Die Menschheit im 21. Jahrhundert

Earth_Globe

Die Evolution des Bewusstseins

Nach abermilliarden Kreisen des Planeten Erde um die Sonne, brachte das Leben in schrittweiser Vorbereitung nach göttlichem Plan endlich den Menschen hervor. Die Evolution des Bewusstseins hatte bis dahin geduldig zuerst die materielle Basis für die die vitalen Reiche der Pflanzen und Tiere geschaffen, um dann das Mental im Menschen zu wecken. Dabei hat der göttliche Plan nichts dem Zufall überlassen. So verwundert es nicht, dass der Körper des Menschen das entsprechungsreiche Abbild der Erdevolution ist:

„Deshalb haben wir auch ca. 70 % Wasser in unserem Körper, genauso wie wir ca. 70 % Wasser auf der Oberfläche unseres Planeten Erde vorfinden. Genauso finden wir auch 1 % Salz in unserem Körper vor, genauso wie auf dem Planeten Erde. Auch Gold oder irgendein anderes Spurenelement finden wir interessanterweise zu gleichen Teilen auf der Erde vor, wie in unserem Körper auch. Das ist Mikrokosmos – Makrokosmos.“ (der Biophysiker Peter Ferreira)

Doch eins ist sicher: Die Evolution des Bewusstseins hat sich nicht wegen des Mentals, wie es sich bis zum heutigen Tag in der Menschheit verwirklicht hat, die milliarden Jahre lange Mühe gemacht. Das Ziel dieser Bewusstseins-Evolution ist zweifellos ein wesentlich höheres als nur die Entwicklung des Verstandes, wie er sich heutzutage in der menschlichen Gesellschaft manifestiert hat. Die „Krone der Schöpfung“ ist noch lange nicht erreicht, denn diese Verstandesebene stellt nur die unterste Sprosse der geistigen Bewusstseinsleiter dar, die ihrer – dem Menschen noch weitestgehend unbekannten mentalen Verwirklichung – erst noch entgegensieht.

Oberhalb des Verstandes, der nur ein bloßes Werkzeug des Zählens, Wiegens und Messens ist, folgen auf den Sprossen der Vernunft und Intelligenz die mehr und mehr erleuchteten Geisteszustände, die Sri Aurobindo in aufsteigender Reihenfolge das höhere Mental, das illuminierte Mental, das intuitive Mental und das Übermental nannte. „Das Bewusst-Werden ist der eigentliche Sinn der Evolution.“ (Satprem, „Das Abenteuer des Bewusstseins“)

Der Mensch ist nach dem göttlichen Plan der Evolution des Bewusstseins dazu berufen, das Bindeglied zwischen Himmel und Erde zu sein. Doch anstatt seine Seele zu vergeistigen, vergrub er sie bis heute nur immer tiefer in die Stofflichkeit der Materie hinein. Das heutzutage noch immer nur den wenigsten Menschen bekannte Seelenwesen ist analog zur evolutionären Entwicklung der Erde mit Bewusstseinszentren ausgestattet, die von unten (dem Wurzelchakra) nach oben (dem Scheitelchakra) die materiellen, vitalen und mentalen Bewusstseinsphasen der Erdentwicklung repräsentieren. Vor tausenden von Jahren wussten die alten Inder über das Seelenwesen des Menschen weit mehr, als der „normale“ Mensch der Moderne es sich gemeinhin vorstellen kann. Bei diesen Bewusstseinszentren der Seele handelt es sich jedoch nicht um irgendwelche Theorien, denn sie sind etwas, das jeder in sich selbst als sein eigentliches Wesen lebendig erfahren kann.

„Auf der Höhe des Herzens, jedoch hinter dem vitalen Herzzentrum, welches das Psychische imitiert und überlagert, gewahren wir eine Konzentrationssphäre, intensiver als die anderen und gewissermaßen ihr Sammelpunkt: das psychische Zentrum.“ (Satprem, „Das Abenteuer des Bewusstseins“)

Der Weltmensch

      Das menschliche Individuum ist eine Zelle im Körper des einen Menschen, der diesen Planeten bewohnt. Solange die Organe dieses großen Menschen im Streit liegen und die einzelnen Zellen sich in Konkurrenz zueinander befinden – anstatt konstruktiv zusammen zu wirken – ist die Menschheit noch weit entfernt von Harmonie und Frieden. Erst wenn dieser selbstvergessene Gigant, der die Erde heute wie ein tumber Riese drückt, sich auf sein wahres Wesen besinnt, wird der Mensch zu Bewusstsein kommen. Die Vorstellungen, die er von sich selber und der Welt hatte, werden sich als Illusionen erweisen, wenn er wie ein Betrunkener aus seinem Rausch erwachen wird und endlich den göttlichen Grund seines Daseins erkennt.

Das All
Der Atem Gottes

      Die moderne Astrophysik vermutet, dass das Weltall, nachdem es die äußerste Expansion erreicht habe, implodieren würde. Dann würden alle Sonnen und Galaxien zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren, den die Astrotheoretiker in einem, kleiner als stecknadelgroßen Punkt vermuten, aus dem dereinst beim Urknall der Kosmos entstanden sei. Wenn das Universum immer schneller expandiert, wie die Messungen der Forscher ergeben, dann hat es – gerade eben in diesem Augenblick – die weiteste Ausdehnung seit Anbeginn. Analog dazu ist heute, so weit wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, das Bewusstsein des Menschen veräußerlicht. Auf seinem Entwicklungsweg ist der Mensch jetzt, im 21. Jahrhundert, so weit wie nie von seinem inneren Ursprung entfernt, dem Mittelpunkt seines inneren Universums. Es ist Zeit zurückzukehren.Wenn sich beim Ausatmen die Lungen entleeren und der Lufthauch der Ausatmung die äußerste Ausdehnung erreicht, beginnt, nach einem Moment des Innehaltens, der Prozess der Einatmung. So sahen die altindischen Brahmanen das Universum als Atmungsprozess Gottes. Mit der Erreichung der äußersten Ausdehnung des Alls wird also, in Übereinstimmung der Anschauung der alten Brahmanen und der modernen Wissenschaft, die „Implosion der Einatmung“ beginnen. Demnach pulsiert das Universum im Rhythmus des göttlichen Herzschlags. Der kosmische Atem Gottes, der dereinst die Urschwingung auslöste, die alles Seiende in seine Schwingungswirklichkeit rief, vollzieht sich in jeder einzelnen Zelle des Lebens synchron. Jedes Atom ist ein Mikro-Sonnen-System und jede Zelle ist biophotonisches Licht – Energie des göttlichen Urfeuers, das die alten Inder „Agni“ nannten.

