Der Weg der Liebe zur Vollkommenheit

Gustav Klimt: Die Liebenden

 

Die duale Partnerschaft bedeutet die Meisterschaft in der Beziehung zwischen Mann und Frau. Allein in der Synergie ihrer Gedanken wird ihnen bewusst, dass es hier über den Verstand hinausgeht. Die Auswirkungen auf eine aus reinem Herzgefühl heraus geschlossene Ehe, werden in ihrer ganzen Spannweite den Liebenden mehr und mehr bewusst.

So gleich beide einerseits sind, so gegensätzlich sind sie andererseits auch. In der Ergänzung ihrer Gleichheit und Gegensätze wachsen sie zu einem größeren Einen. Hier geht es energetisch um echte Verschmelzung der männlichen und weiblichen Pole, durch deren Vereinigung sich beide Partner potenziert erweitern, denn auch in Gott ergänzen sich männlich und weiblich in vollkommener Harmonie.

 

Die konditionierte Verstandeslogik und alten Gewohnheitsmechanismen, die zuweilen die Liebenden aus der Einheit ihres gemeinsamen Herzens herausfallen lassen, erzeugen dann im einander Missverstehen leidvolle Zustände. Die unterschiedliche Verstandesbetrachtung aber ist, aus ganzheitlicher Sicht betrachtet, dazu da, die Partner an ihre Grenzen zu führen, um diese durch Herzverstehen zu erweitern.

Dies geschieht, damit Verdrängungen erkannt und in Liebe transformiert werden. In solchen Konfrontationen erkennt jeder im Anderen, was noch unbewusst in ihm selber schlummert. Mit diesen Spiegelungen, durch die beide einander ihr wahres Wesen zeigen, werden sie solange konfrontiert werden, bis sie alle ihre verdrängten Schattenkinder in ihr Wesen integriert – und die Untrennbarkeit ihrer innigen Herzensverbindung völlig verinnerlicht haben, indem sie sich nicht nur in ihrer Gleichheit, sondern ebenfalls in ihrer Unterschiedlichkeit als Eins annehmen und erkennen können.

 

Im Maße ihrer inneren Reifung werden sie immer seltener an die Grenzen ihres Einander-Verstehens stoßen, die es sich – vielleicht manchmal auch in schmerzhafter Selbstüberwindung – dennoch lohnt, einfach der Liebe vertrauend zu überschreiten. Indem wir unsere alten persönlichen Grenzen zum Partner hin überschreiten, springen wir über den eigenen und über den Schatten des Anderen. Im Erkennen, dass Geben und Nehmen Eins sind, finden wir zu einer ganzheitlichen Vergeistigung, die herzzentriert alle Ebenen unseres seelischen und körperlichen Miteinanderseins eint.

 

Je größer die Liebe der Liebenden ist, umso mehr ziehen sie auch die erstarrten Irrtümer des Massenbewusstseins an. Weil diese nur durch wahre Liebe erkannt und ausgeräumt werden können, ist die Liebetransformation der scheinbar nur partnerschaftlichen Probleme zugleich ein Dienst, der nicht nur global – sondern sogar universell jene Gründe berührt, warum sich viele Seelen in der Materie von Gott in ihren Herzen abgewandt haben.

Daher ist den Liebenden manchmal nicht klar, wieso – scheinbar aus heiterem Himmel – ein Herausfallen aus der Einheit beginnt, noch, wie diese gegenseitige Herausforderung schnell und ohne Trauer wieder zu durchbrechen wäre.

So schwierig und abstrakt auch ein scheinbares Problem vorkommen mag, die Partner tun immer gut daran, einander – statt mit dem richtenden Blick eines urteilenden Verstandes – mit den Augen der Liebe zu sehen. Unser Verstand vermag die ganzheitlichen Auswirkungen in seinem begrenzten Zeit- und Raumgefüge nicht zu erfassen, die können nur liebegeöffnete Herzen erahnen.

Die innere Fülle des Herzensverstehens, die beiden durch ihre Bereitschaft erwächst, einander als gegenseitige Helfer zur Selbsterkenntnis zu sehen, wird sie täglich mehr bereichern und – über alle Gegensätzlichkeit der Pole hinaus – im Ringen um eine gemeinsame Sprache dem vollkommenen Verstehen näher bringen.

 

Zählen und zielen wir immer auf unser eigenes, unser gemeinsames und auf das All-Eine-Herz, so erhalten wir auf all unsere Fragen immer ein Ja zur Antwort, auch wenn an manchen Meilensteinen unseres Lebensweges es so scheinen mag, als stünde dort ein Nein.

Die Erweiterung des „Ichs“ in freier Hinwendung zum „Du“ und die bewusste Findung zum „Wir“ ist Grund und Ziel der Schöpfung, die in all ihrer Vielfältigkeit untrennbar Eins ist.

Wir sind geliebte Kinder des lebendigen Gottes in unseren Herzen und je mehr wir diese Liebe erwidern, umso mehr werden wir unser göttliches Wesen erkennen.

Im Vertrauen und Glauben an den liebegeführten Weg werden wir stets mit der Heimat allen Seins untrennbar verbunden sein. Diesen Weg werden wir miteinander in Liebe am leichtesten finden. So wahr wir glauben, so wahr wir wissen, so wahr wir lieben, so wahr sind wir.

Aus Liebe geworden, kehren wir als Liebe selbst zu Ihr zurück.

 

 

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