Vom Ende der Welt und Erwachen

Die Weltzeitalter auf der Sternenuhr

ZEITREISE INS UNTERBEWUSSTSEIN DER WELT

Teil 8

 

Das Wassermannzeitalter

ca. 2000 bis 4150 n.Chr. (Dwapara-Yuga)

Aquarius
Es gibt sehr verschiedene Sichtweisen und Meinungen darüber, wann das neue Zeitalter genau begonnen hat, auf die hier im einzelnen nicht näher eingegangen werden soll, zumal bei einem Voranschreiten der Präzession von jährlich 0°0`50“ Bogensekunden (=1° in 71,66 Jahren) es tatsächlich nicht auf zwanzig oder dreißig Jahre ankommt. Nach der herkömmlichen astrologischen Weise, die Zeiger der großen Sternenuhr zu lesen, wird der Beginn des Fischezeitalters auf 150 v.Chr. angesetzt. Daraus ergibt sich, bei einer Dauer von 2150 Jahren eines Zeitalters (12 x 2150 = 25.800 Jahre = 1 Platonisches Weltenjahr), dass das Fischezeitalter mit dem Jahr 2000 geendet hätte. Auch nach traditioneller antiker Ansicht ist, wegen der signifikanten Konjunktion aller klassischen Planeten (Größtjahr) am 5. Mai 2000, eben dieses Datum der exakte Anfang des Wassermann-Zeitalters.
Das neue Sternbild am östlichen Horizont müsste am Morgen des Frühlingsäquinoktiums vor Sonnenaufgang das alte Sternbild, dass vormals den Frühlingsmorgen ankündigte, auf Grund der Präzession zur Gänze unter den Horizont verdrängt haben. Und wirklich hat inzwischen das Sternbild Wassermann jenes der Fische vollständig ersetzt, und kein Stern der Fische ist in der Dämmerung des Frühlingsmorgens mehr zu sehen. Auch hat sich im Westen zugleich das gegenüberliegende Sternbild des Löwen vollends über den Horizont erhoben.
Wenn hier vom 05.05.2000 als dem Beginn des Wassermannzeitalters ausgegangen wird, sei bemerkt, das es eine Vielzahl unterschiedlicher Datierungen gibt (Frater Achad: 1948; Alfons Rosenberg: 1950; Arnold Keyserling: 1962; C.G. Jung: 1997 oder 2143; Bodo Stein 2154 usw.), wodurch einmal mehr die Relativität menschlicher Zeitrechnung deutlich wird.

Zurück im Hier und Jetzt
Unsere Zeitreise ins Unterbewusstsein der Welt führte uns im Zeitraffer durch die Jahrtausende der Zeitalter – bis ins Hier und Jetzt. Käme einer unserer Vorfahren jetzt unvermittelt aus seiner Zeit – beispielsweise vor nur 200 Jahren – hierher: Er riebe sich ungläubig die Augen und verstünde die Welt nicht mehr. In den letzten 200 Jahren hat sie sich mehr verändert als in den vergangenen zehn Jahrtausenden zuvor.
Wie werden sich in den kommenden 2150 Jahren des Wassermann-Zeitalters die Völker und Nationen wandeln? Wohin driftet die Welt? Wie werden sich die Äste des Stammbaumes der Menschheit weiterhin entwickeln?
Wir wissen nicht einmal, was Morgen sein wird. Insofern übersteigt die Frage nach der Zukunft der nächsten 2150 Jahre den menschlichen Erkenntnishorizont. Aber da es ja eine der erklärten Absichten dieser Reise durch die menschliche Geschichte war, aus dem Erkennen des „Woher“ auch einen Schimmer vom „Wohin“ zu erhaschen, wagen wir hier einen Blick über das ungewisse Morgen hinaus. Ungeachtet der Freiheit des Einzelnen über seinen persönlichen Lebensweg selbst zu bestimmen, (wenn auch der Rahmen der jeweiligen „kosmischen Großwetterlage der individuellen Entscheidungsfreiheit gewisse Grenzen setzt), interessiert hier vor allem die zukünftige Evolution der Menschheit und die Entwicklung der Welt. Doch bevor wir unsere Zeitmaschine nun in den Orbit der ungewissen Zukunft erheben, zunächst noch ein Blick auf den Zustand der Menschheit der Gegenwart.

Die Evolution des Bewusstseins
„Falls eine spirituelle Entfaltung auf der Erde die verborgene Wahrheit unserer materiellen Geburt ist, falls es sich grundsätzlich um eine Evolution des Bewusstseins handelt, die in der Natur stattfindet, dann kann der Mensch, so wie er ist, nicht die letzte Stufe dieser Evolution sein: er ist ein zu unvollkommener Ausdruck des Geistes … das Mental ist nur ein Zwischenbereich des Bewusstseins, das mentale Wesen kann nur ein Übergangswesen sein.“ (Satprem „Das Abenteuer des Bewusstseins“)
Im Vertrauen darauf, dass kein blinder Zufall, sondern eine Sich Selbst höchstbewusste Kraft die Entwicklung des Lebens auf dieser Erde seit zig milliarden Jahren voran treibt, scheint der bis jetzt – am Übergang vom Fische- ins Wassermannzeitalter – erreichte mentale Bewusstseinsgrad der Menschheit noch nicht der Weisheit letzter Schluss und letztendliches Ziel der göttlichen Schöpfung zu sein.
„Der Mensch dieser Erde ist nur eine untergeordnete, tiergebundene Art des ewigen geistigen Menschen, aber unausgesetzt, wenn auch unbewusst, mit jedem, auch dem höchsten Menschtum in innerster geistiger Verbindung, mag er sich ihrer würdig erweisen oder nicht.“ (Bô Yin Râ, „Kodizill“)
Die Entwicklung der Menschheit hängt davon ab, ob das Unterbewusstsein jahrtausendlanger Negativerfahrung ihr Handeln bestimmen wird – oder ob es ihr gelingt aus dem Überbewusstsein ihres höheren Wesens zu schöpfen. Werden wir uns von dem in der Vergangenheit konditionierten Massenbewusstsein lenken lassen – oder von der Inspiration unseres künftigen Seins?

Zukunftserwartungen
Jeder Mensch schafft sich mit seinen Gedanken seine eigene Welt. Ängste, Erwartungen und Vorstellungen unseres konditionierten Verstandes prägen unsere Wirklichkeit, denn unsere Gedanken sind reale Wirkkräfte.
Was erwarten wir von der Zukunft ? Wie stellen wir uns die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft im globalisierten 21. Jahrhundert vor? Was wird die Zukunft dem Menschen bringen?
Viele versprechen sich von der Wassermannzeit die Reifung der Menschheit in eine neue Dimension des Seins. Doch noch wesentlich mehr erwarten den Untergang der Welt (zumindest jener Welt, wie wir sie kennen). Angst ist Sache des Unterbewusstseins – das Kondensat der gesammelten Menschheitskatastrophen. Vertrauen hingegen ist die transformierende Kraft des Überbewusstseins, denn für unser wahres Wesen ist – jenseits von Raum und Zeit und aller irdischen Erwartungen und Vorstellungen – immer alles gut.
Eher weltlich-politisch eingestellte Zeitgenossen beobachten die klimatische und ökologische Entwicklung der Menschheit mit Sorge und haben Überbevölkerung, knapper werdende Rohstoffe (Öl, Trinkwasser) und Massenvernichtungswaffen vor Augen.
Andere dagegen verbinden mit dem beginnenden neuen Zeitalter die Lösung aller Probleme. Gläubige des wissenschaftlichen Fortschritts rechnen mit der baldigen medizinischen Überwindung von Krankheit, Alter und Tod.
Die zeitweise Popularität des `New Age´, wo man die Euphorie des beginnenden `Neuen Zeitalters´ in zahllosen Produkten esoterischer Bücher und Musik zu vermarkten weiß, erklärt das Paradigma und die Sichtweise des vergangenen Zeitalters für nicht mehr gültig und sucht nach neuen Regeln für das `Age of Aquarius´.
Es wächst bereits jetzt in einzelnen Menschen aller Kulturkreise das Bewusstsein eines „Neuen“ Menschseins, doch die Masse der Menschheit scheint immer noch und mehr denn je einem längst überholten Denken verhaftet, das weder gesellschaftlich und politisch, noch sozial geeignet ist, mit den anstehenden Aufgaben des 21. Jahrhunderts fertig zu werden. Der Mensch der Erde, der diesen Planeten bewohnt, ist krank: er hat Krebs, denn seine Organe sind im Krieg und die Zellen seines globalen Körpers sind uneins mit sich selber. Lediglich ein spirituelles Erwachen im Licht der noch unerkannten Wahrheit könnte ihn retten, dass er in der Kraft der noch ungelebten Liebe zu seinem wahren Wesen erwacht.