„Wir sprechen von der herabkommenden Kraft, der aufsteigenden Kraft, der inneren Kraft, wir reden von der mentalen Kraft, der vitalen oder der materiellen Kraft, doch es gibt keine zig verschiedenen Kräfte – es gibt allein eine Kraft auf der Welt, einen einzigen Strom, der uns und alle Dinge durchdringt…“ (Satprem, „Das Abenteuer des Bewusstseins“)

„Ein bewusstes Wesen steht im Zentrum des Selbstes, das die Vergangenheit und die Zukunft regiert, es ist gleich einem Feuer ohne Rauch…“ (Katha Upanishad IV.12)

     Seit der göttliche Geist dem Menschen den Odem des Lebens einhauchte und ihm Sprache und harmonikales Verständnis schenkte, hat sich der Menschheitsstammbaum weit verzweigt. Wohin steuert der Mensch den Planeten Erde im globalisierten 21. Jahrhundert? Derzeit gibt es keine Übereinkunft über die Richtung des Weges. Man könnte meinen, das Steuerrad des Raumschiffs Terra sei unbesetzt und das Weltschiff treibe ziellos durchs All.

Globalisierung

Der einst groß scheinende Planet Erde ist klein geworden. Längst ist der Globus per Radio-, Television- und Internet globalisiert. Insbesondere die „Global Player“, Banken und Erdöl- und Pharmakonzerne, erschlossen sich im Lauf der letzten 200 Jahre die Welt als globalen Markt. Nicht mehr nationale Regierungen bestimmen die gesellschaftlichen Regeln der heutigen Zeit, sondern die Profitinteressen multinationaler Konzerne. Sie sind es, die derzeit die Regeln diktieren, nach denen das „Spiel der Welt“ gespielt wird. Insbesondere die Erdöl- und Pharmakonzerne weckten künstliche Bedürfnisse und zwangen den Staaten Produktions-, Verkehrs- und Gesundheitssysteme auf, die wesentlich den bedenklichen ökologischen Zustand der Erde bedingen.

 Welt-Wirtschafts-System

 In weniger als zweihundert Jahren (nur ein Augenblick der Erdgeschichte) wurden Abhängigkeiten und eine Bewusstseinshaltung erzeugt, die der Menschheit nie zuvor bekannt waren. Gleichzeitig bewirkt diese Strategie der weltlenkenden Konzerne eine massive Unterdrückung ganzheitlicher Ansätze, wie beispielsweise das Wissen um alternative Energien, die Naturheilkunde oder die Erkenntnis der inneren Reiche des Seins. So wurde die geistmenschliche Urkultur in nur einem Augenaufschlag der Geschichte ihrer jahrtausendalten Wurzeln beraubt. Das Problem einer Gesellschaft, in der das Kapital herrscht, hatte schon Platon vor 2400 Jahren erkannt: „Anstatt nach Weisheit, Gerechtigkeit und höheren Werten strebt man nur nach materiellem Gewinn.“ Was damals im kleinen Maßstab für die griechischen Stadtstaaten galt, gilt heute in potenzierter Weise für die Menschheit der globalisierten Welt.Die individuelle Gewöhnung an ein, in der Geschichte der Menschheit nie da gewesenes, materielles Anspruchsdenken erschwert die notwendige Kurskorrektur des herrschenden materialistischen Gesellschaftssystems. Diese Materialisierung des Bewusstseins geht mit einer zunehmenden Entfremdung des Menschen von seinem inneren Wesen einher. Anstatt mit Gemeinsinn – zum Vorteil aller – das Wohl der Menschheit und des Lebens auf der Erde zu suchen, streben fast alle nur noch nach kurzfristigem materiellen Gewinn, der schließlich doch zwischen den Fingern zerrinnt. Zu welchem Preis? Ein Drittel aller Lebewesen sind akut vom Aussterben bedroht. Die horrenden Szenarien entfesselter Naturgewalten sollten wachrütteln und die menschliche Gesellschaft zur Korrektur des eingeschlagenen Weges bewegen. Aber die persönlichen und nationalen Egoismen verhinderten bis jetzt noch immer ein entschlossenes Handeln aus besserer Einsicht.

 Herrschaft des Kapitals

 In Folge des monetären Zinssystems sind die Staaten der Welt in fatale Abhängigkeiten geraten: Die Völker sind der Herrschaft des Kapitals mit einem Großteil ihres Bruttosozialprodukts tributpflichtig geworden. Da diese Zinsleistung aber keine reale Wertschöpfung darstellt, muss sich das Konsumrad der Volkswirtschaften immer schneller drehen. Weil dieses System stetig expandierenden Konsum bedingt, paktieren die Regierungen der Industrie-Nationen mit den Lobbys der Weltwirtschaft. Diese fordern die Verbrauchermentalität aus kurzsichtigen Profitinteressen zu immer unverhältnismäßigeren Ansprüchen heraus. Es muss immer mehr konsumiert und mehr Energie verbraucht werden, um den Zinstribut zahlen zu können. Ohne das bereits fest eingeplante Wirtschaftswachstum werden die Staatshaushalte unter der Zinslast ihrer Verschuldung bald zusammenbrechen. Mit aber auch. Denn ein jährliches Wirtschafts-Wachstum von nur 2 % bedingt eine Verdopplung der gesamten Volkswirtschaft bereits nach 19 Jahren: doppelt so viele Maschinen, doppelt so viele Produkte und doppelt so viel Verkehr auf den Straßen und doppelt soviel Ressourcen- und Energieverbrauch. (Indien und China haben derzeit zweistellige Wachstumsraten). Nicht allein, dass dieses System der entscheidende Faktor für die Klimaänderungen ist, bewirkt es zunehmend ein rasantes immer Schnellerwerden der Zeit. Dieser Teufelskreis hat nicht nur ein immer materieller werdendes Bewusstsein der Menschheit zur Folge, sondern bringt zwangsläufig auch eine immer schneller fortschreitende Zerstörung des Ökosystems mit sich.

Die Folgen der Welt-Wirtschaft

  Solange Wirtschaftlichkeit und Rentabilität nach kurzfristigen Profiten definiert, und die Erfolge der Manager nach Kriterien einer fiktiven Wertsteigerung von Aktienpapier bemessen werden, (das sich an einem kommenden „Schwarzen Freitag“ in Nichts auflösen wird), betrügt man sich selbst und raubt den kommenden Generationen die Zukunft. Aus dem Wahn eines unbegrenzten Fortschritts der industriellen Revolution erwuchs die Mentalität „Nach uns die Sintflut“. Der kühne Versuch einer technischen „Domestizierung der Natur“ geht mit unerwarteten Folgen einher: die Pole schmelzen, Flüsse versiegen… Schon jetzt hat die geschichtlich größte Völkerwanderung von Umweltflüchtlingen begonnen, die in einer zunehmend lebensfeindlichen Heimat weder Wasser noch Nahrung finden. Dass es hier zuerst die Ärmsten der Welt trifft, die am wenigsten zu dieser Entwicklung beigetragen haben, ist ein schreiendes Unrecht, das jedoch umso heftiger auf die Hauptverursacher zurückfallen wird, je länger sie ihre Verantwortung verdrängen. Die ohnehin nicht zu beziffernden Kosten dieser Hypothek auf die Zukunft werden mit jedem Tag des Hinauszögerns einer systemverändernden Kurskorrektur ins Unermessliche steigen.

