WER IST HERMES TRISMEGISTOS?

Die Sieben hermetischen Prinzipien

1.  Prinzip der Mentalität             (göttliche Geistigkeit)
2.  Prinzip der Entsprechung      (wie oben so unten)
3.  Prinzip der Schwingung         (alles ist Energie und in Bewegung)
4.  Prinzip der Polarität               (weiß/gut und schwarz/böse)
5.  Prinzip des Rhythmus            (alles ist in geordneter Bewegung)
6.  Prinzip des Karma                  (Ursache und Wirkung)
7.  Prinzip des Geschlechts         (männlich/weiblich)

Das Analogie Gesetz: `Wie oben, so unten´. `Wie im Himmel, so auf Erden´.

Dieses Gesetz der Analogie von Mikro- und Makrokosmos besagt auch folgendes: Alles, was auf einer oberen Ebene geschieht, hat eine Entsprechung in unteren Ebenen. Alles, was in den unteren Sphären geschieht, ist ein Abbild des Geschehens in den oberen Sphären. Kurz: `Wie oben, so unten !´ Dieser Satz ist universell und gilt für das ganze Universum, also für den Makrokosmos ebenso wie für den Mikrokosmos. Dieses kosmische Gesetz geht auf Hermes Trismegistos zurück, mit dessen rätselhafter Herkunft wir uns gleich ausführlicher beschäftigen werden, weil er als der Vermittler aller esoterischen Geisteswissenschaft gelten kann.

Im Kontext verschiedener Kapitel dieser Kosmogonie der Ursprache werden die Sieben Hermetischen Prinzipien deutlicher werden. Doch zunächst soll hier die sagenumwobene Gestalt des `Hermes Trismegistos´ näher untersucht werden. Wer war dieser `dreifache Lehrer´ der Menschheit, dem unter anderem die Erfindung der Schrift zugeschrieben wird? Seinen Spuren durch die Geschichte folgend, werden erstaunliche Zusammenhänge deutlich werden.

Über die mythische Wesenheit des `Hermes Trismegistos´ haben Weisheits-Schulen, esoterische Geheimbünde und Wahrheits-suchende jahrtausendelang spekuliert. Kaum eine Gestalt der Menschheitsgeschichte, die wesentlich zum Fundament des geistigen Gebäudes der Menschheit beitrug, auf das die Bausteine aller Wissenschaften aufbauen, ist so legendär wie `Thot´, den die Alten Ägypter auch `Trismegistos´ nannten.

Thot / Die ägyptischen Götter

Er ist es, von dem sie die noch heute Ägyptologen und Astronomen gleichermaßen verblüffenden Kenntnisse des Weltalls, der Sonne Sirius und der Geographie der Erde hatten. Im weiteren Verlauf dieser Kosmogonie wird man noch desöfteren auf ihn, als den Überbringer göttlicher Weisheit treffen. Insbesondere das Kapitel `Das Ur-Alphabet´ wird seine kulturenbegründende Bedeutung, die sich bis auf den heutigen Tag auswirkt, verdeutlichen.

Das 1. Zeitalter Ägyptens (Sep-Tepi) soll bis vor etwa 5000 Jahren von den Göttern (`Netjeru´) regiert worden sein. In dieser Götter-Hierarchie, die jedoch nichts anderes darstellte als die verschiedenen Eigenschaften des Einen Gottes, den die alten Ägypter monotheistisch verehrten, nahmen Ra, Thot, Isis, Osiris und Horus, der Sohn der Isis und des Osiris, hervorragende Stellungen ein. Diese Zeit wird vom dynastischen Ägypten als „Goldenes Zeitalter“ bezeichnet. In der ägyptischen Mythologie wurde Thot als Mondgott in Ibis- oder Paviangestalt dargestellt. (Als Ibis ist Thot ein Feind der Schlangen, als Pavian ein Vorbild für das Familien- und Stammesleben.)

Das Herz des Ra

Er galt als Gott der Weisheit und wurde `Herr der Zeit´ und `Rechner der Jahre´ genannt. Dem Mythos nach begleitete er die Verstorbenen in die Unterwelt und überwachte dort die Zeremonie des `Wiegens ihrer Herzen´. Thot , der dreimalige Mensch (Körper+Seele+Geist) war Priester und Eingeweihter aller Mysterien im Alten Ägypten und wurde als ständiger Begleiter des `Sonnengottes´ das `Herz des Ra´ genannt.