Die Veräußerlichung des Bewusstseins
Der zunehmende Materialismus der heutigen Gesellschaft entfremdet den Menschen immer mehr vom Bewusstsein der kollektiven Verbundenheit des gemeinsamen Menschseins und richtet seinen Gemeinschaftssinn zunehmend auf einen konkurrenten Umgang mit dem `Nächsten´ und ein bloß verstandesgemäßes Erleben der Welt. Zwar hatte schon immer alles in der Welt zwei Seiten, doch nie zuvor klafften die Gegensätze soweit auseinander wie in der heutigen Zeit: Der größte Reichtum neben der größten Armut; die größte (materielle) Fülle neben der größten (geistigen) Leere… – alles existiert gleichzeitig und nebeneinander her.
Der Welthandel der globalisierten Wirtschaft dominiert die Entwicklung und trachtet nach immer subtileren Manipulationsmechanismen zur Beeinflussung der Verbraucher, denen aus allen Teilen der Welt die Produkte angeliefert werden, wenn auch das Mineralwasser aus der Quelle – oder die Milch der Kuh von nebenan viel gesünder und billiger ist als jene aus Übersee. Der Einzelne überschaut kaum die machtpolitischen Ausmaße der Energie-, Erdöl- und Pharmaindustrie, die zu weltlenkenden Konzernen verschmolzen sind; und wenn, was könnte er ändern? Die Spielregeln werden bestimmt durch das Weltkapital, das durch die internationalen Banken Einfluss ausübt auf die weltpolitischen Strukturen bis in die privatwirtschaftlichen Verhältnisse des Einzelnen. Hinter der Bühne des politischen Weltgeschehens zieht eine kleine Gruppe der Reichsten und Mächtigsten die Fäden und lässt die Darsteller auf der Weltbühne nach ihrem Drehbuch agieren. „Business as usual“? In den Händen der `Global-Player´ ist mehr Macht konzentriert als jemals zuvor. Satellitenaugen beargen jeden Fleck des Planeten. Spysoftware und Handy-Ortung zeichnen die Bewegungen fast jeden Menschen lückenlos auf.
Letztlich können die nie dagewesenen Möglichkeiten des Internets und der Television nicht darüber hinweg täuschen, dass die Qualität der transportierten Informationen in keinem Verhältnis zur Quantität steht, die in sich die Gefahr einer oberflächlichen Überflutung der Sinne birgt, die mehr vom inneren Wesen ablenkt, als zum Kern der Dinge zu führen. Was von dem, was die Medien den Massen glauben machen wollen, ist wirklich wahr?
Vielfach lebt der sich für selbstbestimmt haltende Mensch in einer Scheinwelt, die ihn durch Suggestion von Bedürfnissen beherrscht. Das Schicksal des Einzelnen wird entscheidend davon abhängen ob es ihm gelingen wird zu seiner eigentlichen Berufung und zur Erfüllung seiner Lebensaufgabe zu finden, die nicht in der Anhäufung vergänglicher Güter – sondern in der Bewusstwerdung seines ewigen seelischen Wesens besteht.
Nimmt der Materialismus in dieser Weltgesellschaft (mit beschränkter Haftung) weiterhin so rasant zu, dass oft ein paar Dollars mehr gelten als ein Leben? Dann jedenfalls drohte der spirituelle Baum der Menschheit im Schatten solch geistiger Nacht bald zugrunde zu gehen, wenn nicht der große Gärtner rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu seiner Rettung träfe. Doch in Wirklichkeit steht kaum zu befürchten, dass dieser Baum der Menschheit eingehen wird – eher vernichtet sie sich selbst (wie schon einmal zu Zeiten der Sintflut), wenn es der Schöpfer dieses Baumes denn zuließe, um so die Erde für zukünftige Pflanzungen zu erhalten. Sicher würde Er den Kern der Schöpfung in einer Neuen Arche über das Wasser hinüber oder durchs Feuer hindurch retten – oder einen ganz neuen Garten Eden pflanzen.

Diese Welt ist nicht vollendet, sie wird. Sie ist eine fortschreitende Eroberung
des Göttlichen durch das Göttliche für das Göttliche.“
(Sri Aurobindo, „Savitri“)

Die Verantwortung gegenüber der Schöpfung
In Abwandlungen findet sich in allen Religionen die Erkenntnis aller Gärtner und Landwirte: „Was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Was geschehen wird, wenn es der Menschheit nicht gelingt zu einer entscheidenden Korrektur der bisherigen Weltanschauung und Lebensweise hinsichtlich einer integralen Verantwortlichkeit gegenüber der Schöpfung zu gelangen, wird sie selber zu verantworten haben.
Doch unabhängig von dem kollektiven Weg der Masse geht es für jeden einzelnen Menschen in der irdischen Lebensschule um die Reifung seiner unsterblichen Seele im Erleben des Einsseins mit Gott, sich selbst und Allem. Nicht zuletzt geht es um den Sinn des Lebens überhaupt und um die Erkenntnis des Weges, der, über alle irdischen Vorstellungen von Raum und Zeit hinaus, zur Einswerdung mit dem göttlichen Urgrund des Seins führt, von dem übereinstimmend alle Religionen und Weisheitsschulen künden.
Erst dann, wenn die Seele sich von diesem höheren Ich endlich finden lassen will, wird sie sich Irrtum und leidvolle Erfahrung auf ihrem eigenverantwortlichen Weg ersparen und die Glückseligkeit des `auf immer Geborgenseins´ in den Tiefen ihres Herzens erfahren.