Doch wie auf Schienen rollt die vor Jahrhunderten auf den Weg gebrachte „Weltverschwörung des Kapitals“ und bewirkt mit der Diktatur des Geldes die Konditionierung des Menschen und seine Entgeistigung. Längst wurde der Materialismus zur Ersatzreligion und die vermeintlichen Garanten des Fortschritts zu deren Hemmern. Es ist also das materialistische System der globalisierten Weltwirtschaft, das die Zivilisations- und Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts auf fatale Weise bedingt. Es impliziert die Logik des programmierten Untergangs, der nicht mehr durch Reform der Reformen aufgehalten werden kann, sondern nur noch durch eine grundlegende Änderung des Systems. Doch obwohl vielen Politikern die Dringlichkeit des Handelns bewusst ist, vermeiden sie unpopuläre Maßnahmen in der kurzen Frist bis zur nächsten Wahl, weil sie den Verlust der Macht fürchten. So streut man sich selber und den Wählern weiterhin Sand in die Augen und tanzt auf dem Vulkan. In logischer Konsequenz wird das herrschende System der globalisierten monetären Zinswirtschaft in exponentieller Dynamik wenige Reiche immer reicher und immer mehr Arme immer ärmer machen. Nicht von ungefähr war die Zinsnahme in allen Weltreligionen verboten. Die eskalierenden Auswirkungen dieser „zivilisatorischen“ Zuwiderhandlung sind, dass der Mensch zum Konsumsklaven seines Wirtschaftssystems, die Natur geschändet und der Planet Erde in Haft genommen wurde. Das Pferd wird schließlich zwangsläufig zu Tode geritten und die Lebensgrundlagen auf der Erde zerstört werden. Man muss in diesen Tagen kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass ein bloß materialistischer Anspruch an das zukünftige Gesellschafts-system, die Natur nicht nur noch mehr zerstören, sondern auch zu einer weiteren geistigen Verarmung der Menschheit führen würde. Immer mehr geriete sie in eine Entfremdung, aus der sie weder ihre Wissenschaften noch staatliche Konjunkturprogramme werden retten können, sondern allein die barmherzige Liebe des verleugneten Gottes.

 Demokratie     Das politische System der Demokratie, über das schon die alten Griechen philosophierten, wird als die beste – und zugleich die schlechteste Staatsform angesehen. Immer wieder wurden in der Menschheitsgeschichte – oft mit verheerenden Folgen – Alternativen ausprobiert. Demokratie ist die beste Staatsform, weil sie jeden Bürger des Staatswesens als freies, gleiches und stimmberechtigtes Mitglied der Gesellschaft definiert und diesen Status (zumindest theoretisch) politisch und sozial gesetzlich garantiert; die schlechteste Staatsform deshalb, weil die Gewalt der Mehrheitsentscheidung nur selten das wählt, was wirklich gut ist, sondern meist jenes nur, was der Mehrheit kurzfristig einen scheinbaren Vorteil bringt. Es ist der fatale Zug zur Mittelmäßigkeit, der das Verhalten der Massen kennzeichnet (siehe Gustave Le Bon, 1841 – 1931).

  Politik

 Weltmacht-Streben

 Die Verführung der Politiker zu einem Verhalten, dass sich nicht mehr nach Ethik, Moral und Menschlichkeit richtet, sondern nach den aktuellen Umfragestatistiken, ist groß. Es gehört leider zur Normalität der herrschenden politischen Systeme, dass sich das Denken und Reden der Politiker von ihrem Tun unterscheidet. „Wenn die Worte nicht stimmen, stimmen die Begriffe nicht. Wenn die Begriffe nicht stimmen, wird die Vernunft verwirrt. Wenn die Vernunft verwirrt ist, gerät das Volk in Unruhe. Wenn das Volk unruhig wird, gerät die Gesellschaft in Unordnung. Wenn die Gesellschaft in Unordnung gerät, ist der Staat in Gefahr.“ (Konfuzius)Das globalisierte 21. Jahrhundert strebt einer neuen Weltordnung zu. Von den Kräften, die erklärtermaßen auf die Weltherrschaft zielen (Kapitalismus, Kommunismus, Islam…), wäre eine Weltdemokratie vielleicht nicht die schlechteste der Optionen. Allerdings nur wenn sie eine ethische Zielsetzung hätte, die nicht nur kurzfristigen Profit, sondern neben dem Gemeinsinn auch das seelische und geistige Heil der Weltbürger suchte. Wenn nicht endlich die Umwertung der Werte – hin zu erstrebenswerten Zielen wie Wahrheit, Liebe und Freude – in den Mittelpunkt der politischen Entscheidung rücken, steht zu befürchten, dass die Hypothek auf die Zukunft unbezahlbar wird.

 Welt-Harmonik

      Was haben diese Fragen nach der politischen Zukunft der Menschheit im 21. Jahrhundert mit der „Universellen Harmonik“ zu tun? Das „ganzheitliche Weltbild“ der Harmonik könnte tatsächlich zu einem friedlicheren Miteinander der Menschen auf diesem Planeten und einem verantwortungsvolleren Umgang mit den Ressourcen der Erde beitragen. Das Weltbild der Harmonik sieht eine ganzheitliche Ordnung, die von den Mikro- bis zu den Makrostrukturen alle Bereiche des Seins umfasst. Der Grund für die besonders seit Anfang des 20. Jahrhunderts ins Ungleichgewicht geratenen Biosphäre ist in der fortgesetzten Missachtung dieser harmonikalen Ordnung zu suchen.