Thot

Er sagt von sich selber:

Worte sprechen davon, dass ich `Thot´ bin,
doppelter Götterkörper
(Körper und Seele einig im Geist Gottes),
Herr des Größten der Götter,
(`Götter´ bedeuten hier Menschen, in denen das Bewußtsein
des Einen Gottes mächtig ist. )
„Denn der HERR, euer Gott, ist der Gott aller Götter
und der Herr über alle Herren, der große Gott.“ 5 Mose 10,17,
dessen Körper das Haus des Geistes ist 
(Körper und Welt als Ort der Transformation.“).
`Ich bin´ (der Name Gottes) ist der HERR
der seeligen Neunheit, (die 9 Grundzahlen, aus denen alle Zahlen
des Universums zusammensetzen)
Herr der 8 großen, heiligen, Gottheiten
(siehe `I Ging´und die`DNS Struktur´).
`Ich bin´ ist der Herr der Unterwelt (des `Totenreiches´)
und der Wege des Himmels.“

Dies ist die Erläuterung seiner Existenz, die von ihm selbst überliefert ist, quasi der Absender des Botschafters des Schöpfergottes. Diese Erklärung des göttlichen Ursprungs seiner Botschaft geht der Überlieferung der Grundlagen der Schrift, Mathematik und Kosmologie voran. Die `dreimalgroße´ Tiefe der Worte des Thot, wie sie auch in der „Tabula Smaragdina Hermetis“ zum Ausdruck kommen, öffnet sich unerschöpflich immer neuem Verstehen.

Trismegistos

Die Persönlichkeit von `Hermes-Trismegistos, dem dreifach Großen, dreifach Geweihten und dreifachen Meister´, liegt im geschichtlichen Nebel, was seit tausenden von Jahren zu vielen Vermutungen Anlaß gab. Seine Herkunft ist unbekannt. Er war plötzlich einfach da!

Hermes / Merkur

Die Griechen nannten ihn `Hermes den Götterboten´, die Römer hießen ihn Merkur. Kaum eine esoterische Schule, die sich nicht auf seine Lehren gründet. Doch nicht nur ernsthaft Forschende und Suchende nach den Wegen Gottes, sondern auch Phantasten, Magier und Zauberer tranken zu allen Zeiten, aus dieser Quelle göttlicher Weisheit. Diese `Sagenumwobenheit´, dass man nicht weiß, woher er kam und wohin er ging, begünstigt natürlich, den Trismegistos zu einem Spielball für manchmal auch recht eigenwillige und obskure Inbeschlag-nehmung zu machen. Eine Reihe populärer pseudowissenschaftlicher Bücher bringen ihn sogar mit außerirdischen Göttern und Ufologie in Verbindung, was hier als Spekulation widerlegt werden soll.

Wer also war Hermes Trismegistos? Es ist eine mythische Gestalt, von der bisher kaum bekannt war, ob sie jemals lebte oder nur eine mystische Fiktion ist. Hier wird sie sich enthüllen und es sich offenbaren, woher Hermes sein Wissen und seine Kenntnisse vom göttlichen Bauplan wirklich hatte. Er, (der dreifach große Lehrer) stiftete als Thot dem Alten Ägypten nicht nur die Schrift, sondern war, wovon die Mythen zeugen, in vielen Bereichen maßgeblich an der Entwicklung der alt-ägyptischen Kulturblüte beteiligt. Er gilt als derjenige, der der Menschheit neben anderem Elementarwissen auch die Kosmologie, die Astrologie und die Zeitrechnung vermittelte.

Auf seine Herkunft, die Legende ist, und auf den`göttlichen Ursprung´ seiner Botschaften, wird im folgenden näher eingegangen werden, weil seine Lehre insbesondere die ägyptische, griechische und römische Kultur erheblich beeinflußt hat, aus deren kulturellen Ästen auch die modernen Wissens-Zweige spriessen. Noch heute gilt er als der Vermittler von Mathematik, Schrift und eben nicht zuletzt auch als Überbringer des Wissens von den Sternen und dem Kosmos.

