhält man aus der C-Dur Tonleiter durch Weglassen von f und h eine Pentatonik: c-d-e-g-a.

pentatonik

Erst ziemlich spät, im angehenden 20ten Jahrhundert, entdeckte man die besonderen Vorteile der Skalen auch in der westlichen Hemisphäre. Ihre einfache, fast unverbindliche Struktur macht sie zu einem idealen Klangraum, wenn es um die freie Improvisation geht. Da frühe Musikstile wie Blues, Jazz, später dann Rock n‘ Roll usw. ihre Attraktivität zu einem Großteil aus der Improvisation schöpfen, etablierte sich die Skala schnell und ist aus der modernen Musik inzwischen nicht mehr wegzudenken.

In der musikalischen Früherziehung und auch in der Heranführung Erwachsener – ohne musikalische Ausbildung – an die Musik, bietet die Pentatonik große Möglichkeiten zur augenblicklichen freien musikalischer Entfaltung. Denn sie hat, wie gesagt, den Vorzug, dass man keinen falschen Ton treffen kann (- mal losgelöst von der Frage, ob es in der Musik überhaupt einen „falschen“ Ton geben kann), da in der Fünftonmusik alle denkbaren Tonfolgen konsonant und harmonisch sind. Deshalb wird in der Harmonikalen Farb- und Klang-Therapie das Spiel auf neu entwickelten – und auch auf alten pentatonischen Instrumenten verschiedener Kulturen – als therapeutisches Hilfsmittel und zur Förderung des intuitiven Zusammenspiels eingesetzt. Denn die Bedeutung der Freien Improvisation für die Persönlichkeitsbildung und Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehung ist in vielerlei Hinsicht von großem Wert. Zum Beispiel schult das Aufeinander Hören beim gemeinsamen Erleben freier – gerade in diesem Augenblick entstehender, unwiederholbarer, improvisierter Musik – ein soziales gesellschaftliches Verhalten gegenseitiger Akzeptanz.

 

„Ich werde gehört!!“

Der junge Mitspieler konnte es kaum fassen. Es war ein Erlebnis, das sein Leben verändert hat.

 

 

Andreas Klinksiek

Auszug aus dem neuen Standardwerk der Human-Energetik:

free flow energy

Die Heilkraft der Farben und Klänge

cover

Alles ist Energie, Schwingung,

Licht, Klang und Bewusstseinskraft.

Seitenanzahl: 216

Größe: 14,8 cm x 21,0 cm

Bestellung:

Paperback   16,00 €  (inkl. MWSt.)     ISBN 978-3-7345-0274-3

Hardcover   24,00 €  (inkl. MWSt.)    ISBN 978-3-7345-0275-0  

eBook   8,00 €   (inkl. MWSt.)            ISBN 978-3-7345-0276-7  

emblemAkademie der Harmonik

Herausgeber

SinnverlagEmblemSinnverlag

Druck