 Der Sinn des Lebens

Die Harmonik ist keine neue Lehre, sondern im Gegenteil uraltes Geisteswissen der Menschheit, das erst im Zuge der Aufklärung und Industrialisierung fast vollends aus der kollektiven Wahrnehmung verschwand. Die Rückerinnerung an die vergessene harmonikale Wirklichkeit des Menschen und alles Seienden wird Bewusstseinsprozesse fördern, die für das Dritte Jahrtausend überlebensnotwendig sind. Insbesondere kann die „Universelle Harmonik“ den modernen Wissenschaften neue Impulse geben, denn sie versteht sich nicht als Alternative zu diesen, sondern vielmehr als deren interdisziplinäre Ergänzung.Die Harmonik lehrt als ganzheitliche Weltanschauung die interdisziplinäre Einheit aller menschlichen Wissenschaft und schließt dabei auch die Religionen, Geisteswissenschaften und mythischen Überlieferungen der Kulturen nicht aus.

Der Riss zwischen den scheinbar unvereinbaren Natur- und Geisteswissenschaften lässt sich in der Frage zusammenfassen, ob es einen göttlichen Ursprung allen Seins gibt, oder nicht. Tatsächlich aber ergänzt sich die naturwissenschaftliche Erkenntnis des „Wie?“ vollkommen mit der geistes-wissenschaftlichen Beantwortung des „Warum?“. Weil die nuancierte Feinabstimmung jedes einzelnen Teilchens im mikro- und makrokosmischen Ganzen ein „zufälliges Entstandensein“ der kosmischen Ordnung und des Lebens ausschließt, ist also das gezielte Wirken eines allwaltenden Geistes nach ewigem Plan als Voraussetzung allen Seins anzunehmen. Dieser göttliche Geist schenkte dem Menschen dereinst mit der Geistbegabung seiner Sprache auch das intuitive Wissen um die harmonikale Beschaffenheit des Universums und das Bewusstsein der höheren Wirklichkeit des Lebens, bevor dieses ganzheitliche Urwissen in den Jahrtausenden mehr und mehr verloren ging. Die Zukunft der Menschheit wird unmittelbar von ihrer Fähigkeit zur geistigen (Re-)Kultivierung abhängen.

Das Wenige, was man heute noch über die Universelle Harmonik weiß, ist die Resterinnerung des ganzheitlichen Weltbildes eines lange vergangenen „Goldenen Zeitalters“ des menschlichen Bewusstseins. Die Rückerinnerung an die Gesetzmäßigkeiten der „Harmonik der Welt“ und der „Harmonik des Menschen“ wird wesentlich zu einer persönlichen und gesellschaftlichen Neuorientierung beitragen.

Die Erforschung der universellen Gesetze der Harmonik eröffnet neue Perspektiven und weckt die Erinnerung an den fast in Vergessenheit geratenen „Sinn des Lebens“. Grund genug also, den Spuren der vergessenen „Ganzheitlichen Wissenschaft“ der Harmonik zu folgen. Sie führen zu den Anfängen der Menschheitsgeschichte, als noch nicht äußerliche Information, sondern vielmehr innere Anschauung die Quelle umso tiefschürfender Erkenntnis war.

  Ursprung der Harmonik

 Entgegen der irrtümlichen Meinung mancher Historiker, dass die ersten geistbegabten Menschen „tumbe Höhlenmenschen“ gewesen seien, waren diese in Wirklichkeit der heutigen Zivilisation – zwar nicht in materialistischer Hinsicht – aber umso mehr in ihrer ganzheitlichen Erkenntnis des Seienden weit überlegen. Die Menschen der ersten Hochkulturen kannten den Ursprung und die Zusammenhänge des Seins. Aus innerem Erleben wussten sie um die Einheit von Körper, Seele und Geist. Ihre Sprache bezeichnete das innere Wesen des Benannten. Alle Erscheinungen auf der Erde und im All waren ihnen Spiegelbilder ihrer reichen Innenwelt.

Die archaischen Urbilder waren nicht etwa regional verschieden, sondern allen frühen Kulturen der Menschheit selbstverständlich. Der zwölfgeteilte Sternenkreis zum Beispiel, der bis auf den heutigen Tag unserer Zeitrechnung vorbildlich ist, war den alten Indern, Ägyptern und Chinesen ebenso bekannt, wie den alten Babyloniern, Kelten, Germanen und den Ureinwohnern Amerikas. Ihre Kosmologie war auch ohne Satelliten und Teleskope weitreichend und umfassend, bezog sie doch die Sphären der geistigen Realität alles Seienden aus innerer Anschauung in die Betrachtung mit ein und fanden auf dem Weg der Erleuchtung des Bewusstseins den wahren Grund der Erscheinlichkeiten vom Kleinsten bis zum Größten in sich selbst. Ihre Kartographie der Sternbilder am Sternenhimmel maß zwar nicht die quantitative Größe, deren Gewicht und die physikalische Beschaffenheit der Weltkörper, wie man sie heute zu kennen meint, aber sie stellte eine Beziehung zwischen dem äußeren Kosmos und dem inneren Universum her, von dessen Existenz die meisten Menschen heute kaum noch Kenntnis haben.

Dieses Urwissen der Menschheit von der Harmonik der Welt und die Kenntnis der Schrift der Sterne am Firmament wurde von dem – genetisch tatsächlich bezeugten – ersten geistbegabtem Menschenpaar, von dem alle Geschlechter der heutigen Menschheit abstammen, den nachfolgenden Generationen auch in den Sprachen der Mathematik, Geometrie, Musik und Kosmologie vermittelt. Alle wirkliche menschliche Entwicklung geht auf den Ursprung des Einsseins mit Allem und göttlicher Inspiration auf dem Wege der Intuition und Erleuchtung zurück. Doch nach dem Fall aus der Einheit mit Gott in die bipolare Realität der Welt, ging dem Menschen die direkte Anschauung des Seienden verloren. Fortan wurde den nachfolgenden Generationen das holistische Geistwissen von der All-Einigkeit nur noch in äußerlichen Worten, Zeichen und Bildern übermittelt. Aber noch heute ist in den Sprachen und Zahlensystemen der Kulturen dieses Wissen relikthaft erhalten.

Der Kosmos der Zahlen

      Durch die Ordnungen der Zahlen erschuf Gott die Welt.„Alles ist Zahl.“ (Pythagoras). Die Zahlen haben nicht nur eine quantitative Bedeutung, sondern insbesondere auch eine weltenbildende Qualität. Die Zahlen sind für die geistige Entwicklung des Menschen ebenso bedeutsam, wie seine Sprachbegabung, die ihn – als zugleich Denkbegabung – von den anderen Lebewesen unterscheidet. Es gab eine Zeit, in der die Menschen die Harmonik der Zahlen, mit denen Gott die Universen und das Leben nach Plan ins Sein rief – in unmittelbarer Anschauung in sich selber fanden und intuitiv verstanden.Doch das Verständnis vom qualitativen Wert der Zahlen, die das Universum ordnen, geriet weitgehend in Vergessenheit. Obwohl schon Kinder heute mit Millionen und Milliarden rechnen, weiß man im Grunde nichts mehr von der inneren Bedeutung – auch nur der neun Grundzahlen. Dabei erschließt sich erst im qualitativen Verstehen dieser Grundzahlen die Erschaffung der Welt. Die Erinnerung an diese verborgenen inneren Zahlenwerte lässt – durch das Scheinbare hindurch – das wahrhaft Seiende erkennen.