TABULA SMARAGDINA HERMETIS:

„Wahr ist es, ohne Lüge und sicher: was oben ist, ist gleich dem, was unten ist, und was unten ist, ist gleich dem, was oben ist – fähig, die Wunder des Einen auszuführen. Und wie alles aus Einem stammt, durch das Denken des Einen, rührt auch alles Gewordene durch Angleichung aus diesem Einen. Die Sonne ist sein Vater, der Mond seine Mutter, der Wind hat es in seinem Leibe getragen, die Erde ist seine Nährmutter. Dies ist der Vater aller Vollkommenheit oder Vollendung aller Welt. Grenzenlos ist Seine Kraft, wenn sie sich der Erde zuwendet.

Trenne die Erde vom Feuer, das Feine vom Groben, sanft und voll Sorgfalt. Von der Erde steigt es zum Himmel empor und steigt wieder herab auf die Erde, um die Kraft des Oberen und des Unteren in sich aufzunehmen. So wirst Du die Herrlichkeit der ganzen Welt erlangen, alle Dunkelheit soll von Dir weichen. Hier ist die Kraft der Kräfte, die alles Feine überwindet und in alles Grobe eindringt. So wurde die Welt erschaffen. Davon kommen die wunderbaren Angleichungen, deren Wesen hier mitgeteilt ist. Darum nennt man mich den dreimal großen Hermes, der ich die drei Teile der Weltphilosophie besitze. Es hat sich erfüllt, was ich über das Wirken der Sonne ausgesagt habe. Daran fehlet Nichts, es ist ganz vollkommen.“ In einer anderen Übersetzung wird der letzte Satz übersetzt: „Nun ist vollendet, was ich von der Bearbeitung des Goldes gesagt.“ Dies war der Grund, weshalb viele Alchimisten des Mittelalters sich mühten nach der falschverstandenen Rezeptur dieses Textes aus Blei Gold herzustellen (in Mißdeutung dessen, dass hier von geistiger Läuterung die Rede ist).

Die Schöpfungsgeschichte des Thot, die er in Hieroglyphen auf Tafeln schrieb, enthält Erklärungen über den göttlichen Schöpfungsplanes und die Wesenheit Gottes, die zu Recht als Fundament der geistesgeschichtlichen Bildung der globalen menschlichen Zivilisation gesehen werden dürfen (- was immer die einzelnen Menschen im Laufe der Menschheitsgeschichte daraus machten).

In seiner Priesterschaft auf Erden, als Mund Gottes für die damaligen Menschen wie für die nachfolgenden Zivilisationen, vermittelte er „getreulich in Wort und Zahl“ die Botschaft des Einen allumfassenden Gottes an die Menschen. Die Kundgaben, die Gott durch Trismegistos dem Menschen als dem geliebtem Gegenüber der göttlicher Liebe gab, teilten den Grund und die Beschaffenheit der Schöpfung mit, und ebenso die Buchstaben und Zahlen als Grundlagen aller Schrift, als Bedingung von Geist und Kultur. Dies geschah mit dem Ziel, das aus der Einheit mit Gott in die Zweiheit hinaus geschleuderte menschliche Wesen, unter Beachtung seines freien Willens, zurück zum EINSSEIN mit Gott zu führen: in einer auf Gegenseitigkeit beruhenden Liebe.

Eins mit Allem

„Wisse, oh Mensch, dass der gesamte Raum geordnet ist, denn nur durch Ordnung bist du Eins mit Allem. Ordnung und Gleichgewicht sind das Gesetz des Kosmos. Befolge dies, und du wirst Eins sein mit Allem.“ (Thot)

Religion war in Ägypten so ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens, dass die Ägypter nicht einmal einen Namen dafür hatten. Es gab keine Trennung zwischen religiösem und weltlichem Handeln. Alles, ob Pflügen, Säen, Ernten oder gesellschaftliches, handwerkliches, kriegerisches Tun: alles war Symbol und Ritual im Umgang mit den `Göttern des Einen Gottes´. Der ägyptische Glauben, der von Gott durch Thot als `Gottes Bote´ maßgebliche Impulse erhielt, bezeugte: Gott ist der Ursprung von Allem; der Schöpfer des Universums; der Schöpfer des Menschen. Dieser Glaube prägte das Bewusstsein der Ägypter in ihrer Stellung zum Universum und den geistigen Sphären ebenso wie ihre Vorstellungen von dem Leben nach dem Tod. Das altägyptische Glaubensbekenntnis könnte genau so gut in der christlichen Bibel stehen.