Ethik
Eine Gesellschaft, in der Gesundheit nur körperlich begriffen wird, die mit allen Mitteln erreicht werden soll, wertet zwangsläufig jeden leidenden, jeden behinderten und auch jeden alten Menschen ab, dem das gesellschaftliche Ideal von Schönheit und Gesundheit nicht erreichbar ist. Vielerorts mehren sich die Stimmen, die Euthanasie befürworten. Woher nehmen wir die Maßstäbe für lebenswertes oder -unwertes Leben? Was ist mit der Versuchstierpraxis, der Reproduktionsmedizin, dem Organhandel …? Das sind relevante Fragen menschlicher Ethik von globaler Bedeutung. Wenn die menschliche Gesellschaft nicht endlich menschlich wird, ist für die Zukunft des Wassermannzeitalters das Schlimmste zu befürchten.
Am Beispiel moderner Medizin und ihrer Zukunftsvisionen soll hier die ethische Grundlage der Wissenschaft und deren Tragfähigkeit für das 21. Jahrhundert hinterfragt werden. Ethik kommt oftmals erst ins Bewusstsein, wenn ihre Grenzen bereits überschritten sind. Ethik – „Die Lehre vom verantwortlichen Handeln innerhalb des mitmenschlichen Seins“ (Lexikon Van Oyen), ist also der Maßstab und die Messlatte für den zwischenmenschlichen Umgang.
Die letztgültige Antwort auf die Frage, was ethisch ist, ist allerdings keinem Lehrbuch zu entnehmen, sondern vielmehr die Frucht des innerlichen Reifungsprozesses eines Jeden, als die eigene moralische Begründung auf dem verantwortlichen Weg geistiger Menschwerdung. Für jeden einzelnen stellt sich die Frage nach seiner ganz persönlichen Ethik: Es ist meine Grundeinstellung zum Leben und Sterben, die Basis meiner Wahrnehmung und meines Handelns. Diese Sensibilität gilt es zu trainieren: zum eigenen Nutzen und zum Nutzen aller.

Rasanter Fortschritt – wohin?
Was ist von der modernen Wissenschaft im Wassermann-Zeitalter für die Menschheit zu erwarten? Wie würde die Welt aussehen, wenn sich die „genialen“ Pläne der Wissenschaftler erfüllten?
Die Diagnose in der heutigen Medizin ist meistens bloß auf das äußerliche Symptom gerichtet, anstatt die seelisch-geistige Ursache zu erkennen, woraus ein `pathologisches Menschenbild´ entstand, das den Menschen Selbst hinter dessen körperlichen Fehlentwicklungen nicht mehr sieht. Wird die moderne Medizin dem Menschen noch gerecht? Oder richtet sie nicht oft mehr Schaden an, als sie nützt? Die Erfolgserlebnisse medizinischen Kühngeistes hinterlassen Zweifel und in die Bewunderung der Öffentlichkeit mischen sich Ängste. Es kann einen das Gefühl beschleichen, dass der menschliche Forschergeist Grenzen überschritten haben könnte, die er besser respektiert hätte. In Anbetracht manch fragwürdiger Entwicklung der hochtechnisierten Geräte-Medizin darf – oder muss – mit berechtigtem Bangen die Frage gestellt werden: Wohin wird dieser Fortschritt führen?
Die moderne Medizin ist ein Produkt der Verdrängung menschlicher Ängste vor Leiden, Sterben und Tod. Sie ignoriert die Kraft der Krankheit und den Sinn des Todes als Seinszustände einer bewussten geistigen Entwicklung und verdrängt dadurch wesentliche Phasen seelischer und geistiger Reifung. In zunehmendem Maße führt dies zu einem ausschließlich körperlichen Menschenbild. Der Erhalt der Hülle wird als wesentlicher erachtet als die Bewusstwerdung des Geistes.
Im Gegensatz dazu steht die höchst beglückende lebendige Erfahrung der Seele, sich als `Schwingungswesen´, das über seine Schwingungszentren in stetiger Wechselwirkung mit den umgebenden Schwingungsfeldern steht.
„Der Mensch wurzelt nicht auf der Erde, sondern im Herzen der Ewigkeit, im innersten Göttlichen, das in Seinem höchsten Selbstbilde `Mensch´ in Sich Selber ist.“ (Bô Yin Râ, „Hortus Conclusus“)

Wirtschaftlichkeit statt Ethik
Durch die Technisierung und Vermaterialisierung der Medizin (- ein zig Milliardengeschäft, das nicht davor zurückschreckt, millionen und milliarden Menschen in physische Abhängigkeit zu bringen und süchtig zu machen nach ihren oft nur sehr bedingt heilsamen petro-chemischen Substanzen) wird die Ganzheitlichkeit des Menschen und die Einheit von Körper, Seele und Geist des Profites wegen bewusst ignoriert. Das Spezialistentum, das da entstanden ist, reduziert den Menschen oft auf ein Organ und macht ihn zur menschlichen Maschine oder zum Ersatzteillager, weil die Spezialisten von den ganzheitlichen Zusammenhängen und der Seele des Menschen kaum noch ahnen. Vor diesem Hintergrund werden in allen medizinischen Spezialgebieten die ungeheuersten Innovationen entwickelt, deren Motiv nicht ihr ethischer Wert, sondern zuerst ihr wirtschaftlicher Nutzen ist. Einmal mehr ist die Grenze überschritten, wenn krankhafter Ehrgeiz, zu zeigen was die Medizin der Zukunft vermag, das Handeln – z.B. beim Clonen von Tieren oder Menschen – bestimmt. Dabei sind die gentechnischen Manipulationen nur Zeugnis des alten menschlichen Strebens nach göttlicher Macht. Die gesellschaftlichen Folgen werden erst dann offensichtlich, wenn sie nicht mehr reparabel sind.
Internationale Pharmakonzerne streiten gerichtlich über die Patentierung von Aminosäureverbindungen der DNS, die als Träger bestimmter Erbinformationen lokalisiert wurden. Somit gehört das Erbgut eines Menschen rechtlich nicht mehr ihm (als ererbtes Gut), sondern soll das Eigentum eines `BioTech´- Konzerns sein.
Die mittelalterliche Vision der Alchimisten vom „Ewigen Leben“ erfährt in der heutigen hochtechnisierten Medizin neue Blüte. Die Vorstellung, das ewige Leben sei hier auf der Erde in der körperlichen Welt zu erlangen, steht heute vielen Gen- und Anti-Aging-Forschern als wünschenswert und bald erreichbar vor Augen. Es gibt Menschen, die sich lebendig einfrieren lassen, in dem Glauben, in 50 oder 100 Jahren sei die Medizin soweit ihre Körper zeitlos zu regenerieren. Dann wollen sie sich von dieser zukünftigen Heilkunst wiederbeleben lassen, um auf ewig – im recycelbaren Körperkleide – diesen Planeten zu bewohnen. Science Fiction? Tatsächlich spuken solche Gedanken in den Köpfen vieler – provoziert durch die rasante Entwicklung der technisierten Medizin. Ist es tatsächlich wünschenswert Krankheit und Tod von diesem Planeten zu verbannen? Sollte es der Medizin gelingen, was sie in der zweiten Hälfte des 21.Jahrhundert erreicht haben will: den Körper durch Organtransplantation, Chipimplantation und allerlei chemischer Raffinesse – wenn schon nicht ewig – so doch hunderte von Jahren lebend zu erhalten, wäre dies für die Menschheit wohl eher ein Fluch als ein Segen.
Diese Utopie ist eine futuristische Horrorvision: Wer werden die Mächtigen sein, die darüber zu entscheiden haben, wer sterben muss oder leben darf?! Was wäre der Preis? Kindern bliebe auf ewig der Zugang ins Leben verwehrt, weil die Erde einem voll recyclebaren `Kunstherzmenschen´ vorbehalten bliebe, denn sicher müsste in diesem „Retorten-Paradies“ totale Geburtenkontrolle herrschen – und bald, wenn die Erde verteilt wäre, zweifellos jede Geburt verhindert werden.