 Harmonikale Mathematik

Die Prinzipien der Zahlen

In der Universellen Harmonik sind Zahl, Klang und Form nur verschiedene Ausdrucksformen Desselben. Sie bringt die in Vergessenheit geratene Qualität der Zahlen in Erinnerung. Denn die Zahlen der Mathematik entstammen denselben Gesetzmäßigkeiten in Raum und Zeit, die sich auch als Schwingungswirklichkeit in der Musik und als konstruktives Maß aller Geometrie darstellen. In der Harmonik hat also jede Zahl eine mathematische, geometrische, musikalische und geistige Dimension.

Harmonikal klingt ein rechteckiger Tisch mit seinen vier Beinen wie eine Quarte; ein dreiblättriges Kleeblatt wie eine Terz – und das fünfsternige Kerngehäuse eines Apfels wie eine Quinte. Die Systeme der Siebenheit oder der „12“ finden sich ebenso in den Rhythmen der Zeit, wie in den Strukturen des biologischen und seelischen Wesens des Menschen. In der harmonikalen Mathematik sind insbesondere die Grundzahlen zugleich Prinzipien und geistige Naturgesetze.

 Das System der Zwei

In der 0 ruht das göttliche Alles im unfasslichen Nichts. Es ist der Gott im „Unzugänglichen Licht“ der jüdischen Thora, das „Nichts“ der Veden und Buddhisten, das zugleich der Grund von Allem ist. Der Geist Gottes ruht in Sich Selbst. Es gibt weder Raum noch Zeit. Alles ist Licht. Alles ist Liebe.Während ansonsten jede Zahl im „kosmischen Koordinatenkreuz“ in sich die Möglichkeit der positiven oder negativen Deutung enthält, entzieht sich die Null, als Zentrum des kosmischen Koordinatenkreuzes jeder bipolaren Wertung von Plus und Minus oder Zeit und Raum.Warum die göttliche Liebe aus dem Alles und Nichts des Urgrunds der Null mit der „1“ den Anfang der Schöpfung aus Sich herausstellte, mag im Wesen der Liebe begründet sein, denn die Liebe will lieben und möchte widergeliebt sein.In der Eins stellt der in Sich ruhende Gott Sich aus Sich Selbst heraus. Diese Eins stellt den Schöpfergott dar, der die Entstehung aller anderen Zahlen bedingt, die es ohne Ihn nicht gäbe. Er ist das EINE Leben, das in Allem lebt.

„Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“

 Mit diesem Nachaußentreten, der zuvor in sich ruhenden Gottheit, entsteht das Kosmische Koordinatenkreuz mit den Dimensionen der Länge, Weite und Höhe in ihrer räumlichen und zeitlichen Ausdehnung, sowie den Dimensionen des Innen und Außen. Mit der Eins eröffnen sich die noch leeren mikro- und makrokosmischen Räume der Universen für die weiteren Schöpfungen der Gottheit, die Sie mit Ihrer göttlichen Lebens- und Schöpferkraft nach Ihrem „Ebenbild“ erschafft.

Denn aus der Eins sind alle Systeme entstanden – auch die Zwei (= die Bipolarität der Welt, die der Verstand des geistig degenerierten Bewusstseins einzig nur als `Wirklichkeit´zu erkennen vermag) ging aus ihr hervor. Sie ist gleichsam der Grundton der in allen Systemen schwingt. Nicht zufällig ist die Eins die einzige Zahl, durch die alle anderen Zahlen (auch Primzahlen) teilbar sind. Gerade in ihrer Bedeutung als „Zeichen der ganzheitlichen Einheit“ zeugt die Zahl „1“ von der Existenz einer höheren Ordnung.

Die Zahl EINS, das Symbol für den Anfang und die Einheit der Weltenschöpfung, ist das mathematische Sinnbild für jene erstrebenswerte höhere Vereinigung von Kosmos und Überkosmos – von Mensch und Gott, die von den Sehern „Unio Mystica“ genannt wurde.

In der Erschaffung des Menschen stellt der Schöpfergott (1), der aus Seinem inneren Urgrund (0) nach Außen trat, mit der Erschaffung geistiger Wesen nach Seinem ewigen Maß, die Zahl Zwei aus sich heraus – und nennt sie „Sohn“. Nicht zufällig bedeutet die Zahl Zwei (wie heute noch in hebräischer und arabischer Sprache, die mit jedem Buchstabensinn auch einen Zahlenwert verbindet): „Sohn“.

Nach Seinem ewigen Maß stattete Gott Seinen ersten Sohn, (der in Mexiko „Diabolo“ = „Entzweier“; und in der christlichen Mystik „Luzifer = „Lichtträger“ genannt wird) mit Seinen (7) Eigenschaften – auch mit der Freiheit des Willens aus, (womit bereits die 9 Grundzahlen angedeutet sind).

Weil dem urgeschaffenen Geist (2) alle Freiheit gegeben war, wundert es nicht, dass er sich aufgrund seines Eigenwillens aus dem Einssein mit Gott (1) entfernte und somit scheinbar zum Gegenpol der göttlichen Einheit wurde. (Tatsächlich existiert nichts außerhalb Gottes und erfüllt auch Luzifer oder der Diabolo nichts anderes als den göttlichen Plan, wie in der indischen Glaubenslehre ersichtlich wird: dort ist Shiva der Zerstörer, der alles, was überholt ist und nicht auf dem Fundament der göttlichen Wahrheit basiert, vernichtet, um den Boden für Weiterentwicklung zu bereiten.) In dieser Entscheidung des scheinbar abtrünnigen Sohnes ist der geistige Grund für den physikalischen Urknall zu suchen, mit dem die Entstehung der Materie begann:  Mit dem luziferischen Minuspol entstand die Finsternis als Gegenpol des Lichts und das bipolare Universum der Gegensätze. Mit seinem „Nein“ zum „Ja“ Gottes erweitert Luzifer das Kosmische Koordinatenkreuz um die Negativquadranten.

Während die Zahl EINS also ein Bild für „Kernfusion“ ist, in der sich die Gegensätze vereinigen, ist die Zahl Zwei eher das Symbol der „Kernspaltung“, die Trennung des Geeinten schafft.