„Würde die altägyptische Religion in ihren urältesten Grundzügen – die durch den späteren Götterkult nur verwischt auf die Jetztzeit gekommen sind – gänzlich bekannt sein, so würde es heißen: Die christliche Religion ist der altägyptischen entnommen, so sehr gleichen sich diese (hauptsächlich wenn die Wesenheiten des Osiris, der Isis und des Horus genau in ihrem uranfänglichen Sinn erkannt würden.“ (`Großes Evangelium Johannes´, GEJ 11 75,13 Jakob Lorber)

In Memphis war eine der Verehrungsstätten Gottes, dessen Priester Thot war. An den Felsentempel von `Jabusimbil´ (d.h.: `Ich Bin, der Ich war und sein werde´) erinnert blass der halbverfallene Tempel von Abu Simbel, der fälschlich dem jahrtausende später regierenden Ramses zugeschrieben wird. Dort schmückten die Wände symbolhafte Bilder, die vorbildend waren auch für Buchstaben und Zahlen. Sie stellten die Entwicklung des Menschen aus der Unbewußtheit zum Wachwerden des göttlichen Bewusstseins dar. Diese Darstellungen des Hermes Trismegistos sind als das „Buch Thot“ heute noch ansatzweise durch den Tarot überliefert (siehe das Kapitel `Das Ur-Alphabet´).

Werke wie das `Buch Thot´ und die “Tabula smaragdina” bilden im Grunde bis heute die Quintessenz der Weisheit.  Auch für die Heilkunst legte Thot-Hermes den Grundstein. Unter seinen 42 Büchern, von denen Clemens Alexandrinus (150-211 n.Chr.) spricht (andere Überlieferungen sprechen von 365 Büchern), befindet sich eine ganzheitliche Krankheitslehre, die die Wirkkräfte von Sonne, Mond und Planeten auf den Organismus beschreibt.

Hermetische Medizin

Dieser Lehre zufolge entsprechen die Organe des Körpers dem astrologischen System. Sie ermöglicht durch Erkenntnis des die Krankheit verursachenden Prinzips die Anwendung einer wirksamen Therapie. Schon damals spielten die Phasen des Mondes und der Lauf der Planeten durch die einzelnen Zeichen des 12teiligen Kreises, sowie die Aspekte ihrer Beziehungen zueinander eine Rolle. Der menschliche Organismus war den Eingeweihten der Antike heilig, denn in ihm wirkten und spiegelten sich die höheren Kräfte des Universums, die heute gemeinhin nur noch als abstrakte Naturkräfte verstanden werden. Das Analogiegesetz wird seit Jahrtausenden auch in der Heilkunde und Medizin angewandt.

Asklepios / Äskulapstab

Hermes Trismegistos stand im Dialog mit Asklepios, dem Begründer der griechischen Medizin, dessen Symbol der Schlange, die sich um einen Stab herum windet (der `Äskulap-Stab´), noch heute das Symbol der Mediziner und Apotheker ist.

Caduceus

(Das Symbol des Hermes-Trismegistos hingegen war der Schlangenstab mit zwei geflügelten Schlangen, auch `Caduceus´ genannt, die trefflich die beiden sich windenden Stränge der DNS-Doppelhelix symbolisieren mögen. Das „heilige Buch des Hermes an Asklepios“ verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung des Hermes für den gemeinsamen Ursprung der Wissenschaften.

Hermetische Pflanzenlehre

Das „Buch des Hermes Trismegistos an Asklepios über die Pflanzen der sieben Sterne“ legt die Beziehung bestimmter Pflanzen mit den Planeten und Sternbildern dar. Nechepso soll aus diesen Büchern eine astrologische Pflanzenlehre und Pharmakologie geschöpft haben.  Im Zusammenhang mit der Wiederentdeckung der Ursprache, ist ein Hinweis des Hermes interessant, weil er einen Eindruck vermittelt von dem Verlust des ursprünglichen Sinnes eines Urwortes durch dessen Übersetzung in eine andere Sprache: In einem Brief an Pharao Ammon wehrt sich Hermes dagegen, dass seine Schrift ins Griechische (bzw. Phönizische) übersetzt werde, da diese Sprache nur ein Wortgeklingel sei, dem es an der ursprünglichen Kraft des Ägyptischen fehle.