Das Paradoxum der Pharma-Konzerne
Mit den Lobbys dieser profitorientierten Pharmakonzerne verhält es sich ähnlich, wie in anderem Bereich mit denen der Erdölindustrie, die über Jahrzehnte erfolgreich ökologisch umweltfreundliche Technologien verhindert hat. (Siehe Viktor Schauberger und Nikola Tesla…)
Die Gesundheit der Menschen ist nur vorgeblich ihr Bestreben: Die Zynik des Systems bewirkt jedoch vielmehr das Interesse der Pharmakonzerne, dass möglichst viele Menschen krank sind, denn an Gesunden verdienen sie nichts. Eine immer leistungsfähigere Medizin mit immer differenzierteren Diagnose- und Therapiemöglichkeiten erzeugt immer mehr Kranke, analog zu dem Phänomen, dass der Verkehr proportional mit dem Bau von Straßen wächst. Die Expansion der Pharmakonzerne ist ein alarmierendes Zeichen, das auf eine kränker werdende Gesellschaft hinweist. Schon jetzt brechen die sozialen Gesundheitssysteme und Staatshaushalte in überalternden Gesellschaften zusammen, die am Tropf der globalen Pharmakonzerne hängen, deren Aktien mit dem Sinken der Volksgesundheit steigen.

2 Klassen-Gesundheits-System
Die moderne Medizin ist ein gigantisches Wirtschaftsunternehmen, dessen Produkt Gesundheit (oder was man dafür hält) an jene verkauft wird, die es bezahlen können. Einerseits werden für einzelne Menschen immense Kosten in der Intensivmedizin eingesetzt, während andererseits keine Mittel da sind, um in medizinischen Entwicklungsgebieten (für das gleiche Geld) hunderttausenden von Menschen auch nur eine Grundversorgung zu ermöglichen.
Eine Folge der Problematik wirtschaftlicher statt ethischer Ausrichtung der Medizin ist also die damit verbundene Spaltung der Gesellschaft in arm und reich: fast automatisch und zwangsläufig ist die Entwicklung zu einem `Zwei-Klassen-Gesundheitssystem´, das nur reichen Organ- Empfängern ermöglicht, die `Segnungen der modernen Medizin´ zu empfangen, während sich andererseits schon heute mancher Organspender aus Armut genötigt sieht, zum Beispiel seine zweite Niere zu verkaufen. (Von anderen, schon jetzt in der sogenannten `Dritten Welt´ üblich gewordenen kriminellen Beschaffungspraktiken ganz abgesehen).
Die Entwicklung scheint jedenfalls vorgezeichnet, dass sich nur Reiche die erfrischenden, `lebensnotwendigen Ersatzteile´ leisten können werden. Eine kleine, unsterbliche „Herrenrasse“ inmitten unsagbaren Elends einer bevölkerungsexplodierten, versklavten Masse? Oder geclonte menschliche Ersatzteillager? In jedem Fall wird der Mensch der Möglichkeit innerer Reifung beraubt und in dem Prozess seiner geistigen Menschwerdung behindert. „Sind wir in unserer Lebensweise unbewusst, sind wir damit in jeder Weise unbewusst. Der Tod ist dann tatsächlich ein Tod und der Schlaf eine Betäubung.“ (Satprem, „Das Abenteuer des Bewusstseins“)
Tatsächlich ist die Prognose radikal steigender Demenz und stetig wachsenden Pflegebedarfes in der Gesellschaft nur eine Folge der Wirtschaftspolitik der profitgesteuerten pharmazeutischen Konzerne, die eine gesellschaftliche Verdrängung des seelischen Wesens der Menschen forcieren. Diese Gesellschaftsentwicklung, die in der jüngsten Vergangenheit alles dafür tat, den Menschen sich selbst zu entfremden, profitiert von der Demenz und dem Pflegebedarf – deshalb erzeugt sie diese Entfremdung des Menschen von seinem seelischen und geistigen Wesen. In Wirklichkeit bräuchte es weder Altenheime noch Heerscharen von unterbezahltem Pflegepersonal zu geben, wenn – statt nur die körperlichen Symptome – die seelisch-geistigen Ursachen gesehen und behandelt würden.
Würde die Gesellschaft erkennen, das – weil in dieser Welt, in der alles zwei Pole hat – es nur ein bestimmtes Maß an Gesundheit geben kann, weil es auch ein bestimmtes Maß an Krankheit in dieser Welt gibt, würde sie ihre Kranken, Schwachen und Leidenden auf Händen tragen.
Einziger Trost ist die ausgleichende Gerechtigkeit der Liebe Gottes, die Jenen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage durch das Sieb der kostenpflichtigen Chemomedizin fallen, den Bewusstwerdungsprozess erfahren dürfen, wegen dem ihre Seele ihnen ihre Krankheit schickte – und denen mangels Finanzierbarkeit nichts als das Vertrauen in die Liebe Gottes bleibt.

Relativität des Altwerdens
Es geht nicht darum möglichst lange zu leben, sondern möglichst sinnvoll und gut. Wenn der Mensch durch eine Krankheit auf sich selbst zurückgeworfen wird, geschieht dies in der Regel durch die weise Wegführung seines höheren Selbstes, um einen Prozess der Besinnung in Gang zu setzen, damit die Seele des Menschen aufhört sich fälschlicherweise für ihr Kleid zu halten.
Oft beginnt der Mensch erst durch die Auseinandersetzung mit Krankheit und dem Sterben zu erkennen, dass der verdrängte Tod untrennbar mit dem Leben verbunden ist. Der Tod ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Metamorphose einer Raupe zum Schmetterling; oder der Verwandlung einer Libellenlarve, die im Tümpel einen Schilfhalm emporklettert, um sich – von den trauernden Hinterbliebenen nicht mehr gesehen – als Libelle in die Lüfte zu erheben.

Positive Erwartungen an das Wassermannzeitalter
Doch keine Endzeitstimmung im frisch erstandenen `Wassermann´, der astrologisch große Chancen bergen soll zur Erlangung erhabenen Gelingens. Die modernen Menschen sind Kosmopoliten und Weltbürger. Die Medien verbinden weltweit die Kulturen; jederzeit steht für die internationale Kommunikation das weltumspannende Telefon- und Internet-Netzwerk bereit (dessen Kontrolle schon jetzt und zukünftig umso mehr ein wesentlicher Machtfaktor ist).
Nie zuvor war es möglich derart freizügig zu reisen und andere Kulturen auf diesem Planeten kennenzulernen und sie mit zunehmendem Verstehen als Teil von sich selber zu entdecken. Wenn auch jene Reisenden, die mittels ökologisch unverantwortlicher Flugzeugflotten in alle Welt transportiert werden, in den Hotelanlagen der Touristenghettos von diesen Kulturen zumeist nur allzu wenig erleben. Übersatt die äußeren Sinne der Meisten in der oberflächlichen Informationsflut, während ihre Seelen nach etwas schmachten, das von größerer Wirklichkeit ist und wahrhaft sättigt. Sie ahnen, das sensitivere Wahrnehmungsorgane – ungleich lebendiger – in ihren noch unerkannten Seelen der Erweckung harren.
Doch wie gesagt, hier soll keinem Kulturpessimismus das Wort geredet werden, denn schließlich ist laut astrologischer Deutung des `Aquarius´ – Zeitalters´ die geistige Reifung der Menschheit zu erwarten: „Let the sunshine in!“ (Musical “Hair”); wenn auch vielleicht erst nach schmerzhafter Geburt?!
„Wir sehen eine spirituelle Revolution voraus, von der die materielle Revolution lediglich ein Schatten und Widerschein sein wird.“ (Sri Aurobindo, „The Ideal of the Karmayogin“)