Das System der Zwei spiegelt sich in allen Zuständen der Welt, in der alles zwei Seiten hat. Die erdmagnetische Antriebsfeder der Bipolarität zeigt sich in allen Erscheinlichkeiten der Welt und des Alls. Als Muskel und Gegenmuskel sind die harmonikalen Gesetzmäßigkeiten der beiden Pole „Plus“ und „Minus“ zweifellos unerlässlich für den Ausgleich von Ruhe und Bewegung.

 Bipolarität der Welt

 Nicht erst seit Zarathustra vor 2600 Jahren in Persien und dem etwa 5000 Jahre alten „I Ging“ der Chinesen ist der Menschheit dieses Wechselspiel der Gegensätze bekannt: man hatte die Bipolarität der Erde und alles auf ihr Befindliche gründlicher erkannt, als es später jemals eine philosophische Dialektik der Neuzeit hätte formulieren können.Immerhin erklärte die altchinesische Weisheit des I Ging mit „Yang“ und „Yin“ nicht nur das bipolare System der Welt, sondern auch die Zahlenstruktur der DNS und der modernen Computertechnik des „Dualistischen Systems“, das Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) in die mathematische Form von „0“ und „I“ goss. Auf diesem System von „An“ und „Aus“ (oder „Plus“ und „Minus“) basiert alle Erscheinung der bipolaren Welt.Die Autonomie der Entscheidung, die bis in die einzelne Zelle jedes Lebewesens reicht, ob „An“ oder „Aus“, ist nicht nur Ausdruck des harmonikalen Prinzips von Leben und Tod – sondern auch der freien Entscheidung des Menschen von „Ja“ oder „Nein“: Ob er in der Bipolarität des veräußerlichten Bewusstseins verbleiben – oder zum geistigen Ursprung allen Seins – in die Einheit zurückkehren will.

 Religionen der Welt

      Die Überwindung der Bipolarität der Welt und die Rückkehr in die Integrität der Einheit mit Gott ist das Grundthema aller Religionen. Das Ziel dieser Wieder-Einswerdung ist das Leben in der höheren geistigen Wirklichkeit, die von allen ursprünglichen Menschheitskulturen überliefert wurde:Die irdische Welt sei nur ein „virtuelles“ Spiegelbild einer überirdischen Realität. Der Mensch könne zu seiner Befreiung aus der materiellen Scheinwelt (Sanskrit: „Maya“) zu einem vollkommeneren Sein finden, lehren die Weltreligionen. Es gelte die Scheinwelt der materiellen Körperlichkeit zu überwinden, um das „wahre Leben“ zu finden. Darum ersehnen die östlichen Religionen nur die Befreiung aus dem „Rad der Wiedergeburten“, wo jede Freude zugleich auch immer mit Leid verbunden sei, um im Nichts (0) des Nirvanas aufzugehen.

Regredierung des Bewusstseins / Veräußerlichung des Bewusstseins

      Nachdem die Nachkommen des ersten Menschenpaares sich in Sippen und Stämme geteilt hatten, aus denen die Völker hervorgingen, wurden in den entstehenden Kulturen und Religionen unterschiedliche Perspektiven der einstigen Erkenntnis der Ganzheitlichkeit vom inneren und äußeren Zusammenhang des Einen Seins bewahrt.In Ermangelung der einstigen unmittelbaren Anschauung der inneren Welt im äußeren Spiegel, deutete und interpretierte man nun die Zeichen und Symbole der Überlieferungen. Anstatt in Allem den Einen göttlichen Ursprung zu sehen, vermutete  man bald in den verschiedenen Eigenschaften des Einen allumfassenden Gottes verschiedene Götter, obwohl sie doch nur Erscheinungen desselben EINEN waren. So kam der Irrtum in die Welt. Analog dazu atomisierte die einstige ganzheitliche Wissenschaft in zahllose voneinander getrennte Sichtweisen des Seienden.In zunehmender Bewusstseinstrübung begann man im alten Babylon in den verschiedenen Erscheinungen der göttlichen Schöpfung zahllose Götter zu vermuten und betete die Sterne, die Natur, das Wasser und das Feuer an.

Noch spätere Generationen übersetzten die Worte, Zeichen und Bilder, die von den Generationen der direkten Anschauung  des ganzheitlichen Weltbildes überliefert waren, nicht mehr in ihrer innerlichen – sondern nur noch in ihrer äußerlichen Bedeutung. So entstanden aus dem einstigen holistischen Wissen viele Wissenschaften als verschiedene Perspektiven des Einen Seins. Ursprünglich aber war die Erkenntnis ungeteilt und EINS.

Evolution des Bewusstseins

     Doch die Evolution des Bewusstseins, die den Menschen durch seinen Irrtum aus dem Reich des Geistes in die Reiche der Natur und Materie hinabstürzte, zielt auf seine schließliche Erlösung aus der Selbstentfremdung. Der göttliche Plan, den die Universelle Harmonik postuliert, zielt auf die Befreiung der äußerlichen, begrenzten Sinne des Menschen durch die Heimkehr aus der irdischen Welt in das innere Reich des Geistes: seiner eigentlichen Heimat von Ewigkeit.