Götterbote Hermes

Die Griechen, die die Kraft und Ursprünglichkeit der Lehren des `Thot ´ erkannten, nannten ihn den `Götterboten Hermes´. Der Name `Hermes´ bedeutet `nach dem Maß des Herzens´ und kommt von „`Her´= Herz, und `Mes´= Maß“  (M. Kahir, „Das verlorene Wort“). Später übernahmen auch die Römer das, wenn auch im Laufe zweier Jahrtausende und durch die Übersetzung in die bereits dritte Sprache inzwischen ziemlich entstellte Urwort des Thot-Hermes-Trismegistos. Sie nannten ihn `Merkur´ (merk= festhalten; ur= Licht), und identifizierten ihn mit dem innersten Planeten des Sonnensystems, weil dieser der Sonne am nächsten ist.

Götterbote Merkur

Die Römer verehrten Merkur als Gott der Wege, der Reisenden, der Händler und der Diebe und sahen in ihm einen geflügelten Boten zwischen Himmel und Erde, Göttern und Menschen, Lebenden und Toten. `Hermes-Merkur´ bezeichnet jenen Zustand der Erleuchtung, in der das geistige Herzenslicht das irdische Denken des Menschen kräftigt und erhellt.

Das altägyptische Weistum ist also eng verknüpft mit der Gestalt des Hermes Trismegistos als ihrem großen Inspirator. Die unter seinem Namen überlieferten Schriften zeigen den Übergang von der ägyptischen – zur griechischen – zur römischen – und zur neuzeitlichen Kultur, die in allen Bereichen von den Offenbarungen durchdrungen ist, die Gott durch ihn der Menschheit gab. Doch woher kam nun dieser dreimalgroße Thot-Hermes–Trismegistos–Merkur wirklich, von dem vermutet wird, er wäre von Atlantis, dem zum Untergang geweihten Kontinent, nach Ägypten gekommen? Die Antwort ist ebenso überraschend wie einleuchtend. Die Spuren führen direkt zu den Stammvätern und -müttern der direkten Nachkommenschaft Adams und Evas.

Henoch

Da sich in der geschichtlichen Literatur häufig Verwechslungen mit dem gleichnamigen ersten Sohn von Kain ergeben, sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem im folgenden beschriebenen `Henoch´ nicht um den Nachkommen Kains, sondern um den Sohn Jereds handelt. Siehe dazu das mosaische Geschlechtsregister:

Stammbaum Adams

„Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Seth; und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb. Seth war 105 Jahre alt und zeugte Enosch und lebte danach 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 912 Jahre, und starb. Enosch war 90 Jahre alt und zeugte Kenan und lebte danach 815 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 905 Jahre, und starb. Kenan war 70 Jahre alt und zeugte Mahalalel und lebte danach 840 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 910 Jahre, und starb. Mahalalel war 65 Jahre alt und zeugte Jered und lebte danach 830 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 895 Jahre, und starb. Jered war 162 Jahre alt und zeugte Henoch und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, dass sein ganzes Alter ward 962 Jahre, und starb. Henoch war 65 Jahre alt und zeugte Metuschelach (Methusalem). Und Henoch wandelte mit Gott.“ 1 Mose 5,3-22

Henoch: Der siebte Urvater

„Und nachdem er Metuschelach gezeugt hatte, lebte er 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, daß sein ganzes Alter ward 365 Jahre. Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen.“ 1 Mose 5,22-24

Der Chronologie der Bibel ist also zu entnehmen, dass Henoch 622 Jahre nach der Erschaffung Adams in 7. Generation geboren wurde. Er zeugte Methusalem (der der Älteste der Urväter gewesen sein soll) und wurde im Alter von 365 Jahren im Jahre 987 nach Adams Erschaffung, 57 Jahre nach dessen Tod entrückt. Das war heute (2003 n.Chr.) gemäß biblischer Offenbarung vor 5164 Jahren. Die Bibel lässt Henoch also nicht sterben, sondern ihn von Gott vor den Augen der Urväter und Urmütter aus dem einen in ein anderes Leben heben. Wohin wurde er entrückt?

Identität des Henoch mit Thot

Es fällt wie Schuppen von den Augen: Gott entrückte Henoch aus der Mitte der Sippe Adams, wo er der von Gott selbst gelehrte und eingesetzte Priester war (lange vor der Selbstzerstörung der 1. Zivilisation und der Sintflut, die nach der biblischen Chronologie im Jahre 1656 nach Adams Erschaffung stattfand) – nach Ägypten. Der Thot der Ägypter scheint wirklich Henoch zu sein! Vieles, was Hermes-Thot der Menschheit gebracht hat, sagt man auch von Henoch. Er lehrte die ersten (geistigen) Menschen die Wege Gottes und gilt ebenfalls als Erfinder der Astronomie, Mathematik und Heilkunde.