Die Wissenschaft der Zukunft
Aus der `Gewissheit des Glaubens´ wurde der `Glaube zu wissen´. Doch wie wenig man dem, was man zu wissen glaubt trauen darf, zeigt der alltägliche Irrtum. „Der Denker kann nicht Dinge letzter Wirklichkeit erfassen.“ (Bô Yin Râ, „Kultmagie und Mythos“)
Nein, die Kritik an den wissenschaftlichen Erkenntnissen und technologischen Errungenschaften der Moderne verkennt nicht die großen technischen Leistungen wie zum Beispiel das Hubble-Teleskop, die Raumstation ISS oder den Teilchenzertrümmerer in Cern, sondern zielt vielmehr auf den Verlust innerlicher Fähigkeiten. Zwar horchen wir mit Radioteleskopohren ins Universum und schauen mit Elektronenmikroskopaugen die Wunderwelten des Mikrokosmos, aber im Maße der Veräußerlichung unseres Bewusstseins verloren wir zunehmend die innere Schau. Den Weisen vergangener Zeiten erschloss sich das All auch ohne technisches Gerät, weil ihre Innenwelt mit dem Spiegel der Außenwelt noch ganzheitlich resonnierte. Für die technischen Errungenschaft des Telefons verloren wir die Gabe der Telepathie; für die Errungenschaft der Television verloren wir die Gabe geistiger Imagination… Wir konstruierten Krücken und verlernten das Gehen.
„In der Vorzeit gab es Menschen, denen eure Art zu forschen nur als Torheit galt und die mit ihren höchsten und in sich geeinten Seelenkräften ohne euren Apparat die letzten, tiefsten Fragen lösten. Sie fanden hin zum Grund aller Gründe – doch ihr – verbreitert nur die Oberfläche.“ (Bô Yin Râ, „Das Buch vom Lebendigen Gott“)
In der Wissenschaft der Wassermannzeit wird es über die bloß quantitative Ansammlung von Wissen hinausgehen müssen, um den Problemen der Gegenwart und Zukunft begegnen zu können. Die Wissenschaft der Zukunft wird nicht mehr allein auf Wissen, Theorien und Hypothesen gründen, sondern aus lebendiger innerer Anschauung der ganzheitlichen Bewusstseinswirklichkeit schöpfen. Bei der Entwicklung dieser zukünftigen Wassermann-Wissenschaft geht es um die Erlangung von Weisheit und deren Anwendung im Einklang mit den kosmischen Gesetzen des Universums durch die Einbeziehung des Schöpfers in die menschlichen Pläne.
Qualitative Unterscheidung, Transzendenz und geistige Verbindung mit der spirituellen Wahrheit des ganzheitlichen Seins werden nötig sein, um in erleuchtetere Sphären des Bewusstseins zu wachsen, als sie das niedere Mental des Zählens, Wiegens und Messens zu erkennen vermag. Dies bedeutet auch die Rückerinnerung an die ausgeblendeten Wirklichkeiten, die scheinbar nicht in das `empirische Raster´ der `objektiven Wissenschaft´ passten: die Integration verdrängter Wahrheiten spiritueller Lehren von der seelisch-geistigen Dimensionen des Seins. Die menschliche Gesellschaft wird ihr Konkurrenzdenken in das Prinzip eines ganzheitlichen Erkennens und besseren Tuns in Liebe zu wandeln haben, wenn sie die Ungerechtigkeiten der Welt überwinden will.
„Es geht also darum, die Integrität unserer universellen Realität wiederzufinden. (…) Nichts wird in der äußeren Welt heilen, was wir nicht zunächst im Inneren geheilt haben.“ (Satprem, „Das Abenteuer des Bewusstseins“)
Der Mensch wird sich als mikrokosmischer Spiegel des Makrokosmos – und als Eines, das untrennbar mit Allem verbunden ist – erkennen. Jede Zelle seines Körpers ein lichtatmender Organismus; er selber lichtatmender Organismus eines umfassenderen Wesens. Im Maße seiner Bewusstseinsreifung wird der Mensch im tierkörperlichen Seelenkleid als Lichtwesen erwachen, um – als Licht des Lichtes – in den tiefsten Tiefen der noch schlafenden Schöpfung seine Göttlichkeit zu wecken.

Die Zukunft der Religionen
Ist der Aberglaube des Stierzeitalters in unserer aufgeklärten Zeit inzwischen überwunden? Haben wir den Versuchungen der Götzen und Nachstellungen der `Baale´ endlich widerstanden? Mitnichten. Der fortschreitende Prozess der Verweltlichung lässt immer mehr Menschen sich immer weniger ihrer Seele bewusst sein. „Leben wir in Gott, entschwindet die Welt, leben wir dagegen in der Welt, gibt es Gott nicht mehr.“ (Sri Ramakrishna)
Der Zeitgeist einer bloß äußerlichen Weltsicht, der im Materialismus der modernen Gesellschaft sichtbar wird, wird sich mehr und mehr als blinder Blindenführer erweisen, der nicht weiter verhalf, als dass der Mensch sich für ein Produkt des Zufalls hält.
Somit bleibt die Welt wohl vorerst wie sie ist und immer schon war – und die zukünftige Entwicklung der spirituellen Wege und Religionen im Wassermannzeitalter bleibt Mysterium. Die Welt steht inmitten einer Polarisierung der Anschauungen und Religionen, die sich als getrennt voneinander wähnen.
Der schon diesirdisch unermessliche Gewinn für den Menschen durch die Verbindung der Glaubenserkenntnisse von Ost und West (und Nord und Süd) würde idealerweise bewirken, dass alle Kriege beendet würden, weil der Mensch der Erde, der diesen Planeten bewohnt, endlich lernen würde, dass es ihn krank macht, wenn sich die Organe in seinem Körper gegenseitig bekriegen. Wenn es jedoch tatsächlich wahr würde, dass der Mensch seine persönlichen und nationalen Egoismen endlich überwinden und zur Erkenntnis des Einen in Allem finden würde, dann könnten sich die unterschiedlichen Anschauungen in ihrer Ergänzung gegenseitig ungemein bereichern zur Erfüllung des Ideals der geeinten Menschheit („United Nations of the World“).
„Wir müssen darauf vorbereitet sein, von Erleuchtung zu Erleuchtung voranzuschreiten, von Erfahrung zu Erfahrung, von Seelenzustand zu Seelenzustand… Wir dürfen an nichts festhalten, auch nicht an den Wahrheiten, die uns am teuersten sind, denn auch sie sind nichts als Gestalten und Ausdrucksformen des Unaussprechlichen, und das Unaussprechliche weigert sich, sich auf irgendeine Gestalt oder Ausdrucksform zu beschränken. Immer müssen wir uns für das höhere Wort von oben offen halten, das sich nicht auf seine eigene Bedeutung einschränkt, und für das Licht des Gedankens, der seine eigenen Gegensätze in sich trägt.“ (Sri Aurobindo, „Synthese des Yoga“)
Erst wenn der Mensch das, was C.G. Jung archetypisches „Grundbedürfnis nach Religion“ nannte, in gläubigem Vertrauen wirklich lebt, kann er über ein körperliches Wohlbefinden hinaus zur geistigen Sinnfindung und Erfüllung seiner eigentlichen Lebensaufgabe gelangen. Dann erst wird der Mensch ein integrales Wesen im ganzheitlichen Sinne der Heilsfindung sein.
„Wahre Theokratie ist das Königreich Gottes im Menschen und nicht das Königreich eines Papstes, einer Kirche oder einer priesterlichen Kaste.“ (Sri Aurobindo, „The Human Cycle“)
Durch die Wiederverbindung (= Re-ligio) mit Gott finden wir das einzige und all-einige Heil – die Quelle des Lebens in unserem Herzen. Doch gerade die institutionalisierten Religionen, die das menschliche Grundbedürfnis nach Spiritualität eigentlich befriedigen sollten, sind es, die oft, anstatt den Lebens- und Liebedurst zu stillen, der Quelle des Lebens im menschlichen Herzen das Wasser abgraben.