Weltbild der Gegenwart

 Bi-Polarität /  Dualismus

 Unio

     Die bipolare Weltsicht ist noch immer die herrschende Philosophie der Gegenwart. Die Bipolarität bestimmt das gesellschaftliche Denken und das Handeln der Regierenden im Schach der Macht des Kampfes von Schwarz gegen Weiß – und Weiß gegen Schwarz. Sie ist das Manifest des Systems der Weltwirtschaft und der Politik. Sie ist derzeit noch allgemeiner Bewusstseinszustand der Gesellschaft. Wie auch anders, lernen wir doch schon als Kinder – im Spiel und beim Wettbewerb der Sportarten – Konkurrenz statt gemeinsamer Konstruktion?!Es gilt als normal, dass man danach trachtet, sich gegenseitig zu besiegen und die Mitspieler aus dem Spiel zu werfen, anstatt sich gegenseitig in der Erreichung eines gemeinsamen höheren Zieles zu fördern. (Nur das gemeinsame Spiel beim Musizieren fördert das Aufeinanderhören und die gegenseitige Erbauung).Solange der Erfolg des Einen auf dem Verlust eines Anderen basiert, wird die menschliche Gesellschaft keinen Frieden finden.Im unaufhörlichen Wechsel der Gezeiten bewirkt das bipolare System von „Schwarz und Weiß“ mit der Stärkung der einen – gleichzeitig auch immer die Schwächung der anderen Seite. Je weiter ein Extrem von der Mitte entfernt ist, umso stärker ist der ständige Kampf mit dem Gegenpol.Aber diese philosophische Utopie der Vergangenheit, auf die sich die moderne Konkurrenzgesellschaft gründet, taugt nicht mehr für die Gegenwart und die Zukunft des 21. Jahrhunderts.Dieses derzeit noch herrschende Gesellschaftsmodell ist ein Relikt vergangener Jahrhunderte, das es zur Entfaltung des Menschen in der Höheren Wirklichkeit des Eins-mit-Allem-Seins schnellstmöglich zu überwinden gilt, weil ohne diesen Bewusstseinswandel kein Mittel zur Bewältigung der drängenden existenziellen Fragen, die das Leben auf diesem Planeten bedrohen, zu finden sein wird.Das politische System von „Links“ und „Rechts“ ist in den Köpfen der Politiker und Mächtigen dieser Welt zu überwinden, weil dies ihre Verantwortung und die Zeit erfordert. Es sei denn, der Mensch will mit seiner vermeintlich „aufgeklärten“ Vernunft weiterhin der Unvernunft dienen. Denn ohne eine grundlegende Systemänderung wird der Tag der gesamtgesellschaftlichen Bankrotterklärung kommen, an dem man einsehen muss, dass wahrer Reichtum weder monetär, noch quantitativ zu bemessen ist.Die Philosophie der Universellen Harmonik überwindet das bipolare Denksystem und eröffnet die Sicht auf eine Höhere Wirklichkeit, die sich über alle Gespaltenheiten der entzweiten Welt zur Erkenntnis der Einheit alles Seienden erhebt: „Unio Mystica“.Doch solange wird das bipolare Wechselspiel der beiden Pole das menschliche Denken beherrschen, bis der Mensch die natürliche Verstandesebene seiner beiden getrennten Hirnhälften in einem umfassenderen System ganzheitlich zu transzendieren lernt. Ehe er die Bewusstseinsspaltung des bipolaren Denkens überwindet und zur Ganzheitlichkeit des ungeteilten Seins findet, wird der Mensch mit allem was er tut, auch immer das Gegenteil seiner Absicht bewirken.

  Die Allkraft

 Die Transformation

Erst wenn er sich nicht mehr nur vom Schein der materiellen Welt nährt, sondern der Stimme seines Herzens folgend das bipolare Verstandesdenken überwindet, wird er die Allkraft dieses geheimnisvollen Einsseins lebendig erfahren. Durch diese Einswerdung mit sich selber – mit den Anderen und mit Gott – wird er über sich und in sich die bislang ungeahnte Wirklichkeit erkennen. Statt sich irrtümlich für sein konditioniertes Ego zu halten, das von frühester Kindheit an sein musste, wie Eltern, Schule und Gesellschaft es „zurechtbiegen“ wollten, wenn es Anerkennung oder gar Liebe erfahren wollte, wird der Mensch sich mit seinem höheren seelischen Sein und dem göttlichen Wesen in seinem Herzen verbinden und so sein, wie er wahrhaft ist. Er wird sich als ewiges Wesen erkennen, dessen Lebenskraft die Liebe Gottes ist, die ihn keimhaft in jener Vollkommenheit erschuf, in der er dann in die einstmals verleugnete Gegenwart Gottes zurückkehrt.„Wenn der Heilige Geist in den Menschen einströmt, erlebt er Wiedergeburt; die Himmel öffnen sich ihm, die Macht der Liebe strömt in ihn ein und durch ihn und bringt Gaben des Heilens, der Weisheit, der Kraft des Trostes, der Kraft der Erleuchtung und die Gabe, andere auf die Schwingen des Geistes zu erheben.“ (White Eagle)Der Mensch ist kraft seines Geistes fähig, sich über seine bipolare Natur zu erheben. Wenn er beginnt, die Existenz einer planvoll wirkenden höheren geistigen Kraft anzuerkennen, kann die Transformation seiner Lebensenergie vom bipolaren Wechselstrom in die Urkraft der All-Einheit beginnen.

Mit jener Unio-Fusionsenergie-Quelle, die das Wesen in harmonikalen Einklang mit sich Selbst und Allem bringt, wird die menschliche Gesellschaft auch jene Energie der Zukunft finden, die nicht der Umwelt schadet, sondern jedem nur zur Lebenserfüllung dient. Oder einfach gesagt: Erst dann erschließt sich dem Menschen die Allkraft, wenn er die Liebe Gottes widerzulieben beginnt. Erst dann wird sich dem Menschen jene unerschöpfliche Kraftquelle erschließen, wenn er reif geworden ist, sie ohne Schaden für Irgendwen und zum Nutzen aller einzusetzen. Dann erst kann dieser Lebensstrom ihn durchfließen. Dann wird der Mensch aus dem Hin-und-her-geworfen-Sein zwischen den Polen, in dem jedes Erkennen zugleich ein Irrtum ist, herausgehoben werden in die Höhere Wirklichkeit der göttlichen Wahrheit. Er wird sich und die Anderen als vollkommene Wesen erkennen: als „Ebenbilder Gottes“. Dies ist, im Unterschied zum „Sich-getrennt-vom-Ganzen-Erleben“ und zum „Für-sich-besitzen-Wollen“, der Quantensprung des Bewusstseins, der aus der körperlichen Erdgebundenheit in die Freiheit des Geistes führt. Alles wird plötzlich Sinn bergen.

Die chemische Formel für diese Umwandlung, die Hermes-Trismegistos (vor tausenden von Jahren) bildhaft „die Verwandlung von Staub in Gold“ genannt hatte, suchten die Alchimisten in ihren mittelalterlichen Laboratorien vergeblich. Deshalb auch konnten sie bis heute die Rezeptur des „Elexiers des Lebens“ nicht finden, weil diese geheimnisvolle Umwandlung einzig ein innerlicher, geistiger Prozess ist. Denn dieses Lebenselixier ist nichts anderes als das „Wasser des Lebens“, von dem die göttliche Offenbarung sagt:

„Nehmt es umsonst!“ (Offenbarung)

Die Rückkehr des Menschen aus der Gespaltenheit der bipolaren Welt in die überkosmische Einheit seines Ursprungs, ist das eigentliche Ziel menschlicher Bewusstwerdung: Die mystische Einswerdung des „Eins-mit-Allem-Seins“, von dem zu allen Zeiten in allen Kulturen die Erleuchteten sprachen. Diese elektromagnetische Umpolung – vom bipolaren Strom der Gegensätze zum ganzheitlichen Urkraftstrom der göttlichen Liebe – ist kein technisches Problem, sondern ein innerer Vorgang im Transformator des menschlichen Herzens.