Sepher Jezirah / Kabbala / Das Buch Thot (Tarot)

Auch die hebräische Überlieferung schreibt Henoch die Erfindung der Schrift zu. Auf ihn sollen die Überlieferungen des `Sepher Jezirah´ zurückgehen, dem Elementarbuch der Kabbala. Der Patriarch Abraham soll der Erbe der Einweihung und der Geheimnisse des Henoch gewesen sein. Das berühmte, ganz in Hieroglyphen und Zahlen geschriebene Buch Thot (= Tarot), ist die Wurzel der meisten Schriftsprachen der Welt (siehe das Kapitel `Das Ur-Alphabet´). Die Ägypter rechneten es dem Thot zu, die Griechen dem Hermes und die Hebräer schreiben es als eine mit Mysterien angefüllte heilige Schrift, die älter als die Bücher Moses ist, Henoch zu. Wilhelm Postel bezeichnet sie deshalb als `Genesis des Henoch´.

„Die hellenistischen Überlieferungen haben Henoch gleichgesetzt mit dem Götterboten, der in Ägypten Thot, in Griechenland Hermes und bei den Römern Merkur genannt wurde. Er hatte als der Bote der Götter die Götterweisheit auf die Erde zu tragen und so eine göttlich inspirierte Kultur des Urbeginns zu stiften …“ (Emil Bock,“Beiträge zur Geistesgeschichte der Menschheit, Band 1: Urgeschichte)

Henoch-Bücher

Es gibt drei apokryphe Henochbücher:

1. Das äthiopische Henochbuch (1 Hen) ist Bestandteil der Äthiopischen Bibel und enthält 5 Hauptteile: Das Buch der Wächter; die Bilderreden; das Astronomische Buch; die Traumvisionen; und die Mahnreden.

2. Das slavische Henochbuch (2 Hen) handelt von dem Leben Henochs bis zur Flut, seiner Aufnahme in den Himmel und seinen Weg durch die sieben Himmel. Danach kehrt er zu seiner Familie zurück und berichtet ihnen als Künder des Himmels von diesen Geheimnissen. Das Ende des Buches handelt von seinen Nachfolgern Methusalem (seinem Sohn) und Nir und schließt mit dem Erscheinen Melchisedeks und dessen Himmelfahrt.

3. Das hebräische Henochbuch (3 Hen) Der hebräische Henoch berichtet von einer Vision des Rabbi Ismael, der in den siebten Himmel aufsteigt und den Thron Gottes schaut. Er begegnet dort Henoch, der ihm erzählt, dass er in den Engel Metatron verwandelt worden ist. Desweiteren handelt das Buch vom Gericht, den Engeln, die Mystik der Merkabah (d.h. des Thrones Gottes), himmlischen Geheimnisse, die Schau der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Geschichte, Astronomie und göttlichen Namen.

Mit der Identifizierung des Thot – Hermes Trismegistos als dem entrückten `Henoch´, könnte eine Kluft überbrückt werden, die insbesondere mit der Erkenntnis des gemeinsamen Ursprungs vieler, sich von anderen Weltanschauungen als getrennt erlebender Glaubensrichtungen, zu einer Harmonisierung führen könnte (wenn nicht menschliche Ignoranz und institutionelles Besitzstandsdenken diese optimistische Vorstellung von vornherein als illusorisch erweist).

Der Hohepriester der Menschheit

Wer also ist Henoch-Thot-Hermes-Merkur-Metathron? Er ist der Hohepriester der Menschheit vor dem Thron Gottes. Dies sollte uns jedoch nicht vergessen lassen, dass wir – jeder Einzelne von uns – vor dem Thron Gottes in seinem eigenen Herzen steht. Denn sowenig uns die jahrtausendalte religiöse Verehrung der christlichen Kirchen oder buddhistischen Tempel nutzt, die die Vergöttlichung Jesu oder Buddhas Erleuchtung feiern, weil diese Vergöttlichung und Erleuchtung in uns selber stattfinden muss, sowenig sollten wir uns auf den Hohepriester der Menschheit verlassen, sondern jeder die Liebe Gottes in sich selbst finden.