Weltreligion
Der Spruch des Volksmundes: „Was du nicht willst, das man dir tu`, das füg` auch keinem andern zu.“, findet sich in vielen Variationen in allen Kulturen und Religionen:

Judentum: „Was du nicht wünschest, was dir dein Nächster tue, das tue du auch ihm nicht.“
Zarathustra: „Tue anderen nicht an, was dir selbst nicht gut bekommt.“
Jainismus: „Behandle alle, wie du selbst behandelt werden möchtest.“
Islam: „Lasset keinen von euch einen Bruder so behandeln, wie er selbst nicht behandelt werden möchte.“
Buddhismus: „Man sollte für andere das Glück suchen, das man sich selbst wünscht.“
Konfuzius: „Die Goldene Regel ist, in Angelegenheiten anderer das zu tun, was du für dich tust.“
Christentum: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen zuerst.

Schon die Beherzigung dieser einfachen Regel, würde die Welt von jetzt auf gleich verändern. Der Quantensprung des Bewusstseins wird dann erfolgen, wenn die Menschen anfangen – anstatt sich gegenseitig übervorteilen, besiegen und beherrschen zu wollen – einander in Liebe zu dienen.
Die Erfüllung des zentralen Gebotes des Christentums: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 6,31) führt unweigerlich zurück in das verlorenen Paradies. Erfassten wir nur dieses eine Gebot mit dem Herzen, wären wir auf ewig geheilt und hätten das höchste Ziel menschlicher Verwirklichung, das über alles diesirdische Sein hinausreicht, erreicht. Denn die Liebe ist die einzig wahre Spiritualität, die uns im Erkennen der Liebe Gottes zur Brücke zur Göttlichkeit in uns selbst wird.
„Vom Stadium, in welchem das Bewusstsein vollkommen von Maya getäuscht wird (`dem dunklen Herzen´) schreitet der Mensch fort durch unterschiedliche Stadien: das unruhige Herz, das beständige Herz, das hingebungsvolle Herz, bis er schließlich das reine Herz erlangt. (Yogananda, „Der Yoga Jesu“) Hier geht es um die Einwerdung des Menschen mit Gott.
„Es geht nicht darum, zu einem besseren Dasein `überzugehen´, es geht darum, das gegenwärtige Dasein zu transformieren. (…) Der Schatten und das Licht, das Gute und das Böse bereiteten den Weg für eine göttliche Geburt in der Materie vor: `Der Tag und die Nacht stillen beide das göttliche Kind.´“ (Sri Aurobindo, „On Yoga II)
Bis schließlich wir in Gott erwachen – und Gott in uns. „Was gibt es, das ihr fürchten müsst, wenn ihr euch Dessen bewusst seid, Der in euch wohnt?“ (Sri Aurobindo, „Speeches“)
Das größte Hindernis spiritueller Entwicklung sei die Unwissenheit, lehrt die Bhagavadgita. Und abgesehen vom Mangel an Liebe ist es zweifellos auch so.

Das Kali-Yuga
Nach buddhistischen Anschauung währt das finstere Zeitalter des Kali-Yuga von der Geburt eines Buddhas bis zum Erscheinen eines neuen Buddhas 3.000 Jahre. Da Siddharta 624 v.Chr. geboren wurde, dauerte die Dunkelzeit menschlichen Bewusstseins demnach für Buddhisten jetzt (2014) immerhin noch 362 Jahre.
Milliarden Menschen des indischen Kulturkreises sind allerdings auf Grund dieses Rechenfehlers, (den wir mit Hilfe von Sri Yukteswar bereits im ersten Kapitel dieser Zeitreise korrigieren konnten), fälschlicherweise der Ansicht, die Menschheit befände sich 432000 (nach dieser Interpretation jetzt noch etwa 427000 Jahre) im Kali-Yuga, was allerdings keine hoffnungsfroh stimmende Aussicht wäre. Das Denken von milliarden Menschen, dass es solange keine wirklichen geistigen Fortschritte der Menschheit geben könne, ist natürlich eine destruktiv schwingende mentale Wirkkraft, die nach Selbsterfüllung drängt.
Doch anstatt uns von der depressiven Erwartungshaltung – noch endlos in geistiger Finsternis weilen zu müssen – frustrieren zu lassen, dürfen wir freudig den stets heller werdenden Tag begrüßen. Lasst uns allen die freudige Nachricht mitteilen: Das Kali-Yuga ist bereits seit 314 Jahren vorüber – und auch, wenn es noch eine lange Zeit dauern wird, ehe die Menschheit wieder im Goldenen Zeitalter vollkommener Erkenntnis ankommen wird, so wird das Bewusstsein im derzeitigen Dwapara-Yuga doch stets lichter werden, wie die politischen, wissenschaftlichen und sozialen Entwicklungen seit 1700 (dem astronomischen Ende des Kali-Yuga) zeigen.
Fange jeder bei sich selber an, das Licht der Erkenntnis in sich selbst zu finden, dann wird zunächst sein persönliches Umfeld – und schließlich, weil die lebendige Erfahrung Schule macht (Liebe ist ansteckend!), auch die Welt stets heller leuchten. „Die Erde wird des Geistes offenbare Heimat.“ (Sri Aurobindo, „Savitri“)

Die Fixierung auf den Untergang der Welt
Doch es gibt noch weitaus destruktivere Gedankenkräfte, als die weit verbreitete Meinung, die Menschheit befände sich noch hunderttausende von Jahren im finsteren Zeitalter des Kali-Yuga. Diese Gedankenkräfte zielen unterbewusst auf die Erfüllung der Erwartungen des Weltuntergangs. Unterschwellig und latent wirkt ein geschichtliches Szenario unseres Unterbewusstseins auf uns ein, das auf die Zerstörung der Welt gerichtet ist: Die Erwartung der Weltherrschaft des Antichristen und der Apokalypse eines Dritten Weltkrieges.
Die geballte Gedankenkraft von mehr als drei milliarden Gläubigen (Christen, Moslems und Juden…), die an das apokalyptische Ende der Welt glauben – gleich ob sie diese Erwartung herbeisehnen, ängstlich befürchten oder unbewusst akzeptieren – ist eine wirkende Macht, die nach Realisation der projizierten Geschehnisse drängt. Die Endzeit-Prophezeihungen der Religionen lassen auf die Erfüllung jener apokalyptischen Visionen der Propheten warten. Gläubigkeit an Gott (im Namen welcher endzeiterwartenden Religion auch immer) wird gleichgesetzt mit dem Glauben an die Erfüllung jener Ankündigungen vom Ende der Welt. Dieser Glaube ist eine Kraft, die Verwirklichung des Geglaubten schafft.
Was also hat es mit dieser Endzeiterwartung der Juden, Christen, Parsen und Moslems auf sich? Wer ist der Antichrist? Was ist unter der Wiederkunft Christi zu verstehen?