 Magie

 Den Unterschied zwischen der magisch-bipolaren und der sich einfach schenkenden Energie verdeutlicht das Beispiel des „Positiven Denkens“: Natürlich ist diese Gedankenkraft auf ihre Weise wirksam. Immer aber wird sie im Wirkungsbereich der bipolaren Schwingungssphäre verbleiben, in der es Positives nur geben kann, weil es auch Negatives gibt.Ebenso ist es mit allen anderen Praktiken des magischen Denkens – bis hin zur „Schwarzen und Weißen Magie“. Da unterscheiden sich die Riten, Talismane und Zauber nativer Schamanen und Medizinmänner nur kaum von Hexenkreisen oder den modernen Magier der petropharmazeutischen Medizin. Im Unterschied zu dieser bipolaren Magie der Welt, hat die Kraft des Einsseins allerdings die Macht, das irdisch-menschliche Denken aus all seiner Widersprüchlichkeit heraus –  in die Höhere Wirklichkeit eines ungeteilten Seins zu erheben.Aber nicht eher werden die Schleier von unseren Augen fallen, bis wir uns innerlich aufmachen, diese „Höhere Wirklichkeit“ in uns selber zu suchen. Vollziehen wir diese Bewusstseins-Entwicklung nicht freiwillig, werden uns die Folgen unseres zwiespältigen Denkens und Handelns irgendwann zur schmerzhaften Erkenntnis unseres Irrtums zwingen.

Herrschaft des Geistes

 Im Gegensatz zur Anschauung des herrschenden Weltsystems regiert nicht die Materie den Geist, sondern der Geist gestaltet und wirkt die Materie. Die Materie muss den Gesetzen des Geistes folgen. Materie ist ein vergänglicher Aggregatzustand des unvergänglichen Geistes. (E = MC2, Albert Einstein).

Der göttliche Geist ist der große Kreator, der das EINE Leben in allem Lebendigen ist. Er ist das EINE Bewusstsein, dessen sich jedes Lebewesen nach seinem Fassungsvermögen bewusst wird. Das Maß der Empfängnis dieses göttlichen Bewusstseins, wird allein vom Fassungsvermögen und der Aufnahmebereitschaft des Wesens bestimmt. Gern würde dieser all-einige Liebegeist sich im Leben eines jeden Einzelnen und in der menschlichen Gesellschaft wirkungsvoller zeigen, wenn wir Ihm nur mehr Raum in unseren verleugneten Herzen geben wollten.

Herrschaft des Egos

Stattdessen sitzt der Mensch im dunklen Bewusstseinsraum seines Sich-getrennt-Erlebens beim künstlichen Licht seiner bipolaren Energie (seiner „Verstandesfunzel“) und ahnt nicht einmal die wunderbare Wirklichkeit über sich und in sich. Im engen, dunklen Kasten seiner Selbstvorstellung identifiziert er sich mit seiner vergänglichen Körperlichkeit derart, dass er die Existenz seines inneren, ewigen Wesens fast vollständig vergaß.

Durch die Geringschätzung seines göttlichen Wesens schafft der Mensch sich seine und die Probleme der Welt selbst. Wenn er die Fenster und Türen der „Schwarzen Kammer“ seiner materialistischen Identifikation öffnete, würde er über sich und in sich das Licht der geistigen Sonne des Lebens sehen. Wer sich aus der Gespaltenheit seiner bipolaren Welt in das „Eins-mit-Allem-Sein“ erheben lässt, wird – über alle Grenzen diesirdischer Erfahrung hinweg (– wo auch die Grenze des natürlichen Todes im Erkennen des ewigen Lebens bedeutungslos wird), die höherer Wirklichkeit des geistigen Seins erfahren.

Bedeutung der Harmonik

      In den besonderen Eigenarten der menschlichen Kulturen erhielt sich die Lehre vom Einklang des Vielklangs – und vom Vielklang des Einklangs. Die Universelle Harmonik bewahrte durch die Wirren der Zeiten das Wissen um die Ganzheitlichkeit des Menschen. In den Zahlen und Sprachen, sowie in der Musik und Kunst der Völker sprechen sich die harmonikalen Gesetzmäßigkeiten, nach denen der Geist Gottes den Werdeprozess der Welten und des Menschen in Gang setzte, besonders deutlich aus. Jeder kann die Wahrheit des hier Ausgesagten in sich selber bestätigt finden. Denn jeder von uns ist mit der „1“ (dem Schöpfergott) und der „0“ (dem Urgrund der göttlichen Liebe) innig verbunden. Unser Gewissen weiß und fühlt es genau: Gott ist gegenwärtig – immer bereit uns mit jedem Schritt, den wir auf Ihn zugehen, uns drei Schritte entgegenzukommen. Wer Ihn sucht, kann Ihn in allem finden:

„Das Reich Gottes ist inwendig in euch und überall um dich herum; Nicht in Gebäuden aus Holz und Stein. Spalte ein Stück Holz und Ich bin da. Hebe einen Stein auf und du wirst Mich finden.“ (Thomas Evangelium)

Nicht in Büchern oder den Beschreibungen anderer finden wir Ihn, sondern als die Liebe und das Leben in unserem eigenen Herzen. Er wartet schon lange geduldig, dass wir die Illusion, getrennt von Ihm zu sein, im unmittelbaren Erleben endlich überwinden und erkennen, dass wir unteilbar Eins mit Ihm sind.

Die Zukunft

 Dass die Einheit dann auch zur gesellschaftlichen Wirklichkeit wird, setzt einen globalen Dialog der Menschheit voraus, in dem nicht die Macht des Stärkeren oder nominelle Mehrheiten, sondern die Kraft der Erkenntnis und ethische Wahrhaftigkeit zählen.Dann wird sich der Mensch nicht mehr zum erdbeherrschenden Übermenschen aufschwingen wollen, sondern sich der Liebegeist Gottes Selber in den Menschen hinabschenken.Wenn sich die Menschheit diesem Geist, der über alle irdische Vernunft hinausreicht, öffnen würde, öffnete sich auch das verschlossene Tor zum Garten Eden wieder.Die Harmonik erinnert den Menschen, als selber harmonikales Wesen, an seine Verantwortung gegenüber dem Leben und an seine eigentliche Berufung. Sie kann wesentlich zur Definition eines neuen Wertbegriffs beitragen, der nicht nur den quantitativen Maßstab kennt – sondern vor allem die Werte eines qualitativen inneren Reichtums aufzeigt und erstrebenswert macht.

Durch Liebe zum Weltfrieden zu finden ist zweifellos ein wünschenswerteres Ziel als das entfesselte Inferno der internationalen Waffenpotentiale eines Dritten Weltkriegs, der vielleicht für alles Leben auf der Erde final wäre. Dies sollte Motivation genug zur Veränderung der Welt durch Veränderung des eigenen Lebens sein.

Die Revolution des 21. Jahrhunderts findet im Herzen von jedem Einzelnen statt.