Das Gericht
Im Glauben aller Weltreligionen ist die Vorstellung eines endzeitlichen, die alte Ordnung (oder Unordnung) der Welt völlig zerstörenden Gerichtes, verwurzelt, in dem sich jeder Mensch vor Gott zu verantworten habe. Die Kirchen des Mittelalters schürten die Angst vor dem „Fegefeuer“ und beauftragten Künstler mit dem Malen höllischer Visionen, um dann den Reichen – wenn sie nur genug zahlten – Absolution zu erteilen.
In der Geschichte des Christentums glaubte bereits die Urgemeinde an das baldige Stattfinden dieses Gerichtes, denn in der Offenbarung steht geschrieben: „Siehe, Ich komme bald und Mein Lohn mit Mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind.“ (Offenbarung 22,12)
Diesem endzeitlichen Gericht wird laut Offenbarung jedoch die Weltherrschaft des `Antichristen´, dem in Menschengestalt inkarnierten Satan, vorausgehen. Der Untergang der Alten Welt ist den Gläubigen zugleich der Beginn der Neuen Welt. Darin besteht nach religiösem Glauben die eigentliche Lebensprobe des verkörperten Menschen auf der Erde, dass er sich mit seinem freien Willen zwischen dem Geist Gottes und der Materie Satans zu entscheiden habe, wodurch seine Seele entweder geistig und frei oder mit Satan gerichtet sein würde. Dies sei die Entscheidung der Seele zwischen Himmel und Hölle. Doch dies ist eine bipolare Sicht, die der höheren Perspektive der Ganzheitlichkeit der Einheit entbehrt.
„Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt.“ (Offenbarung 4,3) Denn er ist bereits seit dem “Sündenfall” in der Welt und seitdem Teil unseres Unterbewusstseins).
Nein, Gott richtet uns nicht. Wir richten uns selber. Vor der schlimmsten Strafe – dem uns von Gott getrennt Erleben – kann uns keine Institution bewahren, sondern nur die Liebe in uns selbst.
„Auf eine wahre Veränderung des menschlichen Lebens zu hoffen, ohne eine Veränderung der menschlichen Natur erreicht zu haben, ist ein irrationales und unspirituelles Unterfangen. Es bedeutet, etwas Unnatürliches und Irreales, ein unmögliches Wunder zu verlangen.“ (Sri Aurobindo, „Das Göttliche Leben“)

Die „Weltherrschaft des Antichristen“
Seit dem Stier- und Widderzeitalter sind die Verführungsmethoden Satans subtiler geworden. Nur im allergröbsten Satanskult, dem ungeachtet aller Zivilisiertheit, selbsternannte Magier und Lustjünger frönen, zeigt er noch das alte, gehörnte Gesicht des `Baals´ und jenes der blutrünstigen `Anat´, ansonsten versteht er sich heutzutage besser auf Nadelstreifen und Robe.
`Luzifer, Satan, Diablo (der Entzweier)´ hat lange schon Namen und Aussehen geändert: Er tritt nicht mehr mit Pferdehuf und Hörnern auf, sondern kennt sich aus auf dem Parkett der Politik, der Geldwirtschaft, der Medien, und fühlt sich zu Haus auf den Bühnen der Welt.
Ja, er ist geradezu der Erfinder vieler Dinge und Einrichtungen der Moderne, die nach wie vor das Ziel und den Zweck haben, den Menschen aus der Einheit mit Gott zu entzweien. Mit den Machtmitteln des Weltkapitals hat er den Materialismus zum Götzen des 21.Jahrhundert gemacht.
Satans mächtigsten Verbündeten sind die Eitelkeit, Macht- und Habgier im Menschen selbst, deren Triebfedern er zur Erreichung seiner Ziele unauffällig und virtuos zu lenken weiß. An den modernen Kultstätten (Fernseher, Computerspiele …) bereitet er in Wohn- und Kinderzimmern seinen großen Auftritt vor, mit dem er – der `große Nachahmer´ – die Menschwerdung Gottes in der Verkörperung des `Antichristen´ kopieren will, um die Weltherrschaft vollends zu ergreifen.
Die computertechnischen Möglichkeiten der Neuzeit, die die Verhältnisse des Menschen auf eine bis jetzt unvorstellbare Art und Weise durchsichtig, lenk- und kontrollierbar machen, werden den Antichristen (laut Offenbarung Johannes, Joel, Daniel…) in die Lage versetzen, die Welt tatsächlich eine Zeit von 7 Jahren zu regieren.
Wohl möglich, dass ein (zunächst) „großer Einiger der Religionen“ aufstehen wird, der die Menschen mit (zunächst) sehr vernünftig scheinenden Gründen von ihrem Glaubensfundament loszulösen und für sich einzunehmen wissen wird und die Gläubigen der Welt, gleich welchen Glaubens, so parallelisiert, dass sie den angekündigten Versucher für den angekündigten Erlöser halten werden.
Viele Gläubige sehen in den gegenwärtigen globalen politischen Konzentrationen das Aufsteigen der antichristlichen Weltherrschaft, die dem `Ende der Zeit´ – mit den Folgen der fast völligen Zerstörung der Welt – und der Wiederkunft des Erlösers zur Errichtung des `Tausendjährigen Friedensreiches´ vorausgehen soll.

Die Endzeiterwartungen der Religionen
Dabei hatte Gott den Menschen schon desöfteren durch Propheten Strafen androhen lassen, um sie zur Bewusstwerdung und Rückbesinnung zu bringen, ohne die angedrohten Strafen dann wirklich zu verhängen. So zum Beispiel Jona, der von Gott nach Ninive gesandt wurde, um den Niniviten, wenn sie nicht gottgefälliger leben würden, die Zerstörung ihrer Stadt anzudrohen. Jona floh, anstatt den Auftrag auszuführen, weil er nicht daran glaubte, dass Gott Seine Drohungen wahr machen würde. Und tatsächlich verschonte Gott Ninive, weil deren Bewohnen sich besannen.
Womöglich übersetzten die Gläubigen die drastischen Weltuntergangsszenarien der Propheten auch allzu wörtlich und in Wirklichkeit handelt es sich um seelisch und geistige Entsprechungsbilder innerer Prozesse. Sollte Gott wirklich Sterne auf die Erde stürzen und die Meere in Blut verwandeln wollen? Sollte Gott wirklich das Ende der Welt schon vor tausenden von Jahren beschlossen haben? Nein. Er respektiert den Freien Willen von uns Menschen so sehr, dass Er sogar all die Morde, Greuel und Kriege zulässt – um sich schließlich doch von uns durch bessere Erkenntnis in Liebe finden zu lassen. Nein, es ist unsere Sache, ob wir die Welt untergehen lassen. Nein, es ist nicht nötig, dass die Welt untergeht. Es reicht, wenn wir sie transformieren: aus den dunklen Tiefen des Unbewusstseins ins Licht erleuchteten Schauens und Seins.
Der Satan ist kein mächtiger, gottgleicher Selbstherr, sondern als die materielle Grundlage der Schöpfung gerichteter Geist und durch und durch abhängig vom Geist Gottes. Das hinduistische Ambivalent zu Luzifer oder Satan ist „Shiva“ – die göttliche Kraft der Zerstörung all dessen, was noch nicht göttlich vollkommen ist. Ohne Shiva gäbe es keine Erneuerung.
„Der Widersacher wird erst dann aus der Welt verschwinden, wenn die Welt ihn nicht mehr braucht. Und wir wissen sehr gut, dass er, gleich dem Prüfstein für das Gold, notwenig ist, um zu prüfen, ob man echt ist.“ (Mirra Alfassa – Die Mutter) „Es gibt eine Wahrheit der Liebe hinter allem Bösen.“ (Satprem, „Das Abenteuer des Bewusstseins“)

Der Zeitpunkt des Endes
Doch: „So bitten wir euch, liebe Brüder (und Schwestern), dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst (…), als sei der Tag des Herrn schon da. Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall (vom Glauben) kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens (der Antichrist). Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt (das menschliche Herz) und vorgibt, er sei Gott.“ 2 Thess 2,1-4
Der „Widersacher“, der sich in den Tempel Gottes – unser Herz – setzen wird, ist die Ichhaftigkeit, die Entgeistigung, der Irrtum, die Lüge und der Selbstbetrug, dem wir uns selber – losgelöst von jedem besseren Glauben an ein höheres Sein – mehr denn je in der heutigen Zeit – hingeben. Das ist der Antichrist in uns: unsere Gottvergessenheit in bloß materiellem Streben.
„Diesen Widersacher, verankert in der menschlichen Brust, muss der Mensch besiegen oder sein höheres Schicksal verfehlen. Das ist der unentrinnbare innere Krieg.“ (Sri Aurobindo, „Savitri“)
Wenn auf dem Thron Gottes in unserem Herzen die Liebe, Wahrheit und Freude der Gegenwart Gottes thronen würde, hätte das Tausendjährige Friedensreich für uns bereits jetzt begonnen. Dann hätten wir in unserem Herzen die Quelle des Wassers des Lebens gefunden, von der in der Offenbarung geschrieben steht: „Nehmt das Wasser des Lebens umsonst“.
„Wir reden vom `Sündenfall´, von Adam und Eva und irgendeiner absurden `Erbsünde´, die das zerstört habe, was Gott ursprünglich so vollkommen geschaffen habe – aber alles ist Gott. Die Schlange im Paradies, wenn es sie jemals gab, war Gott und ebenso Satan und sein Gefolge und seine Werke. Es gibt nichts als Ihn.“ (Satprem, „Das Abenteuer des Bewusstseins“) „Suchet Ihn auf Erden! Denn Ihr seid Er, o König. Allein die Nacht lastet auf Eurer Seele kraft Eures eigenen Willens. Entfernt sie und erlangt das erhabene Ganze zurück, das Ihr seid.“ „Sri Aurobindo, „Collected Poems and Plays“)

Rückkehr des verlorenen Sohnes?
Gott rechnet in anderen Zeiträumen und lässt keine Möglichkeit zur Erfüllung Seines Erlösungsplanes aus, der auch Seinem `Verlorenen Sohn´ Luzifer jede Chance zur Umkehr einräumt. Ginge dieser in sich und bereute sein abtrünniges Nein zum Ja der Liebe Gottes, würde der Himmlische Vater ihn in Freuden empfangen wie der Vater im Gleichnis vom Verlorenen Sohn.

Die Wiederkunft des Messias
Wer wird der Erlöser sein, der die Menschheit „am Ende der Welt“ erretten wird: Matreya? Miroku? Saoshyant ? Kalki? Der 12.
Imam? Der Messias? Jesus?
Man muss kein Prophet sein, um sagen zu können, dass gerade jetzt, während der Wehen der Geburt der Menschheit ins Wassermannzeitalter, die Zukunft entscheidend von uns selber – von unserem kollektiven (Un-)Bewusstsein abhängt. Es liegt an uns, ob wir die Gewaltherrschaft eines Tyrannen (eine Personifizierung unserer Verdrängungen) und einen Dritten Weltkrieg brauchen.
Dass es vielmehr darum geht, den Ewigen Christus in uns selbst auferstehen zu lassen, macht auch Paramahansa Yogananda in seinem Werk „The Second Coming of Christ“ deutlich:
„… das (die Prophezeiung von der Wiederkunft des Messias) ist nicht wortwörtlich zu verstehen, denn ich beziehe mich nicht auf eine tatsächliche Rückkehr Jesu auf die Erde. Er kam vor zweitausend Jahren, und nachdem Er einen universalen Weg in das Reich Gottes gewiesen hatte, wurde Er gekreuzigt und ist auferstanden. Es ist nicht notwendig, dass Er den Massen hier erneut erscheint, um Seine Lehre zu erfüllen. Etwas anderes aber ist wirklich notwendig: Die kosmische Weisheit und göttliche Wahrnehmung Jesu muss wieder Ausdruck finden durch jeden einzelnen Menschen, der das unendliche Christusbewusstsein erlebt und versteht, das sich in Jesus verkörpert hat. Das wird die wahre Wiederkunft sein.“
„Aber alle, die Ihn aufnahmen, denen gab Er die Macht, Söhne Gottes zu werden.“ (Johannes 1,12)
„Sehet, das Reich Gottes ist inwendig in Euch.“ (Jesus)


Die Wiederkunft
In wie weit sich das `Ideal einer Geeinten Menschheit´ verwirklichen – und der Mensch zu höherem Bewusstsein erwachen wird, wird also die Zukunft zeigen, an der jeder Einzelne zumindest für sich selbst – entscheidend mitwirkt.
„Dieser Aufstieg des Bewusstseins ist nicht allein die Geschichte von der Eroberung der Zeit, es ist zudem die Eroberung der Liebe und die Eroberung des Seins. (…) Bewusstsein ist das Mittel. Bewusstsein ist der Schlüssel. Bewusstsein ist das Ziel. (…) Das Göttliche ist keine Annahme oder Vorstellung mehr, sondern sichtbar, greifbar, etwas, zu dem wir geworden sind, so wie unser Bewusstsein Licht geworden ist.“ (Satprem „Das Abenteuer des Bewusstseins“)
„Gerechtigkeit wird der Gurt Seiner Lenden sein und die Treue der Gurt Seiner Hüften. Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf Meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des Herrn sein, wie Wasser das Meer bedeckt.“ (Jesaja 11,3-9)
„Aus der Freude sind alle Wesen geboren, durch Freude bestehen und wachsen sie, zur Freude kehren sie zurück.“ (Taittiriya Upanishad III.6)

Das Erwachen
Die Hoffnung, dass der Mensch durch die dem Wassermannzeitalter zugesprochene Schwingungs-Potenz zur `Erlangung von Erkenntnis und Weisheit´ und friedlicher Koexistenz reift – und so mehr und mehr zur `Einswerdung mit Allem´ finden wird, scheint in Anbetracht des wachsenden Materialismus in der Welt und zunehmender Verflachung der Geistigkeit durch den mediengelenkten Manipulationsprozess, dem der Mensch sich nur schwer entziehen kann, zur Zeit eher gering. Denn soviel ist sicher: sowenig weltlicher Schmerz oder Leid unser innigstes Wesen wirklich berühren kann, sowenig können uns kosmische Schwingungsverhältnisse – oder kann uns überhaupt irgendetwas von Außen – wahrhaft befreien.
Doch dürfen wir vollstes Vertrauen auf die Reifeführung des Inneren Meisters – des göttlichen Menschen in uns – haben, der alle Wunder des Mikro- und Makrokosmos nicht zum Selbstzweck erschaffen hat, sondern sicher mit dem letztlichen Ziel der Vollendung unseres Bewusstseins in Liebe.


Das Bewusstsein des Neuen Menschen
„Hier liegt der Schlüssel zur Transformation, der Schlüssel zur Beherrschung der Gesetze der Materie durch das Bewusstsein in der Materie – das Bewusstsein ganz oben ist das Bewusstsein ganz unten. Das ist das Tor in die Welt der Zukunft und die Neue Erde, welche die Schrift vor zweitausend Jahren ankündigte: „Eine Neue Erde, in der die Wahrheit wohnt.“ (2 Petrus 3,13) Denn die Erde ist in Wahrheit unser Heil, der Ort des Sieges und der vollkommenen Erfüllung. Es besteht keine Notwendigkeit zur himmlischen Weltflucht, alles ist im Körper vollkommen gegenwärtig – die Freude, das Bewusstsein, die höchsten Kräfte.“ (Satprem, „Das Abenteuer des Bewusstseins“)
Erwarten wir also im Wassermannzeitalter das Erwachen des Neuen Menschen (Adam und Eva Kadmon) auf der Neuen Erde, so ist dies sicher eine bessere Erwartung, als den Untergang der Welt.
Das Ende der Zeit ist der bewusste Beginn der Ewigkeit.